Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Sensor libre3... Lückenlose BZ-Überwachung vs. negativer Streß/Druck
-
am 14.12.2022 23:01:44 | IP (Hash): 2106299763
Hallo zusammen.
Also ich laß' jetzt mal den Sensor bis zur Jahreswende weg, u. a. weil ich in den letzten Tagen durch ständiges Schauen auf die Werte-Entwicklung in sehr viel negativen Streß geraten bin.
Solch' ein Sensor kann einem den Diabetes derart massiv übers tägliche Leben stülpen, dass man manchmal fast einwenig die Lust an selbigem zu verlieren droht...
Kennt ihr das auch, oder vielleicht gar nicht?
______________________________________________________________________________________________________________
LADA Typ I... Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?! -
am 14.12.2022 23:20:47 | IP (Hash): 1593243821
Ich hab das noch vor dem Sensor mit dem Fingerpieks gehabt, 10 und nochmehrmals gepiekst, 8 schwarze Fingerkuppen. Da hab ich mit mir ausgehandelt, dass ich nur noch dann piekse, wenn ich DANN bei einem Ergebnis, das mir nicht gefällt, auch konkret was unternehmen kann.
Wenn ich also konkrete Bedenken wg ner Hypo habe, anderthalb bis 2 Stunden nach dem Essen, für das der Bolus vielleicht ein bisschen groß gewesen ist. Oder wenn ich generell wissen will, wie gut ein Essen und die Bolus Dosis zusammengepasst haben, muss ich mich 3 Stunden gedulden. Dann kann ich entscheiden, ob ich den Faktor beibehalten will oder nicht. Oder … ??? N8 :)
----------------------------------------------
Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 14.12.2022 23:22:06. Grund: . -
am 15.12.2022 07:00:20 | IP (Hash): 945216713
Es ist natürlich immer die Frage bei einem Typ 1 nach der Alternative......, in den Finger stechen? Ganz sicher nicht mehr.
Ich bin schon seit 38,5 Jahren Diabetiker und ich finde eigentlich, dass früher der Druck (gerade durch die Ärzte) mit schlechteren Hilfsmitteln deutlich höher war als heute. Dass dort bei einigen Terminen nicht gesagt wurde: " mit 40 Jahren sind Sie tot nachdem Ihnen erst der Fuss und dann das Auge abgefallen ist, war alles".
Man muss akzeptieren, dass selbst mit guter Erfahrung und Lebensweise, der Blutzucker an manchen Tagen nicht wirklich zu kontrollieren ist. Sei es durch Krankheit, Sport oder Streß. Dies einfach akzeptieren, die Auswirkungen so gut es geht eingrenzen und einen Haken drunter setzen. -
am 15.12.2022 09:14:38 | IP (Hash): 732064636
Moin whistler,
ich bn immer für klare Asprachen und hätte absolut nichts daegen, wenn man so mit mir spräche. Das ist eine Art der Sprache, die ich verstehe. Nicht drumherum reden, sondern auf den Punkt bringen.
Aber das mit der Amputationchemie, war ja so. Gerade in Sachen Diabetes wurde sehr viel bewegt und Amputationen gehören heute fast der Vergangenheit an.
LG Rolf
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. -
am 15.12.2022 09:16:29 | IP (Hash): 104065576
Ich hatte ja damals auch eine kurze Zeit nur Basalinsulin und bereits einen Libre.
Fakt ist, nur mit Basalinsulin braucht man so einen Sensor nicht zwingend. Die Unterzuckerungsgefahr ist sehr gering und zeigt der Sensor einen viel zu hohen Wert an, hat man kaum Möglichkeiten diesen zu senken. Daher kann ich momentan deine Einstellung sehr gut nachvollziehen.
Ich habe erst bei Umstellung auf ICT gemerkt, dass während der Zeit nur mit Basalinsulin der Sensor mir nur wenig geholfen hat. Bei ICT und den ersten starken Hypos wollte ich ihn definitiv nicht mehr hergeben.
Ich kenne auch keinen Typ1er mit ICT oder Pumpe, der freiwillig auf den Sensor verzichten würde. Mir sind sogar schon die zwei Std. Aifwärmzeit vom Dexcom fast zu lang.
Was du halt selbst steuern kannst, wie oft du auf die Kurven schaust.
Ich habe bis vor kurzem noch sehr viel auf meine Werte geschaut, das letzte vor dem Schlafengehen und das erste am Morgen war ein Check des Blutzuckers. Auch zwischendurch immer mal wieder und nach einer Mahlzeit und Bolusinsulin ganz besonders.
Seit ich gerade auf ein Loopsystem umstelle, brauche ich viel weniger kontrollieren. Morgens wache ich immer mit einem BZ auf dem Zielwert auf und auch wenn ich vier fünf Std. gar nicht auf den Blutzucker schaue, regelt es der Loop.
Mit nur Basalinsulin und deiner guten Restfunktion hast du ja auch eine Art körpereigenen Loop, da brauchst du auch nicht so oft kontrollieren. -
am 15.12.2022 09:35:03 | IP (Hash): 2106299763
Erstaunlicher Weise sind meine blutigen Werte deutlich besser und kommen deutlich schneller wieder in den Zielbereich, als die Sensorwerte...
Der psychische Druck, zu jeder Minute "gut liegen zu müsse " ist weg, weil es blutig ja auch gar keine so engmaschige Kontrolle geben kann.
Ich bin echt spürbar erleichtert und der Diabetes belagert mein Leben nicht mehr so derart stark, ohne dass ich jetzt in einen Schlendrian verfallen würde...
Fazit der ersten Tage: Erstmal bleibt der Sensor weg!
Anfang Januar hab' ich dann wieder HbA1c-Kontrolle beim Diabetologen, da werd' ich dann sehen, ob's weiter ohne Sensor vertretbar ist.
______________________________________________________________________________________________________________
LADA Typ I... Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?! -
am 15.12.2022 11:10:46 | IP (Hash): 113575714
Mach dich nicht verrückt. Du MUST mit dem Sensor doch nicht alle paar Minuten messen, sondern einfach nur so oft wie jetzt mit dem Blutmessgerät. Die Sensoren sind doch ein echter Fortschritt und viel praktischer, auch für nachts mit dem Alarm und für unterwegs.
Bearbeitet von User am 15.12.2022 11:11:52. Grund: eergänzt -
am 15.12.2022 11:42:42 | IP (Hash): 945216713
Lighthouse schrieb:
ich bn immer für klare Asprachen und hätte absolut nichts daegen, wenn man so mit mir spräche. Das ist eine Art der Sprache, die ich verstehe. Nicht drumherum reden, sondern auf den Punkt bringen.
Na ja der Druck wurde aber schon so ausgegeben an meine Mutter im Baby und Kindalter und später im jugendlichen Alter an mich, dann hat es sich aber langsam sinnvoll verwandelt und geändert. Und damals gab es noch nicht einmal die Insulin Pens und schon gar keine Sensoren.......
Klare, deutliche Sprache ist wichtig, Angst machen und Panik verursachen nicht.
Mein Hausarzt will ab und zu den HBA1c wissen, der seit 15 Jahren nie schlechter als 6,0 war und lässt mich sonst in Ruhe. Mein Nachbar ist Diabetologe und wir reden bei einem Bier teilweise über technische Fortschritte und Anwendungsmöglichkeiten bzw. Veränderungen. Grundsätzlich sagt er aber auch, dass jeder erfahrene Diabetiker die Sache bedeutend besser einschätzen kann, als er selbst. Und dem ist auch so. -
am 15.12.2022 14:04:50 | IP (Hash): 2106299763
Ich hatte neulich meinen Neurologen (ca. 65 Jahre alt!) gefragt, was ich denn aus seiner Sicht alles Gutes tun könnte, um Neuropathien diverser Art und Orte vorzubeugen?
Da sagte er: "...Also passen Sie mal auf! Mein Vater war auch Arzt, 40 Jahre Erfahrung, und auch der kürzlich in den Ruhestand gegangene Chef der Neurologie der Heidelberger Uniklinik sagte beide gleichlautend zu diesem Thema:
Es bekommen diejenigen die schlimmsten Folgekrankheiten zu ihrem Diabetes, die sich jahre- bzw. jahrzehntelang besonders stark und mit sehr viel Askese um beste Blutzuckerwerte bemüht hatten!
Also wenn sie bei einer Feier mal ein Stück Schwarzwälder angeboten bekommen, dann essen sie das Teil um Gottes Willen reuelos und freuen sie sich des Lebens!"
Und jetzt?!
Ich bin sehr geneigt, dieser Ansprache durchaus Glauben zu schenken...
______________________________________________________________________________________________________________
LADA Typ I... Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!
Bearbeitet von User am 15.12.2022 14:06:24. Grund: Ergänzung -
am 15.12.2022 14:14:49 | IP (Hash): 113575714
Na ja, so etwas hört man natürlich gerne. Man muss das alles nicht zu eng sehen. Aber ich glaube, da dind doch die meisten Ärzte anderer Meinung. -
am 15.12.2022 14:30:43 | IP (Hash): 2106299763
Ich denke, es ist so wie bei allen Dingen im Leben... Nix übertreiben, schön Maß halten und das Gift liegt in der Dosis...
______________________________________________________________________________________________________________
LADA Typ I... Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?! -
am 15.12.2022 15:00:17 | IP (Hash): 945216713
Gerade bei Typ 1 Diabetikern ist auf Grund der dauerhaften Belastung die Anzahl an depressiven Menschen auch deutlich erhöht. Es gibt eben keine Auszeit, auch wenn man gut damit leben kann.
Das kann atemberaubend ermüdend sein zu manchen Zeiten.
-
am 15.12.2022 16:21:41 | IP (Hash): 1854525653
Aus meiner Sicht machen wir uns das Leben hektisch, wenn wir auf angezeigte Werte direkt reagieren.
Denn über den Daumen liegt beim Fingerpieks die Aktion, die den angezeigten Wert begründet, schon wenigstens um ne halbe und meistens eher um ne Stunde und noch länger zurück. Und beim Scan kann da noch mal ne halbe Stunde dazu kommen. Wenn mir der angezeigte Wert nicht zusagt, verfolge ich den im Protokoll zurück zum zeitlich wahrscheinlich passenden Input und merke mir den für die nächste Wiederholung zur entsprechenden Veränderung und Beobachtung vor.
Ziel aller meiner Inputs ist folglich der BZ, den ich damit nach dem Auswirken der jeweiligen Aktion 2-3 Stunden weiter bewirke.
Klar muss ich auf ne akute Hypo mit Zittern und Schweißausbruch und… sofort reagieren und Glukose einverleiben. Aber doch nur so viel oder vielmehr so wenig, wie zum Ausgleichen bis zu meinem normalen BZ ausreicht.
Klar weiß ich die Menge nicht beim ersten mal und nehme die mit Sicherheit auch zu groß. Wie viel zu groß zeigt mir die Spitze ne Stunde weiter, die ich ja nicht haben will und entsprechend runterspritzen will, und… Die berüchtigte Achterbahn.
Und auch hier hilft das Protokoll. Wenn das beim besten Willen keinen Ansatz für die Hypo hergibt, setzt es doch den Erinnerungsapparat in Bewegung. Oft mit dem Ergebnis, dass ich da zwischendurch mal einen Eintrag ausgelassen hab und mir die Hypo damit dann recht plausibel erklären kann. Auch die fehlende Glukosemenge, die sich ja dann auch mit dem Achterbahn-Protokoll deckt und mir deutlich sagt, dass ich BZ-wichtige Aktionen immer SOFORT eintragen muss. Und dass ich bei der dann im Wiederholungsfall besser weniger Insulin nehme.
Also auch hier wieder aus der Rekonstruktion des Vergangenen das Moment des immer zutreffenderen Vorausschauens und Vorhersagens des BZ-Verlaufs bis zum Auswirken des jeweils letzten Inputs.
Hier noch eine super anschauliche Erklärung vom Zeitunterschied zwischen Pieks und Scan https://www.blood-sugar-lounge.de/coaching/zwischen-blutglukose-und-sensorglukosewerten-sind-cgm-systeme-ungenau/
----------------------------------------------
Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert. -
am 15.12.2022 20:15:32 | IP (Hash): 2106299763
@wisthler... Du sagst es! Als Lebensretter übrigens dürfte ein Sensor eh weniger taugen, weil er halt mindestens 30 Min. hinter dem tatsächlichen Ereignisverlauf hinterherhinkt... Also mir fehlt doch so ein bisschen das Muss bei dem Sensor...
______________________________________________________________________________________________________________
LADA Typ I... Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?! -
am 15.12.2022 20:51:04 | IP (Hash): 989324002
ThomaS1968 schrieb:
weil er halt mindestens 30 Min. hinter dem tatsächlichen Ereignisverlauf hinterherhinkt...
Jetzt mal nicht übertreiben... schon beim Abbott Navigator, beim Dexcom G5 und beim Medtronic Enlite waren es ca. 15 Minuten hinter dem Wert im Blut. Und beim Dexcom G6 hat sich da auch nichts zum negativen geändert. Beim Libre 2 (habe nur einen mal getestet) habe ich auch keine anderen Beobachtungen gemacht.
Klugscheißermodus an
Und er hinkt nicht hinter dem Ereigisverlauf hinterher, er misst die Glukose (eigentlich die Leitfähigkeit) im Zwischenzellwasser und nicht im Blut - In Echtzeit, aber einfach einen anderen Wert.
Klugscheißermodus aus
Wenn die Alarme richtig gesetzt sind (also nicht der erste Alarm bei 55mg/dl), kann ein Sensor schon vor schweren Hypos bewahren, besonders wenn die Hypo- Wahrnehmung nicht mehr funktioniert. Lebensretter ist aber sicher übertrieben...
Also ich gebe meine Sensoren bestimmt nicht mehr her und ich habe sie einige Jahre aus eigener Tasche bezahlt. Ich starre nicht rund um die Uhr auf den Wert, sondern nur vor dem Essen, wenn mir was komisch vorkommt oder bei einem Alarm.
Ich kann durchaus verstehen, dass häufige Alarme sehr belasten können. Dann sollte man die Alarmgrenzen eventuell etwas verschieben. Bei mir hat die Verschiebung meines ersten Hoch-Alarms vom 150mg/dl auf 160mg/dl zum Beispiel für viel mehr Ruhe gesorgt, ohne das sich die Werte insgesamt verschlechtert hätten. Und mein erster Niedrig-Alarm kommt erst bei 70mg/dl statt bei 80mg/dl, was nicht zu mehr Hypos geführt hat.
Bearbeitet von User am 15.12.2022 21:17:07. Grund: Interpunktion -
am 15.12.2022 21:28:55 | IP (Hash): 1854525653
Hinterherhinken nur auf die mögliche Anzeigedifferenz zwischen Blut- und Gewebezucker beziehen, fasst die Situation zu kurz. Denn dazu gehört direkt auch der Input, mit dem der jeweilige Wert produziert worden ist.
Wg des Hinterherhinkens ist ja auch seit einigen Jahren die Hypo statt bei 50 mg/dl, wie ich noch gelernt hab, bei 70 angesetzt, obwohl Menschen ohne Diabetes mit HbA1c 4,5 als völlig gesund gelten und damit einen durschnittlichen BZ von 85 mg/dl haben, für den wenigstens 60 für einige von 24 Stunden noch völlig normal sein muss.
Was bei der Sensorgeschichte nervt, ist die andauernde Präsenz im Vordergrund der Aufmerksamkeit, für die ich allerdings als Nutzer selbst voll verantwortlich bin. Wie für die beständige Aufmerksamkeit für die Benachrichtigungen an Smartphone und Smartwatch. Seit ich beide auf "still" gesetzt habe und die Benachrichtigungen lese, wann sie mir(!) am besten passen, fühle ich mich sehr viel ruhiger und damit sehr viel wohler :)
Wenn ich die Libre Chemie vertragen hätte, würde ich wahrscheinlich so gut wie gar nicht mehr Finger pieksen - und ganz bestimmt mehr als 1-3 (Nachtrag: heute 2) mal am Tag nach meinem BZ schauen - ähnlich wie nach der Uhr, der ja auch häufig genug vorzukommen pflegt, ohne dass man die angezeigte Zeit bewusst wahrnimmt ;)
----------------------------------------------
Es gibt keine organisch oder physiologisch erkennbaren Anfangspunkte. Deswegen sind Prädiabetes und vor allem Diabetes Typ 2 und die Diagnose-Grenzwerte von den Fachgesellschaften für Diabetes definiert.
Bearbeitet von User am 15.12.2022 21:32:26. Grund: Nachtrag -
am 16.12.2022 00:14:40 | IP (Hash): 2106299763
HeikeOV schrieb:
ThomaS1968 schrieb:
weil er halt mindestens 30 Min. hinter dem tatsächlichen Ereignisverlauf hinterherhinkt...
Jetzt mal nicht übertreiben... schon beim Abbott Navigator, beim Dexcom G5 und beim Medtronic Enlite waren es ca. 15 Minuten hinter dem Wert im Blut. Und beim Dexcom G6 hat sich da auch nichts zum negativen geändert. Beim Libre 2 (habe nur einen mal getestet) habe ich auch keine anderen Beobachtungen gemacht.
Klugscheißermodus an
Und er hinkt nicht hinter dem Ereigisverlauf hinterher, er misst die Glukose (eigentlich die Leitfähigkeit) im Zwischenzellwasser und nicht im Blut - In Echtzeit, aber einfach einen anderen Wert.
Klugscheißermodus aus
Wenn die Alarme richtig gesetzt sind (also nicht der erste Alarm bei 55mg/dl), kann ein Sensor schon vor schweren Hypos bewahren, besonders wenn die Hypo- Wahrnehmung nicht mehr funktioniert. Lebensretter ist aber sicher übertrieben...
Also ich gebe meine Sensoren bestimmt nicht mehr her und ich habe sie einige Jahre aus eigener Tasche bezahlt. Ich starre nicht rund um die Uhr auf den Wert, sondern nur vor dem Essen, wenn mir was komisch vorkommt oder bei einem Alarm.
Ich kann durchaus verstehen, dass häufige Alarme sehr belasten können. Dann sollte man die Alarmgrenzen eventuell etwas verschieben. Bei mir hat die Verschiebung meines ersten Hoch-Alarms vom 150mg/dl auf 160mg/dl zum Beispiel für viel mehr Ruhe gesorgt, ohne das sich die Werte insgesamt verschlechtert hätten. Und mein erster Niedrig-Alarm kommt erst bei 70mg/dl statt bei 80mg/dl, was nicht zu mehr Hypos geführt hat.
Alles richtig! Ich geb' den Sensor sicherlich auch nicht mehr her, aber bis ins neue Jahr gehts bei mir auch mal noch ohne... Und was soll ich sagen, gute Werte und gute Vibs.
Hab' als LADA ja auch erstmal "nur" 2x13 IE Basal.
______________________________________________________________________________________________________________
LADA Typ I... Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!
Bearbeitet von User am 16.12.2022 00:15:56. Grund: Ergänzung -
am 16.12.2022 20:25:30 | IP (Hash): 1837965674
Heute stehen uns immer häufiger technische Hilfsmittel zur Verfügung, die eine lückenlose Beobachtung unserer Gesundheitsdaten ermöglichen. Wenn wir allerdings diese Hilfsmittel dazu verwenden, dauernd ängstlich unseren Körper zu beobachten und unser Dasein an die Verläufe einer Blutzuckerkurve anpassen, dann ist das sicher kontraproduktiv. Der damit verbundene Stress und die möglicherweise aus Angst vor unerwünschten BZ-Verläufen unterlassenen Aktivitäten ist sicher schädlicher als der gesamte Diabetes. Nicht das Hilfsmittel ist schädlich, sondern diese Art der Verwendung.
Heute ist Diabetes sicher keine Krankheit mehr, die Panik und Schrecken verbreiten muss. Seit knapp 40 Jahren gibt es ICT und eigenständige Blutzuckermessung und damit ist es möglich, ein Leben zu führen, das den Diabetes fast vergessen lässt. 10 Minuten täglich reichen aus (Spritzen, Messen und gedankliche Beschäftigung), um den Diabetes auf einen wünschenswerten Level zu halten. Es gibt keinen Grund mehr, auf irgendein Essen, Getränk, Party, Reise oder Sport zu verzichten, ein Leben vollkommen gleich den Gesunden, wenn man von den 10 Minuten absieht.
Ich lebe nun seit 39 Jahren mit der blutigen Messung und fahre gut damit. Ich habe auch immer darauf geachtet, dass mein Körpergefühl erhalten bleibt und ich Werte unter 70 und über 250 verlässlich auch ohne Messgerät fühle. So kann ich im Notfall auch mehrere Tage ohne Messgerät auskommen, im längsten Fall waren es 4 Wochen. Seit einigen Jahren verwende ich den Libre (ich bin bewusst beim Libre 1 geblieben) und bin sehr zufrieden damit. Ich sehe die BZ-Verläufe der letzten Stunden und muss nicht stechen. Ich bleibe aber auch bewusst dabei, dass ich nicht öfter als 5-6mal pro Tag auf das Lesegerät schaue. Jürgen hat völlig recht, wenn er sagt, dass man nur zu einigen strategisch wichtigen Zeitpunkten des Tages seinen BZ kennen muss, um zu reagieren. Wenn ich außer Haus gehe oder Sport treibe, lasse ich das Lesegerät zu Hause. Da ich jetzt schon in Pension bin, bin ich ca. 6 Monate pro Jahr als Rucksackreisender irgendwo in der Welt unterwegs. Während dieser Reisen steige ich wieder auf die blutige Messung um und bin glücklich damit. Der Libre hätte unter Reisebedingungen mehr Nach- als Vorteile.
Ich denke, dass man sehr entspannt mit dem Diabetes leben kann, wenn man die verschiedene Hilfsmittel flexibel so einsetzt, dass man seine Lebensziele und Lebensträume optimal realisieren kann, mal Libre, mal Körpergefühl, mal blutige Messung, mal sehr schnell wirksames Insulin, dann wieder etwas langsameres Insulin, immer abhängig, was man gerade erleben will. Eine gute Schulung (10 Tage full time und jährliche 2-tägige Updates) hat mir sehr für die Flexibilität geholfen.
LG Geri
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 16.12.2022 22:12:59 | IP (Hash): 2106299763
Vielen Dank Geri für deinen ausführlichen und höchst interessanten Beitrag. Hilft mir sehr...!
______________________________________________________________________________________________________________
LADA Typ I... Wer die Sache ernst nimmt und grundsätzlich diszipliniert ist, den diszipliniert dieser Diabetes vermutlich weit mehr hin zur Gesundheit, als diese Krankheit dann noch vermag zu zerstören?!