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Startschiwerigkeiten

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    Mitglied seit: 15.07.2021
    am 15.07.2021 11:05:14 | IP (Hash): 879050120
    Ende April 2020 bekam ich (damals 44, m, BMI bei 25) die Diagnose Typ II. Meinen HbA1C konnte ich durch angepasste Ernährung und Sport innerhalb von 6 Monaten von 10,5 auf 6,2 senken. In meiner Ernährung achte ich strikt auf die Reduktion von Kohlehydraten, ich nehme kaum mehr als 30g KH zu mir. Zur weiteren Steigerung und etwas Unterstützung erbat ich Metformin und nehme nun 500mg morgens und abends. Drei Monate später war der HbA1C auf 6,0. Warum auch immer habe ich in den letzten Wochen Schwierigkeiten mit leicht höheren Nüchternwerten. Wenn ich nichts oder spät frühstücke, schrauben sich die Werte langsam aber sicher gegen 9 -10 Uhr auf bis zu 140 und sinken dann bis etwa 13:30 auf 110. Direkt nach dem Aufstehen sind es meistens +/- 110. Unfassbarer Ausreißer nach unten waren vor einem Monat allerdings mal 87, wie ich das hinbekommen habe ist mir schleierhaft.

    Worüber ich mir nun Gedanken mache: Beim letzten Labortermin (nüchtern) vor wenigen Tagen bin ich ein paar km stramm Fahrrad gefahren (ist mein Hobby) und wurde direkt danach um etwas Blut erleichtert. Der Blutdruck war wohl etwas höher als sonst durch die Anstrengung. Was mich aber schockierte war der Nüchternwert von 149. Ich vermute, dies wird aber auch durch das fehlende Frühstück und die Anforderung von Glukose durch das stramme Radfahren kommen. Auf meine Verwunderung wurde gleich auch der C-Peptid-Wert mit aufgenommen. Das Ergebnis war nun 1,7. Meiner laienhaften Einschätzung nach ist das etwas zu wenig. Die Faustformel sagt ja C-Peptid-Wert*1000 / NBZ in mg/dl unter 11,7: insulinpflichtig. Der von mir errechnete Quotient ist 11,4. Was ist Eure Einschätzung? Ich habe morgen den Besprechungstermin mit dem Diabetologen und würde gerne nicht zu blauäugig da reingehen.
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    am 15.07.2021 11:51:26 | IP (Hash): 396510457
    Hallo Chris,

    bei den Nüchternwerten kommt es darauf an, wo sie sich normal aufhalten. Bei dir wären das 110mg/dl womit deine Formel auf auf 15,x raus läuft. Insulinpflicht ist bei deinen guten Werten - Glückwunsch - wirklich nicht zu sehen. Eine Insulinkür, frühzeitige Unterstützung der BSD mit etwas Basalinsulin, ist allerdings nie verkehrt. Vielleicht kannst du den Diabetologen dazu überzeugen.

    Dass Sport den BZ bei manchen senkt und bei anderen, besonders wenn es anstrengender Sport ist, nach oben treibt, ist bekannt.

    Das Phänomen, dass der BZ am Morgen immer weiter ansteigt, bis man etwas gegessen hat, wird des öfteren von Typ 2ern beschrieben. Die Leber stoppt anscheinend ihre falsch hohe Glukoseausgabe erst, wenn du etwas isst. Frühstücke doch direkt nach dem Aufstehen oder probiere aus, ob eine Kleinigkeit (z.B. eine Scheibe Käse) bei dir schon ausreicht, um den BZ-Anstieg zu stoppen. Vielleicht hilft es auch, wenn du das Metformin auf 2000mg erhöhst.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 17.07.2021 08:27:16. Grund: BBCodes
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    am 15.07.2021 17:13:19 | IP (Hash): 1526816846
    Hallo Chris,

    Bist du absolut sicher, dass es sich um einen Typ 2-Diabetes handelt? Die Beschreibung deiner Diabetes-Entwicklung könnte auch zu einem LADA-Typ am Ende der Remissionsphase passen. Das würde natürlich zu einer ganz anderen Therapie führen.

    LG Geri
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    am 15.07.2021 20:54:21 | IP (Hash): 385273895
    Hallo Chris,

    eine Möglichkeit wäre aber auch, dass Du Deine 2. Metformin erst so gegen 21.00 - 21.30 Uhr nimmst. Ich hatte morgens nüchtern bei 2 x 500 Metforminund Jardiance morgens einen BZ von 120 oder manchmal sogar 125. Da ich am Anfang Insulin spritzen musste (aber sehr wenig) und sich mein HbA1c-Wert von anfangs 10,5 auf 5,7 senkte, sollte ich, da ich die Spritzen nicht mehr wollte, abends 1000er Metformin nehmen. Irgend wann habe ich dann probiert, die abendliche Metformin zu teilen und die letzten 500 so gegen 21.00 Uhr zu nehmen und siehe da, heute morgen nach dem Aufstehen hatte ich sogar nur 98. Probiere es einfach mal.


    Gruß,
    Biggi
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    am 16.07.2021 09:47:17 | IP (Hash): 879050120
    Danke für Eure Antworten! Nach meinem heutigen Termin bin ich ein wenig beruhigter. Neben meiner eigenen Motivation, die Werte zu verbessern finde ich auch stets Zuspruch von meinem Diabetologen. Tatsächlich wurde bei meinem Labortermin auch die Bestimmung etwaiger Antikörper durchgeführt und ein LADA ist wohl ausgeschlossen. Jetzt wird demnächst meine BSD geschallt und meine Verdauung gecheckt, vielleicht stimmt in dieser Richtung irgendetwas nicht. Laut heutiger Aussage sei meine Insulinresistenz nicht stark ausgeprägt und abnehmen solle ich auch nicht mehr. Immerhin etwas. Probeweise werde ich die abendliche Metformin-Dosis erhöhen und versuche dazu das von Biggi angeregte Vorgehen - zum Abendessen 500 und zum Schlafen nochmal 500. Dies sei zwar nicht indiziert, könne aber auch nicht schaden.

    Mein Plan für die nähere Zukunft ist nun, die Sache ein wenig unbeschwerter anzugehen, statt mich mit dauerhaftem Messen selbst zu stressen. Über das Basalinsulin habe ich intensiv nachgedacht und werde dies vermutlich erst dann versuchen, wenn sich ein stressfreierer Umgang mit der Erkrankung und meine täglichen Sporteinheiten zu wechselnden Uhrzeiten nicht positiv auf meine Werte auswirken. Das werde ich zu meinem nächsten Termin in einem halben Jahr noch einmal prüfen. Heute früh (NBZ: 105) bin ich nach einem ersten Minifrühstück für die Leber mit meiner Lebensgefährtin eine kleine Runde durch ein Nachbardorf gelaufen (danach BZ: 101), anschließend konnte ich mir mal eine kleine Scheibe Vollkornbrot gönnen und habe gemütlich Kaffee getrunken. Ich werde weiterhin berichten und gelegentlich Eure Beiträge in diesem Forum lesen. Das hilft mir schon sehr!

    Viele Grüße!
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    am 16.07.2021 10:04:07 | IP (Hash): 396511555
    Guter Plan. :=)

    LADA ist in einigen Fällen auch möglich, wenn keine Antikörper nachgewiesen werden können. In dem Fall wäre dann etwas Basalinsulin sehr hilfreich und in den anderen Fällen schadet es nicht. Behalte diese Möglichkeit auf jeden Fall im Auge und besprich das vielleicht auch mit deinem Diabetologen.

    Alles Gute, Rainer

    ____
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    Bearbeitet von User am 16.07.2021 11:46:20. Grund: BBCodes
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    am 16.07.2021 19:57:22 | IP (Hash): 385273895
    Hallo Chris,

    ich bin mal gespannt, ob die abendliche Teilung des Metformin Dir hilft. Ich drücke Dir die Daumen.

    Gruß,
    Biggi
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    am 19.07.2021 09:25:47 | IP (Hash): 879050120
    Da war anscheinend tatsächlich noch Potential drin. Ich habe nun die Metformindosis am Abend auf 1.000 mg erhöht und ein bisschen rumprobiert. 17:00 eine Tablette mit 500mg und um 22:30 nochmal 500 mg, da war der NBZ am nächsten Morgen schon etwas besser (104). Dann einmal um 19:00 die 500mg und 22:30 nochmal 500mg mit noch besserem Ergebnis (NBZ exakt 100). Gestern Abend erst um 23:00 1.000 mg auf einmal, deutlich nach dem Abendessen und etwa 1,5h nach meiner Abendrunde auf dem Rad. Ergebnis heute früh: NBZ bei 92. Nach einem etwas üppigeren Low-Carb-Frühstück und einer halbstündigen Radrunde sind es nun 89. Ich hoffe, ich kann die Testreihe so positiv weiterführen. Ich habe die Hoffnung, dass das regelmäßige Erreichen solcher Werte die Beta-Zellen etwas entlasten könnte.

    Eine schöne Woche Euch!
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    am 19.07.2021 11:48:19 | IP (Hash): 1926469450
    Meines Wissens macht es keinen Unterschied wann genau du Metformin nimmst oder ob du es auf 2 Dosen aufteiltst.
    Das Medikament bildet eine wirkstofdspiegel im Körper und wirkt dann gleichmäßig über den Tag.
    Zum Essen soll man es nur nehmen weil es dann besser verträglich ist. Ich bin da ein ziemlicher Schluri, vergesse es oft und nehme es mal früher mal später macht keinen spürbaren Unterschied.

    Dein Essen, Bewegung, Stresspegel, Schlaf usw. hat da einen Gröseren Einfluss auf den NBZ als die Uhrzeit um die du das Metformin nimmst. Natürlich hat Metformin eine Wirkung aber eben nicht so direkt sondern eher langfristig.
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    Mitglied seit: 10.01.2021
    am 19.07.2021 14:26:08 | IP (Hash): 385273895
    Super, genau so war es bei mir auch. Es macht durchaus etwas aus, wann man die Metformin einnimmt. Du wirst sehen, es bessert sich. Deine Werte jetzt sind schon gut.

    Gruß,
    Biggi