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Verschreiben Ärzte zu spät Insulin bei Typ 2?

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    am 27.10.2022 23:24:33 | IP (Hash): 1720082287
    Hallo zusammen,

    Ich habe eine Arbeitskollegen die Typ 2 Diabetikern auf Metformin ist und mir neulich erzählte, das ihr nüchtern Blutzucker VOR dem Frühstück bei 188 war.

    Ich frage mich doch immer warum die Ärzte so lange mit einer Insulintherapie zögern?
    Das hat meiner Meinung nach nur Vorteile: Man kann in Grunde fast alles Essen, man hat bessere Werte, die Krankenkassen übernehmen viel mehr bei einer ICT und die Gefahr einer Unterzuckerung dürfte bei Typ 2 aufgrund der weiterhin vorhandenen Insulinproduktion geringer sein als bei klassischen Typ 1.

    Also, warum zögern so viele Ärzte (soll kein Vorwurf sein, sondern mir als Laie stellt sich diese Frage) mit einer ICT?

    Auch der hb1ac bei anderen Kollegen (ja, auf meiner Arbeit haben viele Typ 2 und maximal mittleres Übergewicht) sieht auf Metformin und Co. nicht gerade rosig aus. Ich mit meinen 6.0 auf ICT führe hingegen das Feld an. :-)
    Bearbeitet von User am 27.10.2022 23:25:32. Grund: Rechtschreibung
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    am 27.10.2022 23:43:43 | IP (Hash): 2040628137
    Weil ganz viele Hausärzte ganz wenig Ahnung von Diabetes haben...!
    Meine ganz persönliche Erfahrung...
    Bei meinem HbA1c von 11,1 hätte mich mein Hausarzt heute noch anzurufen und mich zwingend zur sofortigen Maßnahmenbesprechung einladen müssen.
    Wenn ich mich nicht ab diesem "Alarmwert" sehr stark für das was in mir vorgeht interessiert und letztlich selbstständig einen Diabetologen aufgesucht hätte, wäre ich mittlerweile sicherlich schon tot.
    Im Übrigen sollte man allerorts wegkommen vom "Schreckgespenst Insulin"!
    Das Maß aller Dinge sollte die Reduzierung des Zuckergehalts im Blut sein!
    Rauchen zum Beispiel zwingt einen dazu, täglich zwischen 1-3 Stunden vor der Tür zu verbringen. Meine 2x12 IE Langzeit-Insulin kosten mich in der Summe nicht mal 4 Minuten von meiner täglichen Lebenszeit!
    Bei mir wurde übrigens LADA Typ 1 diagnostiziert...

    ______________________________________________________________________________________________________________
    Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!
    Bearbeitet von User am 28.10.2022 00:21:29. Grund: Ergänzung
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    am 28.10.2022 00:30:39 | IP (Hash): 1907306888
    Martin115 schrieb:

    Ich habe eine Arbeitskollegen die Typ 2 Diabetikern auf Metformin ist und mir neulich erzählte, das ihr nüchtern Blutzucker VOR dem Frühstück bei 188 war.

    Ich frage mich doch immer warum die Ärzte so lange mit einer Insulintherapie zögern?



    Gute Frage! Danke!

    Insulintherapie hat neben der Unterzuckerungsgefahr halt noch einen weiteren Nachteil:
    Die Patienten werden mit Insulin immer fetter und fetter und bekommen Körpergewichtsabnahme gar nicht hin.
    In aller Regel sind halt die Optionen Gewichtsreduktion, Bewegungsmangelreduktion und Kohlenhydratreduktion bei weitem nicht ausgeschöpft.
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    am 28.10.2022 01:19:46 | IP (Hash): 1720082287
    Hape schrieb:
    Martin115 schrieb:

    Ich habe eine Arbeitskollegen die Typ 2 Diabetikern auf Metformin ist und mir neulich erzählte, das ihr nüchtern Blutzucker VOR dem Frühstück bei 188 war.

    Ich frage mich doch immer warum die Ärzte so lange mit einer Insulintherapie zögern?



    Gute Frage! Danke!

    Insulintherapie hat neben der Unterzuckerungsgefahr halt noch einen weiteren Nachteil:
    Die Patienten werden mit Insulin immer fetter und fetter und bekommen Körpergewichtsabnahme gar nicht hin.
    In aller Regel sind halt die Optionen Gewichtsreduktion, Bewegungsmangelreduktion und Kohlenhydratreduktion bei weitem nicht ausgeschöpft.



    Wieso? Man führt im Idealfall doch nur das Insulin zu was der Körper sowieso bereitstellen würde wenn er richtig funktionieren würde. Natürlich wenn man mehr Kalorien isst als der Tagesbedarf dann nimmt man zu - mit oder ohne Diabetes.

    Die "Insulinmast" gibt es natürlich bei Schweinen wo man die in die Hypo treibt. Auch wenn Schweine die Hypo nicht bewusst wie ein Mensch wahrnehmen, sagt der Instinkt halt " fressen" auch wenn sie eigentlich schon satt sind, was zur Gewichtszunahme führt.
    Bearbeitet von User am 28.10.2022 01:21:42. Grund: Rechtschreibung
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    am 28.10.2022 09:53:18 | IP (Hash): 1907306888
    Ich vermute, dass Hausärzte "zufrieden" sind, wenn der HbA1c nicht über 7,0 % ist.
    Das ist bei einem NBZ von 182 zwar unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.
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    am 28.10.2022 10:34:06 | IP (Hash): 1930162410
    Die Frage ist doch: lebt es sich mit einem mehr oder weniger erhöhtem BZspiegel "gesünder" und länger als mit einem durch Insulin "künstlich" runtergeregeltem BZspiegel?
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    am 28.10.2022 13:53:52 | IP (Hash): 646624674
    Sag mal R2D2, lebst du eigentlich hinter dem Mond ?

    Wenn deine Drüse nicht mehr selbst genug Insulin ausschütten kann, dann kannst du es einfach
    von außen selbst zuführen. Um die Restfunktion möglichst lange zu erhalten, ist es übrigens ratsam
    möglichst früh mit Insulin anzufangen um die Drüse zu entlasten.
    Ärzte die das nicht befürworten, haben entweder keine Ahnung oder sind darauf aus noch mehr
    Medis zu verschreiben. Denn der Diabetiker an sich ist ja auch ein super Geschäftsmodell.
    Meine Ärztin sagt immer "Insulin ist halt nichts für Dummen"

    just my 2 cents
    Markus

    seit 02/2017 T1 LADA mit 1 x 10E Insulin degludeg Tresiba200 + Metformin (1000 + 1000 mg) täglich
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    am 28.10.2022 18:29:44 | IP (Hash): 2055139028
    Auf die Eingangsfrage ein großes JA mit Einschränkungen.

    Tatsächlich wäre am gesündesten, wenn alle Ärzte schon dann zur Rückkehr in den gesunden BZ-Rahmen anleiten würden, wenn sie den bei einem ihrer Patienten auch nur ein bisschen überschritten sehen. Dann reichen dafür Kleinigkeiten in der Essensauswahl und Portionierung und etwas zielgerichtetere Bewegung zum Abbau von BZ-Spitzen und in der Folge meistens auch das Sinken des morgendlichen Nüchternwerts.
    Allein das Zuwarten auf die Überschreitung der Diagnose-Grenzwerte zum Start einer halbherzigen Behandlung halte ich inzwischen für approbierte Körperverletzung. Vor allem auch, weil dann ja auch nicht der gesunde BZ-Rahmen das Ziel ist, sondern die Erhaltung dieses kranken.

    Und ich weiß nur von sehr wenigen Menschen mit Typ 2, die in diesem kranken Rahmen nicht zugenommen haben/zunehmen. Der Hintergrund ist einfach und allgemein bekannt:
    Typ 2 ist schon im gesunden Rahmen, wenn erst im Werden, durch auffällig großen und mit der Zeit zunehmenden Insulinumsatz gekennzeichnet.
    Und Insulin ist nicht in erster Linie zuständig für die Versorgung unserer Zellen mit Glukose. Denn die Zellen, die sie ausschließlich zu ihrer Energieversorgung nutzen können, z.B. rote Blutkörperchen, brauchen für ihre Aufnahme kein Insulin. Und die Zellen, die für die Aufnahme von Glukose Insulin brauchen, können sich einschließlich der meisten Hirn- und Nervenzellen mindestens genauso gut aus Fett mit Energie versorgen.

    Insulin ist tatsächlich einzig im Hinblick auf das Speichern und Gespeichert-Halten und das kontrollierte Abgeben in den Kreislauf von Fett unersetzlich.

    Entsprechend ist für Typ 2 für möglichst wenig größer als gesunden Insulinumsatz der BZ im völlig gesunden Rahmen absolut vorrangig angesagt. Vor allem, wo seit wenigstens 10 Jahren wissenschaftlich erwiesen ist, dass immer höhere BZ-Spitzen der Gewichtszunahme vorausgehen und entsprechen immer flachere einer Abnahme vorausgehen müssen. Und dass ein flacher Verlauf die beste Voraussetzung für’s Gewichthalten im möglichst gesunden Rahmen ist.

    Und was hat das jetzt mit der möglichst frühzeitigen Verordnung von Insulin und da nach Möglichkeit ICT zu tun?
    1. Es ist bisher die einzig allgemein in D funktionierende Behandlungsform, in der ausreichend Testmedien für die detaillierte und umfassende BZ-Beobachtung und -Steuerung zu Lasten der kranken Kassen verordnet werden.
    Testmedien sind die absolut notwendige Voraussetzung für die zuverlässige Rückführung des BZ in den gesunden Bereich und für das zuverlässige Halten darin.
    2. Es ist die einzige Behandlungsform, mit der man den BZ gezielt in dem Rahmen steuern kann, den man haben will, wenn man sich das dafür notwendige Knowhow erarbeiten mag.
    3. Es ist die Behandlungsform mit den wenigsten Nebenwirkungen.

    So weit erst mal ;)

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    Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
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    am 01.11.2022 01:30:39 | IP (Hash): 1907306888
    Ich halte die Resonaz auf die Frage für zu gering.
    Viele Typ-2 Diabetiker mit Metformin stehen bei hohem NBZ oder bei hohem HbA1c vor der Fragen: wie jetzt eskalieren?

    Gibt es da auch Budget-Überlegungen zusätzlich zu Metformin weitere teure Medikamte/oder Insulin anzuorden?
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    am 01.11.2022 10:36:57 | IP (Hash): 568833657
    Klar ist da auch die Frage des Budgets von billig bis teuer - progredient wie der Diabetes in der Form, in der er damit behandelt wird. Am Anfang steht Met. Dann folgen weitere Tabletten und Spritzmöglichkeiten ohne direkten BZ-Bezug, und schließlich Insulin.
    Zusammen mit dem direkten BZ-Bezug und dem eigentlich notwendigen Anleiten dazu ist Insulin die teuerste Variante.

    Hinzu kommt, dass praktisch alle Menschen mit Typ 2 im Behandlungsrahmen nach DDG mit Insulin zunehmen, und zwar mehr, als sie schon vor der Umstellung zugenommen haben. Und dass mehr Insulinbedarf halt noch immer als Funktion vom Zunehmen gilt.

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    Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
    Bearbeitet von User am 01.11.2022 10:38:08. Grund: .