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Habt ihr eine Ideem
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am 25.05.2020 22:30:02 | IP (Hash): 1284581669
Hallo liebes Community,
Ich habe Diabetes Typ 2 und verstehe meine Blutzuckerwerte nicht...
Seit 5 Wochen mache ich eine Ernährungsumstellung (Low Carb) und eigentlich klappt es prima. Vor der Ernärhungsumstellung habe ich mich so gespritzt:
Morgens: 10 Einheiten (Blutzucker bei ca. 170-180 oder höher)
Mittags: 6 Einheiten
Abends: 6 Einheiten
Die Ernährungsumstellung hat zu einer starken, nächtlichen Unterzuckerung geführt, sodass ich eines Nachts in Woche 1 beim Wachwerden einen Blutzucker von 37 hatte. Daraufhin hat meine Diabetologin meine Einheiten angepasst. Derzeit spritze ich mich entsprechend wie folgt:
Morgens: 8 Einheiten (der Blutzucker lag in den ersten 4 Wochen der Ernährungsumstellung Morgens bei ca. 100)
Mittags: 4 Einheiten
Abends: 4 Einheiten
Das hat auch alles gut geklappt, außer die letzten Tage. Ich habe die folgenden Blutzuweckerwerte gehabt:
22.05. : 150
23.05.: 150
24.05.: 139
Zusätzlich habe ich mich morgens extrem gerädert gefühlt, habe stark geschwitzt in der Nacht. Fühlte mich, als wäre ich nachts unterzuckert gewesen. Aber die Werte am Morgen zeigten keine Unterzuckerung. Ich habe vom Somogyi-Effekt gelesen und daraufhin gestern mein Spritzen angepasst.
Ich habe gestern Abend also nur 3 Einheiten, statt 4 gespritzt. Ich hatte einen Blutzuckerwert abends von 108 (ca. 22 Uhr) und habe das Basalinsulin von 35 auf 30 reduziert. Um 2:30 Uhr heute Nacht bin ich aufgewacht und habe extrem stark geschwitzt und konnte mich erstmal überhaupt nicht mehr bewegen. Nach einer Messung hatte ich einen Blutzuckerwert von 113. Morgens dann wieder einen Wert von 140.
Langsam mache ich mir Sorgen, ob es mir körperlich gut geht? Sind die Reaktionen meines Körpers normal? Muss ich etwas verändern, anders Spritzen?
Ich bin dankbar für jeden Hinweis! -
am 25.05.2020 22:56:56 | IP (Hash): 1703586077
Hallo,
du könntest unerkannte nächtliche Unterzuckerungen habe und dadurch dann anschließend deutlich steigen.
Vllt könntest du einen FreeStyle Libre Sensor für diese Zeit austesten um zu schauen, wie sich dein Blutzucker 24 Stunden am Tag verhält. Manche Diabetespraxen haben auch einen Probe-/Muster-Sensor, der gesetzt wird und dann hast du für 14 Tage kontinuierliche Verläufe. Wo dann genau geschaut wird, wann bist du zu hoch, wann zu tief, was muss man ändern. Man hat halt dann nicht nur wenige punktuelle Messungen ohne zu wissen was vorher und nachher ist.
Anderenfalls, sollte deine Praxis keine Sensoren haben und dich nicht unterstützen, kostet ein Sensor 60€. Wenn du jetzt nicht jeden Cent umdrehen musst, wäre es sicher eine gute Investition um mal grundsätzlich zu schauen, wie deine Verläufe sind.
Wenn man dauerhaft ICT spritzt, werden die Sensoren auch von der Krankenkasse übernommen. Ich würde aber vorher mal testen, ob du mit diesem System überhaupt klarkommst. Mit dem neuen Libre 2 wirst du auch gewarnt, wenn dein BZ zu hoch oder zu tief fällt. Die Verordnung muss allerdings ein Diabetologe machen. Hausarzt darf es nicht.
LG1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 27.05.2020 23:08:24 | IP (Hash): 1176515109
Hallo Liebenswürdige,
ich finde es gut, dass du deine Ernährung auf Low Carb umgestellt hast. Damit wirst du langfristig deinen BZ ganz bestimmt mit weniger Insulin viel gleichmäßiger hinbekommen. Wie isst du den Low Carb, streng oder moderat? Wieviel g KH isst du ungefähr?
Erfahrungen mit der Low Carb Umstellungen zeigen, dass das Mahlzeitinsulin sofort und eine Weile später auch das Basalinsulin angepasst werden muss. Dabei kann die Reduzierung des Basalinsulins ungefähr im gleichen Prozentsatz wie beim Mahlzeitinsulin erfolgen. Bei deiner Reduzierung von 22 auf 16 Einheiten Mahlzeitinsulin könntest du das Basalinsulin entsprechend von 35 auf 25 Einheiten senken. Es besteht also noch ein bisschen Luft nach unten.
Du könntest einfach mal ausprobieren, was mit weniger Basalinsulin passiert. Wenn die Werte besser werden, dann waren nächtliche Unterzuckerungen die Ursache, wenn sie noch schlechter werden, dann wahrscheinlich nicht. Für den Versuch würde ich jeweils um 2 Einheiten reduzieren und 2 oder 3 Tage bis zur nächsten Reduzierung warten.
Du könnstest vielleicht auch mal einen Bsalratentest machen, wie er z.B. hier beschrieben ist:
https://www.diabetesinfo.de/fortgeschrittene/therapie/basalinsulin/basaltest.html
Allerdings ist der Test nur für Typ1 Diabetiker voll aussagefähig, als Typ 2er kannst du die Ergebnisse nur als ungefähren Anhaltspunkt nehmen.
Beste Grüße, Rainer
____
Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 27.05.2020 23:09:11. Grund: . -
am 05.06.2020 08:26:47 | IP (Hash): 1295669921
Hallo Lasse,
ich mache ICT und passe mein Insulin entsprechend an weshalb ich zu deinen Isulin dosen besser nicht viel sage aber Grundsätzlich weiniger KH = weniger Insulin.
Da ich aber mit LowCarb Erfahrungen habe teile ich gerne meine Erfahrungen mit dir.
Bei der Umstellung die benötigten KH aus Fett zu gewinnen kam es bei mir durchaus vor das der Blutzucker über Nacht stark anstieg funktioniert Nachts am besten. Auch Schwitzen und sich schlecht zu fühlen war anfangs vorhanden. Da es bei mir aber natürlich ziel war Körperfett abzubauen nahm ich das gerne in Kauf.
Nach ca. 8 Wochen fühlte ich aber Pudelwohl :-) und habe mein Gewicht um 20 Kg verringern können (nach ca. 1 Jahr).
Es kann also durchaus sein das dein Körper jetzt anfängt Körperfett abzubauen und dein BZ deshalb ansteigt. Fettabbau = KH
Je Höher der Fettabbau = mehr KH = mehr Insulin, was bei meiner ICT natürlich einfacher zu Händeln ist.
Frage deinen Diabetologen doch mal nach einer Umstellung auf ICT und evtl. einen CGM dann musst du nicht so oft Stixxen. -
am 05.06.2020 10:25:30 | IP (Hash): 1929086194
Perry schrieb:
Fettabbau = KH
Hallo Perry,
dein Erfahrungsbericht wird für Lasse bestimmt hilfreich sein, aber deine Erklärung "Fettabbau = KH" stimmt nicht.
Der Körper baut überschüssige Glukose in der Lipogenese zu Fett um, das dann in den Schwimmhilfen eingelagert wird. Aber umgekeht wird das Fett beim Abbau nicht in Glukose zurück verwandelt. Die Fettsäuren werden direkt zur Energiegewinnung genutzt und teilweise zu Ketonkörpern umgebaut. Ketonkörper sind besonders für die Energieversorgung des Gehirns notwendig, weil die Fettsäuren selbst nur in geringen Mengen (als Baustoff) die Blut-Hirn-Schranke überwinden können. Sowohl die Fettsäuren als auch Ketonkörper benötigen zu ihrer Verstoffwechselung kein Insulin.
In der Glukoneogenese, der Umwandlung von Eiweiß in KH, kann auch ein kleiner Anteil Glycerin, einem Bestandteil des Fettes, verwendet werden. Da die Glukoneogenese bedarfsgesteuert ist, passiert das aber nicht automatisch bei der Fettverbrennung und mehr Fettverbrennung führt nicht automatisch zum Anstieg der Gluconeogenese.