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Wieviel ist viel Insulin?
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am 12.02.2024 18:57:50 | IP (Hash): 714428754
Hallo an alle, seit November spritze ich Humalog 100 und zur Nacht Toujeo.
Lt.Diabetespraxis- Berater- Früh 6-8i.E. und Mittag bzw. Abends 10 i.E. Zur Nacht 18i.E. Toujeo. Nach einer Weile habe ich aber gemerkt, dass die Einheiten überhaupt nicht ausreichen. Selbst ein Kaffee mit Milch am Nachmittag oder zwischendurch, erhöht meine Werte. Also versuche ich seit 2 Monaten selbst anzupassen. Bin jetzt bei 3-4x Humalog 100- ca.12 i.E., d.h. an manchen Tagen sind das gesamt knapp 50 i.E.Humalog und zur Nacht ca.22 i.E. Toujeo. Insgesamt dann ca.70 i.E. Nirgends kann ich aber etwas finden ob ich nun zuviel, bzw. ob es viel ist, was ich spritze. Meine Werte sind aber jetzt auf jeden Fall viel besser. Leider habe ich auch 5kg zugenommen. Ist das nun kontinuierlich so, oder nur am Anfang. Mich holt die Panik ein, dass ich richtig dick werde.Ein Sensor DexcomG7 wurde beantragt und auch von der KK genehmigt. Ich warte seit 2 Wochen auf das Päckchen mit den Sensor+Zubehör, dann werde ich vom Berater eingewiesen.
L.g.von Amy
Bearbeitet von User am 12.02.2024 18:58:49. Grund: Anrede vergessen -
am 12.02.2024 19:52:20 | IP (Hash): 1675189734
Wie viel ist zuvie? Darauf gibt es keine verbindliche Antwort. Ich selbst habe gesamt pro Tag nin 120 bis max 160 Einheiten für HbA1c um 7 gebraucht. Recht normal mit Typ 2, sagte schon damals der Dok und heute noch meine aktuelle Diabetesberaterin. Und in unserer SHG war eine Zeit lang eine Leidensgenossin mit einem täglichen Bedarf um 500 Einheiten. Die war sogar für einige Wochen in einer renommierten Diabetes-Klinik zur Überprüfung und eigentlich Verringerung ihres Bedarfs, aber ist ohne Lösung für ihr Problem wiedergekommen.
Zur praktischen Orientierung:
Dein Humalog hat gepasst, wenn du z.B. vor dem Essen um 100 mg/dl gemessen und dann gegessen hast und um 3 Stunden weiter wieder um 100 misst.
Das geht also praktisch nur so, wie du das schon machst, ausprobieren und anpassen, so lange, bis es einigermaßen passt.
Zur Zunahme:
Die Insulinbehandlung wird meistens angefangen, wenn der BZ viele Stunden am Tag in der Gegend von 200 mg/dl oder darüber gemessen wird. Von dem, was damit über der sogenannten Nierenschwelle ist, läuft dann schon ein Teil des zuvielen Blutzuckers in die Toilette über.
Mit der Behandlung wird der BZ gesenkt, weil damit die Glukose in Fett umgewandelt und gespeichert wird. Auf diese Weise reicht schon das ganz normale Essen für eine nach und nache Zunahme.
Und wo wir mit Insulin aus dem Pen halt die eine oder andere leckere KH wieder ohne zu hohen BZ essen können, neigen wir halt auch dazu, mehr davon zu essen. Wir brauchen den BZ ja nur immer passend abzuspritzen, wird da häufig gesagt. Dabei wird völlig übersehen, dass der ja damit nicht verbraucht, sondern nur in Speicherfett umgewandelt wird. Wir spritzen da also nix ab, sondern alles nur an :(
Gewicht halten geht folglich nur mit entsprechend weniger Essen :(
Nachtrag:
In XXL USA brauchen sogar viele mit Typ1 200 und mehr Einheiten pro Tag, und ich habe heute insgesamt 32 Einheiten gespritzt für aktuell 86 mg/dl.
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
Bearbeitet von User am 12.02.2024 22:10:29. Grund: Nachtrag -
am 18.02.2024 14:17:28 | IP (Hash): 229843331
Ich geh mal von einem Typ-2 Diabetes aus:
Dass Du bei zusätzlicher Gabe von Insulin zunimmst, ist normal. Insulin ist ein anaboles Hormon.
Mach Dir bitte folgenden Zusammenhang klar: Beim Typ-1-Diabetiker produziert die Bauspeicheldrüse auf Grund einer Autoimmunerkankung praktisch kein Insulin mehr, weil die Inselzellen durch das eigene Immunsystem zerstört wurden. Daher muss der Typ-1-Diabetiker sein leben lang Insulin spritzen und einen Ersatz für das fehlende körpereigene Insulin schaffen.
Beim Typ 2-Diabetiker ist der Wirkmechanismus ein anderer. Durch jahre- (in meinem Fall jahrzehnte-)langer Überernährung sind die Zellen weitestgehend immun gegen das Insulin geworden. Folge: Der Blutzuckerspiegel steigt an. Die Bauchspeicheldrüse schüttet mehr Insulin aus, die Zellen werden zunehmend unempfindlich. Irgendwann kommt der Punkt, an dem die Bauchspeicheldrüse objektiv betrachtet zwar noch Insulin produziert (vermutlich mehr, als ein Gesunder brauchen würde), die Menge aber nicht mehr ausreicht, um den Blutzucker niedrig zu halten. Und schon haben wir den Diabetes Typ 2.
Was kann man tun? Mein Diabetologe hat zunächst Insulin verordnet, damit ich schnell von einem Blutzuckerspiegel von 440 herunterkam. Das war Anfang November. Mein HbC1a-Wert lag bei 12,8 %. Viel zu hoch. Ich habe sogleich nach der Diagnose meine Ernährung völlig umgestellt. D.h. viel mehr Gemüse. Zudem habe ich meinen Grundumsatz berechnet. Der liegt bei ca. 1900 kcal. Die Ernährung habe ich so ausgrichtet, dass ich diesen Wert erreiche, aber allenfalls knapp übersteige. Im November habe ich 2 mal 2 Hafertage eingelegt. Im Dezember 1 mal 2 Hafertage. Hafer wirkt blutzuckersenkend. Gleichzeitig habe ich mich mehr bewegt. Seit Ende Dezember nehme ich nur noch Metformin und spritze kein Insulin mehr.
Durch die Ernährungsumstellung und durch das Metformin wurde die Insulinempfindlichkeit der Zellen erhöht, sodass mein Blutzuckerspiegel inzwischen ohne Insulin in einem guten Bereich liegt (Nüchternzucker im Regelfall unter 100, teilweise unter 90, HbC1a bei 6,6%).
Durch Bewegung und durch angepasste Ernährung lässt sich also die Insulinempflindlichkeit der Zellen erhöhen. Dann kann man dem Körper noch was Gutes tun: Zwischen den Mahlzeiten mindestens 4, besser 6 Stunden Pause lassen. Dazu zählt dann auch Kaffee mit Milch. Wobei das auch eine Frage der Menge ist: Ein richtiger Milchkaffe (Caffee latte) ist eher eine Zwischenmahlzeit, als ein Getränk.
Tu Dir bitte selber einen Gefallen und spreche Anpassungen des Insulinschemas vorher mit Deinem Diabetologen durch. Ich hätte mich nicht getraut, das selbständig zu machen. -
am 19.02.2024 18:16:55 | IP (Hash): 186116639
Amy schrieb:
Hallo an alle, seit November spritze ich Humalog 100 und zur Nacht Toujeo.
Lt.Diabetespraxis- Berater- Früh 6-8i.E. und Mittag bzw. Abends 10 i.E. Zur Nacht 18i.E. Toujeo. Nach einer Weile habe ich aber gemerkt, dass die Einheiten überhaupt nicht ausreichen. Selbst ein Kaffee mit Milch am Nachmittag oder zwischendurch, erhöht meine Werte. Also versuche ich seit 2 Monaten selbst anzupassen. Bin jetzt bei 3-4x Humalog 100- ca.12 i.E., d.h. an manchen Tagen sind das gesamt knapp 50 i.E.Humalog und zur Nacht ca.22 i.E. Toujeo. Insgesamt dann ca.70 i.E. Nirgends kann ich aber etwas finden ob ich nun zuviel, bzw. ob es viel ist, was ich spritze. Meine Werte sind aber jetzt auf jeden Fall viel besser. Leider habe ich auch 5kg zugenommen. Ist das nun kontinuierlich so, oder nur am Anfang. Mich holt die Panik ein, dass ich richtig dick werde.Ein Sensor DexcomG7 wurde beantragt und auch von der KK genehmigt. Ich warte seit 2 Wochen auf das Päckchen mit den Sensor+Zubehör, dann werde ich vom Berater eingewiesen.
L.g.von Amy
Wenn du insulinpflichtig bist und zu jeder Mahlzeit Insulin spritzen musst, musst du auch die Zwischenmahlzeiten mit BOLUSinsulin abdecken oder den BZ Anstieg akzeptieren. Du darfst nicht dne Fehler machen, Zwischenmahlzeiten mit der Erhöhung von Basalinsulin abdecken zu wollen. Ist du dann nämlich mal keine Zwischenmahlzeiten, kannst du unterzuckern, wenn die Basaldosis zu hoch ist.
Ich weiß nicht, wie es bei Typ2 ist, bei Typ1 sollte das Verhältnis Basal zu Bolus bei 50/50% oder 60 zu 40%. Außer man isst sehr kohlenhydratarm. Bei dir ist das Verhältnis eher 2 zu 1. Da ggf. nochmal mit der Beraterin sprechen, ob du noch zu wenig Basalinsulin spritzt. -
am 19.02.2024 20:20:33 | IP (Hash): 2077167362
July95 schrieb:
Ich weiß nicht, wie es bei Typ2 ist, bei Typ1 sollte das Verhältnis Basal zu Bolus bei 50/50% oder 60 zu 40%. Außer man isst sehr kohlenhydratarm. Bei dir ist das Verhältnis eher 2 zu 1. Da ggf. nochmal mit der Beraterin sprechen, ob du noch zu wenig Basalinsulin spritzt.
Bei komplett ärztlich eingestellten Typ 2 INSULINERn mit HbA1c um 7 kenne ich auch eher dieses 1:1 Verhältnis.
In meinem Protokoll stehen seit Monaten 7 IE Lantus um 18.00 Uhr rum und meistens 22-25 IE Apidra. Aber du hast ja auch schon mal gemeint, dass mein alter Pankreas noch gut für ein bisschen Basal sein könnte ;)
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Typ 2 Diagnose 01.1991, Basal-Bolus seit 1998, HbA1c 5,5 und besser seit 2002.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein engster Lebenspartner und bester Gesundheits-Coach :)
Bearbeitet von User am 19.02.2024 20:21:26. Grund: ,