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Zu späte Alarmierung bei DexCom G6
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am 07.02.2024 15:13:21 | IP (Hash): 630398412
Hallo zusammen,
ich habe an die Community eine Frage, die einen sehr traurigen Hintergrund hat:
Hat jemand schon einmal die Erfahrung gemacht, dass das Dexcom G6 einen zu späten Alarm bei einer Hypoglykämie ausgelöst hat? Das ist am 27.01.24 bei uns geschehen. An der Historie des Gerätes ist genau abzulesen, dass der BZ meiner Frau gegen 06:00 Uhr morgens begann, recht rasch abzufallen. Die Benachrichtigung für zu niedrigen BZ ist auf 79 mg/dl eingestellt. Diesen Wert unterschritt meine Frau zwischen 06:05 Uhr und 06:10 Uhr. Alarmiert wurde ich erst um 08:00 Uhr mit dem Hinweis: "akut niedrig". In diesen zwei Stunden ohne Alarmierung ist der BZ auf 12 mg/dl gefallen (wurde kurz nach 8 durch den Notarzt gemessen). Leider hat meine Frau diese Hypoglykämie nicht überlebt - als ich um 8 Uhr durch den Alarm geweckt wurde, war meine Frau bereits tot.
Für mich wäre es wichtig zu wissen, ob es ähnliche Erfahrungen bei euch gibt (also mit zu späten Alarmen)? Hat nur unser DexCom einen technischen Fehler oder kommt das häufiger vor? Vielleicht ist eine ganze Charge betroffen? In wie weit haftet der Hersteller?
Danke für Eure Antworten!
In unfassbarer Trauer
Matthias -
am 07.02.2024 17:30:25 | IP (Hash): 1903137132
Du hast mein Mitgefühl. Und auch ich würde an deiner Stelle wie irre nach möglichen Fehlern suchen.
Allerdings denke ich, dass wir unsere Testmedien überfordern, wenn wir uns so voll darauf verlassen wollen. Und das meine ich nicht nur für die CGMs, sondern auch für die Teststreifen.
Teststreifen sind i.O., wenn sie bei 100 mg/dl nicht mehr als +- 15 mg/dl abweichen. Das macht eine Schwankungweite von 30 mg/dl. Wenn ich dazu noch die 20-30 Minuten Nachlauf vom CGM hinter dem Fingerpieks nehme und schließlich noch berücksichtige, dass das ja nur dann entsprechend dem Fingerpieks anzeigen kann, wenn es zuvor passend dazu kalibriert ist, kann ich locker in ner halben Stunde von 200 auf 100 oder noch niedriger sein, bevor das CGM ein erstes Absinken anzeigt.
Wenigstens genauso stark wie die Frage nach dem Messgerät würde mich die Frage nach der Insulinpumpe interessieren: Wieso hat die am frühen Morgen plötzlich so eine vergleichsweise gewaltige Menge ausgegeben?
Bislang kenne ich das nur, dass die Geräte aus einer Reihe von Gründen zu wenig Insulin ausgeben können. Von zu viel habe ich noch nirgendwo gelesen.
Dein trauriges Beispiel sagt mir einmal mehr, dass wir INSULINER gut daran tun, unseren BZ nicht einfach so an die Technik abzugeben und nur abzulesen, sondern 24/7 in der eigenen Kontrolle zu halten - einschließlich der Technik, die wir dafür ggf. nutzen!
Mein größter Trost in deiner Situation wäre, dass deine Frau wohl offenbar nicht besonders hat leiden müssen. Und mein größter Wunsch wäre, den technischen Defekt zu finden und zu teilen, damit andere ihm nicht auch noch zum Opfer fallen.
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)