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Mein Freund (ich Diabetiker) kriegt seine Angst nicht in den Griff

  • Gabi

    Rang: Gast
    am 30.06.2008 20:45:25
    Hallo zusammen,
    ich brauche Euren Rat:
    ich bin seit 25 Jahren Typ 1 Diabetiker und seit knapp 7 Jahren mit meinem Freund zusammen. Er weiß von Anfang an, daß ich Diabetiker bin, hat aber - seitdem hatte ich 2 x eine Unterzucker, bei der der Notarzt gerufen werden mußte. Die Ursachen haben wir geklärt und ich habe ihm auch erklärt, warum dies passiert war.
    Dies hat ihn allerdings sehr schockiert, er bekommt einfach seine Angst nicht unter Kontrolle. Er "kontrolliert" mich zwar nicht im Alltag und so aber ab und an kommt es dann doch wieder durch, daß die Angst "überhand" nimmt, was sich dann in fast "Schock-"ähnlichem Zustand seinerseits äußerst (Weinkrämpfe etc).
    Er sucht nun eine Beratungs- / Hilfestelle, die uns hilft, seine Ängste zu beschreiben und in den Griff zu kriegen. Kann uns jemand helfen ?
  • Ojima

    Rang: Gast
    am 01.07.2008 03:14:29
    Hallo und tja....
    erster Ansprechpartner wird wohl der Hausdoc sein...der gibt dann eine Überweisung für einen Psychotherapeuten aus und dann geht die Suche nach einem fähigen Psycho-Th. los......kurz und knapp: wir nicht einfach....
    Tip von mir....Dein Freund soll sich mal einen Schreibblock nehmen und für sich aufschreiben (eine Art brainstorming) was ihn so aus der Fassung bringt, wie er sich dann fühlt.....dann könnt ihr gemeinsam versuchen einen Punkt nach dem anderen abzubauen und überlegen: wie man Gegenmaßnahmen und Vermeidungstaktiken anwenden kann. So eine Art Sicherheitsnetz knüpfen. Viel mehr wird ein Therapeut wohl auch nicht tun.
    Viel Glück und gutes Gelingen wünscht Ojima
  • Tom

    Rang: Gast
    am 01.07.2008 11:29:58
    Also, bevor du ihn zu einem Psychodoktor schickst...seine Angst kann er nur abbauen, wenn er sich 1. Wissen aneignet. Ansonsten kann er 2. in JEDEM Diabetesforum Kontakt aufnehmen, denn es ist sehr oft so, dass sich Angehörige von Diabetikern an solche Foren wenden. Eines der besten DM-Foren ist dieses hier. Denn hier findet man nicht nur Grundlagenwissen, sehr gut vermittelt, sondern das Forum ist auch exzellent moderiert. Hier gibt es auch Hinweise zu Selbsthilfegruppen für Angehörige von Diabetikern.
    http://www.forum.diabetesinfo.de/forum/index.php?action=search2

    Ich weiß ja nicht, wo Ihr wohnt. ABER: ER sollte aktiv werden, nicht du für ihn. Warum hat ER eigentlich nicht hier gefragt, sondern du? (Wenn die Frage nicht zu indiskret ist?)
    von Tom
  • TomNachtrag

    Rang: Gast
    am 02.07.2008 12:40:23
    mit DIESES meinte ich diabetesinfo. von TomNachtrag
  • MaD

    Rang: Gast
    am 05.07.2008 16:41:03
    Hallo anonym,
    Wissen aneignen und bewußt machen ist sicherlich nicht verkehrt.
    Ich würde SEINE Ängste aber nicht konkret auf DEINEN Diabetes münzen!

    Welches Prinzip steckt dahinter?
    Verlustängste? (Verlust von Kontrolle? Verlust von geliebten Menschen?)
    Angst, alleine zu sein?

    Ein Therapeut ist sicherlich ok, je nach dem,
    wie offen dein Partner mit dem Thema umgehen kann.
    Vielleicht gibt es auch einen VHS Kurs/Vortrag über seinThema Angst.
    So als einfacheren Schritt, sich mit dem Thema mal auseinanderzusetzen.
    Gesprächsgruppen sind auch gut.
    Dein Partner kann auf jeden Fall die Quelle seiner Angst suchen, um die Situation zu meistern.
    Alles Gute dafür!!
    von MaD
  • sissi

    Rang: Gast
    am 06.11.2008 21:34:34
    hallo,

    mir geht es ähnlich wie deinem freund..bin seit 2jahren mit meinem freund zusammen(typ1) und habe einige schwere hypos miterlebt-bis dato war ich dabei relativ entspannt-doch dann kam es infolge einer nächtlichen schweren hypo zu einem generalisierten krampfanfall.das hat mich dermaßen geschockt,dass seither jede nochso kleine abweichung seines verhaltens bei mir panik auslöst.
    ich versuch natürlich das so gut es geht im griff zu haben aber es gelingt mir nicht wirklich. am nötigen wissen mangelt es mir als medizinerin nicht aber ich kann einfach nicht damit umgehen wenn es meine angehörigen betrifft. seit monaten schlafe ich unruhig weil nur das kleinste zucken von ihm,mich aufschrecken lässt.die situation ist weder für ihn,noch für mich langfristig aushaltbar.ich denke sogar schon über trennung nach..aber weiß,dass das feige wäre.weiß wirklich nicht mehr weiter:(
  • marius

    Rang: Gast
    am 12.11.2008 20:50:02
    Hallo , mal eins ich hab seit 15 jahren zucker,und hab wirklich die heftigsten unterzuckerungen erebt die es geben kann, 3 tage koma waren au scho dabei,und da wo ich herkomm grüssen mich sogar die notärzte weil sie mich kennen.also bei mir war zb in einem jahr 10 mal der notarzt, und meine damalige freundin hat rotz und wasser geheult.Aber wenn sie nicht da gewesen wär wär ich bestimmt scho verreckt.
    aber nach dieser zeit, hatte ich keine einzige unterzuckerung mehr, weil zum einen der körper sich selber helfen kann, zum anderen weil man nach ein paar krampfanfällen dem ganzen mehr gewicht gibt und immer aufpasst.
    und ich sag dir mal was, gerade jemand wie dein freund der oft unterzucker hat,braucht eine freundin die ein bischen aufpasst.jedenfalls solange bis er es selber rafft.und man sollte nicht jemanden verlassen wegen einer krankheit! is mir erst einmal passiert und dabei hatte ich in der beziehung einen hba1c wert von ca 6 in der ganzen beziehung,aber mit solchen erfahrungen merkt man erst wie stark man einen menschen liebt.also kopf hoch die Dame und helf ihm ein bischen von marius
  • sissi

    Rang: Gast
    am 13.11.2008 22:10:13
    ^^ natürlich hast du recht aber irgendwie ist es halt schwer, nicht selber jeden tag unglücklich zu sein,weil man sich ununterbrochen sorgt...das bringt ihm am ende auch nichts .. und irgendwie bleibt die leichtigkeit einer beziehung auch auf dauer auf der strecke,wenn sich das ganze leben nur um ängste dreht...
    wahrscheinlich muß ich lernen, besser damit umzugehen......
  • coridenkt

    Rang: Gast
    am 06.01.2009 17:15:12
    Hi,
    ich versteh Dich voll und ganz. Bin auch seit knappen drei Jahren mit meinem Freund zusammen (25 Jahr Typ 1). Seitdem hatte er bestimmt schon 10 solcher schweren Hypos mit Krampfanfällen, meistens morgens oder in der Nacht. Es ist echt schwierig damit umzugehen, auch wenn ich mir sage, dass eigentlich nichts passiert, Glucospritze rein und nach einiger Zeit wirds wieder. Hab schon überlegt zur Psychologin zu gehen, damit ich mir nicht mehr die ganze Zeit solche Sorgen machen. Die kleinste Verhaltensänderung von ihm bewirkt bei mir schon Herzklopfen, Schwitzehände usw. Leider hab ich keine Ahnung, wie ich wieder lockerer damit umgehen kann. Bevor ich die schweren Hypos kennengelernt hab, hats ja auch funktioniert. Also, wenn Du irgenwelche Möglichkeiten gefunden hast, damit klarzukommen, ich warte auf Deine BErichte. Bis dahin, mach Dir keinen Kopf, oder versuchs zumindest.

    LG von coridenkt
  • kat

    Rang: Gast
    am 10.01.2009 12:45:39
    Hallo,

    ich weiß, was ihr meint. mein freund ist seit 26 jahren typ 1 diabetiker und ich habe auch schon so manche unterzuckerung miterlebt. er hat starke zuckerschwankungen und leidet schon an folgeerkankungen wie retinopathie, neuropathie, etc. und natürlich mache ich mir gedanken. er ist mein ein und alles und ich würde ihn nie deswegen verlassen wollen. aber was verlustangst ist, habe ich nun auch am eigenen körper zu spüren bekommen.damit, ihn zu verlieren, könnte ich nicht umgehen.

    wir sprechen offen über alles, aber ich will ihn nicht ständig mit meiner angst belasten, sondern ihn viel lieber unterstützen und ihm helfen, seine wilden werte wieder unter kontrolle zu bekommen. also wenn ihr eine lösung für euch gefunden habt, mit der angst um euren partner besser klarzukommen, lasst es mich bitte wissen. es tut auf jeden fall schon mal sehr gut, zu sehen, dass andere mit den gleichen gedanken kämpfen und man nicht alleine nach einer guten lösung sucht. :)
    euch alles gute,

    kat