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Übersicht Orale Anti-Diabetika ernüchternd - Falsche Einschätzung?

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    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 22.04.2019 17:48:49 | IP (Hash): 831209599
    Hallo zusammen,

    Beim letzten Termin beim Diabetologen meinte die Diabetesberaterin zu mir, dass ich ggf. erstmal mit Tabletten behandelt werden könnte, um besonders meine Nüchtern-Werte zu verbessern (ca. bei 130-150mg/dl). Da ich ja ein beginnender Typ 3c bin, ist sowieso alles kompliziert. Langfristig werde ich wohl Insulin brauchen, aber jetzt hat mir die Diabetesberaterin einen Floh ins Ohr gesetzt. Also habe ich mal alle Wirkstoffklassen der oralen Anti-Diabetika detailliert angeschaut (auf Diabetesinfo) und irgendwie bin ich grade echt verzweifelt, entweder ich habe da was falsch verstanden, oder so wirklich ist nichts für mich geeignet:

    - Metformin: verlangsamt die Aufnahme von Nährstoffen aus dem Darm,
    jedoch: mein Darm nimmt sowieso langsamer das ganze Zeug auf, habe ja auch Morbus Crohn,
    deshalb halte ich es nicht für geeignet
    - Alpha-Glucosidase-Hemmer: dürfen bei Morbus Crohn gar nicht eingesetzt werden
    - Glinide: steht in der aktuellen Leitlinie der DDG, dass es nur eingeschränkt verordnet werden darf
    - Glitazone: unklar wegen starken Nebenwirkungen, keine Übernahme GKV
    - Gliptine/DPP-4 Inhibitor: Warnhinweise bei bereits stattgefundenen Pankreatitis, vom Wirkprinzip
    würden sie mich aber am meisten überzeugen
    - GLP-1-Analoga: ebenso Achtung bei bereits stattgefundener Pankreatitis, muss man auch spritzen
    - Sulfonylharnstoffe: sollen die Bauchspeicheldrüse "ausquetschen", so dass keine Restproduktion übrig
    bleibt, jedoch ist für mich wichtig, dass die Restproduktion so lange wie nur
    möglich erhalten bleibt
    - SGLT2-Hemmer: diese wären die einzige Möglichkeit meiner Meinung nach, jedoch verstärken sie ja
    eher wieder die Symptome Harndrang/Durst, die ich verhindern möchte


    Habe ich irgendeinen Wirkstoff/Wirkstoffklasse übersehen?
    Stimmt die Übersicht soweit??

    Nicht falsch verstehen, ich möchte von euch natürlich keine Empfehlung, welches Medikament ich jetzt unbedingt nehmen sollte in meiner Situation, das ist klar, dass ihr sowas überhaupt nicht dürft. Sondern ich möchte diese Übersicht das nächste Mal zum Diabetologen mitnehmen. Dafür sollte sie aber vollständig und fehlerfrei sein.
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    am 22.04.2019 18:00:38 | IP (Hash): 745799180
    Du hast aus meiner Sicht nichts vergessen.

    SGLT2-Hemmer wäre eine Versuch wert, die haben zumindest keine schlimmen Nebenwirkungen. In welchem Maß die bekannten Nebenwirkungen bei dir auftreten, könntest du ja mit einem Versuch herausfinden. Eventuell wäre auch der neue SGLT1-/SGLT2-Hemmer (Sotagliflozin), der für Typ1-Diabtes getestet wurde, etwas für dich. Das Ergebnis der Zulassungsstudien wird allerdings stark kontrovers betrachtet. Rede mal mit deiner Ärztin darüber, wie sie es für dich einschätzt.

    Da du das blutige Messen des BZ so gut schaffst, würdest du aber bestimmt das injezieren von Insulin mit Pen und den superfeinen Nadeln auch gut hinbekommen - ich drück dir dafür die Daumen.
    Bearbeitet von User am 22.04.2019 18:04:23. Grund: .
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    am 25.04.2019 15:07:32 | IP (Hash): 1487893266
    Hallo July,
    unabhängig davon, dass ich nicht einschätzen kann, ob Metformin bei deinem Diabetestyp geeignet ist, möchte ich doch anmerken, dass Metformin nicht ausschließlich die Kohlehydrataufnahme im Darm verlangsamt. Es hemmt z.B. auch die Freisetzung von Glukose aus der Leber, was wohl oft die Ursache für die erhöhten Nüchternwerte sein soll. Mein Diabetes wurde zum Jahresbeginn diagnostiziert, mit einem Nüchternwert um die 300mg/dl und liegt mittlerweile "tagesformabhängig" zwischen 90 und 110 mg/dl. Ich habe meine Ernährung radikal umgestellt und nehme Metformin.
    Vielleicht wäre es einen Versuch Wert?
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    am 25.04.2019 16:01:36 | IP (Hash): 410057496
    Viola82 schrieb:
    Es hemmt z.B. auch die Freisetzung von Glukose aus der Leber, was wohl oft die Ursache für die erhöhten Nüchternwerte sein soll.

    Hallo Viola,

    die fehlerhaft zu hohe Glukoseausgabe der Leber ist ein spezielles Problem bei Typ2-Diabetes. Wegen dieser Wirkung ist Metformin für alle Typ2-Diabetiker sehr nützlich, auch ergänzend zu anderen Therapien.

    Bei July mit Typ 3c käme diese Wirkung nicht zum tragen. Die anderen Wirkungen und Nebenwirkungen von Metformin kann sie wirklich nicht brauchen.
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    am 26.04.2019 14:45:06 | IP (Hash): 831209599
    Danke Rainer,

    ich werde die Ärztin mal auf die SGLT-Hemmer ansprechen.
    Zu Sotagliflozin werde ich mich noch informieren. Dachte aber, dass es nur für Typ1 Diabetiker mit Übergewicht zugelassen ist. Kann mich aber auch täuschen.

    Oder ich gehe doch auf Insulin. Mal schauen, ob ich das mit dem Messen jetzt hinbekomme. Nach dem guten Anfang ist es jetzt doch ein ziemliches Problem. Aber ich bleibe jetzt mal optimistisch, dass es noch wird.

    In zwei Wochen ist ja der Arztbesuch, wo geklärt wird, wie es weitergehen soll.
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    am 26.04.2019 14:51:31 | IP (Hash): 831209599
    Danke auch dir Viola für deine Antwort.

    Metformin ist definitiv weder für meinen Diabetes-Typ noch mit dem Morbus Crohn geeignet. Bei mir sind die hohen Nüchternwerte wahrscheinlich auf die Nahrungszufuhr abends zurückzuführen. KH-reiches Essen, wie Nudeln führen zu Morgens 140er Bereich, Abends kein Essen führen zu 110-120er Bereich...,
    Genauso wie der Wert sinkt, je länger das letzte Essen her ist, also wenn ich morgens nichts esse, dann sinkt bis Mittag der Wert.
    Eine Blutabnahme hatte ich sogar im November letzte Mahlzeit 21 Stunden her! und die war noch LowCarb (Zucchini mit Thunfisch) Ergebnis "Nüchtern" am nächsten Morgen 85! Mein bester Wert bisher. Aber nur dem langen Fasten geschuldet. Solche Werte haben Stoffwechselgesunde ständig... :(

    Gratuliere zu deinem guten Ergebnis. Bei dir wird aber, denke ich, hauptsächlich die Ernährungsumstellung die Werte verbessert haben. Metformin hat da sicher nur einen kleineren Anteil daran. Aber es ist ja egal für dich, hauptsache es funktioniert.