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Hallo & frische Diagnose Typ2

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    am 24.06.2020 22:19:52 | IP (Hash): 1020241420
    Hallo,
    jetzt hat es mich auch erwischt...........

    Gestern bekam ich die für mich schockierende und belastende Diagnose Diabetes Typ 2, nachdem ich seit Jahresanfang immer wieder heftige Infektionen, Pilzinfektionen, Unverträglichkeiten und schlimme Herpesausbrüche im Mund hatte, was ich so von mir mein Leben lang bis dato nicht kannte.

    Da ich ohnehin seit Jahren psychisch angeschlagen bin, hat mich die Diagnose gestern so richtig umgeworfen und ich weiss noch nicht, wie ich damit umgehen soll. Ernährung und so, klar, muss ich mit Beschäftigen. Tabletten bekommen, soll die einschleichen. Diabetes LangzeitWert von 8,5 wurde mir gesagt, keine wirkliche Ahnung was das bedeutet, und ob das viel oder wenig ist?

    Heute den ganzen Tag wie vor den Kopf geschlagen, auf Arbeit notgedrungen gute Miene zum bösen Spiel gemacht, innerlich fix und fertig...........

    Meine Frage dazu: kann man sich eine Zeit lang krank schreiben lassen, um mal n bisschen gedanklich klar zu kommen, oder ist das eher unüblich, hatte den Eindruck, das mein Arzt da kein Interesse dran hatte? Übertreibe ich mit meiner (Miss)empfindung? Wie seit ihr mit der frischen Diagnose umgegangen?

    Im Übrigen: da ich auch Bluthochdruck habe, über 50 Jahre bin, sowie chronische Sinusitis und Allergien (Hausstaub, Schimmelpilze, Heuschnupfen u.a.) und des öfteren jetzt wegen der o.g. Unverträglichkeiten/Infektionen auch starkes Cortison nehmen musste: bin ich jetzt mit einer frischen Diagnose (wo ja noch kein Blutzuckerwert eingestellt ist) irgendwie Corona-Risikogruppe?

    Fragen über Fragen werd ich sicherlich jetzt so nach und nach haben...........
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    am 24.06.2020 23:08:27 | IP (Hash): 816120102
    Willkommen im Club ;)

    Klar wolltest Du nicht rein, wollte hier niemand. Nur, raus geht bislang noch nicht, und so haben wir uns hier alle irgendwie mit unserem so erträglich eingerichtet, wie wir das wollen. Wirst Du auch, und dabei feststellen, dass das ganz gut geht. Schließlich ist Dein 2er Dir über Jahre gewachsen, ohne dass Du was davon mitgekriegt hast. Und Dein Dok macht deswegen keinen Tanz drum, weil er Patienten mit HBA1c 10 hat, die sich mit allen Medis und noch so gutem Zureden nicht zu weniger bewegen lassen. Und da sind die 8er eher normal, auch wenn unter 7 das allgemeine Ziel ist und unter 6 das zeitgemäß fortschrittliche.

    Höher als gesunder Blutzucker macht für sich über einen weiten Bereich keine direkten Beschwerden. Wenn Du also jetzt den Knopf auf völlig gesund Drehen könntest, würdest Du dich gleich oder morgen oder übermorgen wahrscheinlich nicht anders als bisher fühlen.
    Höher als gesunder Blutzucker kann super alle Arten von Beschwerden verstärken. Wenn Du also in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten Deinen Blutzucker immer mehr Richtung gesund verringerst, kann gut sein, dass auch die eine oder andere Deiner bisherigen Beschwerden nach und nach merklich erträglicher wird. Dafür Daumendrück!

    Auch wenn Dir das jetzt alles ein bisschen über den Kopf wachsen will, ist ne Auszeit nicht besonders produktiv. Denn der Blutzucker ist kein Spiegel, den man mehr oder weniger hoch einstellt, sondern so ne Schlange wie in der Grafik unten. Die schlängelt sich jetzt viel zu hoch und mit viel zu weiten Ausschlägen durch Deine Alltage. Durch Deine Auszeittage würde sich sich ganz anders schlängeln, und wenn Du die auf den gesunden Bereich getrimmt hättest, müsstest Du mit dem Übergang in den Alltag wieder ne ganze Menge bis alles neu einrichten. Deswegen macht den meisten Sinn, von Anfang an direkt im normalen Alltag anzusetzen.

    Bevor ich jetzt stundenlang so weiter schreibe, für meine nächst Schreibe morgen die Frage: Was willst Du konkret wissen?

    Nachtrag: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d8/Glucose-insulin-day-german.svg/495px-Glucose-insulin-day-german.svg.png

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
    Sie testen immer mal wieder, welche Portionen von welchem Essen am besten in ihren gesunden Blutzucker-Rahmen (in der Spitze etwa ne Stunde danach max 140-160 mg/dl) passen und wann am Tag welche Bewegungsanteile und richten sich meistens danach. Geht am einfachsten schon mit Prädiabetes!

    Bearbeitet von User am 25.06.2020 09:20:08. Grund: Ergänzung
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    am 29.06.2020 12:57:54 | IP (Hash): 1020241420
    Danke für Deinen Beitrag.

    Seit knapp 1 Woche schleich ich Metformin 1000 ein, immer abends ne halbe (500). Hab aber seitdem zunehmend Sehstörungen und seit ca. 2 Tagen (und besonders gestern Nacht) Durchfälle. Ausserdem nen verdammt schnellen Puls (Bluthochdruckpatient) von ca.120 (sollte den Betablocker halbieren). Hab daraufhin heute wieder nen ganzen Betablocker genommen und Puls wieder im "Normalbereich" 70-80.

    Achja, Ernährung versuch ich natürlich auch Umzustellen. Kein (-wenig) Zucker, kein Coffein, weniger Pommes mit Currywurst/Schnitzel etc., keine Pizza, Vollkorn-Pasta statt normaler, Haferdrink zum Frühstück, regelmäßig Eier, Vollkornknäcke etc.

    Heute morgen ging es mir allerdings so schlecht, das ich mich auf Arbeit krank melden musste.............

    Ist das alles so normal?

    (P.S.; nachdem ich dann den Betablocker genommen habe und Frühstück geht es mir mittlerweile besser)
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    am 30.06.2020 11:57:26 | IP (Hash): 1020241420
    So, heute von Arbeit krank nach Hause abgemeldet. Konnte auf Nahsicht trotz Brille kaum was gedrucktes erkennen.....................

    Soll die Metformin-Einnahme jetzt stoppen und hab morgen früh nen Arzttermin.
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    am 30.06.2020 14:59:14 | IP (Hash): 627712663
    Wenn der Blutzucker von viel zu hoch auf einigermaßen normal sinkt, verändert sich der Abstand, in dem man scharf sieht. Häufig ist das vorübergehend, bis die Augen sich an den wenigeren Zucker in all ihrem Wasser gewöhnt haben. Oft ist aber auch nach einigen Wochen der Gewöhnung ne neue Brille notwendig. Besprich das am besten mal morgen mit Deinem Arzt.

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    Seit über 10 Jahren leben immer mehr Menschen völlig gesund mit ihrem Diabetes Typ 2, mit sehr viel weniger Medikamenten, als für ihre DDG-normale Behandlung, oder sogar völlig ohne.
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    am 30.06.2020 15:58:27 | IP (Hash): 1983084229
    Gast1969 schrieb:
    So, heute von Arbeit krank nach Hause abgemeldet. Konnte auf Nahsicht trotz Brille kaum was gedrucktes erkennen.....................

    Hallo Gast,

    wenn das mit den Augen dein Hauptproblem ist, dann kann ich dich beruhigen. Das ist in deiner Situation normal und bessert sich auch wieder. Das wird dir dein Arzt hoffentlich morgen auch so erzählen.

    Mit dem BZ ändert sich der Brechungsindex der Linse, Deine Augen haben sich jetzt an den hohen BZ angepasst und müssen erst wieder mit dem jetzt gesunkenen BZ zurecht kommen. Das schaffen die auch, es kann aber bis zu 3 Monaten dauern. Danach kannst du wahrscheinlich wieder genauso sehen, wie vorher. Lass dir in dieser Zeit bloß keine teure Brille anpassen. Die kannst du dann nur noch wegschmeißen. Am besten ist, wenn du dir über diese Zeit mit billigen Lesebrillen hinweg hilfst.

    Zum Augenarzt solltest du trotzdem gehen und untersuchen lassen, ob schon diabetische Augenschäden vorliegen. Die Gefahr ist allerdings nicht sehr hoch und deine aktuellen Sehprobleme sind sehr wahrscheinlich noch keine Schäden.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 30.06.2020 15:59:25. Grund: .
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    am 30.06.2020 16:37:47 | IP (Hash): 1020241420
    Danke für Eure Antworten. Ich denke auch, dass das mit den Augen Tabletten- bzw. BZ-bedingt ist, da die Probleme ja auch erst mit Einnahme von Metformin angefangen haben. Ausserdem, hab ich gerade festgestellt, bin ich unsagbar müde, hab wie ein Toter gerade fast 4 Stunden geschlafen und könnte vom Gefühl her bis morgen früh weiterschlafen. Weiss nicht, ob das auch vom Metformin kommt, oder hat das mit BZ zu tun?

    Wenn das mit den Augen bis zu 3 Monate dauert, wie habt Ihr das mit Arbeit geregelt (bekommen)? Ich muss den ganzen Tag über im Grunde durchgehend intensivst und viel Lesen, das ist ja dann gar nicht -problemlos- möglich?
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    am 30.06.2020 16:54:51 | IP (Hash): 1983084229
    Gast1969 schrieb:
    Wenn das mit den Augen bis zu 3 Monate dauert, wie habt Ihr das mit Arbeit geregelt (bekommen)? Ich muss den ganzen Tag über im Grunde durchgehend intensivst und viel Lesen, das ist ja dann gar nicht -problemlos- möglich?

    Geh zum nächsten Drogeriemarkt und probiere die billigen Lesebrillen an, ob du mit einer anständig lesen kannst. Wahrscheinlich brauchst du dann bald wieder eine neue mit anderer Stärke. Wenn eine Anpassung beim Optiker unbedingt sein muss, dann nimm wenigstens die billigste Variante.

    Dein BZ ist nicht nur durch die Minidosis Metformin gesunken, die hatte wahrscheinlich nur einen geringen Anteil. Man kann bei Typ2-Diabetikern nach der Diagnose häufig beobachten, dass bereits ein kleines bisschen Achtsamkeit beim Essen eine große Wirkung hat. Natürlich unterstützt Metformin die BZ-Senkung auch sehr gut, aber noch nicht in der geringen Einschleichdosis. Erwarte also nicht, dass dein BZ nach dem Weglassen von Metformin wieder so hoch ansteigt wie vorher und die ganzen Übergangsprobleme verschwinden. Die bleiben dir erhalten - da musst du auf jeden Fall durch.

    Alles Gute, Rainer

    ____
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    Bearbeitet von User am 30.06.2020 16:55:08. Grund: .
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    am 01.07.2020 16:37:33 | IP (Hash): 1020241420
    Den Arzt hab ich dann heute nicht gesehen, nur die Helferin. Da wurde mir gesagt ich soll das Meformin absetzen und durch Xelevia ersetzen. Ist das gut?

    Viele Grüße
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    am 01.07.2020 19:32:18 | IP (Hash): 1143500186
    Alle Medis, die wir vom Diabetologen verschrieben bekommen, sind gut. Aber wie gut sie für jeden einzelnen von uns sind, kann nur jeder von uns bei sich selbst ein paar Tage bis Wochen selbst ausprobieren und beobachten. Daumendrück für besseres Gelingen!

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. Für bis wann gesund und ab wann Prä- oder Diabetes gibt es keine organisch "harten" Fakten.
    ALLE Grenzwerte befinden sich in dem Bereich, der für eine ordentliche Diabetes-Behandlung nach DDG als gut bis sehr gut und symptomfrei gilt.