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Soll man Insulin ab und an wechseln?

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    Mitglied seit: 20.01.2020
    am 20.01.2020 20:28:04 | IP (Hash): 602006136
    Hallo,
    bin 55 Jahre alt und habe seit 11 Jahren Typ 1 Diabetes. Mache ICT, Levemir als Basal und Liprolog als Bolus-Insulin.
    Soll man die Insulin-Marke eigentlich ab und an wechseln? Wie handhabt ihr das?
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    Mitglied seit: 26.10.2015
    am 20.01.2020 20:42:15 | IP (Hash): 1865776216
    Wenn es mit deinen Insulin funktioniert, warum dann wechseln?

    Ich verwende seit 20 Jahren Humalog/Liprolog (das gleiche Insulin von verschiedenen Firmen) mit einer kurzen, nicht erfolgreichen Fiasp-Phase.
    Davor waren es viele Jahre Actrapid und Monotard.

    Es gibt die Meinung, dass häufige Insulinwechsel die Antikörperbildung gegen Insulin fördern - ob da was dran ist? Keine Ahnung...

    Nur wenn ich mir von einem neuen Insulin Vorteile verspreche, probiere ich es aus.
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    Mitglied seit: 13.05.2016
    am 21.01.2020 17:31:53 | IP (Hash): 419470320
    Hallo Ataura,
    nein, sehe keinen pauschalen Grund, die Insuline zu wechseln.

    Gewechselt habe ich das Basalinsulin vor vielen Jahren - von Basal Protaphane auf Levemir als erste klare Lösung, die leichter (ohne Schwenken) anzuwenden ist und sich bildene Kristalle nicht jedes mal die Kanüle verstopfen.
    Tresiba habe ich auch mal ausprobiert auf Empfehlung meines Diabetologen von wegen gleichmäßige Wirkung über viele Stunden.
    Habe ich nicht vertragen (starke Schwellung) und fand die Anwendung auch äußerst umständlich ~ an die Dosis muss man sich, wie bei jedem Insulinwechsel, herantasten/-testen und bei diesem ist das nur alle drei Tage möglich.
    Bin dann wieder zum Levemir zurück, weil ich das besser und direkter in der Wirkung einschätzen kann.
    Und Vorteil 'eine Spritze weniger' ist mir dann auch egal bzw. kein angepriesener Vorteil.

    Beim Bolus-Insulin ist 's von Anfang an beim NovoRapid geblieben, auch ein schnell wirkendes wie deines.
    Hätte mein Arzt mir das Fiasp angeboten, wäre ich vorbereitet gewesen - zu schnell in der Wirkung für mich.
    Gruß Elfe
    Bearbeitet von User am 21.01.2020 17:32:50. Grund: +
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    Mitglied seit: 13.12.2019
    am 05.02.2020 18:40:33 | IP (Hash): 1377201936
    Wie ist es mit der Verträglichkeit von Insulin?
    Gibt es dort auch das "Suchen der Nadel im Heuhaufen" wie bei Tabletten für andere Krankheiten?

    candle
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    am 06.02.2020 19:07:38 | IP (Hash): 13924027
    Am Grundmolekül Insulin liegt's eher nicht.
    Verträglichkeit liegt da eher bei den Hilfsstoffen in der Lösung.
    Und insgesamt muss die Wirkung zu einem passen.
    Wie schon gesagt: Levemir passt als Basal ~ 24 h Insulin Lantus habe ich ausgelassen und Toujeo ebenso.
    Bolus: Fiasp unterscheidet sich auch nur durch Zusatzstoffe vom Novorapid, für mich schon genügend schnell wirkend.
    Da findet m.E. so ein Wettbewerb der Anbieter statt, mit Bolus immer kürzer und Basal im länger wirkend.
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    am 09.02.2020 17:07:20 | IP (Hash): 1427550851
    candle schrieb:
    Wie ist es mit der Verträglichkeit von Insulin?
    Gibt es dort auch das "Suchen der Nadel im Heuhaufen" wie bei Tabletten für andere Krankheiten?

    candle



    Hallo,

    es gibt verschiedene Wirkmechanismen vom Insulin.
    Dabei wird geschaut, welcher am Besten zu deinem BZ-Verlauf passt. So gibt es schnelleres Mahlzeiteninsulin (Analoginsulin wie Novorapid, Humalog, Apidra... als super schnelles Analoginsulin noch Fiasp), dann gibt es eher langsameres Mahlzeiteninsulin, was auch länger wirkt (Alt- oder Humaninsulin, was nur noch selten verschrieben wird, da älter).
    Die Langzeitinsulinen unterscheiden sich bzgl. ihrer Wirkdauer und ob gleichmäßige Wirkung oder Wirkspitze. Zu nennen hier sind Lantus, Levemir, Toujeo, Tresiba und NPH-Verzögerungsinsuline (wobei letztere eher selten verschrieben werden, da diese auch älter sind).

    Als erstes wird einfach geschaut, was am Besten zu deinem Blutzucker passt. Selten gibt es mal extremes Brennen (hatte ich bei Lantus). Unter Tresiba berichten einige über Muskelkrämpfe, wobei unklar ist, ob es wirklich davon kommt. Bei einigen brennt Fiasp stark, insb. in der Pumpe. Wenn das der Fall ist, muss halt gewechselt werden. Jedoch ist das eher selten der Fall. In der Regel wird das Insulin nur gewechselt, wenn es nicht zum BZ-Verlauf passt.
    Viel Auswahl gibt es ja nicht an unterschiedlichen Insulinpräparaten, von dem her, klar kann es sein, dass man insb. beim Langzeitinsulin etwas ausprobieren muss, aber wie eine Suche der Nadel im Heu würde ich es definitiv nicht bezeichnen.

    LG