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Essen egal,solange man runterspritzt?

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 7
    Mitglied seit: 11.12.2021
    am 21.01.2022 03:24:21 | IP (Hash): 747448354
    Hallo ihr Lieben,

    vor 6 Monaten kam ich mit einem Blutzuckerwert von 600 ins Krankenhaus.
    Ich war beim Arzt da ich innerhalb eines Jahres 30kg verlor,was für mich unerklärlich war.
    Habe nur noch getrunken,war nur noch auf Toilette.
    Nun wurde halt festgestellt das ich Diabetes Typ 3 habe,der ja genauso behandelt wird wie Typ1.
    Ich esse immer noch ganz normal,da ich selber sehr schlecht kochen kann und noch eine andere Krankheit habe die mich sehr in der Bewegung beeinträchtigt.
    Morgens esse ich meistens 3 Vollkorntoast mit Wurst,Buko und eins mit Marmelade.
    Danach noch 2 Pfirsich Maracuja Joghurts a 200g.
    Fruchtjoghurts.
    Von diesen esse ich ca. 6 am Tag.
    Abends mache ich mir meistens immer Nudeln/Reis/Kartoffeln mit Hühnchen.
    Zwischendurch am Tag mal 2 Kekse oder eine Zimtwaffel.
    Und vorm schlafen gehen nochmal etwas Brot und 2 Joghurts.

    Ich möchte aber nicht abnehmen weiter.
    Habe vor 8 Wochen 75kg gewogen und heute 76,8kg.
    Zum Glück nicht abgenommen,ausser an den Beinen verlier ich soviel Gewicht und Muskeln das sie sehr sehr dünn geworden sind. Habe vorher 95kg gewonnen und als ich vor 6 Monaten ins Krankenhaus kam war ich bei 68kg. Bin 1.73m.


    Ich spritze am Tag an die 80 Einheiten LISPRO.
    Was ich seit 2 Tagen bekomme,vorher hatte ich Actrapid.
    Zusätzlich noch 16 Einheiten Lantus vorm schlafen gehen.

    Nachdem essen ist mein Blutzucker immer bei 250-350.
    Ich spritze dann meistens schon direkt nachdem Essen.
    Mein Hausarzt meinte,das man bei Diabetes Typ 1 ruhig essen kann was man will,solange man sich das
    Insulin spritzt.

    Ich habe keine Ahnung wie ich Kohlenhydrate berechne oder dagegen anspritze.
    Ich wurde vor 6 Monaten mit einem festen Schema aus dem Krankenhaus entlassen.

    Nun habe ich am Montag einen Termin beim Diabetologen wieder,wo ich ansprechen möchte das ich endlich eine richtige Schulung bekomme.

    Steht diese Schulung denn jedem zu?
    Und versteht man das alles,denn das was ich im Internet lese ist soviel Input das ich alles wieder ganz schnell vergesse.
    Ich habe die Diabetes nun mindestens 1 1/2 Jahre und möchte endlich richtig essen,richtig spritzen.

    Habe grosse Angst vor diesen ganzen Veränderungen.

    Vielleicht könnt ihr mir etwas Mut geben.
    Ich will noch nicht sterben an meinen hohen BZ Werten :(

    Liebe Grüsse
    Verena ( 39 )
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Beiträge: 319
    Mitglied seit: 18.11.2020
    am 21.01.2022 08:30:55 | IP (Hash): 426271160
    Hallo Verena,

    ja dir steht eine Schulung zu und du brauchst die auch dringend.

    Grundsätzlich kannst du wirklich essen was du willst. Du musst aber deine Insulin dosis entsprechend anpassen.
    Deine zielwerte sollten möglichst im Rahmen dessen liegen was auch gesunde haben. Da musst du sich aber langsam ran tasten.

    Werte über 200 solltest du soweit möglich vermeiden.

    Eine gute Ernährung würde es dir etwas einfacher machen, die fertige Joghurt stecken zum Beispiel voller Zucker.
    Aber wie gesagt grundsätzlich ist es nur eine Frage der passenden Insulin Menge.

    Ich denke du kannst auch Libre Sensoren bekommen und vielleicht sogar eine Insulinpumpe, wenn du das möchtest. Das würde dir bestimmt das Leben erleichtern.

    Gruß Tobias
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 6297
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 21.01.2022 09:40:00 | IP (Hash): 1270603657
    In Verlängerung von Tobi
    Die Einstellung nach Blutzucker-Tabelle sollte eigentlich nur eine vorübergehend provisorische sein. Eigentlich sollte jede Facharztpraxis bestrebt sein, ihre INSULINER so schnell wie möglich dazu anzuleiten, wie sie passend zum Essen spritzen. ICT heißt das bei uns = Intensified Conventional Therapy. Versteht kein Englischsprachler. Bei denen heißt das DAFNE = Dose Adjustment For Normal Eating.

    Ist tatsächlich gar nicht sooo schwer. Angestrebt wird meistens zunächst einmal 100-140 als brauchbare Höhe nüchtern und vor einem Essen. Und wenn man dann spritzt und isst, haben Essen und Insulin zusammen gepasst, wenn nach dem Auswirken von beidem etwa 3-4 Stunden weiter und spätestens vor der nächsten Mahlzeit wieder 100-140 gemessen werden können.
    Die Berechnungen mit den Brot- und Kohlenhydrat- und Fett-Protein- und Korrektur-Einheiten sind bewährte Gehhilfen. Aber bitte nicht als feststehende Gesetzmäßigkeiten missverstehen und akzeptieren, dass die eine für eine Scheibe Toast 1 Einheit Lispro braucht, während der andere für die gleiche Scheibe 4 oder 5 oder noch mehr Einheiten spritzen muss.
    NACHTRAG: Was bei einem selbst am besten passt, muss man eh bei sich selbst systematisch ausprobieren. Das kann einem auch der beste Arzt nicht sagen.


    Wichtig für mich ist noch nach gut 20 Jahren mit Insulin, dass ich mir fortlaufend (immer sofort! "Mach ich gleich" lässt mich ne halbe Stunde weiter völlig im Zweifel ob und wie viel ich tatsächlich hatte oder nicht?) aufschreibe, wann ich wie viel von was esse und wie viel dafür spritze.

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 21.01.2022 12:22:15. Grund: Nachtrag
  • Rang: Erweitertes Mitglied
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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 21.01.2022 11:51:44 | IP (Hash): 396513731
    Hallo Verena,

    July95 (ebenfalls Typ 3), die sich bestimmt noch melden wird, schwärmt von ihrer stationären Schulung und Einstellung in der bekannten Diabetesklinik Bad Mergentheim. Vielleicht wäre das auch gut für dich. Ansonsten, wenn du bei deinem Diabetologen nicht weiter kommst, suche mal nach einer diabetologischen Schwerpunktpraxis in deiner Gegend. In diesen Schwerpunktpraxen findet man häufig viel Sachverstand und gute Schulungen.

    Du kannst dir aber auch alleine schon viele wertvolle Informationen selbst erarbeiten und vielleicht auch teilweise anwenden. Eine sehr gute Quelle findest du hier:
    https://www.diabetesinfo.de/

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.

    Bearbeitet von User am 21.01.2022 11:55:09. Grund: BBCodes
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    Mitglied seit: 30.07.2021
    am 21.01.2022 17:10:33 | IP (Hash): 1877404409
    Hallo Verena!
    bei mir wurde auch vor ca. 1,5 Jahren Diabetes festgestellt und kam mit plötzlich sehr hohen Werten ins Krankenhaus. Im Krankenhaus erhielt ich die Diagnose "am ehesten Typ 2 Diabetes". Mein Spitzengewicht war früher in etwa wie bei Dir... etwa 95 Kg (ich bin auch 1,73 m groß). Inzwischen wiege ich ca. 70 Kilo und finde das allerdings nicht zu dünn.
    Mein Diabetologe hat nun einen Typ 3 Diabetes bei mir festgestellt. Ich erhalte Insulin zu den Mahlzeiten und Langzeitinsulin zur Nacht. Allerdings viel weniger als Du.
    Ich hatte bereits 2 Schulungen, halte mich an die Vorgaben und komme damit gut zurecht. Es gibt - bis auf wenige Ausnahmen - nur 3 Mahlzeiten am Tag. Das Insulin spritze ich vor dem Essen, berechnet nach den zuzuführenden Kohlenhydraten. Für eine BE benötige ich 0,5 IE.
    Ich habe mich gut daran gewöhnt. Das wirst Du sicherlich auch. Es war ein holpriger Weg mit der richtigen Einstellung, aber nun ist alles gut. Ich neige zwar zu Unterzuckerungen, habe aber einen Sensor am Arm, der mich bisher zuverlässig warnt.
    Leider muss ich mich auch um die Ursache meiner Diabeteserkrankung kümmern. Das ist nicht so schön, aber ich muss damit leben. Ich freue mich über jeden Tag, an dem es mir gut geht.
    Sprich Deinen Diabetologen wegen einer Schulung an!
    Alles Gute für Dich!
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    Mitglied seit: 30.07.2021
    am 21.01.2022 17:16:19 | IP (Hash): 1877404409
    hjt_Jürgen schrieb:


    Wichtig für mich ist noch nach gut 20 Jahren mit Insulin, dass ich mir fortlaufend (immer sofort! "Mach ich gleich" lässt mich ne halbe Stunde weiter völlig im Zweifel ob und wie viel ich tatsächlich hatte oder nicht?) aufschreibe, wann ich wie viel von was esse und wie viel dafür spritze.




    Da kann ich nur zustimmen! Ich protokolliere auch alles...