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Sehr hohe Werte bei Stress? Was tun?

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    Mitglied seit: 20.01.2020
    am 20.01.2020 20:39:00 | IP (Hash): 602006136
    Leider steigen meine BZ-Werte über 250 bei Stress an der Arbeit. Ich arbeite mit Publikumsverkehr und dort herrscht wirklich ein Riesenandrang. Also ich mache mir nicht den Stress, es ist einfach so.
    Trotzdem ich dann kurz vorher schon 1-2 Einheiten Bolusinsulin profilaktisch dagegen spritze, nutzt das gar nichts. Was kann man tun (außer den Job wechseln)?
    Pause ist eben gesetzlich erst nach 6 Stunden vorgesehen. Da meine Arbeitszeit um 9.30 Uhr beginnt ist es dann schon fast 16 Uhr, bis ich theoretisch messen und essen kann. Ziemlich blöd alles. Wie soll ich das handhaben.
    Habe es schon mit ketogenen (also very low carb Broten usw.) Lebensmitteln versucht, da ich ja bei laufendem Publikumsverkehr kaum die Chance habe BZ zu messen, zu spritzen und zu Essen. Trotz zero Kohlenhydraten ist mein BZ wahnsinnig hoch.
    Gibt es Leute, denen es ähnlich geht im Job? Wäre dankbar um Tips
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    am 20.01.2020 21:01:38 | IP (Hash): 1865776216
    Das mit den hohen Werten bei Stress kenne ich auch... Da hilft nur viel Insulin.

    Ich nutze eine Insulinpumpe mit CGMS und sobald ich merke, dass mein Wert in die Höhe schießt, wird erstmal großzügig korrigiert und dann läuft die Basalrate auf 130%.

    Frag doch mal deinen Diabetologen nach einem zusätzlichen Insulin mit mittlerer Wirkungsdauer - Actrapid wirkt zum Beispiel ca 5-8 Stunden, je nach Menge.

    Ein CGM oder FGM (Libre) würde es dir außerdem ermöglichen, auch mal zwischendurch diskret nach deinem Wert zu gucken und erinnert dich daran, dass der Job nicht alles ist...
    Bearbeitet von User am 20.01.2020 21:07:10. Grund: .
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    am 20.01.2020 21:21:22 | IP (Hash): 602006136
    Ja das ist ein schmaler Grad mit dem Korrektur-Spritzen: eine Einheit zuviel und mein BZ rauscht runter auf 60 und tiefer. Leider habe ich sehr schwankende Werte.
    Habe sogar ein Oecotrophologie-Studium hinter mich gebracht. Bin also gar nicht unbedarft in Punkto Diabetes-Ernährung usw.
    Ich bin auch schlank, treibe Sport, wäre eigentlich alles ok, aber mein BZ ist leider eine Achterbahn während der Arbeitswoche.
    CGM wäre schon sinnvoll, dazu müsste ich aber in das DMP-Programm eintreten und bekomme dann meine Pen-Nadeln und meine Insuline nicht mehr (sind nicht in dem DMP-Programm der DAK vorgesehen).
    Von der Diabetologin bekomme ich dann einfach eine Überweisung zur Ernährungsberatung und sitze dann einer Oecotrophologin gegenüber....und das bin ich ja selbst. Alles ein bisschen frustrierend. Weil der Tip mehr Spritzen bei hohen Werten funktioniert bei mir nicht.
    Ich experimentiere da schon Jahre.
    Mein BZ reagiert auf Stress deutlich mehr, als auf Essen, wirklich verrückt.
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    am 20.01.2020 21:59:25 | IP (Hash): 288206771
    Ataura schrieb:
    CGM wäre schon sinnvoll, dazu müsste ich aber in das DMP-Programm eintreten und bekomme dann meine Pen-Nadeln und meine Insuline nicht mehr (sind nicht in dem DMP-Programm der DAK vorgesehen).


    Sorry, aber T1 haben alle GKVs inklusive Insulin und allem was dazugehört im DMP, einschließlich wenigstens Abbott Libre. Da wäre sicher dringend Nachhaken angebracht! Daumendrück!

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegunngsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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    am 21.01.2020 10:49:39 | IP (Hash): 790518794
    Guten Morgen Jürgen,
    ja natürlich bekomme ich die Insuline und Pen-Nadeln und alles weitere beim Diabeteologen, aber eben nicht dass, was ich nehme und möchte.
    Ich hatte mich beim DMP angemeldet und dann wurden mir die Rezepte nicht ausgehändigt, speziell für die superdünnen 34 G Nanopass-Pen-Nadeln und das Basal Levemir Insulin. Ich wurde einfach abgekanzelt damit, dass hier alle Lantus nehmen und diese dickeren 8 mm Pen-Nadeln und basta. Nach Nachfragen bei der DAK wurde es bestätigt. Habe dann das DMP gecancelt und hole meine Rezepte nach wie vor bei meinem Hausarzt.
    Diabetologen (es gibt ja auch nur zwei) hier im Umkreis sind stark überlastet und fast gar keine Typ 1 Diabetiker, also individuelle Beratung ist da Fehlanzeige.
    Besser nix wie weg.

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    am 21.01.2020 10:54:28 | IP (Hash): 890854493
    Insulin bekommst du immer als insulinpflichtiger Diabetiker von der Krankenkasse! Das hat mit dem DMP gar nichts zu tun.

    Oder meinst du, dass dir die DAK vorschreiben möchte, welches Insulin du verwenden musst und das nicht das ist, welches du verwendest? Ich glaube aber nicht, dass sie das grundsätzlich dürften. Nur halt bei Biosimiliare wie Abasaglar statt Lantus.

    Vielleicht hast du ja auch irgendwas falsch verstanden oder es wurde falsch kommuniziert? Vielleicht fragst du nochmal genau nach.

    Wenn man ein CGM oder Libre hat, bekommt man deutlich weniger Teststreifen. Man braucht auch in der Regel weniger. Und natürlich auch weniger Lanzetten, wobei dort nicht so stark geschaut wird.

    Hätte man eine Insulinpumpe bekommt man u.U. keine Pennadeln mehr und auch keine extra Penampullen Insulin. Sondern es könnte sein, dass man nur noch Einwegspritzen für den Notfall verschrieben bekommt. Ob das aber von der Praxis oder Krankenkasse abhängt weiß ich nicht.

    Vielleicht war ja das gemeint??
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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 21.01.2020 14:28:14 | IP (Hash): 1599712098
    Die hier angesprochene Herausforderung wird noch gewaltig zunehmen. Denn auf immer weniger Diabetologen kommen immer mehr Menschen mit Diabetes. Da bleibt immer weniger Zeit und Hirnschmalz für die einzelne Behandlung. Damit fahren dann am Ende immer mehr Diabetologen nur noch ihre Standard-Behandlungen - leider immer öfter immer weiter ab von den jeweils individuell nutzbaren Möglichkeiten :(

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    am 21.01.2020 19:01:41 | IP (Hash): 790518794
    Hallo July
    ja es war gemeint, dass ich statt Levemir Lantus nehmen sollte, und statt der Nanopass Nadeln wesentlich dickere und längere Pen-Nadeln, da billiger.
    Hatte da richtig Zirkus. Das DMP-Programm ist für mich bei den hiesigen Diabetologen einfach nur blöd: Da ich dann 1mal im Quartal den ganzen Check durchlaufen muss, also im Klartext:
    Blut abnehmen, Besprechung und Beratung, brauche dann also 12 Tage im Jahr frei wegen dem Scheiß, da wirklich immer ohne Ende Wartezeiten sind, trotz Termin wartet man meistens schon in einer Schlange vor dem Gebäude!!!
    Wollte eine Pumpe ausprobieren, und dazu muss man ja in diesem Programm sein. Die CMG-Geräte waren damals (vor ca. 5 Jahren) noch nicht so ausgereift wie heute.
    Ich habe das dann ganz schnell abgeblasen.
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    am 21.01.2020 19:09:23 | IP (Hash): 419470320
    Hallo Autara,
    ähnliches kenne ich auch bzgl. Stress und Pausenzeiten, auch mit Korrekturinsulin - eine Einheit zuviel und Unterzucker.

    Mein Diabetologe hat mir folgende Lösung an die Hand gegeben zu ansteigenden BZ-Werten gegen Abend zum Nachhauseweg per Autofahren, wo ich dann keine Korrektureinheit riskieren wollte:
    Um die Mittagszeit um dem BZ-Anstieg vorzubeugen, eine Einheit Levemir spritzen (oder auch mehr, habe zur Feinabstimmung zwei Halbschritt-Pens entsprechend 0,5 Einheit-Einstellung).
    Also erstmal die erste Dosis in der Wirkung abwarten und dann erst mittags vorausschauend eine dritte Dosis geben.
    Das klappt auch sonst, wenn bei Reisen z.B. absehbar ist, daß ich weder Essen bekomme, und auch Bolus (was wohl einiges abfängt) nicht zur Anwendung kommt.

    Im übrigen habe ich vom Arzt zwei unterschiedliche Insulinpläne für Arbeitstage und freie Tage mit unterschiedlichen Faktoren zum Bolus und eben auch nur die dritte Mittags-Levemir-Spritze an Arbeitstagen.
    Wie immer, austesten selber und mit Arzt dann Werte besprechen.

    DMP der Krankenkassen ist ein Konstrukt zwischen dem Arzt, das ermöglicht, zusätzliche Leistungen zu erbringen und abrechnen zu können.
    Den KK geht's darum, Folgekosten durch schlecht eingestellten Diabetes zu vermeiden - s. S. 9 deiner KK
    https://www.dak.de/dak/download/diabetes-typ-1-evaluationsbericht-2075232.pdf
    https://www.dak.de/dak/leistungen/diabetes-typ-1-dmp-behandlung-2075228.html

    Insuline und Pen-Nadeln werden da explizit NICHT vorgeschrieben.
    Das liegt wohl eher an deiner Diabetologen-Praxis mit Arzt und Helferleins.
    Im übrigen kann ich auch mein Wunsch-Rezept nicht einfach bestellen und muss jedes Quartal mit dem Arzt sprechen, der das Rezept (vermuteter Bedarf) unterschreibt und auch sonst berät.

    Bzgl. Pen-Nadeln ist für mich nicht unbedingt der Durchmesser, mit 0,18 mm und 4 mm Länge bei deinen, entscheidend, sondern der Schliff der Spitze und Beschichtung.
    Als angebotene 'günstigere' Alternative mal BD-Kanülen angeboten, nicht so gut in der Anwendung.
    Benutze selbst NovoFine-Kanülen mit 0,3 x 8 mm (auch mal kürzere), passend zu den Pens und Insulinen dieses Herstellers.

    Ja klar, lästig per Termin.
    Aber eigentlich nur ein Tag je Quartal (BZ und HbA1c werden sofort bestimmt) und noch ein Termin vor der Arbeit zum Blutabnehmen für gesamtes Blutbild.
    Und einmal noch jährlich zum Augenarzt, da werden die Pupillen aufgetropft, da nehme ich mir frei.
    Gruß Elfe
    Bearbeitet von User am 21.01.2020 19:30:09. Grund: + Termin
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    am 21.01.2020 20:33:29 | IP (Hash): 790518794
    Danke, ich probiere das mal mit der dritten Basaldosis.Eine neue Anregung.

    Ja klar liegt das auch an der Praxis (das mit den Rezepten), in der Apotheke habe ich mal nachgefragt, was die Pen-Nadeln so kosten:
    Die Nanopass sind wirklich toll, vorne konisch, merkt man gar nicht und tatsächlich pro Packung 40 € teurer als BD Extra-fine (die hatte ich vorher).
    Aber ich bekomme ja alles, was ich möchte bei meinem Hausarzt, letztlich muss man seinen Diabetes sowieso selbst managen.
    Beim hiesigen Diabetologen müsste ich tatsächlich 3 mal hin (pro Quartal). Selbst das Blutabnehmen nimmt den ganzen Vormittag in Anspruch, man wartet ewig, oft sind 30 und mehr Patienten davor, der Besprechungstermin verzögert sich auch immer um Stunden, eine totale Massenabfertigung. Ist auch 20 km entfernt. Bin sogar schon wieder weggeschickt worden, wegen zu vieler wartender Patienten...ein Witz. Und dann noch ein Extra-Termin bei der Diabetes-Beratung...