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  • Anja

    Rang: Gast
    am 28.10.2008 14:22:04
    Hallo,

    ich habe zum Thema Low Carb schon unter einem alten Thread meine Frage gestellt, leider wird der Thread dadurch nicht aktuell zum neuen Datum vornean gestellt.

    Hier also meine Frage nochmal:


    ich ernähre mich schon länger Low-Carb und habe viel bessere Werte seitdem. Insulinbedarf, auch Basal, ist gesunken.

    Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, falls ich so wenig KH esse, dass ich in Ketose bin, meine Werte nach einer gewissen Zeit nicht mehr so gut sind. Insulinresistenz. Ich muss mehrmals hintereinander korrigieren und der BZ reagiert kaum.

    Kann mir das bitte jemand erklären?

    L.G.

    von Anja
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 28.10.2008 15:38:45
    Das mit den Threads ist hier so. Also lass uns den hier nutzen, so lange er oben steht. Dazu musst Du mir erst verstehen helfen. Was heißt das, wenn Du schreibst, dass Deine Werte besser sind, in konkreten Zahlen?

    Und bei welchen Werten in konkreten Zahlen bemerkst Du das, was Du Ketose nennst? Und wie macht sich das in Zahlen und zu welchen Gelegenheiten bemerkbar, wenn Deine Werte nicht mehr so gut sind? Und wie machst Du das konkret, wenn Du korrigierst? von Jürgen
  • Anja

    Rang: Gast
    am 28.10.2008 15:54:56
    Bessere Werte heißt hier: morgens nüchtern um die 80 oder drunter, nach dem essen maximal 140 ( dann auch vom Eiweiß) und tragsüber ansonsen immer nüchtern um die 80.

    Ketose merke ich an den Keto-Sticks.

    Nach gut einer Woche in Ketose dann nüchtern morgens 170 bis 230. und so den ganzen Tag um 200 oder mehr.

    korrigieren: 1 IE senkt bei mir um 40mg/dl den BZ,
    normalerweise.
    In Ketose stimmt das nicht mehr. Ich korrigiere also nach 3-4 Std nochmal, BZ dann aber immer noch um die 230-260 mg/dl.

    Jetzt seit 3 Tagen 40g KH mehr, keine positiven Ketostix mehr. Nach Umstellung waren die werte noch 3 Tage um die 230, heute alles wieder gut: heißt: heute früh nüchtern 79, nach dem Frühstück 140, mittag nüchtern 119.

    von Anja
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 28.10.2008 17:06:35
    Ok, jetzt verstehe ich, was Du meinst.

    1. Du spritzt nach Khs/BEs. Aber Fett und Eiweiß brauchen zum Verstoffwechseln auch Insulin. Wenn wir KH-betont essen, spritzen wir den Anteil dafür meistens wenigstens zum Teil ohne viel Nachdenken einfach mit, rechnen das praktisch in den BE-Faktor ein.
    Wenn wir anteilsmäßig weniger BEs und mehr Fett und Eiweiß essen, müssen wir das berücksichtigen und uns dafür dann halt auch Insulin genehmigen. Wie viel, muss jeder praktisch wie mit BEs auch selbst ausprobieren. Es geht dann halt nicht mehr darum, BE-abhängig zu spritzen, sondern BZ-abhängig. Manche Leute rechnen auch X Gramm Fett oder Y Gramm Eiweiß = 1 BE.

    2. Wenn wir weniger KHs essen, nutzt unser Organismus das gespeicherte und gegessene Fett zur Energieversorgung, und zwar in der Form von Ketonen. Selbstverständlich stellst Du die am Verfärben der Ketosticks fest. Aber das ist ganz normal und natürlich und hat NICHTS mit einer Ketoazidose zu tun. Die wird daraus erst, wenn man sich zu wenig Insulin einverleibt und den BZ immer weiter ansteigen lässt. Die kommt nicht von den zu vielen Ketonen, sondern davon, dass zu wenig Insulin da ist.

    Damit der Organismus Ketone zur Energiegewinnung nutzt, werden Insulinrezeptoren abgeschaltet. Denn der BZ soll ja dann nur noch die wenigen Zellen mit Glukose versorgen, die keine Ketone nutzen können. Und die große Menge der Zellen, die Ketone nutzen können, sollen den wenigen ja ihre Glukose nicht wegschnappen.
    Deswegen muss man bei ketogener Ernährung pro BE etwas mehr Insulin spritzen. - Und natürlich muss man immer sehr viel mehr Insulin spritzen, wenn man den BZ für längere Zeit in größere Höhen auswandern lässt. Das fängt ja bei vielen von uns schon deutlich messbar mit mehreren Stunden über 140 mg/dl an.

    Nachfragen, wenn ich was unverständlich gelassen hab :-) von Jürgen
  • Anja

    Rang: Gast
    am 28.10.2008 17:21:00
    Danke,

    Zu 1. Ja, für Eiweiß und Fett habe ich schon meine Mengen an Insulin ausgetestet. Für 200 Kal Eiweiß etwa 1 IE.
    Hatte ja vor der Ketose gut geklappt mit dieser Menge.

    Zu 2: Ja, die Ketose ist nicht gleich Ketoazidose.
    Ketose war ja gewollt bei mir.

    Aber was du dann noch geschrieben hast war das was ich die ganze Zeit gesucht habe.
    Dann müsste ich auch meine Basalmenge in Ketose erhöhen. Bei Low Carb hatte ich z.B. nachts 8 IE Basal, jetzt sind es wieder 11 IE, aber ich komme mit 80 mg/dl morgens raus.

    Was mich noch erschreckt ist: viel Insulin verhindert die Fettverbrennung. Jetzt muss ich in Ketose, wo auch Fettverbrennung erwünscht ist, ausgerechnet mehr Insulin spritzen.

    Super Jürgen, dass du dich so gut auskennst!!
    Danke von Anja
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 29.10.2008 10:36:59
    so lange Du bei gesundem BZ-Verlauf Ketone stickst, hast Du passend (und nicht zu viel!) Insulin gespritzt und verbrauchst Fett :-) von Jürgen