Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Durch lange Zeit hohe Werte - Angst bei normalen Werten

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 09.09.2021
    am 09.09.2021 16:16:42 | IP (Hash): 1816254105
    Hey an euch,

    da ich ganz neu bin, erstmal ein paar Punkte über mich;
    Ich habe nun seit ca. 14 Jahren Diabetes Typ I ; bin Pumpen- und CGM-Träger ; die Therapie läuft mal mehr gut, mal weniger - wie bei den meisten wahrscheinlich.

    Die letzten 2,5 Jahre lief bei mir alles soweit außerordentlich gut; HbA1c zwischen 5,4 und 6,5 und die Time in Range im Schnitt bei 90-95%.

    Doch dann kam leider vor ca. 3 Monaten der Absturz - ich war zu perfektionistisch und wollte einfach zu viel, um die letzten paar % noch rauszuholen (Ich wollte die Spitzen nach dem Essen noch stärker vermeiden, allgemein hohe Werte noch mehr vermeiden, etc.)
    Auch aber nicht nur unter anderem durch die Benutzung von Ljumjev, führte dies leider dazu, dass ich einige Erlebnisse hatte, wo ich gerade so das Umfallen durch Unterzuckerung noch vermeiden konnte...

    Grade durch dieses Insulin kam es auch dazu, dass meine benötigten Insulinmengen oftmals schwankten.
    Nach und Nach führte das dazu, dass ich aus Angst vor einer UZ weniger Mahlzeiten Insulin gespritzt habe etc.
    Auch nach dem Rückschritt, wieder zurück zu NovoRapid behielt sich dieses Muster bei.
    Dadurch hatte ich über einen Zeitraum von bestimmt 1,5-2 Monaten, deutlich mehr Zeit über 200 mg/dl verbracht als darunter.

    Noch nun zu meinem akuten Problem; ich fühle mich, als hätte sich mein Körper an diese hohen Werte angepasst. Bei Werten von 130-140 mg/dl fange ich an, die UZ-Warnungen meines Körpers zu spüren:
    Schwitzen an den Händen, Zittern, leichten Schwindel, allgemein Panik. Oft habe ich hierbei angefangen dann direkt
    viel Traubenzucker zu essen vor lauter Angst, was sich natürlich dann wieder im Überzucker widerspiegelte.

    Ich versuche mich jetzt wieder nach und nach an "niedrigere" Werte zu gewöhnen und hoffe, dass das irgendwie funktioniert. Doch nun wollte ich euch mal fragen, ob jemand ähnliche Erfahrungen hat und seine Erfahrungswerte teilen könnte.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 6039
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 09.09.2021 18:05:10 | IP (Hash): 1629956718
    Mein Vorbild für den BZ im völlig gesunden Rahmen ohne nennenswerte Untersuckerungen war T1 und hat mir Spritzen+Essen+Messen beigebracht. Das mache ich bis heute mit sehr gutem Erfolg.
    Angefangen mit Messen im Wirkausslauf, also da, wo das Sinken nach dem Essen ins Waagerechte ausläuft oder sogar wieder anfängt zu steigen. Dosis passt, wenn BZ vor dem Essen = BZ beim Wikauslauf, bei mir 3-4 Stunden nach dem Spritzen von Apidra.
    Dann schauen, wo der BZ wann dazwischen verläuft. Wenn höher als ich will, habe ich 3 Möglichkeiten:
    1. Passenden SEA berücksichtigen.
    2. Für die ganze Menge spritzen und dann in 2 oder 3 Raten mit 45-60 Minuten Pause(n) dazwischen essen.

    Und schließlich die, von der ich nur in Ausnahmen abweiche, nämlich das Essen nach Zusammensetzung und Menge so bemessen, das es unter meinen Spitzendeckel von lieber 140 als 160 mg/dl passt. Mit nem CGM ist das doch keine Hexerei, oder?
    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 09.09.2021
    am 09.09.2021 18:35:23 | IP (Hash): 106060197
    An sich erstmal danke für deine Antwort.
    Sei mir bitte nicht böse, aber dein Beitrag ist nicht wirklich eine hilfreiche Antwort auf meine Frage...

    Ich weiß schon, wie man richtig spritzt für sein Essen etc.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 943
    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 09.09.2021 18:57:15 | IP (Hash): 2140105154
    Ich kann deine Situation total gut nachvollziehen. Meine Diabetesberaterin hat mich als super ehrgeizig auch genau davor gewarnt. Ich hatte vor einigen Monaten auch zwei heftige Hypos bis auf 39mg/dl runter ohne ersichtlichen Grund und dann in Folge aus Angst auch ein klein wenig weniger gespritzt und eher höhere Werte zugelassen. Ganz so extrem wie bei dir jetzt nicht und dagegen kämpfte ich auch jetzt wieder an. Da die Diabetespraxis das ganze auch unterstützt, lieber höhere Werte als Hypos, ist man dann ganz schnell in so einer Spirale drin.

    Für genau deine Probleme gibt es in Bad Mergentheim eine spezielle Schulungsgruppe für Typ1 Diabetiker mit "Hypo-Angst" und darausresultierenden höheren Werten, aus Angst vorm zuviel spritzen.

    https://www.diabetes-klinik-mergentheim.de/schwerpunkte/spezielle-behandlungsgruppen/unterzucker-angst

    Vielleicht wäre das genau was für dich.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 6039
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 09.09.2021 19:24:35 | IP (Hash): 1629956718
    Meine Erfahrung ist, dass sehr viel mehr auf das Senken von Spitzen als auf das Einhalten eines gesunden Grundverlaufs ohne Hypos geachtet wird. Aber wenn Du dich so gut mit dem passenden Spritzen auskenst, wie Du schreibst, und wenn Du Deinen BZ-Verlauf ja zeitnah an Deinem CGM beobachten und passend drauf reagieren kannst - bitte nicht böse für meine Nachfrage sein - was erwartest Du jetzt von uns?

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 943
    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 09.09.2021 19:54:37 | IP (Hash): 2140105154
    Mir fällt gerade noch was ein, welche Pumpe und CGM nutzt du denn genau?

    Mittlerweile gibt es ja einige Pumpen mit Hypo-Abschaltung bzw. jetzt demnächst die T-Slim mit Control-IQ, die Insight mit Diabeloop/DBG1 und die Medtronic 780G die Hybrid-Loop machen. Vielleicht wäre so ein Modell ja sinnvoll für dich, dank der Hypo-Abschaltung wäre die Auftretenswahrscheinlichkeit von Hypos geringer. Über die Systeme könntest du dich ja mal informieren, falls Interesse besteht. Insight und T-Slim arbeiten mit dem Dexcom zusammen, die 780G mit einem neuen Guardian 4 Sensor.

    Vielleicht würde dir auch der Wechsel deines CGMs schon helfen, je nachdem welches du verwendest? Ich wechsele gerade vom Libre 2 zum Dexcom und habe große Hoffnungen, dass mich der Dexcom besser vor solchen Hypos warnt.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 0
    Beiträge: 283
    Mitglied seit: 18.11.2020
    am 10.09.2021 07:26:44 | IP (Hash): 1040372874
    Hallo nitsuj ,

    als Typ 2 kann ich da nur bedingt mitreden.

    Es ist ja bekannt, ging mir übrigens auch so, das der Körper auch bei völlig normalen BZ Werten Alarm schlägt wenn er davor lange Zeit hohe Werte gewohnt war.

    Ob das allerdings in dieser starken Ausprägung bereits nach 2 Monaten der Fall ist muss man doch ein wenig bezweifeln. Vor allem scheinen deine Werte nun nicht extrem hoch gewesen zu sein.
    Als unerkannter Typ 2 verbringt man ja teilweise Jahre mit Werte von über 300 oder 400.

    Soll natürlich nicht heißen das du dir das einbildest, aber deine schlechten Erfahrungen mit Hypos können natürlich dafür sorgen das dein Körper auch schon bei geringsten Anzeichen direkt auf Alarm schaltet.
    Angst ist ein mächtiges Gefühl das die verrücktesten Dinge mit deinem Körper anstellen kann.

    Daher würde ich mich da July95 anschließen, du solltest Hilfe suchen, ersten um festzustellen ob es vielleicht biologische Gründe für die frühen Hypo gibt und um deine Angst in den Griff zu bekommen.

    Gruß Tobias
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.