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Neueinsteiger mit HbA1c 13,5

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    Mitglied seit: 18.11.2020
    am 18.11.2020 11:41:56 | IP (Hash): 1040372874
    Hallo Leute,

    leider wurde ich kürzlich auch in (männlich 43) den erlauchten Kreis der Typ2 Erkranken aufgenommen.

    Bei einem Bluttest wurde ein Nüchtern Blutzucker von über 300 und ein HbA1c von 13,5 ermittelt.

    Einordnen konnte ich das ganze noch nicht so richtig, mein Hausarzt war jedenfalls entsetzt.

    Seit dem 13.11 spritze ich mir morgen Insulin (20 Einheiten) und nehme 2x 500mg Metformin.

    Ernährung habe ich bereits seit dem 31.10. massiv umgestellt,
    Sport, naja zumindest habe ich mir vorgenommen da mehr zu tun, muss sich im Alltag aber noch einspielen.

    Ich messe 3-4x am Tag meinen BZ und die Werte sehen für mich eigentlich gut aus.
    Seit 3 Tagen am morgen knapp unter 100mg/dl und 2 stunden nach den Mahlzeiten bei ~ 120-130mg/dl.

    Meine Hoffnung ist natürlich das ich zumindest mit dem Insulin spritzen in einigen Wochen? Monaten? beenden kann und mit Ernährung sind Tabletten auskomme.

    Allerdings kann ich nicht einordnen wie stark mit das Insulin derzeit hilft?


    Gruß Tobias

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    am 18.11.2020 14:04:32 | IP (Hash): 2125378493
    Hallo Tobias,

    20 Einheiten Lantus sind schon ganz schön viel, ohne die wird dein BZ wieder ein ganzes Stück hoch gehen.

    Es ist aber durchaus denkbar, dass du in den kommenden Wochen immer weniger Insulin brauchst und vielleicht am Ende nur mit Metformin auskommen könntest. Mein Rat wäre allerdings, auch dann bei einer Minidosis Lantus (z,B. 6IE) zu bleiben und damit die BSD wirksam zu unterstützen. Wenn dir dein Arzt das Lantus erst mal weggenommen hat, kriegst du es erst wieder, wenn dein BZ-Werte wieder sehr schlecht werden. Mit der Unterstützung durch Lantus und deinen Veränderungen mit ernährung und Bewegung kannst du den erreichten Stand vielleicht über viele Jahre so halten.

    Viel Erfolg, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 18.11.2020 14:06:44. Grund: .
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    am 18.11.2020 17:29:16 | IP (Hash): 294186328
    Hey, das Alter passt. Das war bei mir vor 30 Jahren, aber bei den Werten konnte ich damals besser mit HBA1c 15und und morgens nüchtern 400und ;)
    Ok, der Dok hat meinen BZ damals wieder eingefangen, wie er Deinen eingefangen hat, und dann gab’s 8 Jahre immer mehr Tabletten (damals praktisch nur seeehr selten Insulin für Typ 2) bei HBA1c um 7. Dann wollte der über 8, und um den weiter um 7 zu halten, gab’s statt der Tabletten 140-160 Einheiten Insulin am Tag. Langwirksames (noch kein Lantus) für die Grundversorgung und kurzwirksames für’s Essen.
    Ein paar Jahre weiter hat mich ein Typ 1 Arbeitskollege zum BZ im völlig gesunden Bereich überredet und angeleitet mit dem Erfolg, dass ich bei gleichbleibendem Tagesprofil nur noch 80-90 Einheiten an Insulin brauchte für zwischen den Mahlzeiten 70-90 und in der Spitze etwa 1 Stunde nach den Mahlzeiten 140 bis selten mal 160 mg/dl und ganz selten auch mal deutlich mehr.
    Schließlich hab ich vor 7 Jahren meine alte Leber nach Prof. Taylor (https://www.ncl.ac.uk/magres/research/diabetes/reversal/#publicinformation) entfettet und brauche seitdem meistens nur noch 30-40, öfter mal bis 50 und seehr selten mal darüber Einheiten Insulin gesamt am Tag.
    Und heute stelle ich mir vor (und deswegen schreib ich Dir das hier so ausführlich), dass ich mit meinem Start nach Taylor, wenn es den damals schon gegeben hätte, bis heute nie hätte Tabletten und Insulin für meinen völlig gesunden Blutzucker nehmen müssen, wenn ich denn einigermaßen konsequent in der Spur geblieben wäre. Allerdings gibt’s Taylor bislang nur in GB, da auch schon seit ein paar Jahren mit einer interessanten DiRECT Studie.

    Bevor ich’s vergesse: Kann das sein, dass Du zum Lesen immer längere Arme brauchst? Die Optik in Deinen Augen muss sich nämlich erst wieder an weniger Zucker gewöhnen ;(

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 18.11.2020 18:23:23 | IP (Hash): 2015992124
    Hallo und danke für die Antworten.

    @ Rainer ich verstehe was du meinst wenn man wenn man das Insulin erst mal abgesetzt hat bekommt man es wahrscheinlich nur schwer wieder neu verschrieben.

    Wäre mir natürlich lieber wenn ich in ein paar Monaten komplett drauf verzichten könnte, auch wenn sich das spritzen als schlimm als befürchtet heraus gestellt hat.

    @ hjt_Jügen

    deinen Link muss ich mir mal in Ruhe zu Gemüte führen, zufälligerweise habe ich mit schon vorgenommen meinen BMI im nächsten halben Jahr auf mindesten 25 zu drücken das wären fast genau 15kg.

    Ich brauche seit ca. 12-6 Monaten eine Brille für die Nähe. Der Zucker ist da wahrscheinlich nicht ganz unschuldig dran. Eine Veränderung habe ich da in den letzten Tagen aber nicht bemerkt.
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    am 20.11.2020 08:21:13 | IP (Hash): 1040372874
    Hi,

    mal ein frage zum BZ am Morgen.


    Heute morgen nach dem aufstehen 5.45 Uhr einen BZ von 100 gemessen , letzte Mahlzeit 18.30 dazu 500mg Metformin 2h danach 102.

    Habe dann meine 20 Einheiten gespritzt.

    Jetzt um 8.15 BZ 130 gegessen habe ich nix nur 2 Kaffee mit wenig Milch.

    Woher kann der starke Anstieg kommen? Vom Kaffee mit Milch aber ohne Zucker?

    Gestern sah es übrigen ähnlich aus 111 nüchtern und 121 3h später kurz vor dem Frühstück.

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    am 20.11.2020 09:21:43 | IP (Hash): 1559310040
    Turbotobi schrieb:
    Woher kann der starke Anstieg kommen? Vom Kaffee mit Milch aber ohne Zucker?

    Der Anstieg kommt aus der Leber. Die gibt normal Glukose aus, wenn der BZ zu weit absinkt. Dieser Mechanismus ist bei uns Diabetikern leider gestört, so dass die Leber auch zur falschen Zeit Glukose ausgibt.

    Von Typ2-Diabetikern wird öfter berichtet, dass der BZ am Morgen immer weiter ansteigt, bis sie eine Kleinigkeit gegessen haben. Beobachte mal, ob das bei dir auch so ist und ob du den Anstieg mit einem kleinen Frühstück stoppen kannst.

    Beste Grüße, Rainer
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    am 20.11.2020 09:57:23 | IP (Hash): 1040372874
    Danke Rainer,

    werde dann mal weiter beobachten und versuchen am morgen eine Kleinigkeit zu essen.

    Normalerweise esse ich um diese frühe Zeit nichts, denn dann bekomme ich bis 9,00Uhr nämlich richtig Hunger, wenn ich nichts esse schaffe ich es problemlos bis 9.00Uhr.


    Aber genau das könnte ja passen? :

    Nix essen- Leber schüttet Glukose aus- kein Hungergefühl.

    Wenn ich etwas esse schüttet die Leber keine Glukose aus- BZ sinkt - Hungergefühl.

    kann es so einfach sein?
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    am 20.11.2020 10:24:01 | IP (Hash): 1559310040
    Turbotobi schrieb:
    kann es so einfach sein?

    Evtl. ja - deshalb hilft an vielen Stellen nur, es auszuprobieren.

    Falls du damit nicht zurecht kommst, kannst du es auch mal mit einer Kleinigkeit, z.B. ein Stück Käse, versuchen.

    Viel Erfolg, Rainer
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    am 21.11.2020 12:36:10 | IP (Hash): 1653647508
    Hallo Tobias,
    bei mir wurde auch ein HbA1c wert von 13 und nüchtern von 300 festgestellt im März diesen Jahres.
    Also willkommen im Club naja ein Rest Humor :-)
    Das war für mich auch ein Schock und ganz ehrlich ich hatte zu der Zeit keine Beratung sollte ins Krankenhaus damit ich den Umgang und Dosis mit Insulin lernen sollte. Wegen Corona kam das nicht zustande. Wie auch Du habe ich meine Ernährung massiv umgetellt sehr wenig Brot bzw Kohlenhydrate und kein Zucker. Im Unterschied zu dir habe ich auch angefangen Täglich zu Laufen 5-7 km am Tag.
    Aus eigene Erfahrung kann ich sagen das dass mir sehr geholfen hat. Natürlich reagiert der Körper nicht bei jedem gleich. Aber viel Bewegung und Sport und die richtige Ernährung sehr wichtig.
    Ich persönlich spritze kein Insulin und nehme auch kein Metformin (Metformin für 2-3 Wochen genommen danach abgesetzt) aber ich achte sehr auf meine Ernährung und Bewegung.
    Zur Infor meine Hba1c1 werte Chronologisch
    März 2020 13%
    Juni 2020 5,9
    September 2020 5.4.

    Nicht falsch verstehen ich Schreibe das wirklich nur weil ich weis wie das ist wenn man mit der Diagnose Typ2 konfrontiert wird. Und ehrlich gesagt Ärzte oDer Diabetologen sind wirklich keine grosse Hilfe.
    Am Anfang meiner Diagnose habe ich Täglich bis zu 10-20 mal BZ gemessen. Es war schon Exzessiv.
    Aber für mich war das wichtig. So konnte ich den BZ nach jeder Nahrungsaufnahme bzw 1-2 Stunden
    nach dem Essen Einschätzen. Mittlerweile hat sich das Messen des BZ 1-3 mal alle 2-3 wochen reduziert.
    Ich habe die Erfahrung gemacht wenn man sich auf die Medikamente verlässt in deinem Fall Insulin und Metformin neigt man dazu gelassener an die Sache ranzu gehen. Man berechent sein Broteinheit und spritzt sich vorsoglich und isst dementsprechend. Du musst dein Körper und die Wirkung deiner Nahrungsaufnahme auf dein BZ verstehen. Dein Weg sollte sein ganz auf Insulin zu verzichten gesetz dem Fall das dein Körper noch eigen Insulin produziert. Wenns dem so sein sollte und du noch eigen Insulin produzieren solltest, bei Typ2 ist es meist der Fall bei dem einen mehr bei dem anderen etwas weniger, dann sollte eien Remission kein problem sein.
    Dieses Forum ist wirklich sehr gut ich glauge ich hätte es nicht so gut bewältig wenn ich nicht die kompotenten Ratschläge der Mittglieder hier befolgt hätte.
    In diesem Sinne nochmals vielen Dank an das Forum
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    Mitglied seit: 18.11.2020
    am 21.11.2020 16:43:50 | IP (Hash): 2015992124
    Hallo Amsiso,

    danke für deinen Beitrag.

    Mein Ziel wäre es ganz klar vom Insulin weg zu kommen,

    Auch wenn ich nicht berechnen und danach essen muss ich soll mir einfach morgens 20 Einheiten von dem Langzeit Insulin spritzen und fertig. Also eigentlich kein Aufwand aber locker nehme ich es deswegen trotzdem keinesfalls.

    Mein Ziel ist es auf jeden fall vom Insulin weg zu kommen, aber erst einmal den HbA1C und noch einige Kilo runter kriegen und dann sehen wir mal weiter.

    Auf jeden Fall schön zu sehen das da wohl doch noch so einiges möglich ist.