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Gewichtszunahme bei Insulinspritzen

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 22.10.2019
    am 22.10.2019 17:19:54 | IP (Hash): 1090874718
    Ich ( weibl, 66 J.) bin neu hier und grüße Euch alle.
    Seit ca. 6 Jahren werde ich mit Insulin behandelt, wobei ich eigenmächtig im Dezember 2016 nach einer Gewichtsangabe beim Diabetologen von 85 kg einfach kein Insulin mehr gespricht habe. Ich stand unter Schock, soviel habe ich noch nie im Leben gewogen. Damals habe ich successive 20 kg abgenommen, konnte alle Tabletten absetzen (Blutdrucksenker, Tabletten gegen Reflux usw.) und habe dieses Gewicht von 65 kg gehalten. Ich esse immer das gleiche täglich frisch gekocht und gesund, nie mehr oder weniger, normale kleine Portionen. Als ich dann durch Unfall mit einem Trümmerbruch des Oberschenkels ins Krankenhaus kam, wurde mir natürlich bei meinem LZ-Blutzucker von 14 geraten, den Diabetologen wieder aufzusuchen. Das tat ich dann 3 Monate nach der OP und wurde wieder auf Insulin eingestellt, wodurch ich in 6 Monaten wieder 20 kg zugenommen habe. Ich bin selbst aus dem Gesundheitswesen und bin wirklich am Verzweifeln, da ich mich nicht totbehandeln lassen möchte. Im Übrigen ist jetzt auch mit Insulinspritzen nie mein Nüchtern-BZ unter 200, meistens 300 bis 400 und mein Langzeit-BZ ist nach wie vor 14, trotz NovoRapid und Toujeo. Ich würde mich freuen, wenn mir jemand jelfen könnte.Übrigens ist der Diabetes familiär bedingt, auch eine Hypercholesterinämie ist familiär bedingt. Ich werde immer dicker und habe Angst, dass ich eines Tages platze, denn ich fühle mich auch ausgesprochen aufgedunsen. Im Übrigen bin ich zweimal die Woche beim Milon-Training, um meine Muskeln wieder aufzubauen. Danke im Voraus für gute Ratschläge.
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 22.10.2019 18:16:12 | IP (Hash): 486585565
    Keine gute Idee, Insulin einfach abzusetzen !
    Extern gegebenes Insulin hat als einfach/einzige Funktion, die aufgenommenen Kohlenhydrate wieder dem Stoffwechsel zur Verfügung zu stellen - statt irgendwelchen Blödsinn im Organismus anzurichten bzw. über Urin ausgeschieden zu werden. Dieses ist dann in der Kalorienbilanz zu berücksichtigen.
    Deine hohen BZ-Werte zeigen an, daß du die genaue Dosierung noch nicht gefunden hast.
    Habe auch Novorapid in Gebrauch - dabei lassen sich max. bis zu 6 BE/KE händeln pro Hauptmahlzeit (x Faktor).
    Wenn man dabei die Wirkungskurve dieses Insulins berücksichtigt (3 - 5 h), erübrigen sich Zwischenmahlzeiten per 'übereinander spritzen'.
    Basalinsulin ist dazu da, den Grundstoffwechsel ohne Essen in Schach zu halten - den Nüchternwert (aber auch tagsüber), lässt sich testen.
    ~ Du arbeitest im Gesundheitswesen, wo ?
    Gerade im Altenpflegebereich habe ich da aktuell nicht so gutes gesehen.
    In Seniorenresidenz gibt's unterschiedliche aushängende Ernährungspläne von Senioren zu Diabetikern, die 5 Mahlzeiten essen sollen mit 'Nachtmahlzeit'.
    Oh je !
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    am 22.10.2019 19:15:10 | IP (Hash): 572470098
    Mal von Typ 2 INSULINER, der vor 6 Jahren erheblich abgenommen u. weitgehend gehalten hat, zu Typ 2, die das vielleicht ja will:

    Mit Deiner Entwicklung und Klage darüber bist Du in zahlreicher Gesellschaft. Weil die großen Mengen normalen Insulins im Fell nur noch schmerzhaft Platz finden und weil die meisten Betroffenen ihre Situation/Entwicklung nicht ändern wollen, gibt es ja die Tendenz zum konzentrierteren.

    Wenn Du Deine Entwicklung nicht nur beklagen, sondern wirklich stoppen und umkehren willst, geht das nur, wenn Du das nicht an irgendeinen noch so guten Arzt delegierst, den es doch geben muss, sondern wenn Du das grundsätzlich als Deine persönliche Aufgabe akzeptierst.

    Dazu gehört an erster Stelle das Akzeptieren, dass das Insulin nichts weiter macht, als einen guten Teil der Glukose als Fett einlagern, den Du ohne Insulin mit Deinem sehr hohen Blutzucker direkt über Nieren und Blase in die Toilette entsorgen würdest. Dein Körper würde die weder gebrauchen, noch vermissen. Und so sind die schlicht zu viel gegessen, auch wenn sie dabei hoffentlich wenigstens noch gut geschmeckt haben. Das können locker pro Tag wenigstens 30g sein, in 10 Tagen 300 und in nem Jahr um 10kg.

    Dieses vorwiegende Einlagern macht auch das Insulin, das Dein Pankreas noch produziert. Deswegen funktioniert Abnehmen für uns Typ 2 am besten mit dem Blutzucker so weit wie möglich im gesunden Bereich. Und um dem möglichst schnell wieder deutlich näher zu kommen, kannst Du eine Möglichkeit nutzen, die sich als sehr wirksam erwiesen hat und immer häufiger erweist.

    Beobachtet wurde sie über Jahre nach immer mehr bariatrischen Operationen (Magenverkleinerung bis Bypass) bei besonders schwergewichtigen Typ 2. Etwa 1 Woche nach der OP und damit lange bevor wirklich wiegbare Kilos abgeschmolzen waren, bewegte sich der Blutzucker bei allen um einen großen Schritt Richtung normal bis in den ganz normalen Bereich, und das mit sehr viel weniger Medikation bis hin zu gar keiner.

    Das hat dann Professor Taylor in Newcastle ohne Skalpell mit einigen Freiwilligen ganz einfach mit der Ernährung nachgebaut, wie die normal nach der OP gegeben wurde, etwa 600-800kcal/Tag: mit genau der selben Wirkung! Nach etwa einer Woche normalisierte sich der Blutzucker schlagartig.
    Professor Taylor hat seine Probanden dabei sehr intensiv untersucht und getestet und gemessen und als Erklärung gefunden, dass die Blutzuckersteuerung sich immer dann schlagartig verbesserte, wenn mit der knappen Ernährung genügend Fett aus der Leber verbraucht war. In GB läuft dazu seit Jahren mit guten Ergebnissen die DiRECT Studie, und ich hab damit vor 7 Jahren meinen basalen (Bolus ja eh mit weniger Essen) Insulinbedarf nach ner Woche von einem Tag auf den anderen mehr als halbiert.
    Hier mal die deutsche Version https://www.leberfasten.com/ wobei ich schon verstehen kann, wenn jemand son Zeug aus der Dose allein deswegen vorzieht, weil sich’s einfacher dosieren lässt. Meinen Selbstversuch hab ich mit ganz normalem Essen gemacht, halt nur entsprechend wenig davon - und heroisch zum Abnehmen über Weihnachten verlängert ;)

    Was ich dann allerdings auch akzeptieren musste: Dass meine Waageanzeige schon bei der Hälfte von den Portionen auf dem Teller munter steigen will, die ich mit 30plus noch völlig normal in Erinnerung hab :(

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
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    am 22.10.2019 19:52:20 | IP (Hash): 1090874718
    Liebe Elfe, ich habe 45 Jahre bei verschiedenen Ärzten und in verschiedenen Krankenhäusern als Arztsekretärin gearbeitet, bin jetzt Gott sei Dank in Rente. Ich habe wirklich vieles gesehen und gehört und es macht mir wirklich Angst. Mein Diabetologe hat mir wortwörtlich gesagt, dass er mir nicht helfen kann. Es geht mir immer schlechter, ich habe ein rotes Gesicht, was ein Zeichen für hohen Blutdruck ist, das verdanke ich alles der Gewichtszunahme. Vor allem versagen meine Augen langsam. Je höher ich eingestellt werde, desto schlechter geht es mir. Das kann alles nicht richtig sein! Wie finde ich einen vernünftigen Arzt?
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    am 22.10.2019 19:57:16 | IP (Hash): 1090874718
    Ich will meine Situation unbedingt ändern. Ach ja, eine LASH habe ich natürlich auch, wie könnte es anders sein. Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort, die muss ich morgen lesen, da meine Augen mich schon wieder im Stich lassen.
  • Elfe

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    am 23.10.2019 17:46:57 | IP (Hash): 486585565
    Liebe KHK, dann warst du die gute Seele der Krankenhausärzte und hast wohl einiges an Befunden gesehen.

    Das Schlimme an unserem ach so fortschrittlichen Gesundheitswesen ist, das jeder Facharzt ein besonderes Augenmerk auf 'sein Organ' hat und 'den Rest' des Patienten nicht mehr so genau kennt.
    Fand' da gerade Krankenhausärzte in meiner Behandlung sehr schwierig.
    War da 2 x zu anderer Diagnosefindung, die Diabetesbehandlung war da schon 1er INSULINER, beginnend mit der sogen. Ernährungsberaterin, die nicht wusste, daß ein Brötchen eben nicht immer nur zwei KE sind. Habe anhand meiner mitgenommen Wiegewaage ihr das demonstriert - können bis zu fünf sein.
    Außerdem habe ich täglich mein Sprüchlein aufgesagt: Messe Blutzucker erst direkt vor der Mahlzeit, um zu wissen, was muss ich spritzen ggfs. mit Korrektureinheiten.

    Gewichtszunahme ist für Herz/Kreislauf nicht gut, hohe Blutzuckerwerte sorgen für weiteres Ungemach.

    Mit den zwei Insulinen sollte es dir gut gelingen, die BZ-Werte zu senken, wie beschrieben.
    Mir selber ist übrigens vollkommen unklar, woher die 'vielen kleinen Mahlzeiten' theoretisch herkommen.
    Kenne das praktisch nicht, auch schon vor Jahrzehnten mit 2er Großtantchen nicht.
    Auch sie hat sich an bestimmte KH-Mengen zu den pünktlichen Hauptmahlzeiten gehalten.
    Erinnere mich gerne daran, und wie damals eher gekocht wurde mit Gemüse, Kartoffeln usw., ohne die heutigen Verführungen mit allem möglichen im Supermarkt.
    Damals schon recht, auch wenn man sich mit Ernährung insgesamt beschäftigt
    siehe https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/fm/10-Regeln-der-DGE.pdf

    Mit vielen kleinen Mahlzeiten + externem Insulin hält man den Organismus ständig auf KH/Insulin-Level und der Fettstoffwechsel findet dann nicht statt, wie in neueren Publikationen zu lesen ist.

    Daß Diabetologen-Ärzte sich nicht wirklich mit Ernährung befassen und das eher ihren Diabetesberaterinnen überlassen, kenne ich auch.
    Da wird so suggeriert, Essensgewohnheiten lassen sich beibehalten und sogar eine geplante Zwischenmahlzeit mit Insulin im vorhinein berücksichtigen.
    Wenn man sich dann aber mehr mit Ernährung, Wirkkurve des Novorapid auseinander setzt, ließ das bei mir echt nach, zumal immer irgendjemand stört und von Planbar keine Rede sein kann.
    Frühstück ist bei mir ganz wichtig: Müsli = KHs für den Start, mit anderen Zutaten sättigend und reicht ggfs. bis zum Abend, dann Brot … Kartoffel … + Gemüse/Rohkost/Stück Obst (alles was satt macht, schnell geht) und gut einschätzbar ist.
    Gruß Elfe
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 26.10.2019 19:48:29 | IP (Hash): 541037346
    Elfe schrieb:
    Mit den zwei Insulinen sollte es dir gut gelingen, die BZ-Werte zu senken, wie beschrieben.


    Aber das ist ja die hier vorgetragene Herausforderung: die Insuline werden ja seit 2 Monaten nach ärztlicher Vorgabe immer höher dosiert mit dem Ergebnis der beständigen Gewichtszunahme und immer mehr zu hohen BZ-Werten und nem immer mieseren Gesamtzustand! - KHK hat nicht dazu geschrieben, wie viele Einheiten sie gegenwärtig pro Tag spritzt, aber ich weiß von solchen Fällen mit 300 und mehr und immer noch nüchtern 200-300 und mehr mg/dl!

    Das geht nur mit wenig bis keinen KHs und besser noch mit wenig bis keinem Essen zu stoppen und dann damit zurückzudrehen, dass über Tag alle z.B. 3-4 Stunden so viel Bolus Insulin gespritzt wird, dass der BZ weiter sinkt.
    Und wo sich bei uns 2ern beim generellen Absenken des BZ-Verlaufs der Basalbedarf in größeren Schritten senken kann(!), würde ich die Toujeo-Menge auf je ne Hälfte morgens und abends aufteilen. Und auch davon immer nur so viel, dass der BZ weiter sinkt.

    Klar würde ich das alles nur mit engmaschigen BZ-Tests eher alle 2 als alle 3 Stunden machen, zuerst mit Ziel 24 Stunden zuverlässig unter 300 mg/dl, dann zuverlässig unter 250 und dann unter 200.
    Mit zuverlässig unter 200 käme ich dann langsam in den Bereich einer sehr guten Typ-1-Einstellung und könnte dann entscheiden, ob ich es dabei belassen oder die Absenkung bis zum gesunden Leben mit meinem Typ 2 weiter betreiben und halt raufinden wollte, bis zu welchem Minimum ich das Insulin bei völlig gesundem BZ reduzieren könnte - und ob ich dann vielleicht überhaupt keins mehr brauchte?

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    Alle Aussagen bezüglich Diabetes und Behandlung in diesem Beitrag sind mutmaßlich, denn ich bin kein Arzt. Genauso wie ich von einem mutmaßlichen Mörder schreiben muss, wenn ich gesehen hab, wie einer einen anderen erschossen hat. Denn zum Mörder darf den nur zum entsprechenden Ende eines ordentlichen Verfahrens ein ordentlicher Richter ernennen ;)
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 27.10.2019 01:59:43 | IP (Hash): 486585565
    @Jürgen
    Auch hier ein klares NEIN ! an dich !
    Frage: Was tun die Insuline in welcher Zeit ?
    Das Mahlzeiteninsulin braucht auch Stunden, ca. 3 im Maximum, was im Normalfall zur Verdauung passt, bei Novorapid (auch meins).
    Ob das denn so gestimmt hat, lässt sich dann sehr gut am BZ erkennen.
    Die Dosis muss allerdings an Faktoren angepasst werden, die unseren Biorhythmus nachbilden.
    Habe Faktor mo/mi/ab: 2/1/2,25
    Und das macht schon eine Menge an Dosierung aus.

    Toujeo ach ne.
    Ist was für Leute, die viele Einheiten Basal spritzen müssen und deshalb per Konzentration ein Drittel per Volumen hilfreich ist.
    Bei meinen z. Zt. 9 Einheiten in Summe brauche ich sowas nicht (Levemir 6 und 3).
    Ändert sich - brauche in 'Winterzeit' wieder mehr Basal - Bolus stabil.
    Geteilt in zwei Dosen sehe ich schon morgens, ob Basal o.k. ist.
    Tagesdosis einschätzen ist etwas schwieriger - dafür muss man mindestens eine Mahlzeit/Bolus auslassen.

    Bezieht sich jedoch - NUR - auf BZ-Regulation per ICT.
    Ansonsten gelten die ganz normalen biologischen Vorgänge = Energiebilanz.
    Dazu gibt's auch andere Quellen - jenseits der Diabetes-Fokussierung.
  • Michael74

    Rang: Gast
    am 27.10.2019 09:42:20 | IP (Hash): 800837063
    Hsllo khk...ich gebe dir den Tipp auf Jürgen zu höre. EH hat hier in den letzten Jahren viel Blödsinn erzählt welcher immer wiederlegt wurde. Ich gebe dir den Tipp da vorsichtig zu sein.

    Auch wenn sich die Ideen und Vorschläge meinerseits sehr professionell und logisch anhören, ersetzen sie nicht den Gang zum Doktor, um sich dies bestätigen zu lassen; sie dienen nur einer ersten Beratung.
  • Elfe

    Rang: Gast
    am 28.10.2019 18:45:56 | IP (Hash): 1942165979
    @Michael
    Hiermit hast du deine Dummheit so richtig öffentlich gemacht.
    EH wehrt sich nicht mehr gegen solchen Blödsinn, schon lange nicht mehr (ca. 1 Jahr) aktiv im Forum (aus unterschiedlichen Gründen).
    Das E hast du dir gerade noch merken können und nimmst dann mal einen User-Namen mit zwei Buchstaben.
    Gemeint hast du jemanden mit 4 Buchstaben mit 2 x E !?

    Immerhin hast du die Bezeichnung des Langzeitwertes HbA1c behalten:
    Mit immerhin 4 Buchstaben und 1 Ziffer.