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Stimmungsschwankungen durch hohe Werte

  • Tanja

    Rang: Gast
    am 22.10.2008 10:48:59
    Hallo,
    mein Sohn (8 Jahre) hat seit fast 5 Jahren Diabetes Typ I und trägt seit 2 Jahren eine Insulinpumpe.
    Zur Zeit befindet er sich in einer ganz schwierigen Phase. Er zieht sich jeden Schuh an, meint, dass keiner ihn mag und dazu kommt, dass er bei hohen Werten richtig ausrastet. Aber auch so, dass er am Ende wie ein Häufchen Elend da sitzt und bitterlich weint.

    Könnt ihr mir Tips geben wie ich am besten auf solche Schwankungen reagiere? Bisher springe ich leider immer auf den Zug auf, so dass es am Ende eskaliert, dann sind wir beide traurig.
    Was kann ich ändern?

    Lg Tanja

  • Lea

    Rang: Gast
    am 02.11.2008 10:01:15
    Hallo Tanja,

    nimm doch mal Kontakt mit anderen Betroffenen auf:

    http://www.diabetes-kids.de





    von Lea
  • thomas2002

    Rang: Gast
    am 03.11.2008 20:29:03
    ggf eine depression. ein kinderpsychologen befragen hilft bestimmt eher. keine ahnung, wie es in seinem sozialem umfeld aussieht. in der grundschule können kinder absichtslos ziemlich grausam sein. evtl sachen mit ihm machen, bei denen er erfolg hat. fußball/handball/schach/malkurs? von thomas2002
  • Nora

    Rang: Gast
    am 04.11.2008 17:35:50
    Hallo!!

    Hmm, schwierig, ich habe den Diabetes erst mit 14 bekommen, das ist sicher nochmal was anderes, kenne aber solche Gefühle!! Ob man da jetzt sofort an Depressionen und Psychologen denken sollte, halte ich für fragwürdig. Meiner Meinung nach ist das eine normale Reaktion... man muss die Situation ja irgendwann mal realisieren und das hat dein Sohn wahrscheinlich gerade gemacht... also realisiert, dass er sein Leben lang auf sich achten muss, nie so ganz unbeschwert leben kann wie die meisten anderen Kinder, er wird auch merken, dass die Situation euch Eltern und evtl geschwister belastet etc. Da ist klar, dass es ihm auch mal richtig schlecht geht. Ich hatte eine ähnliche Phase (allerdings mit anderen Ausprägungen) zwar später, aber auch ne Weile nach der Diagnose... und gerade ein kleines Kind wird mit 3 Jahren ja noch nciht wissen, was auf ihn zukommt... mit 8 Jahren weiß er das schon eher. Ich denke, es ist wichtig, das Ganze zu beobachten, aber nicht überzureagieren.... wenn dadurch dem Diabetes noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist das für ihn sicher eher schlimmer. Am wichtigsten (so empfinde ich das) ist es, dass er das gefühl bekommt, dass er ganz normal ist... die Krankheit darf nicht zu wichtig genommen werden!! Und wenn er eine Phase hat, in der er weint oder extrem traurig ist: zwar trösten, aber nicht mitweinen!! (Das gibt ihm das Gefühl, dass alles noch viel schlimmer ist)... und die Idee mit Hobbys, in denen er Erfolg hat, halte ich auch für gut!! Einfach mal fragen, was er gerne machen würde oder so. Auf keinen Fall den Diabetes irgendwie in den Vordergrund stellen!!
    Ich wünsche euch alles Gute!! Und wie gesagt: ich halte solche Akzeptanz-Probleme für normal, bei mir hat sich das alles von selbst gebessert und ich kenne keinen Diabetiker, der nicht solche Probleme hatte!!

    Viele Grüße,
    Nora
  • Tanja Vranjkovic

    Rang: Gast
    am 04.11.2008 19:59:59
    Hallo Nora,

    danke für Deine Antwort.
    Das mit den Hobbies ist ein guter Gedanke nur unser Sohn geht seit Jahren zum Fußball und spielt Saxophon. Trifft sich gerne mit seinen Freunden. Also daran kann es eher nicht liegen.
    Das soziale Umfeld ist auch gut. Mit den Lehrern habe ich auch schon Rücksprache gehalten und es ist in der Schule alles gut. Die Noten sprechen für sich.
    Eigentlich hat er solche Stimmungsschwankungen immer nur bei vermehrt auftretenden hohen Werten ( > 250). Diese Schwankungen hatte er auch als sein Diabetes festgestellt wurde. Da hatte er einen Wert von 628!!

    Ich denke wir werden jetzt häufiger die Auslassversuche machen, damit die Werte nicht mehr so explodieren.

    Danke.

    Gruß Tanja
    Bearbeitet von Moderator am 01.04.2011 13:32:00. Grund: Nicht angegeben
  • Nora

    Rang: Gast
    am 04.11.2008 21:12:27
    Hallo,

    na, das hört sich doch schon gut an... wenn er soviel unternimmt, gut in der Schule ist usw. kann es nicht so schlimm sein... wie gesagt, erstens denke ich, dass das einfach ein Akzeptanz-Problem ist, weil es ihm wahrscheinlich erst jetzt richtig bewusst wird, was die Krankheit bedeutet, inwiefern er eingeschränkt wird usw... Und dass hohe Werte zu Stimmungsschwankungen führen, kann ich bestätigen (oder auch ständig schwankende Werte). Das liegt bei mir zumindest einmal daran, dass man sich bei hohen Werten natürlich schlecht fühlt, zum Anderen daran, dass man sich manchmal auch einfach aufregt, wenn man sich wirklich Mühe gibt und die Werte trotzdem nicht gut sind. Ganz wegkriegen wird man die hohen Werten ab und zu nicht, aber wenn dein Sohn richtig eingestellt ist und das nicht zu oft vorkommt, würde ich einfach versuchen, das nicht zu ernst zu sehen (ich weiß, dass das schwer ist, habe vor kurzem mal mit meinen Eltern über die Diagnose gesprochen und dabei rausgefunden, dass das Ganze für meine Eltern wirklich schlimmer war als für mich). Bei deinem Sohn ist es wahrscheinlich ähnlich... wenn du dich irgendwie austauschen willst: diabetes kids wurde ja schon genannt... dann gibt es noch diabetes teens, ist ein tolles Forum, dort schreiben auch Eltern und erwachsene Diabetiker...


    Viele Grüße,
    Nora
  • Tanja Vranjkovic

    Rang: Gast
    am 04.11.2008 21:54:17
    Ich danke Dir!
    Und werde mich mal über die anderen Foren mit Betroffenen austauschen.

    Lieben Dank.

    Gruß Tanja
    Bearbeitet von Moderator am 01.04.2011 13:32:12. Grund: Nicht angegeben
  • Jenny

    Rang: Gast
    am 17.06.2009 01:28:44
    Hallo Tanja!

    Der Thread ist zwar schon etwas älter, aber ich geb mal trotzdem meinen Kommentar dazu ab.

    Im Großen und Ganzen stimme ich Nora total zu!
    ABER: dein kleiner Mann kann keineswegs übersehen, dass er diese Krankheit für immer haben wird. Das Gehirn entwickelt sich erst so langsam ab 13-14 Jahre in diese Richtung, dass ihm das bewußt wird.

    Es ist super korrekt, dass ihr die Auslassverusche macht. Sicher müßt ihr sie regelmäßig wiederholen, da sich sein Insulinbedarf im Wachstum sehr oft ändern kann.

    Die schlechten Launen bei sehr hohen Werten kenne ich sehr gut von den Kids, die ich täglich betreue (als Diabetesberaterin und Kinderkrankenschwester), da kommt das auch öfter vor. Du solltest bedenken, dass der Körper deines Sohnes ganz schön durcheinander ist, wenn der BZ zu niedrig, aber auch zu hoch ist (vor allem eben, wenn er deutlich zu hoch ist). Fragt auch mal euer Diabetesteam, Agressivität ist ein "normales" Anzeichen für einen zu hohen BZ. Ich erkenne das tatsächlich bei einer Jugendlichen hier meist daran, dass sie zu hoch ist.
    Wichtig finde ich, dass du in diesen Situationen keinerlei Diskussionen führst, nicht streitest oder ähnliches. Bleibe ganz ruhig und bestehe sehr bestimmt darauf, das dein Sohn korrigiert. Wenn er streiten will, blocke das ab, vertage es auf später. Wenn der BZ sinkt, legt sich die Stimmung von allein. In einer ruhigen Situation mit ausgeglichenen BZ besprecht das Thema ruhig, macht euch vielleicht etwas aus, was du ihm in so einer schwierigen Situation sagen oder zeigen kannst, wo er weiß "Okay, jetzt ist nichts weiter nötig, als dass ich mich beruhige, alles andere ist soweit im Lot."

    Bei Fragen kannst du mich gern per Email kontaktieren von Jenny