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Spritzen vom Morgengupf/ Erfahrungen

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    am 04.03.2020 08:41:39 | IP (Hash): 1144081136
    Hallo Leute,

    ich habe da mal eine Frage an das Schwarmwissen.
    Phasenweise habe ich das Problem, dass mein Zucker morgens nach dem Aufwachen gut ist und dann aber sprunghaft ansteigt nach dem Aufstehen.
    Diese Phase hatte ich schon mal und da hat mir der Morgengupf (1-2 Einheiten Insulin) direkt vor dem Aufstehen geholfen.
    Jetzt habe ich diese Phase wieder. Das Problem ist nur, wenn ich 1-2 Einheiten spritze, dann kommt es aktuell vor, das es funktioniert (Zucker bleibt gut niedrig bis zum Frühstück), aber dann auch mal wieder nicht (Zuckerwerte fallen in den Unterzucker). Das ist natürlich echt blöd, weil man nie weiß, wie der Zucker reagiert.


    Hat jemand damit Erfahrung ?

    Gruß Zockerin1971
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    am 04.03.2020 20:56:57 | IP (Hash): 1792078437
    Hallo,

    folgende Dinge fallen mir dazu ein, was du mal prüfen könntest, ob es dort einen Zusammenhang mit den Unterzuckerungen gibt:
    - wie ist jeweils der Ausgangsblutzucker vor dem Morgengupf?
    - wie war die Nacht, eher hoch/eher tief, ggf. Unterzuckerungen in der Nacht?
    - was hast du immer während der Wirkzeit gemacht, nur daheim/Gang zur Arbeit/Terminstress, etc?
    - zeitliche Auffälligkeiten im Rahmen des Zyklus (z.B. vor/während/nach der Periode)?
    - die Uhrzeit, dass der Morgengupf mal eher, mal später gespritzt wird und das Auswirkungen hat?

    Dir wird nichts anderes übrigbleiben, als herauszufinden, was an den Tagen mit Unterzuckerung anders ist als sonst.
    Ich vermute du hast einen klassischen Typ1 ohne Restfunktion. Sonst könnte natürlich auch die Restfunktion noch mit reinspielen.
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    am 05.03.2020 00:34:50 | IP (Hash): 927509326
    Habe selbst einige Zeit den Morgengupf wegspritzen müssen, mit 1 - 1,5 - 2 Einheiten Mahlzeiteninsulin, je nach BZ-Wert und aufgrund der getesteten Korrektur-Regel von 40 mg/dl.
    Außerdem dabei zu beachten, daß das Insulin schon eine bestimmte Wirkungsdauer hat und man diese abwarten muss, also nicht zu früh beim Frühstück ggfs. reagieren, sondern ganz normal zur Mahlzeit spritzen.

    Dieser Morgenanstieg hat sich bei mir mittlerweile erledigt, durch Zufall mal festgestellt, mit später Verschiebung der 2. Abend-Dosis Basal = Levemir.
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    am 09.03.2020 17:37:30 | IP (Hash): 288692443
    Hallo,

    ich bin recht frischer Typ1 / Lada mit 46 Jahren. Vor etwa 8 Jahren hat man mich mit Langzeitwert 6,3 als Typ2 eingestuft aber da ich abgenommen habe, brauchte ich bislang keine Medikamente nehmen sondern habe nur die Kohlenhydrate gut reduziert. Diesen Januar hat ich dann eine heftige Entgleisung, leichte Keto und Langzeit bei 12,x. Vorher immer zwischen 5,5 und 6,5. Da kam dann dank 2 Antikörperm Lada als Diagnose.
    Seitdem Krankenhausaufenthalt bin ich auf Basal/Bolus eingestellt und nehme Tresiba als Basal. Ich habe zudem in den letzten Wochen meiner Ernährung auf ketogen umgestellt aber konnte vorher schon beobachten, dass ich morgens so eine Stunde nach dem Aufstehen von 80-100 auf 180-200 geklettert bin ohne Nahrung. Im Krankenhaus wurde dies wohl durch höheren Faktor und schnelles Frühstücken nach dem Aufstehen übersehen oder ausgeglichen.
    Da ich aber auch sonst eher 2 Mahlzeiten esse und am Wochenende auch mal etwas länger schlafe, ist mir das recht schnell aufgefallen, dass das wohl dieses schöne Aufstehsyndrom ist. Nachts sind die Werte immer sehr stabil. Dieses passiert auch unabhängig von der Aufstehzeit. Seit etwa 4 Wochen spritze ich mir daher morgens direkt vor dem Aufstehen drei Einheiten Humalog, die letzte Woche sogar 4. Jetzt habe ich nur noch einen minimalen Anstieg, vielleicht um 10 Einheiten was sicherlich als normale Schwankung durchgeht. Es hat mir am Anfang echt Angst gemacht, beim Aufstehen bei Werten um 80 erstmal drei Einheiten Insulin zu spritzen. Zudem ich erst seit Januar überhaupt Insulin bekomme. Aber für mich war es genau das Richtige und so hab ich nicht schon morgens so hohe Werte. Geschätzer Langzeitwert am Libre steht jetzt bei 5,1. Wobei die Sensoren eh zu wenig anzeigen und ich hoffe bei 5,5-5,8 zu liegen.
    Wie gesagt, ich habe früher schon kohlenhydratarm gelebt geschätzt max 80 KH/Tag), mittlerweile habe ich umgestellt auf ketogene Ernährung (derzeit max 20g KH/Tag) und spritze mir eigentlich nur noch mein Aufstehinsulin und sonst überhaupt kein Bolus bis minimale Dosierungen, da ich eigentlich nie an eine BE pro Mahlzeit komme. Basal natürlich schon, allerdings von 8 auf mittlerweile 4 Einheiten reduziert.
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    am 09.03.2020 22:18:22 | IP (Hash): 1128510171
    Deine Erfahrungen sind voll außergewöhnlich. Klar, auch weil Dein Weg ketogen ist. Fürchten die meisten T1 mehr als der Teufel den Belzebub. Denn sie mögen nicht unterscheiden zwischen ketogen=gesund und Ketoazidose=Vergiftung. Glukotoxizität ist da sehr viel unbekannter.
    Anyway, Du machst Dein Ding schon seit einger Zeit und mit gutem Erfolg, wie’ scheint. Also vergiss die Einstellung. Das ist ne behandlungsmäßige Krücke. Beobachten und möglichst passend reagieren ist Dein Ding. Und da kann - muss aber nicht - Dein Ding sein, wenn sich Dein Gupf-Bedarf noch verringert.

    Bislang gibt es wohl keine Untersuchungen dazu, aber mein T2 Gupfbedarf ist praktisch von einer Woche auf die andere mit meiner Leberentfettung verschwunden. Ne Nachfrage, on NAFL auch bei T1 ein wichtiger Aspekt sein könnte, hat bei DDG u.ä. Nur ???? gebracht: hat bislang niemand untersucht.

    Also weitermachen und beobachten :)

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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    am 10.03.2020 15:10:22 | IP (Hash): 1736851703
    Ich denke Du meinst mich..
    Also meine Ärzte waren mit KH-reduziert voll einverstanden, ketogen habe ich aber nicht gesagt.
    Allerdings meinte Der Diabetologe ich solle doch mit der Ernährungsberaterin einen Termin machen. Diese war nach DGG und wollte mir auch erzählen, dass das auf keinen FAll ginge und ich eine Ketoazidose bekommen würde wenn ich nicht mindestens 10-12 BE pro Tag esse. Als ich ihr gesagt habe, dass ich das schon ein paar Wochen nicht mehr mache und meine Fettwerte von sehr hoch auf sehr niedrig innerhalb dieser paar Wochen geschrumpft sind und mein Glucosewert eigentlich 140 nicht mehr übersteigt und Hypos auch kein Problem sind, hat sie mir Keto-Teststreifen fürs Libre gegeben und wollte sich in ein paar Wochen (nachdem sie sich schlau gelesen hat) nochmal mit mir unterhalten. Unterschied Ketoazidose und Ketose habe ich ihr dann noch schnell erklärt und auch gesagt, dass das mit niedrigen Glucosewerten und zugeführtem Insulin nur sehr schwer wäre mit Ketoazidose. Sie mahnte mich zur Vorsicht aber warum soll ich meinem Körper, der ja nun Probleme mit KHs hat, diese unbedingt weiter zu führen wenn es auch so viele andere schönen Sachen gibt.
    Klar würde ich gerne ab und zu mal Brot, Kartoffeln oder auch Süßigkeiten essen aber ich will mit meinem Gewicht noch weiter runter und dann schaue ich mal ob ich bei ketogen oder nur stark reduziert bleibe. Bis jetzt geht es mir in der Ketose super. Kein Hungergefühl, weniger Schlaf und mehr Leistung.
    Sport möchte ich auch bald wieder mehr machen, da habe ich aber noch etwas Bammel aber ich fang es langsam an und dann wird auch das gehen.
    Bei mir wurde "etwas" Fett an der Leber festgestellt, trinke fast keinen Alkohol und das sollte jetzt ja auch langsam weniger werden. Wegen Hypo mache ich mir mittlerweile morgens nicht mehr so die Gedanken, erstmal merke ich das wohl und schaue auch öfters auf das Libre. Hypos kamen eher näher als ich mein Basal noch nicht so reduziert habe. Allerdings wenn man noch nie Insulin hatte und nur 12 Tage im Krankenhaus geschult wurde, dann ist man erst sehr zögerlich an der frischen Einstellung herumzuschrauben. Aber wer kann das besser als man selbst mit den richtigen Infos im Hinterkopf.
    Also ich werde so weiter machen.
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    am 10.03.2020 15:44:40 | IP (Hash): 745799125
    Stephan27 schrieb:
    Also ich werde so weiter machen.

    Glückwunsch zu dem guten Konzept und zu den tollen Erfolgen auch von mir. :=)

    Beim Sport wirst du mit der ketogenen Ernährung wahrscheinlich erst mal einen Leistungsabfall merken. Langfristig geht der vorüber und wandelt sich sogar in eine Leistungssteigerung, dazu musst du aber ein bisschen Geduld und Durchhaltevermögen haben.

    Weiter alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 10.03.2020 15:44:56. Grund: .
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    am 10.03.2020 16:20:51 | IP (Hash): 254462939
    Vielen Dank an euch, auch wenn wir irgendwie weg vom Morgengupf gekommen sind. Sport werde ich glaub ich keinen Leistungsabfall merken, ich fang eh unten an :-)
    Hab noch ein paar Kilos zuviel aber werde bald wieder zweistellig. Sport habe ich immer mal wieder gemacht, in den Phasen auch schon einiges aber mein neues Rennrad steht seit Herbst im Stall und wartet auf mich. Aber da ich aus dem Training bin wird es eh langsam los gehen.
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    am 10.03.2020 20:28:02 | IP (Hash): 1102052501
    Stephan27 schrieb:
    Aber wer kann das besser als man selbst mit den richtigen Infos im Hinterkopf.
    Also ich werde so weiter machen.


    Daumendrück :)

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    am 30.03.2020 17:15:34 | IP (Hash): 1197612917
    So, da bin ich wieder :-)

    Ich möchte ungern den Betrag hier kapern aber es geht auch noch ein wenig um den Morgengupf bzw. erweiterte Fragen. Vielleicht bin ich hier richtig, da hier ja schon einige Infos zu mir stehen. Die Erstellerin möge mir verzeihen.

    Also ich ernähre mich weiterhin ketogen, die 100kg habe ich vor 3 Tagen erfolgreich gerissen und bin mit Sport dank Wetter und Corona leider noch nicht angefangen aber habe ein anderes "Problem" und ihr könnt mir vielleicht helfen.
    Ketogene Ernährung finde ich super, ich vermisse kaum was bzw. ernähre mich gesund und meine Blutwerte sind ja top. Hunger kenne ich nicht und fitter und wacher bin ich auch geworden. Also soweit alles gut.
    Basal nehme ich immer noch 4 Einheiten aber vermutlich muss ich da auch von weg. Aber der Reihe nach.
    Ich habe vergangene Woche mit einem Glucose-Startwert von 90 angefangen im Garten zu arbeiten, schwere Arbeit '(Sandhaufen mit Schiebkarre und Schüppe im Garten verteilen). Morgengupf sollte lang raus gewesen sein, da am Nachmittag geschehen. Kurz nach Beenden von 1,5 Stunden schwerer Arbeit ging meine Glucose bis auf 140 hoch und dann recht zügig runter auf 70. Am folgenden Tag konnte ich meine Arbeit auf 5 Stunden steigern, allerdings etwas weniger Intensität. Von 90 kommend ging es dann auch nur auf etwa 120 hoch, allerdings dann auch wieder gut runter bis auf 65. Auch dann hatte ich im Laufe des Tages mit niedrigen Spiegeln zu kämpfen. Kämpfen weil ich ja keine KHs zu mir nehmen möchte. Klar, im Notfall natürlich schon und so habe ich mir mit wenigen Xylit-Bonbons helfen können. Die lassen zwar meinen Glucose-Spiegel steigern aber werfen mich hoffentlich nicht aus der Ketose.
    Die folgenden Tage (jetzt Sonntag und auch heute) habe ich meinen Morgengupf weg gelassen, sprich ich nehme überhaupt kein Bolus-Insulin mehr) und hatte morgens dann nur noch Anstiege von 80 Start auf vielleicht 120. Aber trotz faul auf dem Sofa liegen, gehen meine Werte am Nachmittag schnell Richtung 70 und leicht drunter. Insulin habe ich ja nur mein Basal mit 4 Einheiten Tresiba. Ich will das noch ein zwei Tage beobachten und dann auf 2 Einheiten runter.
    Kann es sein, dass die körperliche Belastung solange nach"federt" oder bin ich doch in eine späte Remissionsphase gewechselt? Ist es möglich, dass ich selbst das Basal auf 0 fahren kann? Trotz ketogene Ernährung esse ich ja pro Tag max 20, ab und an auch mal max 30g KH. Wenn ich das nicht auf einmal mache, dann spritze ich dafür auch nicht, da ich eh sehr niedrige Werte habe und 1 BE slowCarb auch nur ganz leicht hoch geht und dann wieder runter. Vielleicht von 80 auf 110 und dann ist es aber auch schnell wieder weg.

    Seit dem Wochenende habe ich einen neuen Libre2 Sensor und alles mit Xdrip+ und Nightscout gekoppelt. Natürlich kalibriert und auch täglich blutig gemessen, bei den sehr niedrigen Werten auch zusätzlich. Das passt recht genau und Xdrip/Nightscout hat mich total begeistert. Top. Demnach hätte ich einen zu erwartenden Langzeitwert von 4,6 was ich gar nicht unbedingt anstrebe. Richtige Hypo hatte ich aber auch nicht, lag eigentlich nie unter 65 und das auch nie lange. Kann halt nur im Notfall KHs essen und will das auch gar nicht mehr.
    Nur wenn ich schon keinen Morgengupf mehr wegspritze, also überhaupt kein Bolus sondern nur noch super wenig Basal (was als nächstes reduziert wird), dann habe ich außer KHs ja keine Möglichkeit meinen Glucosespiegel anzuheben.
    Und Typ1er bin ich auf jeden Fall, zwei Antikörper, C-Peptid noch vorhanden, MRT hinter mir, BSP in Ordnung sonst auch nix wildes im oberen Bauchbereich.


    Bearbeitet von User am 30.03.2020 17:16:33. Grund: ein Wort ergänzt