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OGTT nach der Schwangershuaft bitte um Hilfe

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    Mitglied seit: 21.11.2020
    am 30.11.2020 11:28:26 | IP (Hash): 1851846807
    Liebe Mitglieder des Forums,

    heute hatte ich OGTT-Test 10 Wochen nach der Entbindung, folgende Wette habe ich bekommen: 99-218-132

    In der Schwangerschaft hatte ich: 80-184-175

    Der Arzt meinte dass der Eine-Stunde-Wert außerhalb der Schwangerschaft nicht so relevant ist, allerdings bedeutet der Wert jedenfalls dass ich hohes Risiko habe in den nächsten Jahren Diabetes als Diagnose zu bekommen. Stimmt das? Wie wichtig ist der Eine-Stunde-Wert?

    Da der Anstieg im Vergleich zur Schwangerschaft so deutlich ist (80 zu 99, 184-218), habe ich mir Gedanken gemacht wegen Typ 1 Diabetes, der Arzt hat dies verneint und sagte dass es dann wenn ich nicht aufpasse wohl Typ 2 wird. Stimmt das? Wie unterscheidet der Arzt Typ 1 und Typ 2?

    Vielen Dank!

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    am 30.11.2020 13:25:14 | IP (Hash): 888257509
    Wieso soll es denn überhaupt Diabetes werden. Du hast doch noch nicht mal prädiabetes. Wie sieht denn der langzeitwert aus.
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    am 30.11.2020 13:28:36 | IP (Hash): 698767019
    @DanielaW
    weil das der gesunde Verlauf ist https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar


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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 30.11.2020 13:45:00 | IP (Hash): 1436444806
    Danke an Sie beide!

    Der Arzt hat den Langzeitswert nicht gesagt. In der Schwangerschafts war’s am Anfang 5,0 und zum Ende dann 4,8
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    am 30.11.2020 15:28:46 | IP (Hash): 888257509
    Bei 5,0 so hohe Werte,?
    Komisch

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    am 30.11.2020 15:42:35 | IP (Hash): 1946381841
    In der Schwangerschaft war’s 5,0, damals war das OGTT-Ergebnis von 80-184-175
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    am 30.11.2020 16:23:07 | IP (Hash): 698767019
    Unser großer Logistiker Blutkreislauf verteilt 24/7, was unser Organismus braucht. In Ruhe mit um 5 Litern Blut pro Minute und bei größeren Anstrengungen auch mit 15-20. Im Organismus nehmen sich alle Zellen aus dem roten Saft, was sie brauchen, und wenn der dann wieder durch die Leber kommt, lädt die wieder auf, was fehlt. Die Steuerung dafür, dass da immer genug und nie zuviel rausgeht, funktioniert gesund genial vollautomatisch und erstaunlich weitgehend unabhängig davon, ob wir uns gerade den Bauch vollgeschlagen oder ne Woche gefastet haben.

    Nicht so, wenn die Blutzucker-Automatik defekt ist. Die braucht zu ihrem Funktionieren immer passend Insulin. Wenn Glukose durch die Wand vom Dünndarm aufgenommen wird, bestellen Hormone immer recht genau dafür passend das Insulin im Pankreas. Dann treffen sich die Glukose und ihr Insulin in der Pfortader auf dem kurzen Weg in die Leber und werden da drin dann schon mal zum größten Teil verarbeitet.
    Am Leberausgang in den Ganzkörperumlauf geht von beiden dann immer nur so viel, wie im Organismus in den nächsten Minuten maximal gebraucht werden könnte.

    Mit Typ 1 wird diese geniale Just-in-Time-Versorgung dadurch gestört, dass kein Insulin geliefert wird, weil die produzierenden Beta-Zellen im Pankreas abgestorben sind. Meistens braucht das Absterben nur wenige Wochen mit immer höher steigendem BZ insgesamt und besonders nach dem Essen und endet, wenn vorher nicht erkannt und mit Insulin aus dem Pen ausgeglichen, in der Notaufnahme im kranken Haus, wenn um die 20% Restproduktion unterschritten werden.
    Mit Typ 2 wird diese geniale Versorgung an wenigstens 2 Stellen gestört. Einmal dadurch, dass die zusätzliche Insulinlieferung auf die Hormonanforderung bei der Aufnahme durch die Dündarmwand immer geringer ausfällt und schließlich ganz ausbleibt. Damit steigen zunächst die BZ-Spitzen nach dem Essen. Und dann dadurch, dass die Leber zunehmend immer mehr Glukose in den Gesamtkörperumlauf schickt als zum einfachen Auffüllen der verbrauchten gebraucht wird. Und damit steigt der BZ-Verlauf insgesamt immer höher an.

    Beim Typ 1 ist die Diagnose mit dem eindeutigen Symptom der Ketoazidose mit endlosem Rückwärtsessen spätestens in der Notaufnahme klar, häufig noch unter 400 mg/dl.
    Typ 2 kann dagegen noch mit 400 mg/dl völlig symptomfrei sein, denn dass der dauernd was trinken muss und dauernd zum Klo, sieht ja niemand außer ihm selbst und seiner Umgebung, und alle haben sich über die Jahre an immer mehr und immer häufiger gewöhnt, so dass das nie aufgefallen ist. Deswegen wird auch heute noch von einer verhältnismäßig großen Anzahl nichtdiagnostizierter Typ 2 ausgegangen.

    Für alle Typen außer Schwangerschaft sind dieselben Diagnose-Grenzwerte im allgemein noch völlig symptomfreien Bereich willkürlich definiert. Und (besonders für Daniela) weil Glukose erst nach 3 und mehr Stunden an Hämoglobin bindet und erst so mit dem HBA1c bewertbar wird, zählen auch 1-Stunden-Spitzen bis an 300 nach dem Essen nicht, sondern davon nur das, was dann nach 3-4 Stunden noch übrig ist.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    Mitglied seit: 21.11.2020
    am 30.11.2020 16:51:54 | IP (Hash): 441846576
    Ich sage nur “wow”. Und vielen vielen Dank für eine so ausführliche Erklärung!

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    am 30.11.2020 17:05:23 | IP (Hash): 441846576
    Und wie Sie geschrieben haben, entwickelt sich der Typ 1 Diabetes innerhalb von paar Wochen, kann es hier bei mir eher um den Typ 2 handeln oder? Zwischen den beiden OGTT-Werten liegen 5 Monate.

    Ich bin nun 38 Jahre alt und wiege 66 Kilo (165 cm groß). In den ersten 8 Wochen nach der Geburt habe ich auch wirklich null aufgepasst. Habe sehr viel Kohlenhydrate gegessen und Bewegung war auch wirklich wenig. In der Familie haben meine Oma und mein Onkel Diabetes Typ 2.

    Und was würden Sie an meiner Stelle vorgehen? Ich habe gedacht so mehr Bewegung und weniger Kohlenhydrate mit viel mehr Gemüse. Dazu selbst testen aller zwei Wochen. Halten Sie dies für etwa sinnvoll?

    Vielen vielen Dank!
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    am 30.11.2020 17:49:56 | IP (Hash): 698767019
    Wir sind hier alle per Du :)

    Und an Deiner Stelle würde ich mich essensmäßig nach diesem Rezept richten https://www.bloodsugar101.com/download-the-lower-your-blood-sugar Und für ein bisschen Bewegung sorgt der Nachwuchs doch inzwischen auch, oder?

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.