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Oberkante/Unterlippe :( Und eine Frage

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    am 26.05.2020 08:58:03 | IP (Hash): 1502649881
    Moinsen,

    ich habe seit 2007 die Diagnose Diabetes II und wurstel seitdem damit rum :(

    Kurz zu meiner Person: 56, w, ehemalige Sekretärin, drei Süchte entzogen (THC 2003, Alkohol 2007, Nikotin 2012), 2015 Krebs (Gebärmutter) überlebt, 2019 Herzinfarkt (2 Stents) notoperiert.

    Die ersten sieben Jahre nahm ich Metformin und hatte ein Reizdarmsyndrom. Organisch nichts zu finden, aber nach Mediwechsel und Scheidung war der Reizdarm weg ;)

    Dann verschiedene Medis und schlussendlich seit 2018 Jardiance plus Xelevia und Glimepirid. Werde gerade das 7.mal! wegen einer Pilzerkrankung behandelt (Nebenwirkung von Jardiance) - und habe die Nase gerade gestrichen voll :((

    Jardiance haben wir jetzt seit April weggelassen, dafür Glimerpirid von 1,5 mg auf 4 mg erhöht. Plus die Medis wegen Herzinfarkt.

    Nun soll ich anfangen, zusätzlich 1 x wöchentlich Insulin zu spritzen. Was gibt das für Kollateralschäden??

    Was habt ihr für Erfahrungen, bzw. hilfreiche Tipps? Bitte in einfachen Worten antworten.

    Noch zur Info: Ich messe nicht, nur nach "Katastrophen" ca. 1x jährlich für 2 Wochen. Der Langzeitwert ist zur Zeit bei 8,1. Ich esse fast ausschließlich sehr gesundes Essen, und bin ziemlich sportlich für mein Alter (habe eine Trainingsstation zuhause, die ich sehr oft benutze und mein Auto 2017 abgegeben für die Gesundheit).

    Netten Gruß und danke vorab für eure Hilfe,

    Ichso

    Schlimmer geht immer?
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    am 26.05.2020 10:40:20 | IP (Hash): 1644958776
    Erstmal ganz dicken Glückwunsch zu alledem, was Du schon überlebt hast!

    Wenigstens an Deinem Herzinfarkt hatte Dein sehr viel höher als gesunder Blutzucker einen erheblichen Anteil, wenn nicht gar die komplette Schuld. Denn zunehmend höher als gesunder Blutzucker sorgt als erstes für zunehmend mehr Ablagerungen in den Pipelines. Und Glimepirid verstärkt bei Typ 2 dieses Ablagern.

    An Deiner Stelle würde ich mich sofort zu Insulin überreden lassen. Und zwar zu schnellwirkendem Insulin jeweils passend zum Essen und langwirkendem Insulin für die Grundversorgung unabhängig vom Essen.
    Denn Insulin hat von allen Zuckermedis die wenigsten Nebenwirkungen (ist deswegen als einziges während einer Schwangerschaft zugelassen!), und damit lässt sich der Blutzucker am gezieltesten steuern - unter EINER VORAUSSETZUNG:

    Du musst dieses Steuern lernen und endlich 24/7 selbst die Verantwortung für Deinen Blutzucker übernehmen!

    Aber Dein Dein Leben und Deine Entscheidung!

    ----------------------------------------------
    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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    am 26.05.2020 13:48:58 | IP (Hash): 799796082
    Ichso schrieb:
    Nun soll ich anfangen, zusätzlich 1 x wöchentlich Insulin zu spritzen. Was gibt das für Kollateralschäden???

    Hallo Duso,

    Basalinsulin, das man nur wöchentlich spritzen muss, gibt es noch nicht. Entweder hast du dich im Intervall geirrt und du meinst täglich zu spritzendes Basalinsulin. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass dein Arzt dir einen der wöchentlich zu spritzenden GLP-1-Rezeptoragonisten (Trulicity, Ozempic) verschreiben will.

    Basalinsulin zur Unterstützung wäre aus meiner Sicht gut. Als Problem könnten eventuell Unterzuckerungen auftreten, was aber mit nur Basalinsulin nicht sehr wahrscheinlich ist. Am Anfang könnte das Zusammenspiel mit deinem Sport etwas kompliziert sein, aber das bekommst du bestimmt schnell hin.

    Einen GLP-1-RA halte ich nicht für besonders sinnvoll. Die funktionieren nur, wenn du noch genügend Eigeninsulin hast. Nach der langen Diabetesdauer und deinen relativ hohen BZ-Werten, dürfte nicht mehr sehr viel davon da sein, was übrigens auch ein Problem für dein Glimeperid ist. Probieren könntest du es, dann aber unbedingt mit kurzfristiger Erfolgskontrolle. Dieses Medikament macht besonders am Anfang Nebenwirkungen, die aber bei vielen verschwinden oder zumindest erträglich werden.

    Viel Erfolg, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 26.05.2020 13:49:18. Grund: .
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    am 26.05.2020 15:00:55 | IP (Hash): 1053327442
    Erstmal danke für die Antworten :)

    Vorab noch eine Info: Da ich wegen möglicher Suchtverlagerung bewusst kein WLAN und keinen PC nutze, tippe ich hier in krummer Haltung auf dem Smartphone rum und meine Arthrose in der linken Schulter zwingt mich immer rechtzeitig aufzuhören, lächel...

    Nun zum Thema: Eigenverantwortung. Richtig wichtig seit Jahren in meinem Leben. Beim "Zucker" beschränkte ich mich allerdings auf Sport (fing 2007 mit 94 kg an mit "laufen statt saufen", aktuell 71 kg und auch die letzten Jahre schon, plus/minus 1 bis 2kg) - und kompletter Ernährungsumstellung: glykemischer Index ist mein zweiter Vorname geworden ;)

    Aber genug ist nicht genug. Werde mit meiner Therapeutin besprechen müssen/wollen, warum eure Argumente in meinen Ohren, bzw. Augen^^, schlüssig und logisch klingen. Und ich meinem echt netten Diabetologen, den ich seit 13 Jahren vierteljährlich besuche, immer noch "böse Absichten" unterstelle, wie: Insulin ist billig, Ärzte sind eh von der Pharmaindustrie gekauft usw usw

    Ich hoffe, das kommt jetzt nicht zu schräg rüber :( Ich lebe sehr diszipliniert, um 9.00 Uhr Vollkornhaferbrei mit selbstgemachten Joghurt und Apfel, mittags 13.00 Uhr irgendwas mit viel Gemüse (ganz oft Suppe oder reichhaltigen Salat) und abends ab 20.00 Uhr sündiges Essen bis 22./23.00 Uhr: Brot mit allem Möglichen, Joghurt, Obst, Nüsse, Bitterschokolade.

    Und wenn ich auch noch abends "bräver" sein soll, ist das in meinem Kopf ein Ding der Unmöglichkeit - das brauche ich nämlich für die Seele...

    Whatever, zurück zum Insulin: Ich habe am 8.6. einen Termin bei der Ernährungsberaterin des Zuckerarztes. Die soll mir das Spritzen erklären. Die ist auch supernett (hatte schon zwei Gruppenschulungen bei ihr im Lauf der Jahre) - aber sie ist, wie der Arzt, ständig in höchster Eile :(

    So nehme ich eure Anregungen auf einem Zettel in Stichworten mit, dann fühle ich mich etwas besser "gerüstet". Nochmal danke und gerne lese ich weiter hier.

    Last but not least: Einmal nach dem Infarkt hatte mir mein Arzt so ein Zuckermessding geschenkt, dass man/frau auf den Oberarm klebt. Damit kam ich gut zurecht. Es ist relativ teuer, glaube um die 60 Euro für 14 Tage. Haltet ihr es für sinnvoll, wenn ich am Anfang 14 Tage so messe und 14 Tage mit dem Picksding? Und muss ich am Anfang genau wissen, wieviel Kohlehydrate im Essen sind, wie bei den Diabetes 1-Menschen? Und wie oft soll ich messen??

    Puuuhhh, viel Text :(

    Danke für eure Geduld und Antworten :)

    Ichso - die manchmal gaaanz dolle Sehnsucht nach Chips und Nougateiern hat ;)

    Schlimmer geht immer?
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    am 26.05.2020 18:42:24 | IP (Hash): 1703586077
    Hallo,

    ich würde an deiner Stelle auch Insulin vorziehen. Insulin hat außer einer Unterzuckerungsgefahr, wenn man Mahlzeiteninsulin spritzt, keine wirklichen Nebenwirkungen.
    Erstmal wird in der Regel ein Basalinsulin verschrieben. Das spritzt du einmal oder zweimal am Tag, das soll dazu führen, dass dein BZ-Kurve generell niedriger wird.
    Bei fortgeschrittenen Typ2 Diabetes reicht das jedoch z.T. nicht aus. Und dann muss auch ein Mahlzeiteninsulin gespritzt werden. Hierbei gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten. Entweder KE/BE-Rechnen wie jeder Typ1er oder wenn man feste Mahlzeiten einnimmt (also immer mehr oder weniger das gleiche isst) kann man auch einen festen Spritzplan bekommen. Der sagt dann sowas wie (nur als Bsp)
    Morgens 8 Einheiten Mahlzeiteninsulin
    Mittag bei deinem gemüselastigen Essen ohne groß KH vllt gar kein Insulin oder nur wenig vllt 2-3 Einheiten
    Abends dann dagegen 12 Einheiten wenn du da KH-lastig isst
    und dann auf Nacht gegen 22 Uhr 10 Einheiten Basalinsulin.

    Du bist da halt weniger flexibel. Aber wenn du wie es klingt sehr feste Mahlzeiten hast, kann das besonders am Anfang sinnvoll sein. Wenn du halt mal das doppelte isst, musst du natürlich dann auch das doppelte spritzen zu der Mahlzeit, genauso wenn du die Hälfte isst, dann nur die Hälfte spritzen...

    Zum Thema FreeStyle Libre (Zuckersensor der 14 Tage misst), mit einer ICT also Basalinsulin und selbst angepasstes Mahlzeiteninsulin haben bis vor kurzer Zeit die meisten Krankenkassen ohne Probleme das Libre übernommen. Jetzt ist es allerdings so, dass es als rtCGM Gerät zählt und nun liest man Berichte, dass jetzt bei der Genehmigung nur ICT nicht mehr ausreicht, sondern ein diabetologisches Gutachten, BZ-Tagebücher und das MDK notwendig sind.
    Ich habe gerade erst von einer Typ1erin gelesen, wo das ganze abgelehnt wurde. Ich weiß daher nicht, wie dann die Aussichten als Typ2 NeuINSULINER dann überhaupt sind. Typ2er haben durch die i.d.R. noch vorhandene Restfunktion der BSD noch etwas eigenes Insulin, und somit doch nochmal i.d.R. einen etwas stabileren Stoffwechsel als Typ1er ohne jegliche Restfunktion der BSD.

    LG
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    am 26.05.2020 21:48:43 | IP (Hash): 799796082
    Ichso schrieb:
    Und ich meinem echt netten Diabetologen, den ich seit 13 Jahren vierteljährlich besuche, immer noch "böse Absichten" unterstelle, wie: Insulin ist billig, Ärzte sind eh von der Pharmaindustrie gekauft usw usw

    Damit hast du gar nicht mal so unrecht. Allerdings trifft das nicht auf das Insulin zu, sondern auf das Glimepirid. Das Zeug ist sehr billig und hat etliche Nachteile.

    Ich denke auch, dass für dich ein Umstieg auf eine Insulintherapie mit Basal- und Mahlzeitinsulin sinnvoll ist. Irgendwann kommst du bei deinen BZ-Werten sowieso dort hin, wahrscheinlich innerhalb der nächsten 10 Jahre. Wenn du zeitig damit beginnst, wird es für dich leichter. Je mehr Eigeninsulin du noch hast, desto weniger wirken sich Spritzfehler aus, dadurch wird der Einstieg jetzt einfacher.

    Alles Gute, Rainer
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    am 26.05.2020 21:56:06 | IP (Hash): 1475798696
    Auch hallo :)

    Und wow... viele neue Begriffe und Abkürzungen. Fällt mir der alte Witz ein: Die Abk. von Abk. ist Abk. ;)

    Sorry, ich bin im reallife eine humorvolle Person. Auf jeden Fall stand in deinem Beitrag viel Interessantes. Ich versuche es mal mit Nachfragen besser zu verstehen:

    Wenn ich also auf spritzen umstelle, ist es theoretisch möglich, dass ich mir dann bis zu fünf mal täglich eine Spritze in meinen Bauch steche? *gruseliger Gedanke*

    Verstanden habe ich, dass es wohl sehr schwierig ist, die Krankenkasse zu überreden, die Kosten für FreeStyle Libre (genau so hieß das Ding!) zu übernehmen. Seit ich jedoch nicht mehr rauche und trinke, habe ich immer bissi Geld übrig ;) Aber nicht für den ganzen Monat Freestyle. Gibt es hier Menschen, die auch beim Messen mischen? Also 14 Tage so und 14 Tage Fingerpiekser? Btw ;) was bedeutet: MDK?

    Und damit komme ich erstmal zur letzten Frage: Macht es Sinn, dass mein Zuckerarzt mir erstmal diese wöchentliche Spritze (hab leider den genauen Begriff gerade nicht im Kopf) plus Xelevia 100mg abends empfahl? Oder macht er das, um mir den Umstieg zu erleichtern?

    Ok, eine habe ich doch noch: Ist KH (sicher Kohlenhydrate?) zählen und in BE (Broteinheiten) umrechnen schwierig/aufwändig? Bestimmt gibt es eine App? Benutzt ihr sowas? Ich habe monatlich 15 GB (Abk. für Gigabyte, lach...) auf dem Handy, das müsste wohl schicken?

    Echt vielen Dank für eure Mühe mit mir. Ich habe das erste Mal seit Jahren das Gefühl, ich könnte mich mit "meinem Zucker" versöhnen...

    Ichso :)
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    am 26.05.2020 22:07:22 | IP (Hash): 1475798696
    Ach, das hatte sich jetzt überschnitten mit Rainer :)

    Danke auch für deine Antwort, und dich wollte ich auch gern noch was fragen.

    Du schriebst: "Einen GLP-1-RA halte ich nicht für besonders sinnvoll. Die funktionieren nur, wenn du noch genügend Eigeninsulin hast. Nach der langen Diabetesdauer und deinen relativ hohen BZ-Werten, dürfte nicht mehr sehr viel davon da sein..." (Hab auf dem kleinen Display nicht gefunden, wie das zitieren geht. Bei mir immer nur angezeigt bei der letzten Antwort. Nicht so wichtig.)

    Meine Frage ist dazu: Kann man/frau feststellen lassen, wieviel Eigeninsulin man noch hat? Obwohl jetzt beim schreiben merke ich gerade wieder, dass ich wohl ein "Schlupfloch" suche. Denn du hattest ja im zweiten Beitrag geschrieben, je eher desto besser umstellen...
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    am 26.05.2020 22:26:08 | IP (Hash): 1703586077
    Hallo,

    also wenn du spritzt, kann es sein, dass du erstmal nur Basalinsulin bekommst. Das wäre dann 1-2x täglich. Mit Mahlzeiteninsulin und je nachdem welche Spritzart du wählst, kann es auch deutlich mehr werden. Natürlich auch wie ergeizig du dann wirst ;) Mindestens wäre es dann bei drei Mahlzeiten wo du spritzen musst plus Basalinsulin 4 Mal. Wobei man bei LowCarb-Mahlzeiten wenig spritzen muss und ggf. deine Bauchspeicheldrüse diese noch komplett ohne Insulin schafft.

    Ich habe ohne Probleme mein Libre 2 und meine Insulinpumpe jetzt im Februar von der Krankenkasse bekommen, hab allerdings auch bestimmte Indikationen hierfür. Da galt schon die Verordnung mit dem MDK (=medizinischer Dienst der Krankenkasse, da sitzen Ärzte, die aufgrund deiner eingereichten Unterlagen begutachten, ob eine med. Notwendigkeit für eine Leistung der Krankenkasse besteht, z.B. beim Libre, bei einer Insulinpumpe, bei einer Reha über die Krankenkasse...). Jedoch wusste ich nicht, dass damals schon die Notwendigkeit des MDKs galt. Dachte, dass war nur in meinem speziellen Fall wegen Doppelantrag (Pumpe und Libre2). Mein Libre 1 gab es damals noch einfach auf Rezept, aber seit der Umstellung auf Libre 2 hat sich das wie gesagt geändert.

    Zu deiner Frage zwecks anderer Medikamente kann dir Rainer oder Jürgen deutlich besser helfen. Ich kenne nur Insulin persönlich.

    Zu deiner Frage wegen Kohlenhydrate, BE, KE. Du selbst entscheidest dann, was du verwendest. Eine KE sind 10gr Kohlenhydrate, eine BE sind 12gr Kohlenhydrate, du kannst aber auch einfach in gKohlenhydrate rechnen. Und solltest du dann mit BE-Faktoren rechnen, legst du diese mit dem Arzt fest. Bspw. für 1 BE brauchst du Morgens 2 Einheiten Insulin, isst du dann 4 BE dann musst du 8 Einheiten spritzen. Andererseits kannst du auch einen Faktor haben wie für 12gKH brauchst du 2 Einheiten, dann kommt da bei 48g Kohlenhydrate (=4 BE) auch 8 Einheiten raus.
    Ich habe mich damals anfangs für KE entschieden, da es leichter war zu rechnen und ich gehört habe bei Umstellung auf Pumpe etc. wird meistens dann sowieso in gKH gerechnet und dann ist das keine große Umstellung rechnerisch für mich. Ob jetzt bspw. 100gr gekochte Nudeln 3,5 KE haben oder 35g KH ist ja egal. Musst nur das Komma verschieben. Mit gKH kann man deutlich genauer rechnen, allerdings kann man das so genau auch gar nicht mit Pen dosieren, deshalb reicht hierbei KE oder BE als Berechnung aus. Mit Pumpe kann ich in 0,05 Einheiten dosieren und da kann man dann deutlich genauer das ganze dosieren. Die meisten Pens haben dagegen 1 Einheiten Schritte. Als Typ2er brauchst du aber auch keine so genaue Dosierung.

    Ich habe ein Buch namens Kalorien mundgerecht, das ist eigentlich der Klassiker. Da sind ganz viele Lebensmittel aufgelistet und dann rechnest du das um. Natürlich geht sowas auch mit einer App. Und natürlich brauchst du da nicht viel Datenvolumen.

    LG
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    am 26.05.2020 22:58:38 | IP (Hash): 1644958776
    Stramme Tippleistung am Handy!

    Dein Blutzucker schlängelt sich im Prinzip wie dieser hier durch den Tag https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Glucose-insulin-day-german.svg Nur schlängelt Deiner insgesamt sehr viel höher und mit sehr viel weiter ausschlagenden Kurven nach oben und unten.

    Bei Abkürzungen hilft übrigens Google, meistens nicht nur mit der direkten "Übersetzung", sondern auch mit dem kompletten sachlichen Hintergrund :)

    Spritz-Piekse gibt’s bei mir meistens 5 bis ab und zu auch mal 8 oder 10 am Tag, selten mehr. Je nach Futter-Gelegenheiten, die ich mag. Einfaches Bsp.: Eigentlich mag ich keinen Kuchen, aber meine Frau mag gerne Kuchen und gerne backen. Also esse ich da schon mal ein Stück mit, für das ich natürlich auch spritze. Und dann kommt doch ab und zu vor, dass der Kuchen mir doch lecker schmeckt und ich noch ein zweites Stück mag. Und das braucht natürlich auch sein Insulin.

    Sehr nützliche Seite von der ICT (Intensified Conventional Therapy - kennt kein gebürtiger Englischsprachler, der sich nicht in der deutschen Diabetologie auskennt) = Basal-Bolus ist die Versorgung mit ausreichenden Teststreifen und ggf. auch mit Libre-Sensoren. Und für die Verordnungsmöglichkeit der Sensoren wäre wichtig, dass Du Dein erstes Quartal mit Insulin von Anfang an umfassend dokumentierst. Klar gibt es dafür Apps, aber wo Dein Diabetologe ja auch verordnen soll, würde ich mich an Deiner Stelle danach richten, was er da empfiehlt und entsprechend auch - mit Deiner Erlaubnis - aus Deinem Handy auslesen kann. Die Apps haben auch häufig einen Rechner für die Futteranteile, also was in welcher Menge mit wie vielen g KH, Fett und Proteinen berechenet werden soll.

    Formal wichtig einfach deswegen, weil das Libre zunehmend nur noch für die sogenannt schwer einstellbaren Fälle unter uns von den kranken Kassen übernommen wird. Und schwer einstellbar lässt sich büromäßig am einfachsten an schön weiten Abweichungen der tatsächlich gemessenen von den ärztlich empfohlenen Werten nachweisen. Eben dem, was halt in den ersten Wochen und Monaten jede/r von uns erlebt hat.

    Fingerpieks ist standardmäßig vor jeder Mahlzeit, zusätzlich häufig auch direkt vor dem Zubettgehen und nach dem Aufstehen. Das passt auch in das standardmäßige Tagebuch, das die kranken Kassen immer sehen wollen, wenn sie überdurchschnittlich leisten sollen.

    ----------------------------------------------
    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!