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Beeinflussung von Sport auf Diabetes als Prüfung

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 3
    Mitglied seit: 17.09.2019
    am 17.09.2019 14:54:59 | IP (Hash): 1525002254
    Hallo:) 
    ich hatte mir vorgenommen meine 5. Prüfungskomponente(Präsentationsprüfung) über das Thema Diabetes zu halten in Bezug auf Sport/Ausdauersport und wie man Diabetes durch Sport beeinflussen kann.
    Jedoch Frage ich mich nun, ob das Thema groß genug ist oder man es direkt abarbeiten kann. Ich würde nach meinen Recherchen davon ausgehen, dass Sport Diabetes positiv beeinflussen kann...im Moment bin ich mir aber nicht sicher wie das passieren soll..? 
    Ich würde mich riesig auf eine zeitnahe Antwort freuen:)!
    Mit freundlich Grüßen!
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 4362
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 17.09.2019 19:45:01 | IP (Hash): 252430986
    Lese hier Deinen Fragebeitrag gleich 3mal. Reicht das, wenn ich erstmal nur hier schreibe?

    Ganz generell trifft sicher zu, dass mit seinem Diabetes besser und gesünder auskommt, wer regelmäßig Sport treibt und sich dabei gezielt nach seinem Blutzucker richtet. Im konkreten Einzelfall kann das trotzdem ein bisschen komplizierter aussehen.

    Ich biń z.B, heute nach dem Mittagessen etwa 40 Minuten wie dieser hier geradelt https://www.youtube.com/watch?v=Ubt3EbOpIJM .
    Wenn ich vor dem Essen so viel Insulin gespritzt hätte, dass es gepasst hätte, wenn ich die folgenden 2 Stunden hier am Schreibtisch geblieben wäre, hätte ich unterwegs mächtig unterzuckert - positiv?
    Wenn ich mich nach der offiziellen Therapie gerichtet hätte, hätte ich genauso viel gespritzt und zusätzlich noch die entsprechenden Sport-BEs gegessen, also mehr Kalorien, als mir zum normalen Sattwerden gereicht hätten - positiv?
    Habe tatsächlich nur die Hälfte von dem Insulin für am Schreibtisch gespritzt und nach dem Radeln meinen Blutzucker genau da gefunden, wo er nach dem Auswirken der doppelten Menge am Schreibtisch auch angekommen wäre.

    Hab also praktisch die Hälfte vom Insulin mit Radeln ersetzt, und das ist aus meiner Sicht in mehrfacher Hinsicht sehr positiv, aber z.B. nicht in der meiner kranken Kasse, die mir zwar einen Elektro-Rollstuhl mit allem Furz und Feuerstein spendieren wollte, aber kein son E-Bike-Vorspann, wo meine alten Arme ohne die elektrische Hilfe nicht mehr ausreichend kurbeln können. Begründung der kranken Kasse s.o.: fachoffizielle Therapie ist nicht situativ weniger Insulin spritzen, sondern mehr KHs/BEs einfüllen. - wie wolltest Du's bewerten? Positiv oder negativ?

    Und wenn ich die selbe Radelrunde nicht direkt nach dem Essen gemacht hätte, sondern nach Auslaufen von Essen- und Insulinwirkung 4 Stunden weiter am späten Nachmittag mit Start bei z.B. 80-100 mg/dl, hätte ich wieder Zuhause 180-200 mg/dl messen können - also sehr viel höheren als normal gesunden Nüchtern-Blutzucker - positiv?

    Ist das so in der Art, wie Du dir das vorgestellt hast?

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 17.09.2019 21:14:06 | IP (Hash): 411257544
    Jürgen hat ja schon etliches geschrieben.

    Hier meine Erfahrungen dazu.

    Karate führt bei mir mit wirksamen Basalinsulin (kein Bolus!) erst zu einem starken Anstieg. Von 110 auf 180 rum um dann nach dem Sport extrem schnell abzurauschen auf 100 sinkend beim Libre (mehr lass ich da mit Autofahrt etc. sowieso nicht zu, sondern ständig, vorher, nachher Sport-KEs). Basal bei eins-zwei Stunden Sport zu reduzieren ist schwierig, weil ich dann den ganzen Tag zu hoch bin.

    Momentan Lösung mit der Praxis, ich müsste theoretisch vor dem Sport wieder spritzen, mach ich nicht. Sondern ich bin mit keinen wirksamen Basalinsulin in den Sport. Ausgangswert wegen keinem Basal + 1 Sport-KE bei 150, steige dann noch weiter an, rausche dann aber nicht so extrem runter, daheim gleich spritzen und im Anschluss essen. Gibt eine eklige Spitze nach dem Abendessen, die dann jedoch schnell wieder verschwindet, aberwenigstens auch keine UZ..

    Also für mich muss ich sagen, momentan zumindest, ist Sport eher eine Belastung. Ich muss ständig kontrollieren, passt alles. Die Sport-KEs reduzieren jeden Sport-Effekt..

    Bei neudiagnostizierten Typ2ern wird Sport auf jeden Fall gute Erfolge erzielen, bei längeren insulinpflichtigem Typ2 wird es schon schwieriger siehe Jürgen. Und manche INSULINER haben die größten Probleme damit. Entweder viel zu hoch, oder nur UZ. Bei anderen wiederrum funktioniert es mit Bolus-/Basalreduktion plus zusätzliche Sport-KEs gut. Da ist jeder Körper unterschiedlich.
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    Beiträge: 4362
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 17.09.2019 21:57:17 | IP (Hash): 252430986
    Zu Typ2 kursiert eh jede Menge Unsinn, nicht nur im Netz, sondern auch in Fachkreisen. Denn die weigern sich bis heute zu aktzeptieren und für alle Betroffenen gewinnbringend zu nutzen, dass auch ein Typ2 seinen Blutzucker mehr oder weniger gesund steuern kann, sogar häufig völlig ohne Zuckermedis!

    Dazu wieder mein Hundeoma-Beispiel. Die alte Frau war über 70, als ich sie betreut hab, hatte 3mal am Tag Standard-Seniorenkost via Pflegedienst und Essen auf Rädern und ging 3mal am Tag nach ner Stunde Ausruhen nach dem Essen in ihrem Schaukelstuhl ne Standardrunde so um 20-30 Minuten mit ihrem Hund. Langzeitwert HBA1c 7,9-8 und in der Stundenspitze nach den Mahlzeiten irgendwo zwischen 250-300mg/dl.

    Hab sie dann überreden können, erst mit dem Hund zu gehen und erst danach in den Schaukelstuhl mit dem Ergebnis, dass Ihr Blutzucker nach der Hunderunde im Schaukelstuhl nur noch um völlig gesunde 100 verlief und ihr HBA1c deutlich unter 6.
    Also keine Veränderung am Essen und am Bewegungs-/Sport-Budget, sondern lediglich eine situativ passendere Zuordnung.

    Obwohl allein ich viele gelungene Beispiele in der Art kenne, kenne ich keine Hinweise auf diese Möglichkeit in den offiziellen Verlautbarungen der DDG oder auch des DDB u.ä.

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    Mitglied seit: 13.05.2016
    am 18.09.2019 19:04:19 | IP (Hash): 2046142240
    July95 schrieb:
    … + 1 Sport-KE bei 150, steige dann noch weiter an ...
    Also für mich muss ich sagen, momentan zumindest, ist Sport eher eine Belastung. Ich muss ständig kontrollieren, passt alles. Die Sport-KEs reduzieren jeden Sport-Effekt ...


    Mache das ähnlich.
    Ausgangsblutzucker sollte höher sein als 100 mg/dl.
    Esse nichts vorher und spritze kein Bolus-Insulin, habe aber für alle Fälle unterwegs immer Traubenzucker dabei.
    Je nach Sportart ist der KH-Verbrauch unterschiedlich: In der Gegend traben hat bei mir kaum Auswirkung auf den BZ (wohl nicht anstrengend genug), Ergometer mit ganz anderen beanspruchten Muskelgruppen mehr.
    Die ausgeübte Sportart muss jeder für sich ausprobieren.