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Diabetes, Angst und Selbstmitleid
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am 18.05.2023 13:26:17 | IP (Hash): 548529123
Guten Tag,
Ich habe seit 2011 Diabetes Typ 1, mit 13. Hatte damals in einer Jugendhilfeeinrichtung für Menschen m. psychischen Erkrankungen gewohnt und es konnte kein Vertrauensverhältnis im Thema Diabetes zu den BetreuerInnen aufgebaut werden; deshalb musste ich mit 13 Jahren in eine andere Einrichtung ziehen, die auch ein paar Diabetes typ 1 erfahrene BetreuerInnen und eine ausgebildete Nachtwache hatte.
Ich wohne jetzt seit April alleine in der Wohnung eines intensivambulantbetreuten Wohnens; die BetreuerInnen dort betreuen zwar auch jemanden mit Diabetes typ 1 aber eigentlich sind die nicht umfangreich geschult .
Hatte meinen Diabetologen vorher gefragt ob er glaubt dass das klappen kann. Ja glaubt er.
Im März war das Gespräch mit ihm.
Mein Stoffwechsel ist hardcore; bin schlank von Geburt an und Eltern aucj sehr schlank; ich esse schon mal Mahlzeiten mit 20 KE.
Hab mit weniger probiert mehrmals über paar Wochen, jedes Mal deutlich abgenommen.
Keine Schilddrüsenprobleme.
Habe libre 3 und pen. Langzeit tresiba.
Trage seit 1,5 Jahren schulterumhängetaschen. Habe sie immer mit.
Immer Traubenzucker aus dem plastik ausgepackt mit in kleiner Dose in der linken umhängetasche.
Beide Messgeräte und ketonstreifen immer mit. Führe seit dem fünften April sogar Diabetestagebuch und trage KEs und Insulin ins FGM ein.
Abends liegen die Taschen neben meinem Bett.
Ich wiege meine Zutaten vor dem Essen ab und ein kleiner Zettel mit meiner Einstellung ist auf die Rückseite meines Libre 3 geklebt.
Auf das Überprüfen der Nadel durch test-spritzen auf einen Tupfer oder taschentuch und das abwarten von 4h bis zur nächsten Korrektur achte ich.
Trotzdem!!!!
HI!! HI!! Über 600 am 12.5 in der Nacht nach 0 Uhr!!
Fehlerquellen sind ausgeschlossen!
Ich habe den BetreuerInnen gesagt ich habe diabetes halbwegs im Griff. Hab ich ja offenbar nicjt!
Habe notfalltermin gemacht mit diabetologischer Praxis. Die empfanden das nicht als Notfall. Die sagen ixh soll splitbolus machen.
Mache ich splitbolus warte 1h- und nach 00 Uhr fast 400!!!
Immer die scheiss Nächte. Und wenn ich kaum esse abends passiert das nixht.
Also kanns am Basis nicht liegen.
Tagsüber ist deutlich besser.
Ich versuche es heute nochmal aber mitnmehr verzögerung wenn ich das nicht im Griff kriege weiss ich nicjt wie ich mit den betreuerInnen umgehen soll.
Die kriegen doch Angst.
Das ist so scheisse. So bin ich auf alle ewigkeiten immer kurz davor alleine nicjt klarzukommen.
Das darf nicht wahr sein.
Was soll ich noch tun! Dann geht es bald bestimmt um die ganz schrecklicheb Sachen wie nach dem Essen strammen spaziergäbge machen wenn ich gerade kaum Kraft habe oder auf Essen verzichten obwohl ich so dünn bin.
Und wenn ich das dann nicht umsetzen kann stehe ich als der Typ der sich nicht kümmert da so wie damals mit 17! So wie mit Anfang 20!
Und jetzt bin ich 26! Und der Kreislauf scheint sich zu wiederholen trotz größerem Aufwand und größerer Disziplin als jemals zuvor!!!
Bearbeitet von User am 18.05.2023 13:32:17. Grund: Habe *"seit dem fünften" hinzugefügt -
am 18.05.2023 13:41:49 | IP (Hash): 220529578
Auf wieviele KE kommst Du abends und wieviel Insulin brauchst Du dafür?
Wenn du alles auf einmal spritzt kommst Du auf 600, beim Splitten "nur noch" auf 400, also könnte mehr splitten helfen (ca 5-9 IE pro Stelle)
Und ganz ehrlich, bei über 250mg/dl steigend sind die 4 Stunden Wartezeit bis zur Korrektur nicht wirklich sinnvoll. Da ist doch klar, dass das weiter eskalieren wird...
Die vier Stunden kommen aus der Zeit mit punktuellen Messungen, bei denen man ja überhaupt nicht abschätzen konnte, wohin die Reise gehen wird.
Ich persönlich würde unter ICT nach 2 Stunden anfangen VORSICHTIG unter Beachtung des aktiven Insulins und des Blutzuckerwertes auf einen Wert von 150-180mg/dl zu korrigieren.
Bearbeitet von User am 18.05.2023 13:56:39. Grund: Ergänzung1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 18.05.2023 13:57:06 | IP (Hash): 548529123
Also mit splitten ist gemeint auch Wartezeiten dazwischen zu haben.
Also zum Beispiel 9 ie jetzt und die anderen 9 ie in 1 Stunde.
Also gestern hBe ich 11.5 ke gegessen war aber Pizza
Bin gerade in der Zubereitung eines Essens mit 15 KE Nudeln+ 1.5 KE passierte tomaten (auf Verpackung steht die 16 Kohlenhydrate seien Zucker).
Außerdem Zucchini eine tomate zwei paprika etwas lauch
Außerdem 3-4 Eier für rührei.
Habe vor die erste Hälfte direkt zu spritzen und die andere später.
Werde 1 stundde später nachtesten. Auch blutig. Gegebenenfalls werde ich länger als 1 h warten bis ich die zweite Hälfte spritze, weil der Wert nach riesenportionen schonmal erst stunden später anstieg -
am 18.05.2023 14:05:43 | IP (Hash): 220529578
Deine Essgewohnheiten wären mit Pumpe ein Fall für einen dualen Bolus, ein Teil sofort und den Rest nach und nach über mehrere Stunden. Eventuell auch ein Loopsystem, wobei ich nicht weiß, ob die kommerziellen Systeme mit solchen KH-Mengen klarkommen...1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 18.05.2023 14:33:25 | IP (Hash): 548529123
Hatte mal eine Pumpe bzw. Habe sie noch aber Der Diabetologe hatte vor 6 Jahren als es nicht gut lief drum gebeten dass ich mit pen weitermache.
Beim letzten Mal meinte er aber ein aid oder loop System oder wie die heißen könne er sich gut vorstellen.
Ich möchte eines, aber das Problem wird bleiben oder...?
Für immer!
Ich bib der eine diabetiker der so krasse Mengen isst das es sich nicht in den griff kriegen lässt!
Ich habe Angst. Das wird dann eine überforderung nach irgendwelchen speziellen diagnostikmetjoden zu suchen wie man vllt andere Gründe für den krassen lebensmittelverbrauch herausfinden kann, im schlimmstfall kommt noch irgendwer mit Psychosomatik um die Ecke oder schiebt es auf meinen schnellen stress und dann wird es richtig richtig scheisse
Scheint mir gerade absolut hoffnungslos.
Hab um 14:19 Uhr die erste Hälfte des bolus gespritzt.
Warte erstmal bis 15:19 Uhr, teste und evtl warte ich noch etwas länger
Bearbeitet von User am 18.05.2023 14:44:28. Grund: Aktuelles Essen dazugeschrieben -
am 18.05.2023 14:46:36 | IP (Hash): 220529578
Hallo,
ich denke ein Loop-/AID-System könnte dir helfen. Ich vermute ein HbA1c unter 6% wird es bei dir nicht werden, aber die extremen Spitzen werden weniger werden, weil das System selbstständig Insulin abgibt, wenn es gebraucht wird.
Die Tslim wird nichts für dich sein, die ist einfach zu zaghaft. Medtronic glaube ich auch eher nicht.
Am ehesten könnte ich mir CamAPS mit der Ypsopump vorstellen.
AAPS würde wahrscheinlich am besten funktionieren, aber da musst Du wirklich ALLES alleine machen (einschließlich Kompilieren der Software). Dein Arzt darf und wird dir nicht helfen!
Bearbeitet von User am 18.05.2023 15:05:19. Grund: Korrektur1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 18.05.2023 15:09:03 | IP (Hash): 548529123
Camaps geht hoffentlich auch mit Android 13.
Klingt aber gut.
Wie würdest du es denn bis dahin machen?
Ständig in den nächsten 300 40ü zu haben macht mir angst. Habe gerade gesehen der Wert steigt schon deshalb habe ich die zweite Hälfte bereits gespritzt.
Kann man vllt den bolus auch Dritteln oder vierteln?
Also über Zeiträume verteilt?
Oder ist das schlecht weil sich soweit ich weiß die Wirkung verstärken kann wenn man recht kurz nacheinander ein paar Einheiten spritzt -
am 18.05.2023 15:30:27 | IP (Hash): 220529578
schrieb:
Camaps geht hoffentlich auch mit Android 13.
Klingt aber gut.
Ich glaube gelesen zu habe, dass das geht...
schrieb:
Wie würdest du es denn bis dahin machen?
Ständig in den nächsten 300 40ü zu haben macht mir angst. Habe gerade gesehen der Wert steigt schon deshalb habe ich die zweite Hälfte bereits gespritzt.
Beobachten, und wenn du über 200/250 (die Grenze musst du für dich festlegen) kommst, rechnerisch auf ca 150-180 runter korrigieren und mindestens ein Stunde abwarten, was passiert. Bist Du dann immer noch über 200/250 nochmal, aber ich würde die Insulinmenge dann halbieren. Sobald der Wert deutlich fällt, nicht weiter korrigieren und erstmal abwarten!
Traubenzucker hast du ja eh immer in Reichweite...
schrieb:
Kann man vllt den bolus auch Dritteln oder vierteln?
Also über Zeiträume verteilt?
Oder ist das schlecht weil sich soweit ich weiß die Wirkung verstärken kann wenn man recht kurz nacheinander ein paar Einheiten spritzt
Solange du nur das zeitversetzt spritzt, was dein Essen braucht, verlängerst Du in erster Linie die Wirkungszeit, was bei der langsamen Verdauung großer Mengen sinnvoll ist. Bei Essen mit sehr vielen schnellen KH (Weintrauben, Gummizeug) splitte ich den Bolus auf mehrere Setzstellen, um bewusst die Wirkung zu beschleunigen/verstärken...
Du musst da einfach ein bisschen rumprobieren und dabei immer die Werte im Auge behalten. Im Notfall einfach mit ein bisschen Traubenzucker oder Saft gegensteuern.
Das was ich hier schreibe, widerspricht natürlich dem, was man in der Standardschulung lernt, aber ich habe das viele Jahre unter ICT (ohne Sensor) so gemacht... ;)
Bearbeitet von User am 18.05.2023 15:31:34. Grund: Zitate1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 18.05.2023 16:51:56 | IP (Hash): 1187641519
Zitat "Bei Essen mit sehr vielen schnellen KH (Weintrauben, Gummizeug) splitte ich den Bolus auf mehrere Setzstellen, um bewusst die Wirkung zu beschleunigen/verstärken..."
Heißt das, wenn ich die Insulineinheiten aufteile und direkt nacheinander an verschiedenen Stellen spritze, wirkt es schneller? -
am 18.05.2023 17:06:35 | IP (Hash): 220529578
Es wird durch die größere Gesamtoberfläche der einzelnen Insulindepots unter der Haut schneller eine ausreichend starke Wirkung und auch das Wirkmaximum schneller erreicht. Die Wirkdauer verkürzt sich aber gegenüber einer einzigen großen Dosis, weil die Depots kleiner sind und damit schneller resorbiert werden.
Der Wirkbeginn verändert sich dadurch nicht.
Bearbeitet von User am 18.05.2023 17:08:57. Grund: Ergänzung2 Benutzer dankten für diesen Nützlichen Beitrag.