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Niedriges Insulin Ursachen?

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    am 07.09.2021 13:23:17 | IP (Hash): 1673596168
    Hallo zusammen,

    ich bin inzwischen einigermaßen verzweifelt. Ich hoffe jemand hat einen Tipp für mich. Achtung lang…

    Kurz zur Vorgeschichte: Ich bin 38 Jahre alt und z.Z. im 4. Monat schwanger. Von 2014-2019 etwa habe ich massiv zugenommen, bei 167cm von 65 kg auf fast 90. Anfang 2019 wurde eine „leichte“ Insulinresistenz festgestellt. HOMA 2,2 bei einem späteren Test 2,5. Nüchtern war der BZ unter 80. Die Insulinresistenz wurde anhand der Insulinwerte diagnostiziert. Zu Beginn 11, nach einer Stunde 34 aber nach 2 Stunden 69. Ich schätze ich hatte das schon ein paar Jahre. Ich habe Metformin verschrieben bekommen und meine Ernährung massiv umgestellt auf Low Carb. Laut Diabetologe bräuchte ich das Metformin nicht mal zwingend, aber ich habe wegen Kinderwunsch drauf bestanden. Ich habe damit schon länger wieder mein Ausgangsgewicht von 65 Kilo erreicht und halte das seit ca einem Jahr. Mein Hba1c ist immer zwischen 4,7 und 4,9. Trotz Metformin, Sport und Low Carb waren so ca 1 mal die Woche meine Nüchternwerte über 100. Zwischen 100-115. Nach dem Essen wirklich nur mal bei Kohlenhydrat-Ausnahmen bei ca 160. Der Diabetologe meinte damit müsste ich leben. Ok.

    Nun bin ich wie gesagt schwanger und da gelten ja Zielwerte von Nüchtern Max. 95 und nach dem Essen maximal 140. Sowohl Frauenarzt als auch Diabetologe haben mich sehr vor Low Carb in der Schwangerschaft gewarnt. Ich muss dafür sorgen dass ich keine Ketone im Urin habe. 160g KH sollten es sein pro Tag. Nach fast 2 Jahren Max 50g am Tag ne echte Herausforderung. Ich hab mich also mit Vollkornnudeln, Vollkornbrot, Vollkornreis usw eingedeckt und vorsichtig angefangen. Aber selbst mit 100-120g KH waren die Werte von Beginn an (ca 6. Woche) eine Katastrophe (Nüchtern 100-105) PP bis 175. Ich spritze also seit der 8. Woche Basalinsulin zur Nacht und seit der 9. Woche zu den Mahlzeiten. Zusätzlich musste ich das Metformin bis zur 12. Woche ausschleichen. Seit ca 2 Wochen nehme ich jetzt garkeins mehr.

    Mit dem Humaninsulin bin ich überhaupt nicht klar gekommen. Da hätte ich sicher eine Stunde vor dem Frühstück spritzen müssen damit sich auch nur IRGENDEIN Effekt gezeigt hätte. Zusätzlich hatte ich IMMER 2-3 Stunden nach dem Spritzen Unterzucker bis 40 und das trotz dass der BZ nach einer Stunde bei 160 war. Inzwischen habe ich Novorapid. Das klappt etwas besser, aber mehr als 20-30g Kohlenhydrate zum Frühstück (spielt keine Rolle ob Haferkleie, Vollkornbrot oder Vollkornmüsli) geht damit auch nicht. Die muss ich mit 10-12IE abdecken und trotzdem 15-20 Minuten warten, sonst hab ich wieder ne Riesen Spitze bis 180 drin. Teilweise sinkt der BZ schon und ich fange erst bei 65 an zu essen. Und prompt 2-3 Stunden später hab ich wieder den Unterzucker. Der Diabetologe ist ratlos und erzählt mir die ganze Zeit ich soll doch mal Vollkorn probieren (da hab ich Tränen vor Wut in den Augen). Eigentlich können diese Werte jetzt (14. Woche) noch garnicht von der Schwangerschaft kommen, oder?

    Jetzt war ich bei einer Vertretung, die (warum auch immer) ein Typ 1 Screening veranlasst hat wegen den Werten. Es sind noch nicht alle Ergebnisse da, aber der Insulinwert zumindest schon mal. Der war mit 1,6 am unteren Rand. Was das bedeutet hab ich die Ärztin gefragt und sie meinte „dass ihr Körper sehr wenig eigenes Insulin produziert“. Ja toll, was soll ich damit jetzt anfangen?

    Kann es sein, dass sich während der letzten 2 Jahre aus der anfänglichen IR bereits ein manifester Diabetes entwickelt hat, der aufgrund des Metformin und der LC-Ernährung irgendwie „verschleiert“ war? Und kann es sein, dass in den letzten 2-6 Jahren die Bauchspeicheldrüse schon so geschädigt wurde, dass sie die Insulinproduktion einstellt? Welche andere Erklärung kann es für niedriges Insulin geben? Was kann ich machen? Ich hab inzwischen wirklich Panik dass es was schlimmeres sein könnte und ich zusätzlich noch das Baby verliere…
    Bearbeitet von User am 07.09.2021 14:12:54. Grund: Was vergessen
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    am 07.09.2021 15:20:56 | IP (Hash): 1042835315
    Erin schrieb:
    Es sind noch nicht alle Ergebnisse da, aber der Insulinwert zumindest schon mal. Der war mit 1,6 am unteren Rand. Was das bedeutet hab ich die Ärztin gefragt und sie meinte „dass ihr Körper sehr wenig eigenes Insulin produziert“. Ja toll, was soll ich damit jetzt anfangen?

    Ich hab inzwischen wirklich Panik dass es was schlimmeres sein könnte und ich zusätzlich noch das Baby verliere…

    Hallo Erin,

    atme erst mal tief durch und versuche ruhig zu bleiben. Du wirst dein Baby nicht wegen einem leicht erhöhten BZ verlieren. Das Hauptrisiko wäre, dass dein Baby dadurch etwas größer auf die Welt kommt. Das wäre zwar nicht schön, aber auch keine Katastrophe, weil es dann normalerweise auch gesund aufwachsen wird. So richtig groß wird das Risiko auch erst im 3. Trimester, wenn sich bei deinem Baby die Organe entsprechend entwickelt haben. Bis dahin hast du noch eine Menge Zeit zu üben, wie du mit gespritztem Insulin den BZ häufig gut hinbekommst. Er muss ja auch nicht immer perfekt sein, sondern nur möglichst oft.

    Bezüglich des niedrigen Insulins warte erst mal die anderen Ergebnisse ab. Aussagekräftig ist das C-Peptid, das bei dir hoffentlich mit bestimmt wird. Wenn das nicht zu niedrig ist (unter 0,5 wäre Typ1-Diabetes), dann hat diese Momentaufnahme beim Insulin keine allzu große Bedeutung.

    Alles Gute für dich und dein Baby und etwas mehr Gelassenheit, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 07.09.2021 15:22:06. Grund: BBCodes
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    am 07.09.2021 16:48:46 | IP (Hash): 1673596168
    Vielen Dank erstmal! Ja ich muss mich beruhigen, ich weiß. Die Hormone machen echt was mit einem :) Das mit dem C-Peptid werd ich direkt fragen, dank dir!
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    am 07.09.2021 17:26:39 | IP (Hash): 1487376100
    dein diabetologen verstehe ich nicht.
    es gibt mitlerweile schwangere frauen die ausschließlich ketogen/cornivore leben.
    warum sollst DU kohlehydrate essen?

    es wird zb EMPFOHLEN sich ketogen/cornivore zu ernähren um schwanger zu werden
    und wenn man es dann ist,is es auf einmal schlecht?
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    am 07.09.2021 17:35:01 | IP (Hash): 1673596168
    Ich hab mich damit tatsächlich vorher nicht beschäftigt. Die Aussage ist allerdings dass Ketone im Urin sich negativ auf die Gehirnentwicklung auswirken. Ich weiß allerdings nicht wie es ist, wenn man schon länger in Ketose ist und dann drin bleibt…
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    am 07.09.2021 18:03:14 | IP (Hash): 1487376100
    hab hier mal eine seite gefunden.

    da steht nix von keto is scheiße in der schwangerschaft


    https://www.healivery.de/blogs/ratgeber/keto-ketose-in-der-schwangerschaft
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    am 07.09.2021 18:44:06 | IP (Hash): 542604677
    Erin schrieb:


    Nun bin ich wie gesagt schwanger und da gelten ja Zielwerte von Nüchtern Max. 95 und nach dem Essen maximal 140. Sowohl Frauenarzt als auch Diabetologe haben mich sehr vor Low Carb in der Schwangerschaft gewarnt. Ich muss dafür sorgen dass ich keine Ketone im Urin habe. 160g KH sollten es sein pro Tag. Nach fast 2 Jahren Max 50g am Tag ne echte Herausforderung. Ich hab mich also mit Vollkornnudeln, Vollkornbrot, Vollkornreis usw eingedeckt und vorsichtig angefangen. Aber selbst mit 100-120g KH waren die Werte von Beginn an (ca 6. Woche) eine Katastrophe (Nüchtern 100-105) PP bis 175. Ich spritze also seit der 8. Woche Basalinsulin zur Nacht und seit der 9. Woche zu den Mahlzeiten. Zusätzlich musste ich das Metformin bis zur 12. Woche ausschleichen. Seit ca 2 Wochen nehme ich jetzt garkeins mehr.

    Mit dem Humaninsulin bin ich überhaupt nicht klar gekommen. Da hätte ich sicher eine Stunde vor dem Frühstück spritzen müssen damit sich auch nur IRGENDEIN Effekt gezeigt hätte. Zusätzlich hatte ich IMMER 2-3 Stunden nach dem Spritzen Unterzucker bis 40 und das trotz dass der BZ nach einer Stunde bei 160 war. Inzwischen habe ich Novorapid. Das klappt etwas besser, aber mehr als 20-30g Kohlenhydrate zum Frühstück (spielt keine Rolle ob Haferkleie, Vollkornbrot oder Vollkornmüsli) geht damit auch nicht. Die muss ich mit 10-12IE abdecken und trotzdem 15-20 Minuten warten, sonst hab ich wieder ne Riesen Spitze bis 180 drin. Teilweise sinkt der BZ schon und ich fange erst bei 65 an zu essen. Und prompt 2-3 Stunden später hab ich wieder den Unterzucker. Der Diabetologe ist ratlos und erzählt mir die ganze Zeit ich soll doch mal Vollkorn probieren (da hab ich Tränen vor Wut in den Augen). Eigentlich können diese Werte jetzt (14. Woche) noch garnicht von der Schwangerschaft kommen, oder?




    Ich würde sagen, klarer Fall von zu viel Insulin zu den Mahlzeiten. Deine Insulinmenge passt, wenn du ca. 3 Stunden nach dem Essen und Spritzen wieder auf den Zielwert gekommen bist. Da du deutlich drunter liegst, spritzt du eindeutig zu viel Insulin. Insulin braucht einfach eine gewisse Zeit zum Wirken, daher dieser starke Anstieg erstmal, aber dafür mehr spritzen führt dich später in eine Unterzuckerung. Dem kann man entgegenwirken, indem man im Vorhinein spritzt, wie du es schon machst. Insb. Morgens ist diese Zeit zwischen Spritzen und Essen (auch SEA genannt) am längsten. Da du ja mittlerweile bereits wartest bist du bei 65 bist bevor du mit Essen anfängst, kannst du dort nicht mehr verlängern. Stattdessen könntest du folgendes probieren:
    - zu Beginn des Frühstücks mit Eiweiß oder Gemüse starten, Kohlenhydrate erst gegen Mitte/Ende des Frühstücks, dass Eiweiß und Gemüse die Kohlenhydrate nochmal verzögern
    - Turbo-Insulin also Fiasp (schnelles NovoRapid) oder Lyumjev (schnelles Humalog). Da du bereits NovoRapid verwendest, wäre Fiasp vermutlich die bessere Wahl, das solltest du beim Diabetologen ansprechen. Trotz Fiasp brauchen etliche Diabetiker noch einen SEA.
    - andere Möglichkeit morgens in der insulinresistentesten Zeit weniger Kohlenhydrate, dafür auf die andere Mahlzeiten am Tag etwas mehr Kohlenhydrate um auf den Gesamttagesbedarf zu kommen, Mittag sind viele bspw. deutlich insulinsensibler
    - kurz nach dem Frühstück Bewegung, eine Runde spazieren, etc. das senkt auch die Stundenspitze, bei dieser Technik wirst du vermutlich weniger Insulin für die Mahlzeit spritzen müssen, wie viel genau solltest du mit deinem Diabetologen bereden
    - grundsätzlich können auch stark ansteigende Werte nach dem Essen ein Indiz für eine zu geringe Basalversorgung sein. Das solltest du auch mit deinem Diabetologen besprechen.
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    am 07.09.2021 18:49:53 | IP (Hash): 542604677
    Erin schrieb:
    Ich hab mich damit tatsächlich vorher nicht beschäftigt. Die Aussage ist allerdings dass Ketone im Urin sich negativ auf die Gehirnentwicklung auswirken. Ich weiß allerdings nicht wie es ist, wenn man schon länger in Ketose ist und dann drin bleibt…



    Ich persönlich würde übrigens schon schauen, dass du dich ausgewogen ernährst. Damit dein Baby ja alle Nährstoffe bekommt, die es braucht. Und da zählen in meinen Augen auch Kohlenhydrate in einem gewissen Maße dazu. Wenn dir zwei deiner behandelnden Ärzte davon abraten während der Schwangerschaft in einer Ketose zu sein, dann solltest du definitiv auf diese eher hören als auf irgendwelche Internet-User, die sich wie bspw. Specki ausschließlich von Fleisch (plus selten Milchprodukten) ernähren und das als bestgeeigneste Diabetes-Ernährung anpreisen.
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    am 07.09.2021 20:58:50 | IP (Hash): 1673596168
    Vielen Dank für die Tipps! Das mit dem Eiweiß/Gemüse probiere ich auf jeden Fall aus! Bewegung ist leider zur Zeit nicht möglich (Bettruhe aufgrund eines Hämatoms). Das kommt leider noch dazu. Letzte Möglichkeit wäre tatsächlich morgens wieder auf einen Joghurt oder LC-Brötchen zu gehen und nochmal bei Mittag und Abend etwas zu schrauben… Dank dir sehr!
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    am 07.09.2021 22:35:37 | IP (Hash): 1487376100
    na ja zumindestens hab ich derzeit "keine" diabetis.
    mein langzeitwert is bei 5.4 ohne medikamente.
    und nu?
    und die seite die ich ihr kopiert habe,hab ich nicht erfunden.