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Ich schaffe nichts mehr selbstständig...

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    am 31.07.2021 14:19:41 | IP (Hash): 2055757713
    Hey ich habe seit 2011 Diabetes Typ1 und ich weiß alles ich weiß wie Insuline wirken, ich kann Kohlenhydrate perfekt schätzen ich kenne meinen Plan auswendig, ich weiß wie man bei Hypers und Hypos reagiert ich kann alles ich meine es sind 10 1/2 Jahre...
    Aber wenn es um mich geht mache ich nichts ich weiß zwar was ich machen muss, handel aber nicht mir ist wenn es um mich geht egal... und das stört mich...
    Mein HbA1c liegt bei fast 13 meine Werte sind ständig HI und gerade habe ich einen KetonBlutwert von 4,6 und mir geht es beschi**en. Weil es mir so schlecht geht habe ich gespritzt aber wenn ich mal nach ein paar Tagen spritze lasse ich meinen Plan außen vor und spitze irgendwas....
    Ich hasse meinen Diabetes und dass ich vor kurzem mit Depressionen diagnostiziert wurde (habe schon Jahre vorher damit gerechnet aber Angst gehabt zum Arzt zugehen) macht es meiner Motivation auch nicht besser...

    Geht es noch jemand so?
    Oder hat jemand Tipps? Was soll ich machen?
    Ich bekomme gar nichts mehr auf die Kette und will einfach nicht mehr....
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    am 31.07.2021 14:47:21 | IP (Hash): 1158644259
    Hallo Samira,

    eigentlich kann ich als Typ 2 der noch nich mal ein Jahr "dabei' ist da gar nicht richtig mitreden.
    Aber im Grunde hast du es wohl schon selbst erkannt du brauchst Hilfe. Dich jetzt hier zu melden war halt nur der erste kleine Schritt.

    Der nächste Schritt sollte es sein dir im echten Leben Hilfe zu suchen. Da du ja theoretisch weißt wie du deinen Diabetes in den Griff kriegen kannst solltest du primär deine Depression angehen.
    Wenn du die in den Griff kriegst wird auch die Motivation besser mit deinem Diabetes besser klar zu kommen.
    Ich weiß das ist schon schwierig genug, mein Kollege hat da auch schwer dran zu arbeiten an seinen Depressionen, auch da gibt es Hochs und Tiefs aber mit professioneller Hilfe überwiegen die Hochs.

    Gruß Tobias

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    am 31.07.2021 15:22:16 | IP (Hash): 557451746
    SamiraMuriel schrieb:

    meine Werte sind ständig HI und gerade habe ich einen KetonBlutwert von 4,6 und mir geht es beschi**en.



    Sollte sich an dieser Situation mit den Ketonen nix deutlich verbessert haben, rufst du jetzt bitte sofort einen Notarzt!!!

    Das muss unbedingt behandelt werden. Das ist eine schwere Entgleisung.

    Das ist jetzt erstmal das allerallerwichtigste. Ich schreibe dir danach nochmal detailliert, welche Hilfen du bekommen kannst. Du willst und kannst theoretisch auch deinen Diabetes gut behandeln, aber ein "Monster" namens Depressionen hindert dich daran. Deshalb sollte geschaut werden, wie du dieses Monster besser in den Griff bekommst, damit auch deine Diabetestherapie wieder besser läuft. Aber erst muss die Entgleisung in den Griff bekommen werden.
    Und du kannst nichts für deine Depressionen. Das ist genauso eine Krankheit wie dein Typ1 Diabetes. Also du brauchst dich deswegen nicht zu schämen oder dich selbst fertigzumachen, weil du es nicht hinbekommst. Du bist krank und du brauchst Hilfe. Das du schonmal hier geschrieben hast, ist ein super erster Schritt.
    Bearbeitet von User am 31.07.2021 15:39:23. Grund: -
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    am 31.07.2021 16:10:04 | IP (Hash): 2055757713
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    Bearbeitet von User am 31.07.2021 16:21:04. Grund: X
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    am 31.07.2021 16:21:36 | IP (Hash): 2055757713
    Ich habe so oft so Entgleisungen, bei denen ich keine Kraft habe und denke ich bekomme das nicht hin... Aber weil ich weiß wie ich die Werte wieder Richtung Normalbereich bekomme hält dieses "Ich schaffe das nicht alleine und ich brauche Hilfe" nur für die kritische Zeit an... sobald es anfängt besser zu werden ist das weg... so wie gerade mein Keton ist schon bei 0,8 und mein Blutzucker bei 186...
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    am 31.07.2021 21:21:40 | IP (Hash): 512390283
    SamiraMuriel schrieb:
    Ich habe so oft so Entgleisungen, bei denen ich keine Kraft habe und denke ich bekomme das nicht hin... Aber weil ich weiß wie ich die Werte wieder Richtung Normalbereich bekomme hält dieses "Ich schaffe das nicht alleine und ich brauche Hilfe" nur für die kritische Zeit an... sobald es anfängt besser zu werden ist das weg... so wie gerade mein Keton ist schon bei 0,8 und mein Blutzucker bei 186...


    Dicken Glückwunsch zum immer wieder Hinbekommen! Ich glaube nicht, dass ich das könnte.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 31.07.2021 21:57:16. Grund: Korrektur
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    am 31.07.2021 21:32:36 | IP (Hash): 557451746
    Super, dass es dir schon wieder besser geht.
    Aber, dein Problem muss gelöst werden. So ist es ja kein Zustand.

    Bei dir fehlt ja nicht das Wissen über die richtige Therapie. Es ist sehr gut, dass du dieses Wissen besitzt.
    Du brauchst aber dringend psychische Unterstützung, um wieder mehr Kraft für die Behandlung zu finden.

    Dir geht es ja psychisch nicht gut. Depressionen können in vielen Fällen mit Antideppressiva und einer ambulanten Psychotherapie behandelt werden. Da jedoch deine Depressionen in Kombi mit deinem Diabetes wirklich akut gefährlich werden können, würde ich dir tatsächlich eher eine stationäre Therapie für einige Wochen ans Herz legen. In Deutschland gibt es einige psychosomatische Kliniken, die sich auch mit Diabetes auskennen (Stichwort: Psychodiabetologie, bzw. integrierte psychosomatisch-internistische Kliniken). Vorteil einer solchen Klinik wäre, dass dort auch im Stationsalltag im Miteinander mit den Mitpatienten und Schwestern wichtige Therapieschritte möglich sind. Zudem bietet die Klinik einen etwas geschützten Rahmen (natürlich nicht so geschützt wie eine Psychiatrie), aber du hast jederzeit Ansprechpartner dort, du kannst jedoch im Gegensatz zur Psychiatrie natürlich auch die Klinik stundenweise verlassen, solange es Corona zulässt. Je nach deiner eigenen Situation wäre sicher auch möglich, dass du Unterstützung bei der Diabetestherapie erhälst. Bspw. dass du vor dem Essen ins Schwesternzimmer gehst und im Beisein der Schwester das Insulin abgibst, oder dass dich die Schwestern vor dem Essen daran erinnern oder so. Das ganze kann sich ja auch im Verlauf des Aufenthaltes ändern.

    Eine andere Möglichkeit wäre prinzipiell auch die Diabetesklinik Bad Mergentheim, die hat zusätzlich auch eine gute Psychologen-Abteilung. Jedoch fehlt dir dort halt der Stationsalltag und die begleitenden Therapien (Entspannung, Kreativtherapie, Sport, Musiktherapie, Gruppentherapie), die es in einer psychosomatischen Klinik gibt. In Bad Mergentheim hättest du eher diabetesbezogene Schulungen plus bei Bedarf psychotherapeutische Einzelgespräche. Ob das in deine Fall sinnvoll und ausreichend wäre, ist nach deinem Schilderungen eher fragwürdig.

    Falls du weitere Fragen hast, kannst du gerne auch per PN an mich schreiben. Ich habe leider auch mit der Kombi Diabetes und Psyche zu kämpfen und auch schon viel probiert um meine Probleme in den Griff zu bekommen. Allerdings ist mein Thema eher diabetesbezogene Ängste und keine Depressionen. Jedoch kann ich dennoch deine Probleme sehr gut nachvollziehen.
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    am 01.08.2021 18:29:40 | IP (Hash): 2055757713
    Danke für die vielen Infos. Ich hatte eh vor für 2022 eine Kur oder Reha wegen den Depressionen zu beantragen... Ich wusste gar nicht das es so spezielle Kliniken gibt...
    Ich werde das auf jeden Fall bei meinem Diabetologen mal ansprechen und gucken was passiert.
    Weil ich nehme auch erst seit März Antidepressiva und die Einstellung bei denen ist auch nicht wirklich gut dann könnte man ja direkt beides zusammen regeln.

    Vielen Dank nochmal du hast mir sehr weitergeholfen 😊
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    am 01.08.2021 22:19:00 | IP (Hash): 1349579302
    Bitte denke dran, viele psychosomatische Akutkliniken wie auch Rehakliniken haben lange Wartezeiten. Manche nur 3 Monate, andere bis zu einem Jahr.
    Reha läuft in der Regel über die Rentenversicherung per Antrag, häufig werden die erstmal abgelehnt. Akutstationär reicht eine Einweisung, wobei viele Krankenkassen den Aufenthalt vorab auch genehmigen wollen. Akutstationär hat leider auch längere Wartezeiten, auch wenn es der Name nicht so suggeriert. Bei Akutstationär hast du intensivere Betreuung und mehr Psychotherapie.

    Hier ist ein wenig der Unterschied zwischen beiden "Behandlungsarten" aufgezeigt.
    https://www.klinikfinder-psychosomatik.de/wissenswertes/krankenhausbehandlung-oder-rehabilitation/

    Du solltest dir auch einen ambulanten Psychotherapeuten suchen, für die Zeit (vor) aber besonders die Zeit nach der Klinik. Auch dort sind 3 Monate Wartezeit leider üblich.
    Es gibt einige wenige ambulante Psychotherapeuten in Deutschland, die eine spezielle Weiterbildung als Diabetesfachpsychologe DDG absolviert haben.
    Hier findest du etliche dieser Spezialisten aufgelistet, vielleicht ist ja jemand in deiner Nähe dabei: https://diabetes-psychologie.de/Psychotherapeutensuche

    Ich kann dir nur raten, warte nicht zu lange. Weil wenn der Punkt erreicht ist, wenn du selbst sagst, du kannst gar nicht mehr, musst du dennoch wochen-/monatelang auf Termine in einer Klinik oder bei ambulanten Therapeuten warten. Daher solltest du jetzt schon aktiv werden, solange du dazu noch die Kraft hast.