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Diabetiker-Tochter mit vielen Fragen

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 28.12.2020
    am 28.12.2020 12:19:17 | IP (Hash): 1919661625
    Liebe Forums-Mitglieder,

    hier meldet sich wieder ein Neuling mit vielen Fragen.
    Daher auch ein etwas langer Text.

    Kurz zum Stand:
    - Es geht um meine Mutter (79)
    - Bei ihr wurde im September Diabetes Typ 1 festgestellt, der extrem schwer einstellbar ist
    - Beratung: 1 x im Quartal eine Beratungsstunde bei einer Diabetologin (ist das normal/genug?)
    - Medikamente: A) Basis-Insulin: Insulin aspart Fiasp Penfil, feste Einheiten: morgens 9, mittags 3, abends 9 B) Basal-Insulin: ABASAGLAR Insulin glARGin 3 Einheiten

    Nüchtern-Insulin liegt meistens bei 150
    Frühstück morgens meist gegen 08 Uhr: ca. 120 g Naturjoghurt 3,8%, Haferflocken 60 g, dazu noch Leinsamen, Hanfsamen, Sesam (jeweils 1TL), Leinöl und Gewürze
    Um 10:30 Uhr fällt sie dann meist in Unterzucker und reguliert mit Traubenzucker (1BE) und einem kleinen Apfel.
    Mittagessen: normale Portion (kocht hier nicht speziell, immer eine Zusammensetzung aus Reis/Nudel/Kartoffeln und Gemüse und ab und zu Fleisch/Wurst)
    Mittags ganz unterschiedlich ob sie in Unterzucker fällt oder nicht oder er auch bis 250 hoch geht.
    Zurzeit gegen 16 Uhr meist noch etwas Plätzchen wenn der Butzucker okay oder eh unten ist.
    Abendessen meisten gegen 17:30 Uhr: 2 kleine Scheiben Vollkornbrot mit Wurst/Käse, gern noch Essiggurken oder anderes Gemüse wie Paprika dazu
    Um 19 - 20 Uhr meist wieder Unterzucker. Gegenregulation mit Traubenzucker und Obst oder auch mal ein Joghurt. Gegen 22 Uhr dann oft wieder über 200.

    Ob sie vor oder nach dem Essen spritzt macht sie davon abhängig wie hoch ihr Blutzucker vor dem Essen ist.

    Das Hauptproblem: es kommt oft vor, dass sie in den Unterzucker fällt obwohl sie gut gegessen hat (bspw. Raclette an Heiligabend, 2h später runter auf 50) und er dann wieder hoch schellt auf weit über 200. Also den Tag über immer extreme Spitzen, Achhterbahnfahrten..

    Ist das normal?
    Reagiert sie falsch bei Zucker unter 80?
    Der Alarm wurde so eingestellt, da der Blutzucker oft extrem schnell weiter fällt.

    Noch ein Extrembeispiel von heute Nacht:
    01:00 Uhr: 250
    02:00 Uhr: 77 = Alarm. Nimmt 1/2 BE Traubenzucker und ein Weihnachtsplätzchen zu sich
    02:40 Uhr: 278
    03:30: 58 = Alarm, nimmt 1BE Traubenzucker und 1/3 Marmeladenbrot zu sich (vermute das war insgesamt viel zu viel?)
    04:00 Uhr: 329 und ging noch hoch bis 360

    Ich habe das Gefühl, dass aufgrund ihres Alters gar nicht erst versucht wird den Blutzucker bestmöglich einzustellen, sondern nach dem Motto "eh zu alt dafür" vorgegangen wird und ein "essen sie keine Bananen, Trauben und Nachtische" als Beratung genug sein muss.

    Ich würde mich sehr über eine erfahrene Einschätzung der Situation freuen.

    Vielen herzlichen Dank!
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 368
    Mitglied seit: 26.10.2015
    am 28.12.2020 13:57:38 | IP (Hash): 359481663
    Hallo,
    am Anfang ist eine häufigere Beratung sinnvoll, notwendig und auch üblich...

    Wenn sie immer nach den Frühstück und Abendessen zu niedrig ist, sollte die Insulinmenge morgens und abends reduziert werden - nach (tel.) Rücksprache mit dem Arzt.

    Mittags macht es schon einen gewaltigen Unterschied ob Kartoffeln, Reis oder Nudeln... Reis z.B. enthält sehr viel mehr Kohlenhydrate als Kartoffeln...
    Das macht auch das feste Spritzschema problematisch... man isst nun mal nicht jeden Tag das Gleiche in der gleichen Menge. Wenn sie es sich zutraut, wäre da eine Schulung gut, damit sie die richtige Menge Insulin ausrechnen kann.

    Dass der Zucker nach einer Hypo weiter hochgeht als erwünscht, kann die körpereigene Gegenregulation sein, die bei deiner Mutter wahrscheinlich noch funktioniert, es ist aber auch durchaus möglich, dass sie unbewusst mehr isst als sie denkt - den Fressflash bei einer Hypo kennt jeder Typ-1er...

    Bei den Nachtwerten sind die tiefen Werte wahrscheinlich Fehlmessungen des Sensors, weil sie auf dem Sensor gelegen hat. Ich vermute ein Libre2 - die Libre-Sensoren sind dafür berüchtigt... Misst sie dann blutig nach?
    Bearbeitet von User am 28.12.2020 18:12:26. Grund: Korrektur
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 14.11.2014
    am 28.12.2020 17:50:55 | IP (Hash): 1293529712
    Honig schrieb:

    meine Mutter (79)
    -Typ 1
    extrem schwer einstellbar

    A) Basis-Insulin: Insulin aspart Fiasp Penfil, feste Einheiten: morgens 9, mittags 3, abends 9

    B) Basal-Insulin: ABASAGLAR Insulin glARGin 3 Einheiten

    Frühstück 120 natur-Joghurt, Haferflocken 60 g, dazu noch Leinsamen, Hanfsamen, Sesam (jeweils 1TL), Leinöl und Gewürze

    Um 10:30 Uhr fällt sie dann meist in Unterzucker und reguliert mit Traubenzucker (1BE) und einem kleinen Apfel.


    Mittagessen: Zusammensetzung aus Reis/Nudel/Kartoffeln und Gemüse und ab und zu Fleisch/Wurst)
    Mittags ganz unterschiedlich ob sie in Unterzucker fällt



    Hallo!
    Das mit dem "schwer einstellbar" ist seltsam - Fiasp ist das Insulin "zum Essen", und gerade Mittags scheint da nicht klar zu sein, wie viele Kohlenhydrate da denn so gegessen werden...

    Zum festen Spritzplan gehören genaue Angaben, was wovon zur jeweiligen Mahlzeit gehört.

    Führt denn jemand Buch über BZ-Werte und BE--Mengen?
    - ohne wenigstens diese Angaben kann da von einer "Einstellung" keine Rede sein. Eher "stochern im Dunklem".

    ...und irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass zum Spritzplan nicht doch noch ein Zettelchen mit passende BE-Angaben zu finden ist ;)


    Bearbeitet von User am 28.12.2020 17:57:12. Grund: .
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    Beiträge: 12
    Mitglied seit: 05.01.2021
    am 08.01.2021 11:29:08 | IP (Hash): 922569918
    Hallo,

    eine Schulung halte ich auch für sinnvoll. Ideal wäre es, wenn du auch daran teilnehmen könntest. Das gibt dir Sicherheit und du weißt im Notfall, was zu tun ist.
    Zu Beginn der Therapie sind Schwankungen nicht ungewöhnlich. Es muss ja erst einmal die richtige Dosierung gefunden werden. Allerdings finde ich eine Besprechung pro Quartal auch zu wenig. Da solltest du noch einmal nachhaken.

    Gruß, Natalie
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    Mitglied seit: 07.01.2021
    am 09.01.2021 09:00:24 | IP (Hash): 291938209
    Hallo! Ich würde sagen, wenn Diabetes Typ 1 erst im September festgestellt worden ist, wäre besser am Anfang etwa öfter (z.B. 1xMonat) die Beratungsstunde bei der Diabetologin zu machen. Da die Therapie auch ganz neu für Ihre Mutter ist, finde ich es besser, wenn sie von jemanden öfter untersucht wird.