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    Mitglied seit: 15.02.2020
    am 15.02.2020 22:29:36 | IP (Hash): 461736456
    Hallo, ich bin neu hier. :)

    Ich bin seit 1 Jahr Typ 1 Diabetes. Bin 24 Jahre alt. Ich habe bisher keine Probleme damit, also ich meine gesundheitliche Probleme. Ich konnte am Anfang an nicht mit den Leuten über das Thema Diabetes reden. Ich konnte nicht akzeptieren dass ich Diabetikerin bin. Mit der Zeit habe ich gelernt wie ich mit der Krankheit umzugehen. Ich kann jetzt offen mit den Leuten darüber reden. Ich habe mich nicht von Süßigkeiten verziechtet aber natürlich reduziert. Würde gerne den Leuten helfen die Schwierigkeiten mit Diabetes haben(z.B. Ernährung, Bewegung, Mindset). Ich bin froh dass ich heute diese gesunde Gewohnheit habe: ich ernähre mich gesund und achte auf meinem Lebensstil. Ich würde gerne wissen, wer von Euch ,,normal" lebt und sich nicht als Diabetiker fühlt obwohl die Krankheit diagnostiziert ist?

    Liebe Grüße
    Despina :)
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    Mitglied seit: 12.10.2015
    am 17.02.2020 10:08:19 | IP (Hash): 1144081136
    Hallo Despina,

    ich habe seit über 20 Jahren Diabetes (Typ1). Am Anfang war ich damals total geschockt.
    Einige Monate hatte ich schon enorme Probleme mit der neuen "Rolle".
    Irgendwie war es komisch sich um Essen Gedanken machen zu müssen. Diese Rechnerei etc.
    Bei hohen Werten nicht essen können und Unterzuckerungen waren beängstigend für mich.
    Ich fühlte mich eingeschränkt, obwohl ich alles Essen konnte und auch weiterhin getan habe. Getränkemäßig habe ich mich aber sehr umgestellt. Säfte, Cola etc. trinke ich bis auf wenige Ausnahme gar nicht mehr. Das hat mich schon gestört. Habe früher gerne mal Vitamalz und diverse Säfte getrunken.
    Heute sehe ich das aber überhaupt nicht mehr als Einschränkung,machen eh nur in großen Mengen dick :-)
    Dennoch bin auch ich von Anfang an ganz offen damit umgegangen. Ich habe das Spritzen nie versteckt.
    Bisher habe ich keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen, jedenfalls keine fühlbaren.




    Gruß Zockerin1971
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    am 03.03.2020 16:47:44 | IP (Hash): 1981429382
    Hallihallo,

    ich glaube, das gibt es nicht, dass man sich nicht als Diabetikerin fühlt, wenn man Diabetes Typ 1 hat. Weil man doch täglich gezwungen ist zu messen, zu spritzen und sich über die Ernährung Gedanken machen muss.

    Bin auch neu hier und sag "Hallo!". Bin 40 und hab seit bißchen mehr als einem Jahr die Diagnose "Diabetes Typ 1".
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    am 06.03.2020 08:22:23 | IP (Hash): 1144081136
    Hallo,

    herzlich willkommen.
    Ich kann deine Meinung verstehen. Das Gefühl wird auch nie komplett weggehen.

    Bei mir sind es jetzt mehr als 22 Jahre. Gedanklich kenne ich es nicht mehr anders.
    Ich erwische mich manchmal bei dem Gedanken: " Warum spritzt der/die denn jetzt nicht, so nach dem Essen ?"
    Voll lustig, wenn ich mich dann erinnere, dass das Nichtspritzen ja das "Normale" ist. :-)

    Gruß Zockerin1971
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
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    am 08.03.2020 06:23:50 | IP (Hash): 677519544
    Ihr seid alle schon einig Zeit Typ1er - am Anfang will man am Besten das Messen und Spritzen vergessen. Aber wehe man hat das einmal erlebt, wie es einen dann erwischen kann.
    Ich war schon mit über 300 mg/dl am Straßenrand gesessen und wusste nicht weiter, hundsübel, handlungsunfähig. Mit viel Insulin und spritzen an mehreren Stellen bin ich irgendwie wieder runter gekommen. Wenn man Pech hat, kommt man gerade noch rechtzeitig mit so etwas ins Krankenhaus, wenn man noch mehr Pech hat, war es das – brauche ich nicht noch einmal.

    Man kann aber auch das Essen weg lassen obwohl man gespritzt hat:
    dann kam der Rettungshubschrauber aber geflogen bin ich damals nicht, ich hatte gerade noch rechtzeitig Mengen von Traubenzucker bekommen – brauche ich auch nicht noch einmal.
    Ich kann mit meinen 45 Jahren Typ1 natürlich noch viel erzählen.

    Aber das schönste ist, es geht ja jetzt auch wieder fast ohne ständigem selbst Aufpassen. Ich habe Dexcom G6 und muss mich 10 Tage lang nicht in den Finger stechen. Bei Kontrollen passt der BZ-Wert. Die Anzeige erfolgt auf dem Smartphone und unauffällig auf einer Smartwatch. Man kann Warnungen einstellen und dann kann man bei Bedarf immernoch handeln.

    Oder man „baut“ sein Smartphone usw. um (es gibt Hilfen dazu, muss ein bisschen programmiert werden und eine geeignete Pumpe muss her) und loopt. Dann wird es noch einfacher aber den „Zucker“ kann man nicht vergessen. Man kann nur wieder „normal“ essen und trinken und auch Schokolade essen oder Kuchen (nicht in Mengen!)

    Aber ohne CGM und richtiger Pumpe geht das alles nicht.

    Wie geschrieben, ich habe 45 Jahre lang Diabetes und keine Spätschäden aber ein bisschen mehr Arbeit als ein komplett Gesunder. Augenprobleme, Nervenleitungs- und Durchblutungsprobleme will ich auch nicht. Dafür nehme ich lieber mehr Aufwand in Kauf.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.