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Tolle Show - welcher Arzt unterstützt mich?
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am 17.11.2023 15:29:35 | IP (Hash): 1207959626
Vor exakt 6 Wochen habe ich die Diagnose Diabetes erhalten (Allgemeinärztin).
Bis heute bin ich noch nicht weitergekommen, außer drei vergebliche Arztbesuche, davon zwei Fachärzte.
Ich weiss noch nicht einmal, welchen Typ Diabetes ich habe - !!
Wie bereits erwähnt, wollen mir alle unbedingt Insulinspritzen andrehen, scheinbar gibt es im Ärztehimmel nur dieses eine Mittel.
Mein neuer Hausarzt hätte mich heute fast auch seiner Praxis verwiesen - ist sogar verständlich, weil er die Verantwortung nicht übernehmen will... . Er weigert sich, mir Blut für neue Werte abzunehmen. Na gut.
Die zweite Praxis, in der ich vorstellig wurde, hatte zwar eingangs gesagt, dass sie Diabetes behandeln und ich in deren Diabetesprogramm aufgenommen würde - dann war ich aber halt leider zur falschen Ärztin gegeben worden, weil die gar nix mit Diabetes macht. Also wieder gegangen. Nach Rücksprache mit meinem Hausarzt nochmals dort angerufen, versucht, einen Termin beim Spezialisten zu bekommen, man nimmt mich aufgrund meiner Werte dort gar nicht auf. So. Das lasse ich mir jetzt aber gewiss schriftlich geben!! Sagte ich so, kann ich ab Dienstag abholen.
Zweimal habe ich mit Beratungsärzten der AOK gesprochen - positives Feedback für meinen Weg, man sagte, es gibt Alternativen (andere Medikamente). Aber die müssen ja auch keine Verantwortung übernehmen... .
Ich verstehe die Haltung der hiesigen Ärzte/Spezialisten einfach nicht und ich weiß auch nicht, was ich jetzt tun soll!
Ich bin ziemlich sicher, dass ich Diabetes Typ2 habe. Kann ich denn irgendwie herausfinden, ob meine BSD überhaupt noch Insulin produziert? Es gibt doch diese pankreoprive Form, aber ich krieg ja nicht mal ´nen Bluttest.
Jetzt muss ich mich erstmal beruhigen, später mehr.
LG
Nada
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am 17.11.2023 16:11:01 | IP (Hash): 734868939
Nada schrieb:
Ich bin ziemlich sicher, dass ich Diabetes Typ2 habe. Kann ich denn irgendwie herausfinden, ob meine BSD überhaupt noch Insulin produziert? Es gibt doch diese pankreoprive Form, aber ich krieg ja nicht mal ´nen Bluttest.
Deine BSD scheint ja schon noch Insulin zu produzieren, sonst wärst du in diesen 6 Wochen in einer Ketoazidose ohne Insulinbehandlung. Und von Ketoazidose-Symptomen (Kussmundatmung, Azetongeruch, Übelkeit/Erbrechen, Bauchschmerzen, Benommenheit, Schläfrigkeit,...) schreibst du ja nix. Falls solche Symptome auftreten, dann sofort ins Krankenhaus! Eine Ketoazidose ist typisch bei einer Typ1 Manifestation.
Um festzustellen, wie gut die BSD noch Insulin produziert, sollte man das C-Peptid messen per Bluttest. Und ggf. wären dann GAD-AK interessant, falls irgendetwas für Lada spricht.
Eine pankreoprive Form ist so selten. Solltest du
- Gelbsucht
- extreme Oberbauchschmerzen, wo du überlegst damit ins Krankenhaus zu gehen
- heftiger Gewichtsverlust
- eine bekannte Mukoviszidose
- eine Bauchspeicheldrüsen-Operation in der Vergangenheit
haben, dann wäre ein pankreopriver Diabetes eine Option. Ich vermute sehr stark, dass nix davon vorliegt. Also vergiss den pankreopriven Diabetes.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 17.11.2023 16:13:11 | IP (Hash): 1815442054
Die Typen beim Diabetes entsprechen Beschreibungen von jeweils meistens, nicht immer, erfüllten Bedingungen. Eine einwandfreie Zuordnung ist mit einer Untersuchung häufig nicht möglich.
Wo du dich schon ein paar Tage mit der Diagnose plagst und noch immer munter rumlaufen und dich aufregen kannst, ist Typ 2 wahrscheinlich.
Insulin ist das am gezieltesten dosierbare Medikament mit den wenigsten Nebenwirkungen. Und mit der vollständigen Insulinbehandlung, also mit einem Insulin für die Grundversorgung und einem weiteren Insulin für den Ausgleich vom Essen (die Behandlung heißt zusammen Basal-Bolus oder ICT) bekommst du auch ausreichend Testmedien von der Krankenkasse bezahlt. Ohne Insulin musst du die selber zahlen, und die gehen ganz schön ins Geld.
An deiner Stelle würde ich die Insulinbehandlung akzeptieren und damit lernen, wie mein Blutzucker auf welches Essen und ggf. welches Pensum von Bewegung reagiert. Mit dieser Erfahrung lässt sich der Blutzucker immer gezielter mit immer weniger Insulin immer mehr von 24 Stunden gesund steuern. Und wenn es komplett ohne Insulin funktioniert, kann man das Insulin dann auch komplett weglassen.
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Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 17.11.2023 18:22:16 | IP (Hash): 1207959626
Das hast du jetzt echt nett geschrieben ;-).
Wie vermeide ich denn Blutzuckerspitzen?
Indem ich keine, bzw. möglichst wenig Kohlenhydrate zu mir nehme...
Keinen Zuckerzusatz. Keine Süßstoffe.
Kein Sport, der mich aus der Puste bringt.
Was noch? Kann die Glucoseneogenese zu Spitzen führen?
Bearbeitet von User am 17.11.2023 19:25:45. Grund: ... -
am 19.11.2023 00:59:37 | IP (Hash): 1562874608
Hallo Nada,
irgendwie werde ich aus deinem Post nicht so richtig schlau. In deinen bisherigen Post konnte ich nichts finden, welche Werte du hast.
Auf welcher Basis hat deine Arztin dir die Diagnose mitgeteilt ?
Gruß Ischbie -
am 19.11.2023 06:39:04 | IP (Hash): 1459232085
Ischbie schrieb:
Auf welcher Basis hat deine Arztin dir die Diagnose mitgeteilt ?
... und was für BZ-Werte misst du denn jetzt.
Hast du mit deiner Strategie bereits aureichend Erfolg? Wie sind aktuell deine selbstgemessenen Werte nüchtern und nach den Mahlzeiten?
Selbstverständlich kann dein BZ auch durch Glukose ansteigen, die mit Glukoneogenese gewonnen und dann von der Leber krankhaft zu viel ausgeschüttet wird. Die Leber schüttet aus und sorgt dafür, dass die ihre Speicher wieder gefüllt werden, durch gegessene KH oder, falls die ausbleiben, durch Glukoneogenese. Da könntest du vermutlich gegensteuern, indem du die Leber entfettest und eventuell zusätzlich möglicherweise wieder genug Eigeninsulin bekommen, indem du auch noch die BSD entfettest.
Wenn du mit deiner bisherigen Strategie ohne Insulin oder andere Diabetesmedikamente große Erfolge siehst, dann mach so weiter. Wenn nicht, dann wäre zunächst eine medikamentöse Unterstützung sehr sinnvoll, die du dann später villeicht wieder zurückfahren kannst. Gespritztes Insulin als so eine Unterstützung ist aus meiner Sicht eine gute Möglichkeit, die nicht vielen Diabetikern gleich zum Anfang geboten wird. Greife zu, wenn du das Angebot bekommst - deine anderen Aktivitäten werden dadurch nicht behindert, sondern nur unterstützt.
Alles Gute, Rainer
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 19.11.2023 14:58:35. Grund: BBCodes1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 19.11.2023 10:47:10 | IP (Hash): 511101796
Nada schrieb:
Wie vermeide ich denn Blutzuckerspitzen?
"Der Glukosetrick" ist ne suuuper Lektüre dafür
Nada schrieb:
Kann die Glucoseneogenese zu Spitzen führen?
Zur Glukoneogenese können wir bei Taylor lesen:
“Während jeder Zeit ohne Nahrung produziert die Leber eine konstante, kleine Menge Glukose pro zwei Pfund Körpergewicht. So würde beispielsweise ein Mann mit einem Gewicht von 165 Pfund etwa ein Sechstel Gramm pro Minute produzieren. In einer Stunde ergibt dies etwa 10 g Glukose (zwei Teelöffel). Während Ihres achtstündigen Schlafs wird Ihrem Blut die achtfache Menge, also etwa 80 g (16 Teelöffel), zugeführt. Das ist eine Menge Glukose, die produziert werden muss, während Ihr Körper relativ inaktiv ist. Um das Äquivalent in Form von Kohlenhydraten aufzunehmen, müssten Sie vier dicke Scheiben Brot essen.”
Mit dem gesund plötzlich sehr vielen Insulin mit neu gegessener Glukose wird diese Produktion für um anderthalb bis zwei Stunden ausgeschaltet.
Bei uns mit Diabetes fehlt die spontane Ausschüttung von viel Insulin, und die Produktion geht ununterbrochen munter weiter.
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Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 19.11.2023 14:40:31 | IP (Hash): 1207959626
Hey Ischbie,
wie meinst du das - auf welcher Basis?
Meine Werte vor 6 Wochen waren sehr hoch, HbA1c 12,9% und Blutzucker nüchtern (nach Kaffee) 340mg/dl.
Ich suche einen Arzt, der mich berät und unterstützt, dann bin ich auch gerne bereit, über Medikamente/ Insulin zu reden/zu nehmen.
Aber diese Massenabfertigungsvariante, reinkommen, Insulin spritzen, Vorträge anhören....ohne Unterschied und ohne Rücksicht auf die persönliche Situation löst bei mir sehr starke Blockaden aus.
Mit dem Insulin geht es Ihnen bald besser, da können Sie auch wieder alles essen - nein, danke!!
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am 19.11.2023 15:25:48 | IP (Hash): 511101796
Tatsächlich haben unsere Ärzte für Kassenpatienten gerade noch so viel Zeit, wie du erlebt hast und erlebst. Mehr wird ihnen nicht bezahlt. Und auch damit können sie trotz Überstunden nicht die Schlangen bewältigen, die tatsächlich alltäglich anstehen, sondern müssen viele einfach abweisen.
Deine 340 mg/dl bedeuten auf den Liter Blut gerechnet, dass in jedem davon in deinem Organismus 3,4 Gramm Glukose waren, wo gesund zu der Zeit maximal 1 Gramm hätte drin sein dürfen. Für die Diagnose Diabetes hätten morgens nüchtern 1,26 Gramm ausgereicht.
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Schon im völlig normalen Behandlungsbereich mit HbA1c 6.5-7 haben die meisten von uns mit T2D keine akuten Diabetes Symptome und wenig Folgekrankheiten-Risiko.
Alternativ ist in den ersten Jahren mit Typ 2 meistens eine Remission möglich. Damit wird meistens gesunder Blutzucker ohne Diabetes-Medikation erreicht, und dazu kommen häufig in der Folge auch völlig gesunde Blutfette und Blutdruck.
Bearbeitet von User am 19.11.2023 15:27:54. Grund: .1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 19.11.2023 16:17:45 | IP (Hash): 2112195232
Leider ist das tatsächlich so, theoretisch hat kaum ein Arzt mehr als ein paar Minuten Zeit pro Patient. Sollte ein Arzt sich mal viel mehr Zeit lassen und ausführlich etwas erklären, zuhören und sich intensiv mit dir befassen dann hat er entweder gerade sehr viel Zeit, Langeweile und ein leeres Wartezimmer - oder du hast Glück gehabt (gibt solche Ärzte) mit einem Arzt der nicht nach der Stoppuhr arbeitet oder der vielleicht medizinisches Interesse an genau deinem Fall hat.
Bei den Ärzten ohne Stoppuhr kann man oft einen Termin vergessen, logisch wenn die gerne mal überziehen schiebt sich alles nach hinten raus.
Den grössten Teil der Therapie musst du sowieso selber erledigen, von den Ärzten bekommst du nur die "Begleitmusik" und die Rezepte. Schulungen würde ich in jedem Fall mitmachen, warum nicht alles mitnehmen was da geboten wird.
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