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Tipps für Trigger Situationen?

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 26.04.2022
    am 06.05.2022 06:35:51 | IP (Hash): 815570706
    Bis dato habe ich die Diagnose Diabetis Mellitus Typ 2 noch nicht offiziell erhalten. Doch gemäß meiner letzten Besuche beim Diabetologen bin ich wohl eine sogenannte Grenzgängerin. Mein letzter großer Blutzuckertest war am 25.04., bei dem herauskam, dass zwei der drei entnommenen Blutzucker-Werte zu hoch sind: der Nüchtern-Wert sowie der Langzeit-Zuckerwert. Kurz zum Hintergrund: 2017 und 2019 war ich schwanger und hatte bei beiden Schwangerschaften Schwangerschaftsdiabetes. Deswegen muss ich seitdem jährlich zum Diabetologen, der prüft, ob der Diabetes nun ganz weg ist. Meine jährlichen Werte werden eher schlechter als besser. Ich verstehe dies als Warnschuss und habe offen gestanden durch einen wichtigen Klick-Moment bereits am 22. Februar beschlossen, meine Ernährung auf zuckerfrei umzustellen. Das war also unabhängig von den schlechten Blutergebnissen. Heute ist also schon mein 69. Tag ohne Zucker, weil ich mich seitdem in dieser gesunden Ernährungsumstellung befinde.

    Die Ärztin wusste bei der letzten Untersuchung nicht so recht was sie mir raten sollte, weil ich mich gut ernähre, nicht mehr übergewichtig bin und mich regelmäßig bewege. Ich bin allerdings Halbasiatin und sie gab mir zu verstehen, dass Asiaten, trotz gesunder Lebensweisen, irgendwann den Typ 2 Diabetes bekommen. Ich habe dazu also wohl eine Veranlagung. Die Ärztin meinte, dass, wenn ich es schaffe mich nun dauerhaft so gut zu ernähren wie jetzt, dass sich der Diabetes dann vielleicht noch zehn bis zwanzig Jahre bei mir Zeit lässt. Wenn ich den großen Blutzuckertest mit dieser neuen Ernährungsweise erst im Herbst gemacht hätte, statt jetzt, dann wäre vielleicht mein Langzeit-Zuckerwert besser ausgefallen. Ich werde das dann im Oktober bei meinem Hausarzt nochmal überprüfen lassen.

    Heute habe ich jedoch eine konkrete Frage an euch: Durch die vielen Lockerungen war ich neulich auf einem Wohnzimmer-Konzert eingeladen. D.h. es kommt ein Singer-Songwriter vorbei und singt für ein 20-Köpfe-Publikum in einem Wohnzimmer seine Lieder; richtig schön in intimer Atmosphäre. Bei diesen Konzerten soll meist jeder was zu essen mitbringen. Bei diesen offenen Buffets möchte ich immer alles probieren und habe Schwierigkeiten mich zurück zu halten. So kam es, dass ich an dem Tag z.B. ein Stück Rhabarber Kuchen und ein Stück von einem Low Carb-Käsekuchen probiert habe. Am Tag drauf haben wir dann noch den dritten Geburtstag eines Neffen gefeiert, bei dem mir ein kleines Stück Schokoladenkuchen vorgesetzt wurde. Auf diese „Trigger“-Situationen war ich nicht vorbereitet. Am Tag nach dem dritten Geburtstag hatte ich dann sofort wieder Zucker Cravings, also das Verlangen nach Zucker, was ich durch die gesunde Ernährungsumstellung zu dem Zeitpunkt schon ca. sechs Wochen nicht mehr hatte. Diesen Carvings bin ich aber nicht nachgegangen. Meine konkrete Frage an euch lautet nun: Wie geht ihr mit solchen Alltagssituationen um? Also Situationen, wo euch was Süßes angeboten wird und ihr nicht darauf vorbereitet seid? Macht ihr da Ausnahmen oder lasst ihr konsequent den Zucker weg? Ich war neulich schon so stolz auf mich als ich mit meinem Mann im Kino war und es geschafft habe kein Popcorn zu essen. Stattdessen hatte ich mir Bionade mit naturtrüber Zitrone gegönnt. Ich weiß gar nicht, ob das Getränk für eine „Grenzgängerin“ in Ordnung war. Aber ich kann ja nicht immer nur Wasser trinken. Im Alltag trinke ich nur noch Wasser und ungesüßte Tees. Aber im Kino sollte es dann schon die Bionade, also ein „besonderes“ Getränk sein. Die nächste große Trigger-Situation wird für mich Ende Mai auf einer Hochzeit sein. Offen gestanden weiß ich da auch noch nicht, wie ich mich da in Sachen Hochzeitstorte verhalte. Habt ihr Tipps für mich, wie man mit solch besonderen Anlässen umgehen kann?
    Bearbeitet von User am 06.05.2022 10:04:42. Grund: Satzstellung
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    am 06.05.2022 07:57:16 | IP (Hash): 1579799679
    Hallo Sonja,

    zuerst mal zu deiner Beruhigung: Solche gelegentlichen Ausnahmen werden eine Diabetesentwicklung nicht verstärken. Wenn du sicher stellen kannst, dass es wirklich nur Ausnahmen bleiben, dann kannst du sie ohne Reue genießen.

    Wenn mir etwas ungeeignetes angeboten wird, dann habe ich kein Problem damit, es abzulehnen. Etwas schwieriger ist es bei Feiern. Hier versuche ich, von den ungeeigneten Sachen nur wenig zu essen. Mit dem essen am Buffet habe ich eigentlich kaum Probleme. Meistens gibt es da so viele diabetesgeeigneten Sachen, dass man auf weniger geeignetes verzichten kann oder nur kleine Happen davon kostet.

    Für die Diabetesentwicklung kommt es übrigens nicht nur darauf an, den Zucker wegzulassen. Genauso wichtig ist die Beachtung der KH insgesamt, besonders die Stärke aus Weißmehl, Reis, Kartoffeln, ... Die musst du dir nicht versagen, aber auch ein wenig auf die Mengen achten. Mach dich vielleicht auch mal in diese Richtung etwas schlau. Allerdings hilft es schon viel, wenn du Zucker und besonders zuckerhaltige Getränke meidest und keine stark verarbeiteten, sondern möglichst natürliche Lebensmittel verwendest.

    Viel Erfolg, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 07.05.2022 08:35:25. Grund: BBCodes
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    am 06.05.2022 10:30:34 | IP (Hash): 1010654157
    Ok, Dein Organismus hat eine Neigung zu Diabetes. An Deiner Stelle würde ich die systematisch in dieser Art austesten https://www.bloodsugar101.com/_files/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf Dabei wirst Du wahrscheinlich feststellen, dass Du einiges schon jetzt passend einschätzt. Einiges wird Deinen BZ mehr antreiben, als Du bislang gedacht hast, und einiges weniger. Und wenn Du’s mit anderen in Deinen Umfeldern vergleichen kannst, werdet Ihr einiges finden, wo Eure Körper sehr verschieden reagieren. One-size-fits-all ist also nicht wirklich.

    Viele Erfahrungen zeigen, dass der Nüchternwert morgens mit einigen Tagen bis Woche(n) Verzögerung hinter den Spitzen nach den Mahlzeiten herläuft. Konsequent in der Spitze um 1 Stunde nach dem Essen unter 140 mg/dl macht in aller Regel im Zeitrahmen von 1-2 Wochen recht zuverlässig morgens nüchtern deutlich unter 100 und meistens auch unter 90.
    UND nach etwas länger konsequent in diesem gesunden Rahmen fällt häufig auf, dass manche Portion den BZ gar nicht mehr so hoch treibt, wie sie das noch in der Zeit mit dem insgesamt höheren BZ-Verlauf gemacht hat :)

    Dann kann man natürlich auch andersrum schauen, wie häufig man wieder wie weit über 140 ansteigen lassen kann, bis der Nüchternzucker wieder zu steigen anfängt und bis die Portion, die vor ein paar Tagen doch noch eine Spitze unter 140 gemacht hat, den BZ wieder an die 200 oder sogar darüber treibt.
    Und wenn man’s nur deutlich seltener "übertreibt", lässt sich meistens Beobachten, dass man sich den gesunden Deckel auch mit ab und zu einer Ausnahme recht zuverlässig erhalten kann :)

    Was Du auf diese Weise erreichen und erhalten kannst, auch wenn ein Zuckerwassertest eindeutig Diabetes anzeigt, wird als Remission bezeichnet. Also mit Diabetes der alltäglich gesunde BZ-Verlauf. Und nach ein paar Wochen Einüben und Gewöhnen mit vielen Notizen und Fingerpieksen, die sich immer häufiger mit Deiner Erwartung decken, wird Dir normal ne Stichprobe pro Woche oder alle 14 Tage für’s Spurhalten reichen. Daumendrück :)

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    Prädiabetes und Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte sind willkürlich von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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