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Nach langer Zeit mal wieder eine Frage

  • Rang: Mitglied
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    Beiträge: 24
    Mitglied seit: 12.10.2015
    am 08.01.2020 10:10:39 | IP (Hash): 1144081136
    Hallo,

    nach langer Zeit (war sehr eingespannt beruflich und privat) mal wieder eine Frage von mir:

    Ich war heute morgen bei meinem Hausarzt um Rezepte für meine Insuline zu holen.
    Da wurde mir gesagt, dass Sie das Insulin Actrapid nicht mehr verschreiben und dafür jetzt Lispro aufgeschrieben haben.
    Ich spritze jetzt seit vielen Jahren Actrapid und trotz Nachteilen (?) zu schnellen Insulinen, habe ich meine Zuckerwerte damit gut im Griff gehabt.
    Nach meiner Rückfrage ob es das gleiche Insulin ist, kam die Antwort: ja, ist identisch.
    Ich habe mich dann eben mal im Internet schlau gemacht und festgestellt, dass es ja doch ein Unterschied ist. Das ist ja schon ärgerlich, wenn solche falschen Aussagen kommen.

    Actrapid: Normalinsulin und Lispro: "schnelles" Insulin.

    Bei der Recherche habe ich auch andere Wirkungskurven gefunden.
    Danach kann ich doch davon ausgehen, dass aufgrund der anderen Wirkungsart eine Veränderung geben wird, oder ?
    Hat jemand schon mal eine Umstellung gemacht und kann mir ggf. Tipps geben.
    Ich habe Sorge, dass mein Basalinsulin Protaphan, was ich aktuell nur zum Schlafengehen spritze, dann nicht mehr 1x am Tag ausreicht, da durch die lange Wirkungskurve von Actrapid ggf. Basallücken geschlossen wurden.
    Muss ich jetzt auch genauer spritzen ? Blöde Frage, ich weiß, aber bei Actrapid ist bei einer kleinen Überdosierung eine eventuell auftretende Unterzuckerung nicht so massiv ausgefallen und konnte bisher immer von mir gut abgefangen werden, ist das bei Lispro dann stärker ?




    Gruß Zockerin1971
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 08.01.2020 10:33:12 | IP (Hash): 1817223166
    Wenn Du einfach nur nach Messen+Spritzen+Essen gehst, wird sich kaum was ändern. Der Wert für vor dem Essen wird mit Lispro vielleicht ne Stunde oder auch mehr früher erreicht werden, aber wenn die Menge der Einheiten passt, sinkt er ja dann nach dem Wirkauslauf vom Lispro nicht einfach weiter.

    Ergänzung:
    Klar würde ich ein für mich neues Insulin nicht einfach so weiter spritzen, wie das vorher, vor allem, wenn ich mit einer intensiveren Wirkung rechnen würde. Dann würde ich z.B. mit 1/3 weniger anfangen und in Stundenschritten nach dem Essen schauen, wie mein BZ verlaufen würde, und die Dosis ggf entsprechend weiter verändern, bis der Verlauf wieder da wäre, wo ich ihn haben wollte.

    Mit sowas wie Actrapid hatte ich bei meinem Insulinstart vor bald 20 Jahren einen Spritz-Ess-Abstand von 2 Stunden zum Frühstück, mit Lispro nur noch so um 40-50 Minuten.

    Und für einen einigermaßen gleichmäßigen Basal-Verlauf über den Tag musste ich damals Protaphane alle 8 Stunden spritzen.

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegunngsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!

    Bearbeitet von User am 08.01.2020 11:06:22. Grund: Ergänzung
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  • Elfe

    Rang: Gast
    am 08.01.2020 18:01:22 | IP (Hash): 1500459707
    Hallo,
    möchte erstmal was zu deinem Basal Protaphane schreiben.
    Ist eine Suspension ! und echt altmodisch und lästig in der Anwendung (Re-Suspendieren).
    Wurde bereits 2005 auf klares Insulin Levemir umgestellt, mit ähnlichem Wirkprofil, auch nur abends zu Anfang.
    Zuvor hatte ich von Beginn an, allerdings ein schnell wirkendes Insulin zu den Mahlzeiten.
    Ermöglicht fast ohne Wartezeit direkt passend zur Mahlzeit zu spritzen und auch hohe BZ-Werte ggfs. "schnell" zu korrigieren. Überprüfung BZ nach 3 h ~ auch vor Zu-Bett ~ dann BZ stabil.

    Ach ja, 'die Basal-Lücken'.
    So theoretisch beim Arzt auch immer wieder angesprochen, merke das aber kaum.
    Mit dem schnellen Insulin fange ich damit bestimmt einiges ab.
    Basal Levemir spritze ich mittlerweile morgens und abends und kann sehen, wie sich das auswirkt.

    Verstehe dein Unbehagen bzgl. Insulinumstellung (tue mich auch damit schwer zu den neuen Insulinen und war nicht meins).
    Passt bei mir schon lange Jahre mit NovorRapid und Levemir, habe da manches versucht & auch bleiben lassen.
    Gruß Elfe
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    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 09.01.2020 10:03:40 | IP (Hash): 890854493
    Hallo,

    vorab, ich habe nie Normalinsulin gespritzt. Aber in der Schulungsgruppe (Typ3 Diabetes) jetzt dieses Jahr hatte fast die Hälfte Normalinsulin (allerdings mit festen Spritzplan).
    Da wurden folgende Unterschiede zwischen Normal- und Analoginsulin aufgezählt:
    - Normalinsulin ist immer ein SEA erforderlich, Analoginsulin i.d.R. kein SEA (einige brauchen hier auch einen SEA, aber weit weniger als bei Normalinsulin)
    - mit Normalinsulin sind Zwischenmahlzeiten mit 1 KE ohne Probleme möglich, da es so lange wirkt. Deshalb wurden einige Patienten, die zunehmen sollten, auf Normalinsulin umgestellt. Bei Analog (mit Spritzplan) muss man 4 Stunden warten, bis man wieder essen und spritzen darf, deshalb keine Zwischenmahlzeiten möglich. Ich rechne nach KEs und benutze Fiasp (nochmal schnelleres Analoginsulin), deshalb muss ich nur 3 Stunden warten zwischendurch.

    LG July
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    Mitglied seit: 12.10.2015
    am 13.01.2020 09:39:42 | IP (Hash): 1144081136
    Hallo,

    setzte das Lispro jetzt ein. Habe aktuell nur den folgenden Unterschied bemerkt:

    Neige zu Unterzuckerung. Passe ab heute meine Rechnungsfaktor leicht nach unten an.
    Ansonsten bin ich zufrieden. Stelle keine Erhöhung fest (Basallücke).
    Meine Ärztin möchte das "altmodische" Protaphane jetzt auch austauschen.
    Werde wohl Levemir bekommen.

    Gruß Zockerin1971