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LADA Diabetes- Insulin auch bei guten Blutzuckerwerten?

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    Mitglied seit: 23.06.2020
    am 23.06.2020 08:47:43 | IP (Hash): 873482622
    Hallo in die Runde,

    mir wurde diese Woche der "LADA-Diabetes" diagnostiziert. Ich habe morgen einen Termin zur weiteren Besprechung. Gestern am Telefon sagte die Ärztin, dass man in diesem Fall wohl mit Insulin unterstützend eingreifen sollte.
    Meine Frage: auch dann, wenn ich gute Blutzuckerwerte nach dem Essen erreiche?

    Morgens nüchtern liege ich meistens bei 105 mg/dl
    1 Std nach dem Frühstücken bei ca. 135 mg/dl

    so geht`s dann mittags und abends weiter. Natürlich kann ich auch höhere Werte provozieren, wenn ich z.B. ein Stück Kuchen oder ne Pizza esse. Aber mit Vollkornprodukten und viel Gemüse, etc. schaffe ich immer Werte unter 160 mg/dl. Die Pizza und der Kuchen sind Ausnahmen und man könnte danach ja noch ne Runde laufen gehen...

    Freut sich meine Bauchspeicheldrüse jetzt über Insulin bei diesen Werten? Die Ärztin meinte, bei meinem Langzeitwert von 5,5 würde ich mich kasteien. Der Meinung bin ich nicht. Ich fahre jeden Tag Rad und achte auf meine Ernährung. Süßigkeiten und Fertigprodukte esse ich nicht.

    Was meint Ihr wegen dem Insulin?

    Danke für Eure Einschätzung.

    viele Grüße
    petra
    Bearbeitet von User am 23.06.2020 11:09:24. Grund: Verständlichkeit
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    am 23.06.2020 11:36:22 | IP (Hash): 2053925754
    https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar zeigt nicht nur den weiten Spielraum max Werte, sondern vor allem die lange Auffüllphase nach einer größeren Insulinausgabe. Denn die Betas produzieren 24/7 recht ebenmäßig vor sich hin und speichern, was davon grad nicht gebraucht wird, für die nächste große Ausgabe. Je höher der BZ zwischen den größeren Anforderungen, desto mehr von der Produktion muss fortlaufend gleich raus. Und je mehr fortlaufend gleich raus muss, desto mehr wird davon dann auch gleich stressmäßig als ungeteiltes und damit um den Faktor 10 weniger BZ-wirksames Proinsulin rausgelassen.

    Die frühe Unterstützung aus dem Pen macht mithin super Sinn, wenn Du sie gezielt nach Bedarf einsetzt und beachtest, dass mit mehr von 24 Stunden deutlich unter 100 mg/dl wieder mehr vom eigenen Insulin bis alles voll wirksam ausgegeben wird und IMMER DANN GRAD keine Unterstützung braucht. Daumendrück!

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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    Mitglied seit: 23.06.2020
    am 23.06.2020 11:40:30 | IP (Hash): 873482622
    Super - danke für die präzise Antwort.
    Dieses Proinsulin... macht das Speck am Bauch? Ich wiege bei 160 cm 59 Kilo, was mir persönlich zu viel ist... da kamen die letzten drei Jahre 4 Kilo schön langsam daher, obwohl ich immer dagegen gesteuert habe...
    Hoffentlich wird`s mit Insulin nicht noch mehr....

    VG
    petra
    Bearbeitet von User am 23.06.2020 11:42:18. Grund: Schreibfehler
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    am 23.06.2020 11:57:09 | IP (Hash): 2053925754
    In meiner Glaskugel kann ich Deinen Bauch nicht sehen ;)

    Im Ernst, Proinsulin hat zwar nur 10% BZ-Wirkung von ordentlich geteiltem, aber 100% Fett-Wirkung. Sorgt also für verstärkte Einlagerung und dafür, dass auch bei Energiebedarf möglichst wenig davon genommen wird.
    Du kannst also mit etwas Insulin aus dem Pen super für einen insgesamt deutlich geringeren Insulin-Umsatz in Deinem Organismus und damit dafür sorgen, dass weniger Energie als Fett eingelagert und schneller mal auf die Reserven zurückgegriffen wird :)

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!
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    am 23.06.2020 12:04:48 | IP (Hash): 873482622
    Danke Jürgen. Jetzt gehe ich da morgen schon viel entspannter hin.

    Alles Gute und vielleicht bis bald mal wieder...
    VG
    Petra
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    am 23.06.2020 16:59:13 | IP (Hash): 13715728
    Petra2804 schrieb:
    Hallo in die Runde, mir wurde diese Woche der "LADA-Diabetes" diagnostiziert. Ich habe morgen einen Termin zur weiteren Besprechung. Gestern am Telefon sagte die Ärztin, dass man in diesem Fall wohl mit Insulin unterstützend eingreifen sollte.
    Meine Frage: auch dann, wenn ich gute Blutzuckerwerte nach dem Essen erreiche?

    Hallo Petra,

    LADA ist in Typ1-Diabetes, der sich langsam entwickelt. Irgendwann wirst du dann mal wie die anderen Typ 1er kaum noch Eigeninsulin haben und Basal- und Mahlzeitinsulin sprizen müssen. Für dich kommt es jetzt darauf an, dass das "irgendwann" ganz viele Jahre nach hinten geschoben wird.

    Deine Strategie, die Betazellen der BSD mit geeigneter Ernährung so weit wie möglich zu entlasten, ist dafür sehr gut geeignet. Darüber hinaus empfehlen viele Diabetologen, die Betazellen frühzeitig mit gespritztem Insulin zu unterstützen, Die Hoffnung ist dabei, dass durch diese Entlastung die Betazellen länger durchhalten und dich länger mit Eigeninsulin versorgen können.

    Normal wird dabei aber nicht, wie Jürgen geschrieben hat, bei Bedarf zusätzlich Insulin gespritzt, sondern eine kleine Dosis Basalinsulin gegeben. Der Aufwand wäre für dich sehr gering. Bis auf ein paar Kontrollmessungen, ob die Dosis noch einigermaßen stimmt, bräuchtest du nichts zu kontrollieren. Eine Hypogefahr besteht fast nicht, weil deine Betazellen einfach weniger Insulin ausgeben, wenn das gespritzte Basalinsulin dazu kommt. Also hast du damit fast keinen Aufwand und fast kein Risiko, aber die Chance, dass du das Eigeninsulin mit dieser Unterstützung eventuell noch ein paar Jahre länger erhalten kannst. Greif zu, wenn dir deine Ärztin das anbietet, falsch machen kannst du mit so einer basalen Unterstützung nichts.

    Alles Gute, Rainer

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    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 23.06.2020 18:33:56. Grund: .
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