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Verbrauch KH zu Zufuhr - Typ 2
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am 30.04.2020 20:12:58 | IP (Hash): 934928317
Hi zusammen,
Zu meiner Frage habe ich leider so nichts gefunden, ich habe Typ2 Diabetes und habe mir so meine Gedanken gemacht-viellleicht kann mir das jemand beantworten;
Überall lese und höre ich: Das Gehirn braucht 120-130g Glucose in 24 Stunden, der Körper auch noch mal, so dass man Summa Summarum bei 180-200g liegt, allein zur Aufrechterhaltung aller Funktionen.
Wenn ich jetzt also, wie es zb Dr. Pape empfiehlt, morgens 75g KH, dann mind. 5h Pause, pause nochmal BIS ZU weiteren 75g KH ( wieder mind 5h pause)und abends nur Salat und Eiweiss, esse, dann dürfte doch der BZ nicht wirklich entgleisen, da 150g Tages KH ( konsumiert in etwa 12-13 Stunden) ja gerade mal den Verbrauch decken?
Richtig? Oder übersehe ich etwas?
Bearbeitet von User am 30.04.2020 20:14:43. Grund: 1 -
am 30.04.2020 21:12:23 | IP (Hash): 1176515140
Hallo Volker,
ja, du siehst hier mehrere Sachen falsch. Ansonsten wäre es,wie du richtig gefolgert hast, ganz einfach, den Diabetes auszuhungern. Das funktioniert leider nicht.
Erstens sind die Verbrauchszahlen nicht seriös. Der Körper kann, wenn es sein muss, mit sehr viel weniger Glukose auskommen. Das Hauptproblem liergt aber woanders. Wenn der Körper signalisiert, dass mehr Glukose gebraucht wird, dann stellen Leber und Niere in der Glukoneogenese zusätzlich welche aus Eiweiß (und ein bisschen auch aus Fett) her.
Leider ist bei einem Typ2-Diabetes auch diese Steuerung gestört. Der Körper signalisiert selbst bei zu hoen BZ noch, dass Glukose fehlt und Nachschub gebraucht wird. Die gibt die Leber dann aus uns sorgt, falls du etwas weniger Glukose isst, mittels Glukoneogenese für weiteren Nachschub. -
am 30.04.2020 21:15:45 | IP (Hash): 934928317
Hallo,
Super,vielen Dank für die rasche Antwort. Ich hatte ja schon die Vermutung, dass das irgendwie zu einfach wäre 😊 -
am 01.05.2020 11:43:07 | IP (Hash): 502362333
Aber den T2 ohne Medikation in die Remission drehen, so dass im Zeitrahmen von ner guten Woche der BZ wieder voll im gesunden Rahmen verläuft und im Rahmen von 6 Wochen da auch drin bleibt, wenn dann wieder mengenmäßig normal gegessen wird, hat schon was von "aushungern". Denn mit 600 kcal/Tag ist eher kein Sattessen.
Hintergrund: Bei den meisten T2 wird die fehlerhaft zu hohe Glukose-Ausgabe der Leber durch in der Leber eingelagertes Fett verursacht (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6399621/), und das wird im Zeitrahmen von ner guten Woche bei sehr wenig Essen bis Fasten verbraucht. Die Verlängerung sorgt für die Entfettung der übrigen Organe und vor allem des Pankreas, so dass dann auch wieder möglichst viel vom eigenen Insulin ordentlich wirksam ausgegeben wird.
Wer dann noch drauf achtet, dass die BZ-Spitzen nach dem Essen unter 140 mg/dl bleiben und kein erneutes Zuviel an Futter wieder als Fett in der Leber hängen bleiben will, hat gute Chancen, lange und vielleicht sogar ein langes Leben lang völlig gesund mit seinem T2 auszukommen :)
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Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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Elfe
Rang: Gastam 02.05.2020 21:17:49 | IP (Hash): 1993131115
Hallo Volker,
das Gehirn gehört wirklich zu einem großen Zuckerverbraucher.
Allerdings lässt sich das kaum auf g/h runterrechnen.
So'n Morgenimpuls per KHs brauche ich auch, um einfach in die Gänge zu kommen - wie was planen, bewältigen …
mit einem Bruchteil deiner angegebenen 75 g KE.
Der Magen ist eben kein Gefäß - mit Trichter irgendetwas reinfüllen - und die 'Leitung' führt direkt ins Gehirn ~
Viel komplexer in unserem Organismus - mit Zwischenspeicher in Leber, auch in Muskel- und Fett-Gewebe.
Und je nachdem, ob Gehirn oder andere körperliche Leistungen erbracht werden müssen,
regelt der Organismus das so, wie es sinnig ist.
So Oberbegriffe wie 'Abend', 'Salat' und 'Eiweiß' sind durchaus einzeln zu betrachten:
Abend - 3 h vor Schlafengehen Essen ~ meiste verdaut;
Salat - Rohkost ~ mit Ballaststoffen ~ nicht so spät;
Eiweiß - Protein in Fleischfasern, schwer verdaulich,
aus Ei und Milchprodukten (Käse, Joghurt z.B.) leichter verdaulich.
Lohnt sich durchaus, sich mit Ernährung zu beschäftigen.
Gruß Elfe
Bearbeitet von User am 02.05.2020 21:19:49. Grund: + -
am 03.05.2020 21:47:12 | IP (Hash): 934928317
Herzlichen Dank Dir und Euch allen für die Hochinteressanten Antworten, ihr habt mir super weitergeholfen -
Elfe
Rang: Gastam 04.05.2020 19:23:00 | IP (Hash): 561407683
Hallo Volker,
noch mehr Einzelheiten ~ falls dich das interessiert:
Ich selber wurde mit Diabetes-Diagnose SOFORT mit einem Mahlzeiten-Insulin-Pen ausgestattet.
D. h.: Musste direkt dieses Insulin zu KHs passend abstimmen.
Die Anfangseinstellung waren 40 g KH entsprechend 4 Einheiten schnelles Insulin (40 g KH allein aufgrund von Sättigung Kartoffel/Brot).
Aufgrund der Wirkungszeit, selbst des schnellwirkenden Insulins, muss ich auch hier so 3 - 4 h Essenspause einhalten.
Entspricht so der Biologie beim Menschen bzgl. Ernährung/Hauptmahlzeiten.
Verbrauch von Denk-Arbeit war für mich eine große Herausforderung.
Im Beruf muss ich sehr viel denken, Entscheidungen treffen, Termine einhalten usw.
Schon die Stau-Nachrichten per Radio machen mich nervös: Muss - Pünktlich - …
Vor lauter Denken musste ich schon dann vor Arbeitsweg im Auto und sowieso am Arbeitsplatz sehr auf Unterzucker achten.
Eigentlich gegen der Regel, da doch Stresshormone den Blutzucker ansteigen lassen.
- An Arbeitstagen brauche ich weniger Insulin als an freien Tagen wie auch an Wochenenden, obwohl dann mehr körperliche Anstrengung. -
Gruß Elfe