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    am 31.07.2021 01:23:32 | IP (Hash): 1092068620
    Hallo!
    Ich (w/45) lese hier bereits über Monate mit und habe mich nun doch angemeldet.
    Im Mai 2020 wurde bei mir Diabetes festgestellt. Mir ging es bereits längere Zeit nicht gut und als extreme Sehstörungen und ein starker Durst hinzugekommen waren, habe ich mich meiner Hausärztin vorgestellt und darum gebeten, dass mein Blutzuckerwert festgestellt wird. Ich konnte die Symptome einordnen, da bereits bei einer Routineuntersuchung ein erhöhter Nüchternwert festgestellt wurde und ich mich über Diabetes informiert hatte. Als die Schwester gemessen hatte, hat sie mir nicht - auch nicht auf Nachfrage - den Blutzuckerwert genannt. Ich konnte aber auf das Gerät schauen. Irgendwas über 30....
    Die Schwester ist mit dem Messergebnis sofort zur Ärztin gegangen und diese hat mir gesagt, dass ich sofort meine Tasche packen soll und über die Rettungsstelle ins Krankenhaus gehen soll. Dort war ich dann 1,5 Wochen und habe Medikamente und Insulin (Langzeitinsulin und Insulin zu den Mahlzeiten) bekommen. Als sich meine Werte etwas normalisiert hatten, wurde ich entlassen (Diagnose: am wahrscheinlichsten Typ 2 Diabetes) und ich stellte meine Ernährung um. Ich habe etwa 20 Kilo abgenommen und wiege jetzt 70 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,73 m. Beim Diabetologen bin ich in Behandlung. Da mein Langzeitzuckerwert gut war, hat mein Arzt versucht, das Insulin abzusetzen. Ich hatte dann nur noch morgens und abends jeweils eine Metformin 850 einzunehmen.
    Meine Werte sind jedoch ohne Insulin und trotz Gewichtsverlust wieder angestiegen und ich muss jetzt wieder Insulin spritzen.
    Morgens nehme ich eine Metformin 850 und zum Abend spritze ich Langzeitinsulin (10 Einheiten). Angefangen habe ich mit 4 Einheiten. Da mein Nüchternwert oft zu hoch ist, erhöhe ich die Einheiten und bin inzwischen bei 10.
    Heute war ich nach längerer Zeit unterzuckert. Ich hatte einen Wert von 3,9 mmol/L gemessen und war schon sehr zittrig und hatte einen schnellen Puls und Kopfschmerzen. Dann hatte ich 2 Plättchen Traubenzucker und ein paar Stücken Schokolade gegessen. Mir ging es schnell wieder gut und 20 Minuten später hatte ich einen guten Wert (6,6). 2 h später habe ich nochmal eine Kontrollmessung durchgeführt und hatte einen Wert von 10,4 mmol/L.
    Vielleicht kann mir jemand ein paar Tipps geben. Meine Werte schwanken sehr, meistens zu hoch. Die letzte Pizza habe ich Anfang April zum Abend gegessen. Ich hatte noch am Folgetag einen Wert von 15 mmol/L. Erst gegen Mittag ging der Wert runter. Ich ernähre mich inzwischen überwiegend gesund. Ausnahmen gibt es nur manchmal und dann bekomme ich aber auch die Quittung dafür.
    Mein größtes Problem sind die oftmals zu hohen Werte und das damit verbundene Unwohlsein.
    Ich freue mich über Ratschläge und Erfahrungen von Euch!
    Herzliche Grüße von Caro.
    Bearbeitet von User am 31.07.2021 01:26:52. Grund: Tippfehler
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    am 31.07.2021 09:06:01 | IP (Hash): 1261877225
    Dann mal willkommen im Club!
    Einige Erfahrung hast Du ja schon, auch mit Insulin. War der Verzicht auf das Mahlzeiten-Insulin eigentlich Dein Wunsch oder der Deines Arztes? (Ergänzung) Und warum?

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 31.07.2021 09:33:23. Grund: Ergänzung
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    am 31.07.2021 09:52:00 | IP (Hash): 1092068620
    Das hat mein Arzt so angeordnet. Ich war auch recht froh, dass ich nur einmal am Tag Insulin benötige. Ich bin vollzeitbeschäftigt und so konnte ich damit relativ gut leben. Ich merke aber inzwischen schon, das meine Werte nach dem Essen oft sehr hoch sind und mir es nicht gut damit geht.
    Ich möchte mir auch mal gerne etwas zu den Hauptmahlzeiten ohne schlechtes Gewissen gönnen. Zum Frühstück esse ich entweder Haferflocken mit Obst und Wasser oder Knäckebrot (keine süßen Aufstriche). Zum Mittag esse ich im Büro auch oft Haferflocken, weil es mir damit - zumindest mit den Blutzuckerwerten - gut geht.
    Ich bewege mich viel, fahre so oft wie möglich mit dem Rad zur Arbeit (eine Strecke 13,5 km), gehe Laufen (Hund) und habe einen großen Garten den ich mit Obst- und Gemüseanbau bewirtschafte. Ich habe gehofft, durch die Ernährungsumstellung und die Gewichtsabnahme kein Insulin zu benötigen.
    Bald habe ich wieder meinen Termin beim Diabetologen. Ich werde das Thema Mahlzeiteninsulin ansprechen.
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    am 31.07.2021 10:55:27 | IP (Hash): 1261877225
    Ich habe gefragt, weil ich am besten mit Insulin zurecht komme, und zwar nach folgendem Rezept: So viel wie möglich mit der Auswahl von Essen und Portionsgrößen, und mit Insulin jeweils ad hoc ergänzen, was dann noch für das Einhalten meines BZ-Rahmens fehlt. Meistens relativ wenig bei meinem ganz normalen Essen, aber z.B. heute nachmittag bei einem Familientreffen mit Kaffee und Kuchen sicher ne ganze Menge mehr.
    Für die Auswahl von Essen und Portionsgrößen hier mal eine super Anleitung, mit der Du wahrscheinlich einiges an Spitzen und Schwankungen weniger erreichen kannst https://a7582688-a1e5-4056-88a2-dfd422642832.filesusr.com/ugd/32a606_b02597c39b5c4f6e9b6f2291ca6c9d08.pdf

    Allerdings Vorsicht! Wenn Du Mahlzeiten-Insulin eben für mehr mögliche Unabhängigkeit bei der Essenauswahl haben willst, machen sich höherer HBA1c und größere protokollierte Schwankungen sehr viel besser, als ein BZ meistens im recht gesunden Bereich! Also am besten bis zur ersten neuen Insulinverordnung (wenn Du das erst einmal hast, ist jede Verbesserung damit erklär- und die weitere Verordnung ganz logisch begründbar) weiter wie bisher, und dann aus der kompletten Palette der Möglichkeiten ausprobieren, was wann jeweils am besten zu Dir und Deinem Blutzucker passt. Daumendrück :)

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 31.07.2021 10:58:05. Grund: Ergänzung
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    am 31.07.2021 13:56:43 | IP (Hash): 1092068620
    Vielen Dank für den Link und die Antwort. Das mit den Mahlzeiteninsulin möchte ich unbedingt versuchen. Mal sehen was Der Diabetologe dazu sagt....
    Ist die Gefahr einer Unterzuckerung dann höher?
    Wie sieht es bei Euch mit Alkohol aus? Ich habe schon immer wenig Alkohol getrunken. Seit der Diagnose habe ich gemäß Empfehlung des Krankenhauses keinen Alkohol mehr getrunken. Das geht auch... :-)
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    am 31.07.2021 15:12:07 | IP (Hash): 603501782
    Hallo Caro,

    es ist nichts bekannt, dass Alkohol in Maßen den Diabetes negativ beeinflussen könnte. Allerdings beeinflusst Alkohol die Wirkung des gespritzten Insulins. Es erhöht die Gefahr von Hypoglykämien, deshalb wahrscheinlich auch die Empfehlung aus dem Krankenhaus. Wenn du dir wieder etwas Alkohol gönnen willst, dann fange vorsichtig an und beobachte genau die Auswirkung auf deinen BZ.
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    am 31.07.2021 15:29:37 | IP (Hash): 557451746
    Wurde denn auf Typ1 Lada Diabetes untersucht? Das würde ich auf jeden Fall mal anregen.

    Ansonsten, dass man nach einer Unterzuckerung nach Stunden zu hoch ist, liegt an der Gegenregulation des Körpers. Der versucht den Blutzucker selbst mit Gegenhormonen (Glukagon, Adrenalin, Kortison...) anzuheben, insb. bei längeren Hypos. Das Problem dabei ist, dass der Blutzucker dann deutlich höher fährt als notwendig. Daher ist es sinnvoll schnell etwas zu essen um den Blutzucker selbst anzuheben um die Gegenregulation zu verhindern.
    Am schnellsten wirken übrigens Fruchtsäfte und aufgelöster Traubenzucker. Der normale Traubenzucker braucht einen tick länger, da er vom Körper erst verflüssigt werden muss um aufgenommen zu werden.

    Pizza ist das Paradebeispiel in den Schulungen für langsame Kohlenhydrate, du das ganze Fett/Eiweiß. Dort muss man mind. 2 Mal zeitverzögert Insulin spritzen. Mit Pumpe einen langen verlängerten Bolus über mehrere Stunden geben. Daher ist Pizza bei vielen Diabetikern nicht Tagesgericht, als Ausnahme mal aber durchaus möglich ;)
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    am 31.07.2021 16:14:16 | IP (Hash): 1092068620
    Hallo July95!
    Was sollte man essen, um den Blutzuckerwert anzuheben?
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    am 31.07.2021 21:43:06 | IP (Hash): 557451746
    Das ist individuell unterschiedlich.

    Bei mir kommen je nach Situation zum Einsatz:
    - Duploriegel (1 Riegel=1 KE)
    - Milka Küchlein (je nach Sorte, pro Stück = 1,5-2,5 KE)
    - Traubenzucker (die normalen Dextro 1 Traubenzucker-Blatt = 0,5 KE)
    - Fruchtsaft (200ml = 2 KE)
    - Fruchtquetschies (1 Stück = 1-1,5 KE)

    Beim Sport und tiefen Werten nehme ich immer Saft. Bei zeitgleich Magen-Darm-Beschwerden lutsche ich gerne Traubenzucker. Bei noch nicht ganz so tiefen Werten kommen je nach Situation eher Duploriegel, Milka Kuchen oder Fruchtquetschies in Einsatz.
    Auch wie viel ich esse/trinke ist situationsabhängig.

    Das findest du mit der Zeit selbst gut heraus.

    Wichtig ist, Traubenzucker und Saft braucht ca. 10-15 min bis es den Blutzucker anhebt. Bei einer Hypo sollte man sowohl schnelle als auch langsame KEs zu sich nehmen, aber nicht sofort zusammen, sonst kommt eine mittelschnelle raus. Vielmehr schnelle KE, 10-15min warten, Blutzucker messen. Immer noch zu tief, nochmal schnelle KEs, wieder 10-15min warten. Erst wenn der Blutzucker steigt, langsame KEs zu sich nehmen.

    In der Regel wird für den Anfang 1-2 schnelle KEs plus 1-2 langsame KEs empfohlen. Das muss man selbst austesten. Mir persönlich reicht bei moderat niedrigen Werten häufig 1,5 langsame KEs. Manchmal brauche ich aber für die Hypo auch alleine 4 schnelle KEs. Hatte man mehrere Hypos die letzte Zeit braucht man in der Regel mehr Hypo-KEs.

    Bei Sport sollte man am Besten Saft nehmen, da dieser schneller aufgenommen wird und pausieren, bis der Blutzucker wieder steigt.

    Hattest du denn schon eine Schulung?
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    am 01.08.2021 08:14:08 | IP (Hash): 1156032971
    Hallo Caro,

    aus meiner Sicht musst du dich mit Problemen den Problemen, die mit dem Spritzen von Insulin zusammenhängen, nicht so sehr beschäftigen. Klar, du brauchst unbedingt ein Diabetesmedikament, mit denen auch die Mahlzeit abgedeckt wird, aber Mahlzeitinsulin muss es bei dir bestimmt nicht sein. Zum Glück gibt es im Jahr 2021 mehrere Diabetesmedikamente, mit denen der BZ ohne Hypogefahr gut reguliert wird.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass bei dir ein GLP-1-Rezeptoragonist (Ozempic, Trulicity) zusammen mit dem Metformin eine geeignete Therapie ist. Den bräuchtest du dann nur wöchentlich zu spritzen und bräuchstest keine Angst vor Hypos zu haben. Vielleicht reichen auch schon Tabletten (DPP4-Hemmer, SGLT2-Hemmer) bei dir aus, aber das kannst du zusammen mit deinem Diabetologen abklären. Auf jeden Fall passt deine jetzige Therapie für dich nicht und du musst auf Änderung drängen. Frage deinen Diabetologen auch mal, warum du nur 2*850mg Metformin nehmen sollst und nicht auf 2*1000mg erhöhen darfst. Das ist auf jeden Fall ungewöhnlich.

    Alles Gute, Rainer

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    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 01.08.2021 08:14:40. Grund: BBCodes