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erhöhte werte nach dem essen

  • johannes

    Rang: Gast
    am 22.10.2008 11:22:33
    hallo,

    seit ein paar wochen stelle ich fest, dass ich vorallem morgens nach dem frühstück erhöhte werte (ca 2 h danach) habe. morgens liegt mein bz bei ca 80-90mg/dl. zum frühstück esse ich meist ca. 4-5be was normalerweise bei mir mit ca 4-5i.e novorapid abgedeckt werden sollte...auf jeden fall messe ich nach dem frühstück immer werte ~190-200mg/dl was ich aber nicht korrigiere da ca nach 3,5h der bz normal ist also ~100. woran könnte das liegen?ich wechsel immer die spritzstellen und habe meiner meinung auch kein "verhärtetes" gewebe oder sonstiges wo man sagen könnte die wirkung wird beeinflusst...

    vielen dank
    johannes
  • Barbara

    Rang: Gast
    am 22.10.2008 12:07:09
    hallo Johannes, es ist normal ,daß der Zucker
    2 Std. nach dem Essen ansteigt, Aber bei Dir steigt er zu viel an. Ich würde da morgens vor dem Essen ev. 2 E mehr spritzen. Versuch das mal. Das ok
    wenn er mittags wieder runter geht.
    Barbara
  • mellitus

    Rang: Gast
    am 22.10.2008 13:16:10
    Da der Blutzuckerwert ca. 3 Stunden nach der Mahlzeit wieder im normalen Zielwertbereich "Nüchtern" ankommt, ist die Bolusmenge zur Abdeckung der Mahlzeit wahrscheinlich ausreichend.
    Der Spritzessabstand(SEA) ist wohl nicht stimmig. Vielleicht mal in 15-Minuten-Schritten SEA erhöhen und jeweils 1 bis 2 Stunden nach dem Essen Bz testen.
    Werte unter 140 mg/dl sind OK. von mellitus
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 22.10.2008 14:21:28
    Hallo Johannes,

    vielleicht denkst du doch einmal über das Geheimrezept nach, das auf jeden Fall funktioniert: die Reduzierung der KH. Ich würde es zumindest zum Frühstück einmal probieren, solange es dir so große Probleme macht.

    Mit deinen 5 BE nimmst du 60g KH allein zum Frühstück zu dir. Das ist die doppelte Menge dessen, was Dr. Bernstein für den ganzen Tag angibt. Er empfiehlt für früh/mittags/abends jeweils 6/12/12g KH . Das ist allerdings sehr streng, i.a. werden Diabetikern für die KH-reduzierte Ernährung maximal 60 ... 80g pro Tag empfohlen.

    Du musst ja nicht Dr. Bernstein pur übernehmen. Geh einfach mal früh auf 2 BE (24g KH) runter und iss dich z.B. mit einer größeren Menge Käse satt. Natürlich musst du die Spritzmenge entsprechend anpassen, aber die enormen Spitzen lassen sich damit ganz bestimmt vermeiden.

    Rainer
  • Johannes

    Rang: Gast
    am 22.10.2008 14:43:05
    Hallo zusammen,

    erstmal danke für die antworten...

    - das mit dem SEA hab ich schon bissl betrieben...aber dachte das bei novo rapid dieser nicht so wirklich nötig ist...außerdem dachte ich dass der SEA für Typ 2er mehr nötig ist damit dieser einen Peak unmittelbar nach der einnahme von KH vermieden wird. da analoga normalerweise "sofot" wird sollte dies nicht von allzu großer bedeutung sein oder?

    - zu den angaben der "empfohlenen" KH-menge...also dass schaff ich bei weitem nicht...60-80gr KH vielleicht für typ2 oder so, wenn überhaupt dann bei übergewichtigen Typ2ern. was isst man den wenn man sich daran hält? ich esse morgens bissl müsli oder brot dazu ein glas saft --> mind. kh > 30gr, also für mich absolut unschaffbar...

    wäre es mal eine möglichkeit humalog zu nutzen? also von dem be faktor her sollte es ja wie gesagt ok sein...

    vielen dank
    johannes von Johannes
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 22.10.2008 16:04:29
    Hallo Johannes,

    ich will dich ja auch nicht komplett zur KH-reduzierten Ernährung bekehren. Low-carb ist keineswegs nur für übergewichtige T2er geeignet, es tut allen Diabetikern gut. Allerdings muss man dabei seinen Kalorienbedarf mit Eiweiß und auch mit Fetten abdecken.

    Du sollst ja nur versuchen, zum Frühstück mit weniger KH auszukommen, um die auftretenden BZ-Spitzen zu vermeiden. Vielleicht reicht schon das Weglassen des Safts (1 Glas Orangensaft sind ca. 20g KH). Es ist eine reine Gewohnheitssache, ob man zum Frühstück Saft drinkt oder Kaffee (natürlich ohne Zucker), kalten oder heißen Tee, Mineralwasser o.ä. probiert. Und wenn du noch Hunger hast, dann schieb doch einfach eine Scheibe Käse hinterher.

    Die Umgewöhnung ist zwar unbequem, aber die Folgen des täglichen hohen BZ-Verlaufs können noch viel unbequemer werden.

    Rainer
  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 22.10.2008 16:39:13
    Das ist ja wohl wie mit dem Insulin - was bei dem
    einen passt, muss bei dem anderen noch lange nicht gehen!! Als Typ1er habe ich mein DM-Leben lang (40 Jahre) niemals 1g zuviel gehabt und
    trotzdem jeden Tag 26 BE "reingeschoben". Sport,
    körperliche Arbeit + Familienleben tun ihr Übriges!
    Ganz nebenbei: bei Müesli, kalten Tee und 'ner
    Scheibe Käse (70% Fett iT ???) würde mir der Brechreiz auflauern... Reduzieren der Morgen-KH
    würde sicher zu besseren pp-Werten führen, aber
    er würde entsprechend niedrig Mittags ankommen.
    Also den Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben!
    Ich würde es mit etwas mehr Insulin probieren und
    eine Zwischenmahlzeit einschieben (so viel Zeit
    muss sein!). Gruss Grüni von Grünkohl
  • Zuckerstange

    Rang: Gast
    am 22.10.2008 18:30:56
    Hallo Johannes,
    ansteigende werte nach dem essen halte ich für normal aber vielleicht solltest du die insulinmenge je be erhöhen und wenns nur ne halbe i.E. je be ist. wenn du mit weniger be´s nicht auskommst z.b.arbeit sport o.ä. ist das der einzige vernünftige weg den bz zu senken. nen apfel oder ein yoghurt zur rechten zeit schafft luft bis zum mittagessen.
    ich bin seit fast 20 jahren insulinpflichtiger typ 1er.
    mfg
    zuckerstange von Zuckerstange
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 23.10.2008 01:29:58
    der sea ist bei jedem insulin gegeben, im normalfall 15 min bei analoga, kann aber auch mal das doppelte sein, je nach biofaktor. erhöhen des be-faktors führt idr in die resistenz und ist nach möglichkeit zu vermeiden. von thomas2002
  • Krawehlkrawehl

    Rang: Gast
    am 23.10.2008 11:29:16
    Also ich sehe das so wie Mellitus. Der 3 h Wert passt doch ganz gut, also lag es ja schon einmal nicht an der Insulinmenge.

    Würde er die jetzt erhöhen, hätte er nach 1h den gleichen Peak. Und mit Auslaufen der Wirkdauer vom Rapid nach 3 h - 4 h einen BZ von vielleicht 40.

    Der SEA hängt auch sehr von der glykämischen Wirkung der Lebendsmittel ab. Für 2 Brötchen zum Frühstück, halte ich locker einen SEA von 45 Min ein, selbst bei einem BZ von 80

    Würde ich dieselbe Menge KH in Form von Erdbeeren essen, brauche ich fast keinen Vorlauf oder max. 15 Min.

    Das muss man halt testen. Hilft nix!

    Was diese kleine Futterdiskussion angeht -

    Stabiler, gesünder und vernünftiger geht es garantiert mit weniger KH, gerade bei Diabetes.

    Doc Bernsteins Empfehlungen sind bestimmt nicht verkehrt, gerade im Bezug auf eine stabile BZ-Führung. Halte sie jedoch für ein bisserl zu streng. Und daher nicht für dauerhaft praktikabel, da zuviel Verzicht geübt werden müßte.

    60-80 g KH täglich finde ich jetzt aber auch nicht zu wenig. Gibt noch andere leckere Sachen ausser Brot, Reis, Nudeln und Kartoffeln.

    Allerdings finde ich 26 BE jetzt auch nicht zuviel. Wenn man die richtig umsetzt und BZ-mäßig geregelt bekommt, ist das auch kein Thema.

    Mein Ding wäre es allerdings nicht.

    schönen Tag, Erich

    von Krawehlkrawehl
  • mellitus

    Rang: Gast
    am 23.10.2008 16:01:33
    Erichs Ausführungen decken sich auch mit meinen Erfahrungen. Bei schlechter Insulinempfindlichkeit kann ein SEA auch bei Analoga je nach Glykämischer Last bis zu einer Stunde optimal sein. Einfach austesten. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Was noch zum flachen Blutzuckerverlauf beiträgt, ist eine Aufteilung der Mahlzeit in mehere Teilmahlzeiten mit 1-2 Stunden Abstand.

    Humalog und Novorapid haben die gleiche
    Wirkdynamik. Ein Austausch bringt meistens nur marginale Vorteile im Stoffwechselverlauf.

    Dr.Bernstein in Ehren, aber er steht für eine Aussenseitermeinung, die nicht allgemeingültig sein kann. Der äußerst niedrige KH-Verzehr birgt die Gefahr einer Mangelernährung. von mellitus
  • Dm

    Rang: Gast
    am 23.10.2008 17:22:32
    HUMALOG (lispro)macht chaotische Bz-Werte -ich würde das Insulin wechseln ! von Dm
  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 23.10.2008 18:27:23
    Ich denke, du benutzt Schweineinsulin!!??
    Warum würdest du dann dein Insulin wechseln
    wollen??
    von Grünkohl
  • Sven

    Rang: Gast
    am 23.10.2008 18:34:59
    Hallo Dm!

    "Ich würde das Insulin wechseln !" ???

    Das klingt so einfach, aber bisher hat das immer noch der behandelnde Arzt entschieden.

    Wieso macht Humalog chaotische BZ-Werte?

    LG
    Sven
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 23.10.2008 19:34:24
    moin mellitus,

    Dok Bernstein steht in der Kritik seiner Kollegen nicht wg KH-Reduktion, denn die ist schon so weit verbreitet, dass darüber immer weniger diskutiert wird. Kollegen kritisieren ihn wg seiner Lehre, dass auch Diabetiker Typ1 und Typ2 mit nichts anderem gesünder fahren, als mit einem gesunden BZ meistens um 80 und eben nach seiner Lehre nach dem Essen mit minimalem Anstieg und zu keiner Zeit mehr als 120 mg/dl. Er lebt übrigens seit Jahrzehnten selbst so und leitet übrigens sehr erfolgreich dazu an.

    Bisdann, Jürgen
  • Rainer

    Rang: Gast
    am 24.10.2008 13:01:08
    Und der alte Herr hat lebt sehr gut damit: mit 74 Jahren, davon 62 mit T1-Diabetes sieht er aus wie das blühende Leben. Ihr könnt ihn euch hier ansehen:

    http://de.youtube.com/watch?v=BdxPfxIbKqo

    Man muss Dr. Berstein nicht pur übernehmen, ich denke mit 140/120/100 nach 1/2/3h pp besteht eine gute Chance, gesund alt zu werden.

    Rainer
  • Tom

    Rang: Gast
    am 24.10.2008 13:19:51
    Hallo Sven,

    einfach weghören, wenn Dm was sagt...das sind die orangenen Pillen, wenn sie die nicht regelmäßig nimmt, hat sie solche Aussetzer...;-) von Tom
  • mgsonne

    Rang: Gast
    am 26.10.2008 14:51:16
    Hallo,

    bin erst heute auf dieses Forum gestossen und kenne das Problem ...

    also 4/5 BE zum Frühstück finde ich angemessen und leider habe ich auch dadurch 2-3 Stunden danach zu hohe Werte (220-280), welche nach 4-5 Stunden wieder im Zielbereich sind. Laut meiner Diabetologin sind solche Spitzen nicht schlimm, bin zwar nicht zufrieden aber man kann sich auch nicht alles verbieten.

    Es heißt immer so schön, das Diabetiker heute alles essen können, aber wenn ich das hier lese ...

    Ich würde ev. empfehlen das Insulin zu splitten.

    Liebe Grüße Michaela
    von mgsonne
  • Grünkohl

    Rang: Gast
    am 26.10.2008 15:01:57
    Hallo!
    Wenn du nach 4/5 BE Frühstück 2-3 h BZ-Werte
    über 200 mg/dl hast, ist die Insulindosis zu gering.
    Wer sich bei solchen Aussagen "Diabetologin"
    nennt, dürfte etwas gewaltig am Ziel vorbei schiessen. Vorsicht - Aussage eindeutig FALSCH!
    Wenn du da das Insulin splittest, hättest du noch
    höher Werte. Da nach 4-5 h die Werte okay sind,
    ist die Insulinmenge korrekt und ich würde die
    BE splitten, wobei natürlich auch der BZ VOR dem
    Frühstück interessant wäre...
    Gruss Grüni von Grünkohl
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 26.10.2008 21:27:46
    Moin Michaela,

    wo schon 12-13 Prädiabetiker von 100 diabetische Netzhautschäden haben, wenn sie die Diagnose-Schwellen zum Diabetes erreichen, ist absolut dumm, BZ-Spitzen über der Nierenschwelle als unschädlich zu bezeichnen. Denn was anderes, als so hohe Spitzen nach dem Essen, haben diese Prädiabetiker mit den Netzhautschäden die längste Zeit überhaupt nicht gehabt. Also können schon solche Spitzen solche Schäden verursachen!

    Wer sich also mit seiner Behandlung vor diabetischen Schäden schützen will, steuert seinen Blutzucker zu allen Zeiten im gesunden Rahmen. Den kann man z.B. in dieser Grafik sehr schön sehen: http://www.phlaunt.com/diabetes/16422495.php
    Dabei zeigt die obere blaue Kurve den guten gesunden Durchschnitt, während die braune darüber schon die Grenze zum Prädiabetes überschreitet und die braune darunter auch manchem völlig stoffwechselgesunden Menschen zeitweise schon Hypogefühle machen kann.

    Bisdann, Jürgen
  • Jan

    Rang: Gast
    am 28.10.2008 16:36:54
    also kommt es immer auf einen selbst an wie der sea ist? z.b. bei novorapid?
    und was ist mit resitenz zu verstehen?kannst du das nochmal erklären?

    gruß

    Jan
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 28.10.2008 17:20:58
    Wenn Du 2-3 Stunden und weiter nach dem Spritzen und Essen kein Absinken mehr misst und der BZ dann die selbe Höhe wie vor dem Essen hat, hat die IE-Menge zur Futtermenge gepasst, egal ob Resistenz oder nicht.

    Wenn etwa ne Stunde nach dem Essen der BZ höher als gewünscht, also z.B. höher als Nierenschwelle ansteigt, kannst Du den Spritzzeitpunkt in kleinen Schritten - z.B. 5 Minuten - an aufeinander folgenden Tagen so lange immer weiter vorziehen, bis die Spitze nicht mehr weiter sinkt oder/und bis der BZ vor dem Essen 80 mg/dl unterschreitet und in ne Hypo zu sinken droht, bevor ihm das Futter wieder hoch hilft.

    Beide Tipps funktionieren mit jedem Insulin. von Jürgen
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 29.10.2008 15:19:34
    insulinresistenz bedeutet nur, daß bei demjenigen das insulin schlechter wirkt als bei anderen von thomas2002
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 29.10.2008 20:58:15
    ...dass einer für die selbe Insulinwirkung mehr Insulin braucht, als ein anderer :-) von Jürgen