Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.

Nächte der Verzweiflung

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 03.04.2022
    am 03.04.2022 07:43:44 | IP (Hash): 1883772363
    Hallo alle miteinander!

    Ich hatte lange Zeit eigentlich das gute Gefühl, alles auf die Reihe zu bekommen; langjähriger 25-jähriger Typ 1 Diabetiker mit einem HbA1c von 6-6,6, zufrieden mit der Therapie usw.
    Seit nunmehr einem Jahr läuft da allerdings etwas ganz schief und es wird nur schlimmer:
    Es begann damit, dass die Nacht- und Morgenwerte willkürlich anstiegen; nachts kann man mit Punkt 3 Uhr einen Anstieg aus dem Zielbereich (Libre 3) bis 250 oder sogar 350 beobachten, der quasi wie ein Pfeil ansteigt. Das schlimme ist, dass dieser Anstieg zur unzugänglichsten Zeit und in der Höhe willkürlich und auch nicht immer passiert, seltene Male steigt er auch einfach mal nicht an. Morgens bleibt er meist hoch, fällt aber in seltenen Fällen nochmal ab. Meine Diabetologin ist ratlos, wirklich ratlos und will mich zur Pumpe drängen (die ich aber aus richtigen Angstgründen vor dem „Konstrukt Pumpe“) nicht tragen kann. Ich spritze mit Pen, KZ Novo Rapid, LZ Tresiba.
    Jetzt fängt der Wert seit kurzem auch noch an, gegen 17 Uhr ebenso grundlos graduell bis 220-250 anzusteigen, den ich auch immer nochmal extra täglich korrigieren muss.

    Ich verzweifle wirklich nachhaltig eben und fühle mich mit diesen hohen Werten furchtbar schlecht, dazu geht mir mein guter HbA1c völlig abhanden und darum bin ich nun hier…
    Hat irgendjemand eine Ahnung, was das sein kann und was man machen könnte? Ich wäre derart dankbar…

    Viele Grüße,
    Johannes
  • Bild User
    Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 1233
    Beiträge: 8853
    Mitglied seit: 20.02.2011
    am 03.04.2022 09:45:01 | IP (Hash): 1817223148
    jofu96 schrieb:
    Jetzt fängt der Wert seit kurzem auch noch an, gegen 17 Uhr ebenso grundlos graduell bis 220-250 anzusteigen, den ich auch immer nochmal extra täglich korrigieren muss.


    Und was sagt der Pieks, wenn das Libre 220 und Pfeil nach oben ausgibt?

    ----------------------------------------------
    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
  • Rang: Erweitertes Mitglied
    Punkte: 972
    Beiträge: 5071
    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 03.04.2022 09:51:24 | IP (Hash): 799801524
    Hallo Johannes,

    das klingt wirklich nicht gut. Eine Erklärung habe ich nicht zu bieten, aber eine Möglichkeit, die du viellecht mal genauer beobachten kannst.

    Wie niedrig ist denn dein BZ nachts um 3 bevor er so stark ansteigt? Kann hier eventuell ein Gegenreaktion auf niedrigen BZ vorliegen. Das kannst du vielleicht bestätigen oder ausschließen, wenn du den BZ mal ein paar Tage insgesamt etwas höher verlaufen lässt.

    Falls es eine Gegenreaktion auf niedrigen BZ ist, obwohl der BZ ansonsten nicht anders als vorher verläuft, wäre die Frage, was sich geändert haben könnte, um so eine starke Reaktion auszulösen. Hast du in letzter Zeit Gewicht zugelegt oder möglicherweise auch ohne Zunahme eine nichtalkoholische Fettleber (NAFL) entwickelt? Auf jeden Fall dürfte die Leber stark beteiligt sein.

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 03.04.2022 09:51:42. Grund: BBCodes
  • Lena8107

    Rang: Gast
    am 03.04.2022 11:49:06 | IP (Hash): 1171762217
    Hallo,
    das klingt wirklich nicht gut. In dem Fall würde ich tatsächlich über eine Pumpe nachdenken, weil man da den Verbrauch besser anpassen kann.
    Ich spritze ebenfalls Tresiba, was bei mir schon mal deutlich besser läuft, als Levemir.
    Trotzdem ist es auch bei mir so, dass die Werte ab 3 Uhr (Dawn Phänomen) ansteigen, aber zum Glück nicht so dramatisch wie bei dir.
    Schlafe ich dann zusätzlich schlecht, dann geht‘s nach dem Aufstehen auch gerne nochmal deutlich nach oben, was ich dann mit ein paar Einheiten Lyumjev (Bolus) korrigieren muss.
    Generell treibt mich Stress auch gerne mal Richtung 250, wo ich ansonsten bei 100 liegen würde.
    Bei mir läuft der Libre in der Regel sehr gut und weicht so gut wie nicht von den blutigen Kontrollen ab. Trotzdem kontrolliere ich sehr hohe und auch niedrige Werte. Der Libre nutzt ja einen Algorithmus und versucht so vorherzusagen, wo du aktuell blutig liegst, da der Gewebezucker ja hinterherhinkt. Bei waagerechtem Trendpfeil passt‘s dann in der Regel, aber bei steilen Anstiegen und Abfällen übertreibt die Vorausrechnung ab und zu.
    Bei mir wurde das Tresiba probehalber erhöht, was dann aber zur Folge hatte, dass ich nachmittags ständig in eine Hypo gerutscht bin.
    Ich denke deshalb auch über eine Pumpe nach, wobei bei mir die Werte insgesamt noch sehr gut sind. Ich brauche halt nachts und vormittags deutlich mehr Basalinsulin als nachmittags.
    Eine Pumpe könnte das berücksichtigen, das immer gleich wirkende Tresiba leider nicht.
    Die ICT hat ihre Grenzen und ist irgendwann ausgereizt.
    Wahrscheinlich kommst du auf Dauer nicht um eine Pumpe herum, alternativ kannst du ständig mit dem PEN korrigieren.
    Kennst du den Insulin Club? Das ist ein Forum für Typ 1 Diabetiker. Da bekommst du evtl. gute Tipps und kannst dich austauschen.
    LG
    Bearbeitet von User am 03.04.2022 11:54:10. Grund: *