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Erstdiagnose Diabetes Typ 2, bitte um Rat u. Hilfestellung

  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 1
    Mitglied seit: 25.04.2023
    am 25.04.2023 12:02:27 | IP (Hash): 1168681934
    Hallo,
    ich habe gestern die Erstdiagnose Diabetes Typ 2 erhalten und jetzt... hab ich echt Angst.

    Kurz zur Vorgeschichte:
    Anfang März war ich in der Endokrinologischen Ambulanzsprechstunde im Krankenhaus, denn ich leide seit mehreren Monaten an extremer Müdigkeit. Also wirklich extrem... ich kann Nachts 8 Stunden durch schlafen, steh morgens um 7 auf und keine 2 Stunden später könnte ich stehend an einer Wand irgendwo einfach einschlafen. Oder anders gesagt: Ich fühl mich als läuft mein System nur noch auf einem batteriebetriebenen Akku der trotz Aufladen die Grenze von ca 25 % nach oben nicht mehr übersteigt.

    Deshalb stand auch schon der Verdacht einer Schlafapnoe mit im Raum, das befindet sich noch in der Abklärung. Eine Nacht im Schlaflabor hab ich schon hinter mir, eine zweite folgt im Mai, Ergebnisse stehen noch aus.

    Dazu seit über 40 Jahren Übergewicht (fing in der 3. Grundschulklasse an) mit stetiger Gewichtszunahme. Sämtliche Maßnahme mit Ernährungsumstellung, Sport etc haben nicht geholfen. Wenigstens bin ich mittlerweile seit 4 Jahren an dem Punkt angekommen das ich mein Gewicht auf einem Level halten kann, also nicht mehr weiter zunehme, nur andersrum tut sich auch nichts.

    Hautprobleme sind ebenfalls vorhanden (Atopische Ekzeme an den Händen), rezidivierende Ekzeme an den Füßen (die hatte ich auch schon im Grundschulalter).

    Zu dem ganzen kommt hinzu: Mein Langzeitblutzuckerwert befindet sich seit über 25 Jahren ständig in der Grauzone, bei jeder Kontrolle lag der immer zwischen 6,0 - 6,4 , Um von diesem Wert weg zu kommen habe ich viel getan, angefangen bei Sport, mehr Bewegung im Alltag... Ernährungsberatung, auch mit gezielter Ernährungsumstellung und mittlerweile setze ich auch voll auf antientzündliche Ernährung.

    Die Ergebnisse aus der Endokrinologie ergaben jetzt folgendes: (Referenzwerte in Klammern)

    - HBA1C: 6.900 (- 5,700)
    - C-Peptid: 7.400 (0,900 - 7,000)
    - Insulin: 54,90 (3,600 - 29,10)

    Dazu
    Testosteron: 20,00 (laut Bericht zu niedrig, wird mit Gyn abgeklärt)
    GFR: 63,14 (80,00 - )
    Triglyzeride: 194,0 (- 150,00)

    Mit diesen Ergebnissen wurde gestern von meiner neuen Hausärztin die Diagnose Diabetes Typ 2 gestellt, mit Überweisung zum Diabetologen wegen genauerer Abklärung. Und mich hat das jetzt komplett aus den Socken gehauen. Und ich habe jetzt echt Angst und kann die Situation grade überhaupt nicht einschätzen. Ich weiß weder was da jetzt auf mich zukommt und hab gleichzeitig die Situation das ich Anfang Mai im neuen Job (Vollzeit) starte und ich mir allein deshalb schon echt Sorgen mache.

    Das einzige was ich gestern gesagt bekommen habe war, die Diabetes-Medikamente helfen mir dann beim Abnehmen und wegen der verminderten Nierenfunktion brauch ich mir keine Sorgen machen.

    Ich hoffe das ich es auf dem Weg hier irgendwie schaffen kann für mich Licht ins Dunkle zu bringen... was kommt da jetzt alles auf mich zu, auf was muss ich achten bzw. was ist denn überhaupt wichtig? Gibt es bestimmte Tests die auf jeden Fall gemacht werden müssen oder sollten? Auf meiner Überweisung steht nur die Diagnose drauf und ich hab den Hinweis mitbekommen das ich angeben soll, meine Hausärztin nimmt mich ins Diabetesprogramm mit auf. Weil es sonst passieren kann das mich Der Diabetologe ohne diese Info erst gar nicht behandelt.

    Soviel erst mal von mir und sorry für den langen Text,

    Levana


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    Mitglied seit: 25.02.2011
    am 25.04.2023 14:52:28 | IP (Hash): 380792813
    Levana schrieb:
    Hallo, ich habe gestern die Erstdiagnose Diabetes Typ 2 erhalten und jetzt... hab ich echt Angst.

    Hallo Levana,

    Angst brauchst du nicht zu haben, zur Behandlung von Diabetes gibt es gute Möglichkeiten. Die Überweisung zum Diabetologen, dem zuständigen Fachmann, ist ein guter Schritt. Die Entwicklung hin zum Diabetes hat sich ja bei dir bereits seit Jahren angedeutet, du hattest lediglich die Diagnosegrenze noch nicht überschritten. Warte erst mal ab, was Der Diabetologe untrnimmt und hole dir dann hier im Forum weitere Ratschläge. Man kann dir viel raten, aber nach dem Arzttermin macht das mehr Sinn.

    Deine Werte von Insulin und C-Peptid weisen auf starke Insulinresistenz hin. Die Ursache für so eine IR ist in den meisten Fällen eine nichtalkoholische Fettleber (NAFL). Vielleicht beschäftigst du dich im Vorfeld zum Termin schon mal mit der NAFL, um dem Diabetologen dazu gezielt Fragen stellen zu können. Wenn es gelingt, die NAFL zurückzudrehen, kann das eventuell zu einer Diabetesremission führen.

    Deine Triglyceride sind etwas erhöht, aber nicht besonders schlimm. Deine etwas niedrige GFR bedeutet, dass du deine Nierenfunktion unter Beobachtung halten musst. Der Wert selbst ist noch nicht sehr schlimm, aber viel schlechter sollte er nicht mehr werden.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 25.04.2023 20:22:18. Grund: BBCodes
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    am 25.04.2023 17:56:40 | IP (Hash): 1680926748
    Da schließe ich mich Rainer gerne an: Deine Werte sind nicht besorgniserregend. Allerdings scheinst du zu denen zu gehören, bei denen schon vergleichsweise wenig zu hoher Blutzucker direkte beschwerliche Folgen macht. Wann hast du denn deinen Termin Diabtologie-Termin?

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    7/24 mit wenigen Ausnahmen zwischen 60 und 140 mg/dl in der Form der blauen Kurve ( https://www.bloodsugar101.com/what-is-a-normal-blood-sugar ) sind für mich optimal. Trotzdem will ich gern respektieren, wenn andere anders für sich entscheiden.
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    am 25.04.2023 19:21:54 | IP (Hash): 442840138
    Levana schrieb:
    Um von diesem Wert weg zu kommen habe ich viel getan, angefangen bei Sport, mehr Bewegung im Alltag... Ernährungsberatung, auch mit gezielter Ernährungsumstellung und mittlerweile setze ich auch voll auf antientzündliche Ernährung.



    Wir wissen nicht, wie alt Du ungefähr bist, und wie dein BMI ungefähr ist.

    Dein HbA1c ist nicht besorgniserregend, da Du ja die Optionen
    * Gewichtsreduktion
    * Bewegung
    * Kohlenhydratarme Ernährung
    * Medikamente
    noch gar nicht ausgeschöpft hast.

    In Sachen Gewichtsreduktion habe ich leider keinen guten Vorschlag, kämpfe selbst damit. Aber die Insulinresistenz könntest Du durch Übergewichtsverlust ganz sicher reduzieren.
    In Sachen Bewegung habe ich eine Empfehlung: Nordic Walking. Das kann man in Gruppen, oder auch allein und es bringt echt viel.
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    am 25.04.2023 22:23:30 | IP (Hash): 1680926748
    Hape schrieb:
    Wir wissen nicht, wie alt Du ungefähr bist, und wie dein BMI ungefähr ist.


    Ich hab da Übergewicht seit über 40 Jahren gelesen, seit der Grundschule, und schätze da um die 50 Jahre. Und da steht auch, dass da viel versucht worden ist, statt zuzunehmen abzunehmen, auch mit fachologischer Hilfe. Dahinter steckt aus meiner Sicht ne Menge Anstrengung und Quälerei und Frust.

    An Levanas Stelle würde ich es mal mit der systematischen Bearbeitung des Blutzuckers nach diesem bewährten Rezept versuchen https://www.bloodsugar101.com/_files/ugd/32a606_db20057cf9b5496ea94c7d7d2d6f0cde.pdf Das wird zwar Teststreifen kosten, aber wenn sie sich nach Art und Portionsgrößen so ernährt, dass der Blutzucker in der Spitze unter 140 mg/dl bleibt, muss ihr Pankreas deutlich weniger Insulin ausgeben, als für höhere Spitzen. Und du weißt, die Hauptaufgabe vom Insulin ist das Wegpacken von Glukose, am liebsten in der Form von Fett und dessen Einlagerung und Bewachung gern sofort in der Leber und dann auch rundum. Mit weniger Insulin durch weniger hohe Blutzuckerspitzen kann(!) da weniger eingelagert und nach und nach davon verbraucht werden.

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    Bearbeitet von User am 25.04.2023 22:25:20. Grund: .
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    am 26.04.2023 12:00:51 | IP (Hash): 160582365
    Hallo,
    du musst nochmal probieren abzunehmen, auch mit fachlicher Hilfe (allerdings rate ich dazu die Ernährungshilfe beim Diabetologen kritisch zu hinterfragen, weil dort immer noch nach den Richtlinien der DGE empfohlen wird - 60% täglich Kohlenhydrate, was bei einer Krankheit deren Hauptmerkmal eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels fahrlässige Körperverletzung ist). Es gibt mittlerweile reihenweise Bücher und Beiträge zum Thema Ernährung beim Diabetes, die alle mehr oder weniger in die Richtung low carb gehen (viel Gemüse, mäßig Obst, Kohlenhydrate weg (Brot, Süßigkeiten, Reis, Nudeln), viel gesunde Fette und Proteine, auch Fleisch). Intervallfasten kannst du auch probieren, täglich sportlich betätigen sowieso. Das ist keine Diät, sondern eine lebenslange Umstellung.

    Auch wenn das bisher erfolglos war - es ist das einzige was du selber tun kannst. Alles andere erledigt dann die Medizin (Medikamente, Insulin, etc.), da weiß Der Diabetologe dann eher Bescheid.
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    am 28.04.2023 17:09:02 | IP (Hash): 772159682
    https://www.youtube.com/watch?v=uR2ksqDy5os&list=FLoxWtcMA0wHC1PTcrMG0RNQ

    Alles auf den Punkt gebracht in diesem Video mit weniger als 10 Minuten Dauer:

    Besonders anschaulich finde ich, daß er Diabetes Typ2 umbenennen will in

    CCOS

    chronic carbohydrate overdose syndrom

    chronisches Kohlenhydrat Überdosierungssyndrom

    Das fokussiert auf das wichtigste Thema und das zu lösende Problem. Diabetes Typ 2 ist eine ernährungsbedingte Erkrankung, die durch die richtige Ernährung in aller Regel gelöst werden kann. Aber es ist halt leichter, die alten Gewohnheiten beizubehalten und Medikamente zu nehmen.
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    am 28.04.2023 18:03:55 | IP (Hash): 1270613517
    Und weil man auf diese Weise plus gezielt eingesetzen Anteilen an intensiver Bewegung auch noch ungesunden Blutdruck und ungesunde Blutfette zurückdrehen oder/und vermeiden kann, sehe ich meinen Typ 2 inzwischen als meinen besten Gesundheits-Coach :)
    Nachtrag:
    Die tolle Umbenennung in Überdosis-Syndrom sollte nicht allgemein verstanden werden, sondern bezogen auf uns mit Typ 2. Und wie viele KHs zu viele sind, gibt es nicht als allgemeine oder gesunde Größe, sondern das kann nur jeder von uns für sich selbst mit Messen und Beóbachten rausfinden. Daumendrück!

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    Bearbeitet von User am 28.04.2023 18:11:37. Grund: Nachtrag