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Notarzt - Krankenhaus - 23,7 mmol und jetzt hier :-(

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 15.04.2020
    am 15.04.2020 13:01:23 | IP (Hash): 1277401142
    Hallo,

    erstmal möchte ich mich bei euch bedanken. Hier wurde ja schon einiges an Informationen bereitgestellt.
    Nun zu mir.Mein Name ist Ulf. Ich bin 39 Jahre, männlich und anscheinend nicht bei bester Gesundheit.

    Ich bin ein wenig überfordert, da im großen und ganzen nichts so funktioniert wie es soll. Ich messe wie ein Weltmeister um irgendwie ein System zu erkennen bzw. wie ich den Blutzucker senken kann. Ich habe in den letzten 2 Wochen 80 mal den Blutzucker gemessen und werde da nicht schlau.

    Ich fang mal von vorne an

    1.4.2020 20Uhr - Brustschmerzen, der Notarzt hat 23,7 mmol gemessen und einen Blutdruck von 219 zu 165. Herz aber laut EKG OK. Ich habe mich dann selber entlassen und bin nach Hause. Am nächsten Tag hab ich mir ein Accu check gekauft und hab mal ein paar Messungen gemacht. Ernährung wurde, für die ersten Tage auf unter 10g Kohlenhydrate/Tag gefahren (Nur Eiweißshakes). Dann langsam mit Olivenoil angereichert um überhaupt auf die halbwegs benötige Kalorien zu kommen.

    2.4.2020 Nüchtern Blutzucker 17,7 mmol
    Besuch beim Hausarzt, Blutabgenommen
    Besuch beim Privatarzt - Zungenanalyse ergab Herz OK, anscheinend fehlt mir ein Enzym zur Verdauung. Weiteres Blutbild inkl. Vitamine etc.

    3.4.2020 Nüchtern Blutzucker 17,4 mmol - Blutbild (Hausarzt) Auswertung: HbA1c 11,7 - Triglyzeride 40 Fach über normal. Abends ein Anruf vom Privatarzt. Vitamin D im Labor nicht Messbar. Vitamin D 20000LE 4 mal am Tag.

    4.4.2020 Nüchtern Blutzucker 15,0 mmol - Ab jetzt Smootie zum Frühstück (50g Weißkohl, 50g Spinat, 50g Heidelbeeren, 50g Erdbeeren, halbe Avocado) 10g Kohlenhydrate, Mittag Proteinshake 1g Kohlenhydrate, Abends Kohl mit Rinderhack, 20g Kohlenhydrate (jeden Abend)

    5.4.2020 Nüchtern Blutzucker 14,4 mmol
    6.4.2020 Nüchtern Blutzucker 10,0 mmol - Termin beim Diabetologen, 18 Din a4 Seiten dokumentation über Blutzuckerwerte und Nahrungsaufnahme etc.. Termin für Ernährungsberatung bekommen und ansonsten nur Schulterzucken. Blut abgenommen und nächster Termin im Juli. Überweisung zum Sono.

    7.4.2020 Nüchtern Blutzucker 10,9 mmol Termin beim Sono: Extrem verfettete Leber und Bauchspeicheldrüse aber keine Entzündungen. Lebertee und Leber Vital gekauft, jeden Abend 30min mit Heizkissen auf der Leber.
    Seit dem kein Schwindel mehr nach der Vitamin D Pille.

    8.4.2020 Nüchtern Blutzucker 9,3 mmol
    9.4.2020 Nüchtern Blutzucker 8,5 mmol
    10.4.2020 Nüchtern Blutzucker 8,3 mmol

    11.4.2020 Nüchtern Blutzucker 7,9 mmol start Enzymkur 3 x 2 ProEnzym - 2 Stunden Radfahren. Blutzucker vorm schlafen gehen 5,8 mmol

    12.4.2020 Nüchtern Blutzucker 6,9 mmol
    13.4.2020 Nüchtern Blutzucker 8,4 mmol
    14.4.2020 Nüchtern Blutzucker 7,9 mmol

    15.4.2020 Nüchtern Blutzucker 7,9 mmol

    Da die Ärzte irgendwie keine Hilfe sind frag ich euch mal.

    Auf dem morgen trinke ich ja immer meinen Shake (1 Liter + 1 Liter Wasser). Blutzucker steigt um 4mmol und fällt dann nach 3-4 Stunden vor dem Mittag unter den nüchtern wert. Ist das normal das die Schwankungen so groß sind?
    Nochmal im Detail:
    Am 13.4.20 - Vorabend 6,0 mmol, am morgen nüchtern 8,5mmol, eine Stunde nach meinen shake (10g KH) 9,4 mmol, zum Mittag dann auf 6,2mmol

    Heute morgen habe ich 25g Hafer mit in den Shake gemacht. Blutzucker ist förmlich explodiert von 7,9 (6:19Uhr) nüchtern auf 11,2mmol nach 60min - 8:30Uhr, dann 10,5mmol nach 120 Minuten -9:30Uhr. Jetzt (12:08) wieder 7,4mmol. Ich hatte mir schon den Hafer thread durchgelesen aber bin da irgendwie nicht schlau geworden, ob Hafer nun gut oder nicht so gut ist. Nachdem der Blutzucker so gestiegen ist, wurde ich sagen nicht so gut.

    Ketogene Ernährung hat mir der Arzt von abgeraten, da zu viele tierische Eiweiße enthalten sind. Wie sind da bei euch die Erfahrungen?

    Laut Test habe ich Ketone im Urin obwohl ich eigentlich nicht in Ketose sein dürfte, ist das normal?

    Eine gefährliche Unterzuckerung ist bei mir nicht möglich? Also wenn ich mal eine Woche unter 10g Kohlenhydrate/ Tag lebe.

    Wie oft sollte man Blutzucker messen? Ich glaube ich mache mich da selber verrückt was wiederum zu Streß führt.

    Auch eigenartig, einen Größen Teller Hackbraten mit Spargel und ein paar Kartoffeln gegessen. vor dem Essen 8,8mmol und 1,5 Stunden nach dem Essen 7,2mmol. Ohne körperliche Aktivität.

    Wie macht ihr das wenn ihr auswärts Essen geht und die genaue Zusammensetzung nicht kennt?

    Die letzten 4 Tage war ich im Schnitt bei 7,8mmol +- 1,6mmol, hätte ich die spitzen am morgen nicht würde das ja schon ganz gut aussehen. Alles n bischen schwierig.

    Vielen Dank fürs lesen.
    Ulf











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    am 15.04.2020 13:59:35 | IP (Hash): 2122053418
    Hallo Ulf,
    ich habe mich vor 37 Jahren mit 23,** mmol/l selbst ins Krankenhaus eingewiesen, in der Notaufnahme. Nach Feststellung wo der Wert her kommt stand schnell fest die Virusgrippe im Vorfeld hatte die Bauchspeicheldrüse geschädigt. Die Funktion war da fast 0%.
    Es wurde Typ 1 diagnostiziert und ich durfte 3 Wochen dort verbringen, um unter Aufsicht daran gewöhnt zu werden mich selbst zu spritzen, dabei wurde ich m. E. relativ gut eingestellt. Nach der Entlassung wurde ich zum Diabetologen überwiesen, dort in der Praxis gab es erst mal eine längere Schulung über Diabetes.

    Welcher Typ Diabetes ist bei dir festgestellt worden?
    So wie es aussieht wirst du nicht medikamentös behandelt?
    Wie ist dein Körpergewicht? Wie ist dein Bewegungsablauf?
    Hast du schon einmal einen Basaltest gemacht?

    Ich würde mit einem Basal-Fastentest beginnen. D. h. 3 h vor Testbeginn keine Medikamente und keine Nahrung. Während des Test keine Energie verbrauchende Bewegung. Zur Ablenkung ein Buch lesen oder Fernsehen schauen. Als Getränke während des Tests nur Mineralwasser oder Tee.

    Ich beginne z. B. um 6:00 Uhr bis 12:00 Uhr immer zur vollen Stunde den BZ messen und dokumentieren. Am Folgetag dann das gleiche, aber von 12:00 bis 18:00 Uhr. Am nächsten Tag von 18:00 bis 24:00 und noch einen Tag später von 00:00 bis 06:00 Uhr.
    Damit bekommst du ein aussagekräftiges Tagesprofil.

    Im Netz findet man solche Protokollblätter zum ausdrucken.

    Reiner
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    am 15.04.2020 14:11:05 | IP (Hash): 1156025355
    moep0815 schrieb:
    Ketogene Ernährung hat mir der Arzt von abgeraten, da zu viele tierische Eiweiße enthalten sind. Wie sind da bei euch die Erfahrungen?
    Laut Test habe ich Ketone im Urin obwohl ich eigentlich nicht in Ketose sein dürfte, ist das normal?
    Eine gefährliche Unterzuckerung ist bei mir nicht möglich? Also wenn ich mal eine Woche unter 10g Kohlenhydrate/ Tag lebe.
    Wie oft sollte man Blutzucker messen? Ich glaube ich mache mich da selber verrückt was wiederum zu Streß führt.

    Hallo Ulf,

    die Entwicklung sieht bei dir sehr gut aus. Dazu musst du wissen, dass die Nüchternwerte als letztes nach unten gehen, sozusagen im Nachgang zu verbesserten Nachessenswerten.

    Dass Ärzte von ketogener Ernährung abraten, ist normal. Sie haben es eben nicht anders gelernt. Dahinter steckt allerdings keine Evidenz. Insofern kannst du dich selber schlau machen (z.B. heir: https://www.dietdoctor.com/news ) und dich ruhig weiter ketogen ernähren. Bei Diabetes ist das eine sehr gute Option. Ich habe übrigens bereits reichlich 10 Jahre mit überwiegend ketogener Ernährung hinter mir und bin daran nicht gestorben und bin auch nicht kränker geworden.

    Dass du manchmal Ketone im Urin nachweisen kannst, auch wenn du dich nicht ketogen und vielleicht nur mit moderater KH-Reduzierung ernährst, ist ganz normal und absolut kein Problem. Eine Ketoazidose, die bei unentdeckten Typ 1ern bei absolutem Insulinmangel und hohem BZ auftreten kann, musst du nicht befürchten. Eine gefährliche Unterzuckerung ist ohne Medikamente, die den BZ aktiv senken (Insulin, SHs) auch nicht möglich, auch nicht in Ketose.

    Zur BZ-Messung sieh dir mal diese Anleitung an:
    https://a7582688-a1e5-4056-88a2-dfd422642832.filesusr.com/ugd/32a606_b02597c39b5c4f6e9b6f2291ca6c9d08.pdf
    (Quelle: https://www.bloodsugar101.com/download-the-lower-your-blood-sugar). Nach meiner Erfahrung musst nicht so häufig messen, wie es dort angegeben ist, aber du kannst der Anleitung die richtigen Zeiten und perfekte Zielwerte entnehmen. Dass du am Anfang noch mit höheren, für dich erreichbaren Zielwerten arbeiten musst, versteht sich von selbst.

    Viel Erfolg, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 15.04.2020 19:34:58. Grund: .
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    am 15.04.2020 16:18:22 | IP (Hash): 1277401142
    Reiner15 schrieb:
    Hallo Ulf,
    Welcher Typ Diabetes ist bei dir festgestellt worden?
    So wie es aussieht wirst du nicht medikamentös behandelt?
    Wie ist dein Körpergewicht? Wie ist dein Bewegungsablauf?
    Hast du schon einmal einen Basaltest gemacht?
    r



    Hui vielen Dank für die Infos. Basaltest hat mir noch niemand gesagt das es sowas gibt.
    Der Diabetologe meinte nur (anhand meiner eigenen Werte) ich würde noch Insulin produzieren.
    Ob das Insulin reicht erfahre ich wohl erst im Juli.

    Welcher Diabetes Typ wurde noch nicht festgestellt, nur das ich wohl welchen habe.
    Meine Vermutung lag ja woanders. Ich war letztes Jahr im August auf einen Geburtstag und hab selbstgebrannten aus Kroatien getrunken. Ein Obstler. Der war wirklich lecker hat aber gebrannt wie Benzin. Also nicht so wie ein 50%tiger, der erst warm werden muss, das Zeug ging direkt in Flammen auf.
    Naja, nun habe ich mir locker 600 ml von dem Zeug, plus eine halbe Flasche Ramazotti rein gehauen.
    Die nächsten 2 Wochen hatte ich mega Probleme etwas zu verdauen bzw. zu verwerten. Ich habe teilweise 3 Tiefkühlpizzen gegessen und eine halbes Kilo Pudding und hatte immer noch Hunger. Dann hatte ich mal ein wenig gegoogelt und bin dann auf eine Gastritis gekommen. Eine Woche strenge Diät und dann hat das wieder halbwegs mit der Nahrungsaufnahme geklappt. Aber so im Nachhinein ging es ab da Berg ab. Augen wurden schlechter, ständig müde/antriebslos und teilweise 8 Liter Wasser am Tag getrunken. Ich war 4 Stunden arbeiten und musste dann ein Nickerchen machen. Bis dann am 1.4. der Körper, auch aufgrund von Stress, STOPP gesagt hat. Das hatte ich dem Diabetologen auch alles erzählt, der meinte aber das es mit der Diabetes nichts zu tun hat. Da bin ich anderer Meinung, ich denke ich habe die Bauchspeicheldrüse kaputt gemacht. Mangelndes Insulin, keine Bewegung, Ungesundes und leichte Kohlenhydrate schaukeln sich ja dann irgendwann hoch. Dazu noch die Aussage von meinem Privat Arzt das mir ein Enzym fehlt (Das merkt man daran das wenn man etwas isst und das keine 5 Minuten dauert bis man mit Durchfall auf dem Klo sitzt). Bei kleineren Mengen steckt der Magen das weg, allerdings wird die Leber stark angegriffen. Eine kaputte Leber greift die Bauchspeicheldrüse an die für den Blutzucker verantwortlich ist. Alles ein wenig aus dem Ruder gelaufen.
    Ein Bekannter hatte sowas jetzt auch mit Pilzen durch. 3 Wochen Krankenhaus, Leberwerte wie ein Alkoholiker obwohl der seit Jahren kein Alkohol angefasst hat.

    Medikamente nehme ich zurzeit nicht. Nur Nahrungsmittelergänzung:
    2 x Leber Vital (aus dem DM)
    2 x Zimt (aus dem DM)
    3 x 2 proEnzym (falls ich irgendwo noch Entzündungen habe)
    4 x 1 Vitamin D 20000 + Vitamin K (das der Körper das Vitamin D in der Höhe überhaupt aufnehmen kann)

    noch alles sehr übersichtlich. Fenofibrat hat mir die Hausärztin verschrieben, weil ich so hohe Blutfettwerte habe. Die nehme ich aber nicht, da das über die Ernährungsumstellung gelöst wird.

    Zum Gewicht: Ich hatte ende letztes Jahr so um die 125 Kilo, bin 186cm Groß und recht stabil gebaut (damals mit fast Waschbrett waren es 99kg). Am 2.4. waren es noch 111kg und heute morgen 107Kg. Muskelmasse ist aber auch weg, sonst wäre der Bauch viel kleiner :-( Bewegt habe ich mich die letzten Monate auch recht wenig. Spazieren jetzt aber viel und fahren auch mal mit dem Rad.

    Basalratentest werde ich die Tage mal machen (da muss ich erst noch neue Teststreifen besorgen). Liest sich ja sehr interessant. Aber die Tipps von dir hätte ich mir vom Diabetesarzt gewünscht. Standard Text wurde mir erzählt, für Fragen hatte der keine Zeit. Gab nicht mal eine Broschüre zu dem Thema. Also bei Kassenärzten ist man irgendwie aufgeschmissen. Hilfsmittel & Blutbilder etc. zahl ich auch alles selber, weil ein Diagnose nicht fest steht. Mal gucken was am Dienstag bei meinem Privatarzt raus kommt. Ich werde berichten.

    Vielen Dank das du dir die Zeit genommen hast mein Wehwehchen zum Kommentieren, hat mir sehr weitergeholfen.

    Viele Grüße
    Ulf
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    am 15.04.2020 20:01:03 | IP (Hash): 1234495181
    Hallo Ulf,

    als nicht insulinpflichtiger Diabetiker macht ein Basalratentest nicht wirklich Sinn. Ziel des Basalratentestes ist es nämlich herauszufinden, ob die Menge an langwirksamen Basalinsulin ohne Mahlzeiten passt. Da du dieses Insulin nicht spritzt, sagt dir dieser Test nicht wirklich was aus.
    Sinnvoller wären sogenannte Tagesprofile, die du wahrscheinlich schon machst. Einfach mal tageweise nicht jeden Tag, entweder nüchtern und vor jeder Mahlzeit, oder nach jeder Mahlzeit oder beides messen und notieren. Dabei erkennt man dann Veränderungen.

    Du hast sicher keinen Typ1 ohne Restfunktion, dazu passen deine Werte nämlich definitiv nicht. Da du komplett ohne eigenes Insulin nicht lange leben könntest, und die Werte nicht nur mit "Diät" bzw. Nahrungsumstellung in den Griff zu bekommen wären, sondern immer weiter steigen würden.
    Vom ersten Eindruck her spricht vieles für Typ2, da die meisten Diabetiker (mehr als 90%) einen Typ2 haben, wäre es nicht ungewöhnlich. Auch die Fettleber, erhöhter Blutdruck und erhöhte Fettwerte würde dazu passen. Informiere dich vielleicht mal über metabolisches Syndrom.
    Jetzt zu was gutem: mit Typ2 Diabetes hast du die Möglichkeit so lange wie möglich ohne Diabetes-Medikamente deinen Blutzucker in einen normalen Bereich zu halten, indem du an den Stellschrauben Ernährung, Sport und Gewichtsabnahme drehst.

    Zu deiner Ernährung: Smoothies sind aus zwei Dingen ungünstig, wenn das Obst püriert ist, wird der Fruchtzucker viel schneller ins Blut aufgenommen als bei Obst am besten noch mit Schale. Zudem gibt es Obstsorten, die relativ viel Zucker enthalten (Bananen, Weintrauben, bspw.) und Sorten mit weniger Zucker (insb. Beeren).
    Zweiter negativer Aspekt zu Smoothies mit Gemüse: das Gemüse wird meistens roh zu den Smoothies verarbeitet, unser Verdauungstrakt ist aber auf die Mengen rohes Gemüse gar nicht mehr ausgelegt, so dass häufig Magen-Darm-Probleme auftreten. Also bitte Vorsicht und übertreibe es nicht mit den Smoothies. Da diese ja püriert sind, fällt das Kauen weg. Beim guten Kauen wird allerdings schon Nahrung aufgespalten und leichter verdaulich gemacht.

    Zu den Ketonen: Man muss zwei Dinge unterscheiden, Hungerketone nach längerer Fastenzeit oder ketogenen Ernährung sind relativ harmlos, diese sind meistens einfach positiv (sollte dein Teststreifen das unterscheiden). Im Vergleich dazu steht bei Typ1 Diabetikern die Ketoazidose, hierbei sind zwei, drei, vierfach positive Ketone möglich bei gleichzeitig hohen Blutzuckerwerten (Stundenlang über 250 und zusätzlichen Symptomen wie starke Müdigkeit, Übelkeit, extrem starker Durst, ...).

    Zu dem Vitamin D: Kurzfristig machen solche hohen Dosen Sinn, um den Speicher wieder aufzufüllen. Aber du darfst auf keinen Fall langfristig solche hohen Dosen nehmen. Tagesdosis liegt bei ca. 800-1000 IE am Tag, nach der anfänglichen hohen Dosis.

    Zu den Kartoffeln: du hattest ja mit Gemüse und Fleisch jede Menge Stoffe dabei, die den Blutzuckeranstieg bremsen. Ballaststoffe, Fette und Eiweiß bremst den Blutzuckeranstieg, deshalb sollten sie immer bei einer Diabetiker-Nahrung vorhanden sein. Z.B. kein Obst pur, sondern im Joghurt nach einer Mahlzeit, keine Semmel mit Marmelade, sondern lieber ein Vollkornbrot mit Rührei und Schinken, etc. Natürlich muss man auf die Gesamtkalorien achten.

    Hafer ist so eine Sache, bei manchen wirkt er gut auf den Blutzuckerverlauf, ich bin jedoch jemand der aufgrund von Hafer extrem hohe Werte bekommt, deshalb esse ich hin nicht. Da hilft nur ausprobieren. Ähnliches wird über Nudeln unter den INSULINERn berichtet, bei manchen gehen die Kohlenhydrate schnell ins Blut, andere müssen Stunden nach der Mahlzeit nochmal Insulin spritzen, da die Kohlenhydrate der Nudeln vier Stunden brauchen, bis sie ins Blut ankommen.. Bei sowas hilft nur ausprobieren.

    Die Nüchternwerte sind meistens höher als vor der nächsten Mahlzeit, weil morgens Hormone ausgeschüttet werden, die den Blutzucker steigern.

    LG July
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  • Elfe

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    am 16.04.2020 00:51:02 | IP (Hash): 2005615831
    Hallo Ulf,

    so ein Basaltest mit 1 x Anwendung von Basalinsulin ist nicht Thema, kommt eher aus der technischen Pumpenanwendung.
    Per Pen dennoch irgendwann dann hilfreich.

    Bei mir als LADA-1er und ICTler wurde mir so'n Arbeitsblatt erst nach 4 Jahren nach erster (abendlicher) Basalverschreibung empfohlen, allerdings hatte ich da bereits schon lange eine zusätzliche Morgendosis Basal und musste Basal alleine einschätzen können, ohne Mahlzeiten-/Mahlzeiteninsulin-Einfluss.

    Wenn du einen Basaltest machen möchtest, siehe diesen Link und Abbildung 1 und Punkt D
    https://www.diabetes-online.de/a/die-richtige-basalrate-finden-und-ueberpruefen-1627137
    ~
    Bauchspeicheldrüsen-Problem zeigt sich anders - hat sich bei mir zusätzlich gezeigt aufgrund Symptomen, trotz Insulineinstellung bzgl. BZ ok.
    Habe an Körpergewicht extrem abgenommen, sowohl an Fett- als auch an Muskelmasse.
    Wurde dann zu allen möglichen Fachärzten und sogar an Uniklinik mit Prof. Irgendwer überwiesen ~ schwierig.
    Eine eindeutige Ursache als Aussage habe ich bis heute nicht, Tatsache ist aber ein Schrumpfen der Bauchspeicheldrüse - mittlerweile im normalen Ultraschall zu sehen, wozu mein Arzt sagte: Insulin mehr & Verdauungsenzyme auch.
    Enzyme besonders zur Fettverdauung notwendig - wurde öfter nach sogen. Fettstuhl gefragt.

    Du beschreibst richtig: Nahrungs-ERGÄNZUNGs-Mittel.
    Tun nix gutes und nix schlechtes … .
    Versprechen irgendwas …

    Mein Arzt verschreibt mir nur Vitamin D nach Laborwert: Mangel.
    Und Vitamin B 12 per Spritze: Auch nach Laborwert und Diagnose Gastritis A.

    Blutzuckerwerte sind da noch das ~ einfachste ~, anderes begleitende langwieriger.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 14.05.2016
    am 18.04.2020 10:19:59 | IP (Hash): 1880289040
    Der vorgeschlagene Basaltest soll in diesem Falle nicht eine benötigte Insulinmenge ermitteln! Es ist nur ein Vorschlag wie man eine 24 h Blutzuckerkurve mit einfachen Mitteln für den Arzt brauchbar darstellen kann.
    Bei den ganzen Blutzuckermessungen darf man die Messgerätetoleranz nicht ausser acht lassen.

    Hier etwas zum lesen dazu:
    https://www.xxx

    D. h. dass die o. g. Werte laut Toleranz, nach einer zum gleichen Zeitpunkt ausgeführten Labormessung, um ca. 1 mmol/ abweichend sein könnten.

    Ob und was der Arzt mit einem 24 h Blutzuckerprotokoll macht, das liegt bei ihm.

    Da der HbA1c über 11 mmol/l lag, dürfte der Beginn des Problems schon länger vorliegen. Womit eine 100%ige Selbstbehandlung ohne Spätschäden vermutlich nicht möglich ist.

    Aus meinem Umfeld kann ich noch sagen, dass ein HbA1c von ca. 11 mmol/l nicht von ungefähr kommen kann und sich nur allein mit Anpassung der Nahrungsaufnahme und Bewegung nicht wieder in den normalen Bereich bringen lässt.

    Zu Nahrungsergänzungsmitteln sage ich mal nichts, das ist für viele eine Glaubensfrage. Wie z. B. Ilja Rogoff oder Vitamintabletten zur Verbesserung der Hornhaut.

    Reiner
    Bearbeitet von Moderator am 20.04.2020 08:48:35. Grund: werbung
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  • Elfe

    Rang: Gast
    am 18.04.2020 23:51:04 | IP (Hash): 2005615831
    Klar & Verständlich: Wir wünschen uns 100 %ige Werte.

    Ist aber messtechnisch kaum möglich.
    Da kann man sich nur nähern per Eichung & Validierung, so ein Messsystem steht in 'meiner' Praxis (HPLC).
    BZ und HbA1c-Wert werden direkt bestimmt, ohne das die Blutproben verschickt werden müssen (incl. Fehlerquellen bzgl. Temperatur, Licht, Alterung).

    Auch besteht so die Möglichkeit, mein BZ-Messgerät gegenzumessen, um im Vergleich die Abweichung zu sehen.

    1 mmol/l ~ 20 mg/dl - Ist wenig = 1/2 Einheit Insulin
    Ist verschwindet gering, eigentlich, weil die Pens in 1er Einheiten funktionieren.
    Auch die KE-Schätzung ist sehr ungenau:
    Da gibt's Tabellen Pi x Daumen + KH-Angaben auf Verpackungen.
    Und unsere Wiegewaage ist nun auch mal keine Analysenwaage.

    Wir müssen also mit dem umgehen, was wir zur Verfügung haben.
    Auch wenn bei uns beim Selbstmessen so manche Werte Befürchtungen verursachen, nivelliert sich einiges im Quartal, wenn wir wieder mit dem Diabetologen sprechen können.
    Eben, weil dieser, die genaueren Blutwerte hat, aufgrund dessen jeden einzelnen raten kann, auch bzgl. Erfahrung mit vielen Patienten.
  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 15.04.2020
    am 20.04.2020 10:29:22 | IP (Hash): 1175030434
    So... das Wochenende vorbei. Viel gemacht und viel gemessen.

    Ihr habt ja auch so einiges geschrieben. Danke dafür.

    Also ein Basaltest mache ich in jedem Fall, kostet nichts und vielleicht bringt mich das ein wenig weiter.

    die Ernährung habe ich auch ein wenig angepasst. Jetzt gibt es auch wieder 1-2 Kartoffeln zum essen und auch ein wenig den Smoothies angepasst, waren ja 50g Weißkohl, 50g Spinat, 50g Heidelbeeren, 50g Erdbeeren, halbe Avocado. Das habe ich alles halbiert und jetzt gibt es meistens ein Ei mit bei.

    Durchschnitt letzten 7 Tage
    7,3 +- 1,4
    Durchschnitt letzten 14 Tage
    7,9 +-1,8

    Alle Tageswerte gehen langsam runter

    Durchschnitt Nüchtern 7 Tage
    7,3
    Durchschnitt Nüchtern 14 Tage
    8,0

    Durchschnitt nüchtern 3 Tage (Obwohl ich mir am Wochenende ein wenig mehr Kohlenhydrate gegönnt habe)
    6,5

    Am Wochenende auch wieder sehr komisch.

    Freitag zum Frühstück gab es ein Roggenbrötchen mit Rindermett, 2 kleine Tomaten, 5 scheiben Gurke und sonst nichts (400ml Kaffee, 1 Liter Wasser aber das zählt ja nicht). In den Tag gestartet bin ich nüchtern mit 6,6. Dann sind wir ins Auto gestiegen und ich habe nochmal 3 Stunden später gemessen. 11Uhr war er dann bei 12,5. Ich habe dann Mittag ausgelassen und um 14 Uhr, 7,0 gemessen. Da hab ich dann meinen grünen Smoothi getrunken + 1 Liter Wasser und um 16Uhr war er dann bei 5,6 (Wir haben in der Zeit Reifen gewechselt).

    Hafer und Roggenbrötchen, obwohl "gute" Kohlenhydrate, scheinen doch nicht so gut für mich zu sein.

    Ansonsten ist der Blutdruck fast normal (120-130 zu 80-90), Energie und Ausdauer wesentlich besser und die Kilos purzel weiter.

    Es geht also vor ran

    Viele Grüße
    Ulf











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    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 20.04.2020 11:30:27 | IP (Hash): 866153201
    Die Einteilung in gute und schlechte KHs halte ich für seehr fragwürdig. Für mich zählt bei KHs, was mir wie viel davon in der Spitze um ne Stunde nach dem Verzehr an BZ macht. Und nicht nur meine Erfahrung: Mit dem Begrenzen dieser postprandialen Spitzen auf max. 7-9 mmol/l sinkt der Nüchtern-BZ meistens unter 6, jedenfalls so lange, wie noch einigermaßen ausreichend eigenes Insulin produziert wird.

    ----------------------------------------------
    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!