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Ab wann medikamentös behandeln

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    Mitglied seit: 11.11.2020
    am 20.02.2021 16:45:11 | IP (Hash): 1377837332
    Hallo ihr,
    seit etwas mehr als einem Jahr ist mein Bz in den roten Bereich gekommen, von 6,8 auf nunmehr 7,9., und die 7, 9 jetzt über ein halbes Jahr.Seit 2 Jahren muss ich wegen eines Prostatacarcenoms eine Hormonentzugstherapie machen, die bekannterweise einen negativen Effekt auf den Bz hat, andere Medikamente die ich nehme, wie Ass und Betablocker ebenfalls.Die Hormonentzugstherapie endet vielleicht in 6 Wochen und meine Hoffnung ist, daß sich damit auch der Bz Wert verbessert.
    Bis jetzt nehme ich keine Medikamente gegen den zu hohen Bz. Sollte ich???Oder kann man einen Wert von 8 längere zeit tolerieren? (Ich bin 70)


    Wolfgang
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    am 20.02.2021 17:04:32 | IP (Hash): 1398849525
    Hi,

    die Frage ist ob die üblichen Einsteiger Medikamente bei dir überhaupt wirken würden, dein Arzt sollte das wissen.

    Ich würde an deiner Stelle aber noch abwarten, mit einem Langzeitblutzucker von 8 sind Langzeitschäden zwar möglich aber wie der Name schon sagt es es dauert ne ganze weile bis sich die wirklich negativ bemerkbar machen (eher Jahre als Monate)

    Mit der Ernährung kannst du den Blutzucker aber ebenfalls stark beeinflussen, eine Reduzierung der Kohlenhydrate könnte deinen Blutzucker positiv beeinflussen ganz ohne Medikamente.
    Bei Vorerkrankungen solltest du aber alle Schritte vorab mit deinem Arzt besprechen. Meines Wissens gibt es aber nur wenige Gründe warum man keine Low Carb Ernährung zu sich nehmen sollte.

    Das muss auch nix extremes sein, die üblichen Beilagen wie Kartoffeln ,Nudeln, Reis oder auch normales Brot reduzieren und/oder durch Vollkornalternativen ersetzen.


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    am 20.02.2021 19:42:06 | IP (Hash): 1948170056
    Hallo Wolfgang,

    weitere 6 Wochen machen das Kraut nicht fett. Die könntest du getrost abwarten und dann sehen, ob dein BZ wieder nach unten geht. Was aber aus meiner Sicht nicht gut geht, wäre wenn du danach noch 3 Monate warten musst, um den nächsten HbA1c-Wert zu bekommen.

    Mein Vorschlag wäre, dass du gelegentlich deinen BZ selbst überprüfst, um zu sehen, ob der BZ wirklich nach unten geht. Wenn er das nicht macht, dann brauchst du Diabetesmedikamente. Wenn du nicht selbst messen willst, dann würde ich dir raten, deinen Arzt gleich um ein Medikament zu bitten. Die Möglichkeit, es später wieder weg zu lassen, bleibt dir allemal.

    Beste Grüße, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 21.02.2021 05:41:35. Grund: .
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    am 20.02.2021 22:19:26 | IP (Hash): 353022216
    Moin Groll,

    ich frage mich, wie jemand auf die Idee kommt diese Fragestellung mit Laien zu erörtern, die Dich und Deine Erkrankungen nicht kennen. Sehr mutig, wie ich finde. Auf der anderen Seite aber auch nachvollziehbar. Du hast Dein Leben gelebt und es geht jetzt auf die Zielgerade.

    Ich würde von der Logik her diese Fragestellung mit Deinen Dich behandelnden Ärzten erörtern.

    LG Rolf


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
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    am 20.02.2021 22:44:09 | IP (Hash): 1377837332
    Hallo Rolf,

    die sogenannten "Laien" sind für mich in erster Linie Betroffene und viele, sicherlich nicht alle, haben ein beachtliches Fachwissen -und Erfahrung - im Laufe der Zeit ihrer Erkrankung erworben, was oft sehr hilfreich ist. Ich habe auch kein Problem meine Erkrankungen in Zusammenhang mit meiner Fragestellung zu benennen. Krankheiten sind kein Makel, gehören zum Leben und ein offener Umgang mit ihnen ist Teil jedwelchen Versuchs "Manager" seiner Krankheit zu bleiben.
    Schaul mal wenn du magst in die Foren für andere Erkrankungen, Krebserkrankungen z. B., und du wirst erstaunt feststellen, was dort alles öffentlich zugänglich gefragt, diskutiert und geschildert wird.

    LG Wolfgang
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    am 21.02.2021 11:13:27 | IP (Hash): 197845081
    @Leuchtturm:

    Wenn ich heute nach 30 Jahren mit meinem Typ 2 mit 74 Lenzen so gesund leben kann, als hätte ich gar keinen (also nur mit einem Minimum an Insulin und sonst keinen Medis und voll gesunden Blutwerten), so verdanke ich das den Infos und Erfahrungen betroffener Laien in Foren wie diesem. KEINE der Infos, die sich bei mir dafür als zielführend erwiesen haben, hab ich von einem Arzt oder Facharzt bekommen oder von nicht betroffenen Norm(al)wert-Vertretern. Und einen guten Beitrag haben dazu sicher auch gutes Gelingen und eine ordentliche Portion Glück geleistet.

    Aber alle, von denen ich weiß, die mit mir damals zusammen mit ihrem Typ 2 angefangen und den bis heute im Rahmen einer ordentlichen fachärztlichen Einstellung behandelt haben und die noch leben, brauchen heute mehr als 200 Einheiten Insulin pro Tag und dazu jede Menge Mittel für Blutfette und Blutdruck, haben die Netzhaut schon mehrfach gelasert, jede Menge Pipelineverkalkung und fürchten um ihre Nieren usw. Klar sind solche Folgen im normalen Behandlungsrahmen nach 30 Jahren eben normal. Aber sie sind nicht notwendig, wie viele Beispiele belegen, nicht nur meins.

    Das ist kein Vorwurf an die Ärzte und die Medizin. Denn die kann allgemeingültig als Behandlung nur umsetzen, was die meisten Betroffenen mitmachen. Das gilt selbstverständlich für viele chronische Defekte. Und wie hier im Forum am Beispiel Diabetes sehr schön zu sehen, ist das Interesse an mehr Info usw. sehr überschaubar.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 21.02.2021 20:08:15 | IP (Hash): 1648221533
    Hallo Wolfgang,

    mit 70 bist du ja schon in einem Alter, wo man mit der Diabetes-Therapie weniger streng ist. Spätfolgen kommen i.d.R. erst nach längerer Zeit und ab einem gewissen Alter ist bei bestimmten Diabetes-Medikamenten das Unterzuckerungsrisiko und damit bedingte Verletzungen durch Stürze etc. höher, als der Nutzen einer strengen Einstellung.

    Wenn man dagegen bspw. 40 ist, wird deutlich strenger eingestellt. Dort ist das Ziel 6,0-6,5 oder ggf. 6,5-7,5. In einem Alter von dir ist auch bis 8,5 noch akzeptabel von Seiten der Ärzte.

    Es kommt darauf an, was du möchtest und ganz wichtig finde ich bei einer solchen Entscheidung auch, wie es dir mit den Werten geht. Hast du Beschwerden, belasten dich irgendwelche Symptome (Harndrang, Durst, Infektanfälligkeit, etc.)? Wenn dem so ist, würde ich definitiv eine Behandlung anstreben. Es gibt bei Typ2 auch Tabletten ohne Unterzuckerungsrisiko. Diese sollten dann in deinem Fall definitiv bevorzugt werden.
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    am 21.02.2021 21:16:10 | IP (Hash): 1377837332
    Hallo ,

    ich habe im Netz sehr viel zum Thema Diabetis gelesen, auch zu den individuell verschiedenen Zielwerten. Nach meinem Informationsstand sind aber Werte jenseits der 8 eigentlich nur tolerabel für Senioren mit schon eingeschränkter Beweglichkeit, wozu ich glücklicherweise (noch) nicht gehöre. Mein Hausarzt ist der Meinung, ich sollte einen Wert von 7,5 anstreben, entweder durch Diät oder Bewegung.
    Aber vielleicht erledigt sich auch die Frage nach Beendigung meines Hormonentzugs. der eine ganze Reihe unschöner Nebenwirkungen hat, nicht nur ein Anstieg des Blutzuckers.


    Wolfgang
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    am 22.02.2021 06:35:40 | IP (Hash): 831869399
    Moin Wolfgang,

    es geht mir in diesem Forum nicht um Offenheit, Scham oder Makel. Ich bin von verschiedenen Krankheiten betroffen, da ich auch auf der Zielgeraden des Lebens bin, geboren am 21.4.1950. Ich schätze einige Personen in diesem Forum als gestandene Betroffene, die mich seit Jahren begleiten

    Der/die allererste(n) Ansprechpartner sind für mich Mediziner und dann erst Laien. Ich wünsche Dir Hilfestellung, von wem auch immer, was Deine Problematik angeht.

    Liebe Grüße
    Rolf




    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
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    am 22.02.2021 11:41:44 | IP (Hash): 1377837332
    Hallo Rolf,

    ich glaube du mißverstehst mich. Ich betrachte die Mitglieder in Foren wie diesem nicht als Ersatz für die Diagnosen und Therapieempfehlungen von Fachärzten, sondern als nützliche Zusatzinformationen, die im Einzelfalsch genau so richtig oder falsch sind wie die Meinungen der Mediziner.
    Natürlich sollten Ärzte die erste Anlaufstelle für Gesundheitsprobleme sein, was aber niemanden davon abhalten sollte, sich weitere Informationen zu seiner Krankheit -en zu verschaffen. Therapieempfehlungen von Ärzten können sehr unterschiedlich, manchmal sogar widersprüchlich sein.

    LG

    Wolfgang