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Basalinsulin absetzen

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    am 05.03.2021 19:49:44 | IP (Hash): 1343061330
    Hallo liebe Leute,
    seit Ende des Jahres 2020 ist bei mir ein Diabetes bekannt. Ich war im Krankenhaus und wurde auf 2 x Metformin 500 (morgens und abends), 1 x Jardiance 10 mg, Basalinsulin (Tojeo) und Humalog vor den Mahlzeiten eingestellt.
    Inzwischen brauche ich das Humalog nicht mehr zu spritzen, nur noch 12 IE Basalinsulin.
    Meine Werte sind inzwischen im Durchschnitt zwischen 85 und 120, morgens ab und zu mal 129, ist aber eine Ausnahme und reguliert sich bis mittags.
    Nun möchte ich das Basalinsulin auch noch absetzen und ich denke mir, dass dies doch möglich sein müsste, indem man im Bedarfsfall das Metformin erhöht.
    Habt Ihr da einen Rat?

    Vielen Dank.

    Biggi
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    am 05.03.2021 20:05:16 | IP (Hash): 1675189693
    Warum probierst Du's nicht einfach aus? Du weißt ja aus eigener Erfahrung, dass es Dich nicht umbringt, wenn dann der BZ etwas höher verlaufen sollte. Und wenn Du ihn dann zu hoch findest, kannst Du doch auch probieren, wie Du ihn am besten wieder in den Bereich senkst, in dem Du ihn haben willst, oder?

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 05.03.2021 20:08:40 | IP (Hash): 1343061330
    Hallo Jürgen,
    ich traue mich nicht, für mich ist das alles noch zu neu. Vor allen Dingen traue ich mich nicht, die Metformin etwas höher zu setzen - gg.
    Vielleicht ist hier im Forum ja jemand, bei dem irgendwann nach Einstellung des BZ das Insulin auch abgesetzt werden konnte.
    Ich will zunächst nur mal hören, wie das damals dann vor sich ging.
    B.
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    am 05.03.2021 20:34:24 | IP (Hash): 1675189693
    Eine gute Diabeteseinstellung startet mit dem BZ vor jeder Mahlzeit zwischen 100 und 140 mg/dl, Spitze nach dem Essen völlig egal.
    Eine scharfe Diabeteseinstellung startet mit 80-120 vor jeder Mahlzeit und in der Spitze jeweils um 1 Stunde danach maximal 200. Alles darunter ist eigentlich frei zum Ausprobieren, wenn man denn mag.

    Weiß nicht, ob Du's schon mal geschrieben hattest, aber Deinen Medis nach hast Du Typ 2, oder?

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    am 05.03.2021 20:40:07 | IP (Hash): 1343061330
    Vor jeder Mahlzeit morgens zw. 100 und 130, mittags zw. 85 und 110, abends zw. 100 und 120. Ich habe, da ich jetzt 5 x Schulung hatte, auch zwei Wochen 2 Std. nach der Mahlzeit messen müssen, in der ersten Woche einmal ein Ausrutscher mit 179 sowas, ansonsten immer unter 160.
    Mein erster HbA1c-Wert am Anfang war 10,5, der jetzige weiß ich noch nicht, weil erst wieder in 5 Wochen bestimmt wird. Aber wir haben gestern in der letzten Schulung am Messgerät den Durchschnitts-BZ für die letzten 8 Tage angeschaut, war 116.
    Typ 2 übrigens.
    B.
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    am 05.03.2021 21:01:42 | IP (Hash): 1675189693
    Also bist Du mit Deinem BZ voll im behandlungsmäßig ordentlichen Zielbereich.
    Auch wenn Du darin vielleicht mit noch etwas weniger Medi auskommst, wirst Du für denselben Verlauf mit demselben Essen und derselben Menge an Bewegung in den nächsten 10 Jahren in mehr oder weniger großen Schritten mehr Medikation brauchen. Das ist, was man bei unserem Typ 2 Progredienz nennt.
    So habe ich z.B. vor 30 Jahren mit Tabletten angefangen, musste dann in 98 auf Insulin umsteigen und hab da für HBA1c 7-7,5 140-160 Einheiten Insulin gesamt am Tag gebraucht. Ok, eine Mitpatientin, die mit mir zusammen angefangen hatte, brauchte die Menge erst in 02.

    Hat die Beratung vielleicht auch mal davon gesprochen, dass Du vielleicht die Möglichkeit hättest, schon zu Pfingsten und in 10 Jahren immer noch einen völlig gesunden Blutzucker völlig ohne Zuckermedis zu haben?


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    am 05.03.2021 21:12:19 | IP (Hash): 1343061330
    "Hat die Beratung vielleicht auch mal davon gesprochen, dass Du vielleicht die Möglichkeit hättest, schon zu Pfingsten und in 10 Jahren immer noch einen völlig gesunden Blutzucker völlig ohne Zuckermedis zu haben?"

    Wie meinst Du das?

    Immer, wenn ich fragte, ob man nicht das Insulin in die Ecke werfen kann und ganz auf Tabletten umsteigen, bekam ich ausweichende Antworten, die letzte, dass man den neuen HbA1c-Wert im April abwarten müsse.
    Dass ich später evtl. eine höhere Dosis, sei es Tabletten oder irgendwann wieder Insulin, brauche, ist mir bewusst, aber gerade darum will ich jetzt so schnell wie möglich weg vom Insulin, weil man Möglichkeiten nicht vorher vergeuden sollte oder?
    So meinte es zumindet auch meine Hausärztin.
    B.
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    am 05.03.2021 22:15:45 | IP (Hash): 1675189693
    Insulin ist aus meiner Sicht bei Diabetes mellitus die beste Medikation, weil es außer möglichen allergischen keine Nebenwirkungen macht und beliebig zielführend zu dosieren geht.
    Aaaber wir 2er haben zumindest in den ersten Jahren nach unserer Diagnosereife noch eine völlig ausreichende eigene Insulinproduktion. Allerdings haben wir aus einer Reihe von möglichen Gründen damit keinen gesunden BZ-Verlauf mehr.

    Einer der wichtigsten Gründe ist in der Leber eingelagertes Fett. Fett ist Energie, die wir mehr gegessen als verbraucht haben. Ordentlich wird das in den Schwimmhilfen gespeichert, unordentlich überall und auch in Leber und Pankreas. In der Leber sorgt es dafür, dass die immer mehr zuviel Glukose ausgibt. Das siehst Du schön an mehr als 90-100 mg/dl morgens nüchtern. Und beim Pankreas sorgt das Fett dafür, dass der wenig bis kein zusätzliches Insulin mehr ausgibt, wenn gerade neue Glukose vom Essen aus dem Darm ins Blut übergeben wird.

    Bekannt ist nun seit mehr als 20 Jahren mit immer mehr tausend Magenabbindungen und Bypässen bei schwerstgewichtigen 2ern, dass 6-8 Tage nach der OP deren Nüchternzucker morgens völlig ohne Medis gesund gemessen wird, und dass 4-5 Wochen weiter auch die Blutzuckerspitzen nach ihren kleinen Mahlzeiten im völlig gesunden Bereich in der Spitze unter 140 mg/dl bleiben. Vor der OP hatten bei denen auch so kleine Portionen für weit mehr BZ als 140 ausgereicht.
    Vor mehr als 10 Jahren hat Prof. Taylor in Newcastle https://www.ncl.ac.uk/magres/research/diabetes/reversal/#publicinformation mit ein paar freiwilligen schwergewichtigen 2ern nachgewiesen, dass für den Erfolg kein Skalpell notwendig ist, sondern "nur" das Essen im mit der OP gewaltig verringerten Rahmen von 600 kcal/Tag (nicht notwendig, aber am einfachsten mit 3mal je 1 Becher Shake): Nach etwa 1 Woche und damit noch vor jedem ernsthaften Abnehmen der normale morgendliche Nüchternwert und 4-5 Wochen weiter auch die Spitzen nach dem Essen nur noch im völlig gesunden Rahmen. Der Stand heißt dann Remission.

    Dazu läuft seit Jahren in GB DiRECT, wo der Behandlungsanfang mit normaler Therapie und der nach Taylor verglichen werden. Die ersten Jahre zeigen einen guten Erfolg nach Taylor. In der Deutschen Diabetes Gesellschaft ist davon noch nichts angekommen, obwohl Prof Taylor vor 9 Jahren zu dem Thema die Jahres-Vorlesung zum Banting-Gedenken halten durfte.

    Erst mal genug Schreibe. N8 :)

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    am 06.03.2021 00:49:56 | IP (Hash): 1398849525
    Hallo Biggi,


    warum reduziert du die Insulin nicht erst mal z. B. auf die Hälfte.

    Dann fleißig messen und beobachten wie dein Körper reagiert.

    Wenn die Werte weiterhin niedrig bleiben kannst nach ein paar Wochen überlegen wieder zu reduzieren oder das insulin ganz abzusetzen. Wie schon geschrieben wenn die Werte temporär steigen ist das kein echtes Problem. Du kannst dann auch versuchen die Werte mit Ernährung und Bewegung wieder zu verbessern bevor du mehr Metformin nimmst oder falls nötig wieder mehr Metformin.

    Ich habe seit November von 20 Einheiten toujeo auf 8 reduziert, habe aber momentan das Gefühl weniger geht Momentan noch nicht da muss vielleicht noch etwas von dem Fett um die inneren Organe weg. Aber das ist recht hartnäckig.

    Gruß Tobias
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    am 06.03.2021 10:02:52 | IP (Hash): 1343061330
    Hallo Tobias,
    ich bin am überlegen, ob ich nicht einfach das Basal auch reduziere. Allerdings ist mein nächster Termin bei dieser Diabetesberaterin erst am 15.4. und wenn es nicht so klappt mit dem Reduzieren, versaue ich mir vielleicht meine nächste HbA1c-Messung.
    Hm, vielleicht ein bischen probieren?
    Gruß, Biggi