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HbA1C
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Roland
Rang: Gastam 13.09.2008 22:11:39
Hallo,
im März diesen Jahres wurde bei mir Diabetes Typ 1 diagnostisiert.
Ich bin mit einem HbA1c-Wert von 9,6 (BZ-Werte von ca. 500) ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Ich habe den Diabetes sehr schnell akzeptiert. Mittlerweile ist mein HbA1c-Wert auf 5,4 gesunken.
Der einzige der sich darüber freut bin ich-Hausarzt und Diabetologe runzeln nur die Stirn. Ich bewege meistens um BZ-Werte von 80-100.
Ich bin total stolz, dass ich durch die intensive Insulintherapie meinen Diabetes trotz nicht immer gesunder Lebensweise (Rauchen, Freund von Pizza und Pasta, ein Gläschen Bier oder Wein) gut im Griff habe.
Das Argument der Ärzte ist, dass ich zu früh die Frühwarnsysteme meines Körpers (Hypo) bis auf die Grenzen ausreize.
Jetzt soll ich freiwillig meine BZ-Werte und damit meinen HbA1c-Wert nach oben korrigieren.
Darf denn ein Diabetiker keine Werte haben wie ein Nicht-Diabetiker?
Wie sind Eure Erfrahungen?
Lieben Dank vorab für Eure Hilfe!!!
Gruß Roland -
Ralph
Rang: Gastam 13.09.2008 23:20:33
Roland,
klar sind gute Werte das Ziel jeder DM-Therapie. Da aber unsere Spritzerei (bin selbst Typ1-LADA) leider den Blutzucker nicht so gut reguliert wie die Bauchspeicheldrüse, kommt es nach dem Essen zwangsläufig zu Spitzen (140-160, teilweise höher), die natürlich den HBA1c nach oben bringen. Ist jetzt der Wert, wie bei Dir, sehr niedrig, deutet das wirklich auf häufig sehr niedrigen Zucker hin, was für den Körper, insbesondere Gehirn und Herz, nicht wirklich gesund ist. Ich merke niedrigen Zucker so ab 50, wenn Du die Hypos aber nicht rechtzeitig wahrnimmst, ist das auf Dauer nicht so gesund. Weil bei dir der DM noch recht frisch ist, kann es sein, dass Du noch einiges an Insulin-Restsekretion hast, die noch etwas mithilft.
Ich bin auf meinen HBA1c richtig stolz, viel niedriger sollte er lt. meinem DiaDoc aber nicht werden. Übrigens, diese Werte können, je nach Testverfahren, erheblich voneinander abweichen, sind also nicht immer vergleichbar!
Was aber gut ist, dass Du die Sache aktiv angehst, muss bei diesem "Hobby" unbedingt sein, man muss ein Stück weit sein eigener Therapeut sein!
Alles gute,
Ralph -
dipa
Rang: Gastam 14.09.2008 04:05:14
Hallo Roland,
Glückwunsch zu deinen guten Werten.
Zu deiner Frage:
Ich habe vor Jahren beim Diabetologen die gleiche Erfahrung gemacht. Bei der Vorlage meines Tagesbuches (Inhalt: untypische gute BZ-Werte) hat er gesagt weniger Insulin. Meine Antwort: Ich benutze kein Insulin. Also sollte ich die Tabletten reduzieren. Auf meine Antwort keine Tabletten war er sprachlos.
Man hat bei mir auch versucht die Medikamentierung zu verringern, übliche Folge wäre ein Verschlechterung der Werte gewesen. Im Gegensatz zu dir klappt das bei mir aber nicht.
Ich kann getrost die Anweisungen der Ärzte ignorieren.
Wenn deine Werte im roten Bereich wären und du würdest freiwillig deine Werte verschlechtern, würdest du angeschnauzt werden. Aber von gesund nach weniger gesund ist in Ordnung. Diese Logik sollen wir mal die Ärzte erklären.
Meinen Meinung, wenn du keine Probleme mit deiner BZ-Einstellung hast, solltest du nichts ändern.
mfg dipa
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Jürgen
Rang: Gastam 14.09.2008 11:54:01
Moin Roland,
gratuliere! Der einzige, von dem ich weiß, dass er seinen BZ in ähnlich gesunden Grenzen hält wie Du, hat dazu ein gutes Jahr gebraucht. Hatte ich bis jetzt als Rekord gesehen. Du hast ihn um Längen unterboten :-)
Offenbar kannst Du Deinen alltäglichen BZ-Verlauf vor allem auch nach den Mahlzeiten in engen nahezu gesunden Grenzen halten. Denn entgegen der weit verbreiteten Ansicht lässt sich ein HBA1c um 5 nicht mit Hypos erkaufen. Beim HBA1c zählen keine Spitzen, die weniger als 2-3 Stunden andauern. Das gilt für Spitzen nach oben genau so wie für Spitzen nach unten. Wer also 5 Stunden zu hohen BZ mit zu niedrigem ausgleichen will, muss sich dafür dann auch 5 Stunden Hypo leisten. Zum Ausgleich für 5 Stunden über 160 müsste dann schon für weitere 5 Stunden das Licht komplett ausgehen.
Gesund steht der Mensch mit 60-80 mg/dl auf, hat etwa eine Stunde nach vielen BEs 120 oder leicht darüber, praktisch nie über 140, und absolut nichts daran ist ungesund für einen Diabetiker, der es schafft, diesen Verlauf nachzubauen. Wir werden nur nie zum Nachbauen angeleitet. Wir bekommen unsere Medis immer in der Art zugemessen, dass sie meistens den gesamten BZ-Verlauf senken, nicht nur die Spitzen, sondern auch die Täler. Dadurch müssen wir in umso mehr Täler fallen, je mehr Spitzen wir kappen. Es ist also die Unzulänglichkeit der Anleitung, die die Güte der Einstellung begrenzt. Unter Ärzten finden wir sehr selten Anleitungen dazu, gezielt die Abstände zwischen den Spitzen nach oben und denen nach unten zu verringern, so dass unser BZ-Verlauf zu möglichst großen Teilen in den ganz gesunden Rahmen passt.
Weil die Medizin uns nicht zum gesunden BZ-Verlauf anleiten kann, erklärt sie Diabetiker quasi mit 20 Zigis am Tag zu Nichtrauchern, HBA1c um 7. Voll der Nichtraucher ist demnach, wer 10 Zigis schafft, HBA1c um 6. Aber noch weniger Zigis und manchen Tag vielleicht sogar gar keine erklärt sie für wenigstens genau so ungesund wie einen HBA1c um 8. Ist das nicht krank?
Bisdann, Jürgen -
Thomas
Rang: Gastam 14.09.2008 14:55:52
Hallo Jürgen,
warum nennst Du dich im ersten Post denn Roland? Schon die Art zu schreiben, die Orthographie, Fragestellung, alles verrät einen. Jürgen, suche dir professionelle Hilfe, Du bist hochgradig krank!
Gute Besserung, Thomas -
rudi
Rang: Gastam 14.09.2008 15:30:08
hallo thomas,
jürgen motiviert zu einem möglichst
niedrigen bz-verlauf.
was ist daran krankhaft oder falsch?
er gibt seine erfahrungen weiter, die
dann jeder für sich erfolgreich umsetzen
kann.
oder auch nicht.
gruss rudi -
Thomas.
Rang: Gastam 14.09.2008 15:35:12
Hallo,
sag mal Rudi, liest und verstehst Du überhaupt die Beiträge auf die Du antwortest?
Gruss Thomas von Thomas. -
dipa
Rang: Gastam 14.09.2008 17:17:00
Hallo Thomas,
du solltest mal lesen lernen.
Jürgen erkennt man an seine langen Abhandlungen und dass er einen guten Bz-Verlauf empfiehlt.
Zu einem guten BZ-Verlauf gehört auch sich bewusst zu ernähren. Roland hat in der Hinsicht Defizite. Rolands Werte sind zwar gut, aber nicht mit Jürgens Werte zu vergleichen.
Rolands Frage würde Jürgen nie stellen.
Beweis: Jürgens Zigarettenbeispiel.
mfg dipa -
Brigitte Schlag
Rang: Gastam 14.09.2008 20:08:58
ist nicht nachvollziehbar, was die Ärzte zu dem guten Ergebnis der BZ-Einstellung sagen. Ob die eigene Gegenregulation noch funktioniert oder nicht hängt sicher nicht von der optimalen / nicht optimalen Einstellung ab, sondern wie sensibel der Mensch selbst auf seinen Körper und damit die Warnsignale noch reagiert. Ich habe (Typ II) sehr schlechte Erfahrungen mit BZ-Senkern wie Amaryl und aus dieser Linie stammenden Medikamente gemacht. So schnell wie da der BZ runter sausen kann, so schnell kann ich kaum mehr reagieren - schlimm die dann mögliche Unterzuckerung. Also habe ich umgestellt, Typ I ist da natürlich anders gelagert. Meist einfacher im Griff zu halten, weil bei Typ II der Stoffwechsel entgleist ist - Typ I aber kaum oder kein Insulin mehr produziert, also auch nichts ausser Insulin dies beheben kann.
Lass Dich nicht irre machen, wenn es Dir sonst gut geht such Dir einen anderen Arzt, das ist mein Tipp. -
Roland
Rang: Gastam 14.09.2008 23:10:40
Hallo Ralph,
herzlichen Dank für Deinen sehr informativen Beitrag.
Obwohl zu meiner Frage im Forum ja sehr diverse Meinungen dargelegt werden, ist mir eines noch nicht ganz bewusst.
In meinen bisherigen Schulungen wurde immer die ärztliche Meinung vertreten, dass BZ-Werte von unter 60 für das Gehirn und wie Du schreibst auch für das Herz (war mir ehrlich gesagt überhaupt nicht bewusst) gefährlich sind.
Da ich mich aber meistens um BZ-Werte von 80-100 bewege ( um die 70 läutet mein Körper die Alarmglocken) kann ich doch momentan (bis zum ausschleichen der Remisionphase) so weiter machen wie bisher, oder?
Mir will einfach nicht begreiflich werden, was an einem HbA1C-Wert von 5,4 für einen Diabetiker so schlecht sein soll, solange das Alaramsingnal im Körper funktioniert.
Kann man eigentlich die Remisionsphase durch höhere BZ-Werte (HbA1C) verlängern?
Herzlichen Dank vorab.
Liebe Grüße Roland