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Kann eine Hyperglykämie Symptomlos ablaufen?

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 01.01.2021
    am 01.01.2021 20:25:34 | IP (Hash): 1249412244
    Es gibt eine Frage die mich schon Jahre quält
    Kann ein Überzucker komplett Symptomlos ablaufen?
    Versteht mich nicht falsch wir reden hier von meiner Diabetes manifestation...
    Ich war 3 also keine erinnerungen daran aber meine Eltern haben gesagt ich hätte keine Symptome gehabt bis ich dann ist Koma gefallen bin...
    Ich glaube das nicht deswegen bitte eure meinung
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 5367
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 01.01.2021 22:09:01 | IP (Hash): 1644958780
    Mich interessiert brennend, warum Dich die Frage seit Jahren quält. Aber ich leg erstmal vor. Und Vorsicht, lang

    Du warst 3, und ich nehme mal an, dass Du keine 10 älteren Geschwister hast, mit denen Deine Eltern eine umfassendere Vorstellung davon hätten entwickelt haben können, was mit 3 Jahren normal ist. Für sie war jeder Augenblick und jeder Tag und jede Woche und… mit Dir NEU. Ich hab selbst 3 Kinder großgezogen und kann Dir versichern, dass auch beim 3. für meine Frau und mich noch alles neu war - bis auf die Tatsache, dass ALLES-NEU nicht mehr neu war.

    Dazu gehört auch, dass Du manchen Tag und manche Woche zunehmend mies drauf warst und auch ab und zu mal nichts gegessen hast oder auch mal ein bisschen oder jede Menge rückwärts. Klar haben sie dann Deine Temperatur gemessen und sind mit Dir zum Dok, wenn Du Fieber hattest. Aber wenn nicht, waren solche Zeiten auch schnell wieder überstanden.
    Dabei haben sie vor allem, wenn es Dir mal mit nem grippalen Infekt oder was auch immer schlechter ging, manchen Abend damit zugebracht, Dich auf ihrem Schoß in den Schlaf zu bekommen oder zu trösten und wieder zum Einschlafen zu bewegen, wenn Du nach 2 Stunden Schlafen wieder aus dem Bett gekommen bist.

    Und dann war da das eine Mal, wo sie einen RIESENSCHRECKEN bekommen haben, weil Du plötzlich keinen Mucks mehr von Dir gegeben hast.

    Mit Sicherheit haben sie sich danach jede Menge Löcher in ihre Erinnerungen gefragt, was da vorher wie anders bei Dir ausgesehen oder sich an Dir anders angefühlt hat, was sie hätten mitkriegen und als völlig neu und gefährlich hätten erkennen müssen. Aber da wird ihnen nichts aufgefallen sein, und Kinder können mit 3 Jahren noch nicht so besonders zielführend beschreiben, wo im Bauch - vom Hals bis zu den Beinen - ihnen was weh tut oder sich komisch anfühlt.

    Auf der anderen Seite musst Du berücksichtigen, dass die Betas bis zu etwa 20% ihrer Menge abgestorben sind, wenn der BZ-plötzlich aus dem Ruder läuft. Und das Absterben selbst macht tatsächlich keine Symptome, weil die immer wenigeren die Aufgabe der abgestorbenen übernehmen. Bei um 20% Rest reicht eine kräftige KH-Überforderung dafür, dass die verbliebenen den Ausgleich nicht mehr schaffen und die ganze "Kiste" kippt.
    Denn dann sind die um 20% auf einmal so überfordert, dass sie das Insulin nur noch ungeteilt als Proinsulin ausgeben und damit bei gleicher Menge nur noch 10% von der Blutzuckerwirkung liefern - also praktisch keine :(

    Gesund wird das Proinsulin (Produktions- und Speicherform) direkt vor der Ausgabe in C-Peptid und Insulin geteilt. Ne überforderte Beta kann nicht mehr teilen und gibt direkt Proinsulin aus. Das hat nur 10% von der BZ-Wirkung vom ordentlich geteilten. Damit steigt natürlich der BZ und damit der Druck auf die Ausgabe der übrigen Betas, die auf diese Weise sehr schnell und selbst verstärkend in die Proinsulinausgabe gezwungen werden.

    Da kann sich ein kleiner Organismus (bei kleinen Kindern laufen praktisch alle biologischen Prozesse sehr schnell ab) locker nach nem sehr unspezifischen Vorlauf von nem Tag oder 2 (die wie tausend vorher ausgesehen haben, nach denen alles wieder in Ordnung war) völlig unvorhersehbar in den absoluten Sparflamme-Modus Koma versetzen. Dieser Modus ist praktisch die ultimative Lebenserhaltung auf dem stoffwechselmäßig niedrigsten Niveau.
    Bedeutet konkret: ALLES im Organismus bleibt voll funktionsfähig erhalten + wird nur auf den geringstmöglichen Energiebedarf runter gefahren, weil ja bei der normalen glukogenen Einstellung mit dem Proinsulin nur noch in der Größenordnung von 10% vom normalen Bedarf mit allen Funktionen auf ON beliefert werden kann.

    Ok, soViel erstmal. Hat wahrscheinlich mehr Fragen als Antworten gebracht. Also frag, und denk dran, hier schreiben wir alle per Du :)

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.