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Dexcom G7 Antrag (Widerspruch)

  • Rang: Anfänger
    Punkte: 0
    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 15.03.2024
    am 15.03.2024 15:37:06 | IP (Hash): 681906548
    Hallo zusammen!

    Ich habe T1D und habe mich vor Kurzem eeendlich von meinem neuen Diabetologen davon überzeugen lassen, auf ein CGM umzusteigen. Bis jetzt habe ich ausschließlich blutig gemessen.

    *** Kurzfassung des folgenden Forum-Eintrags: Dexcom G7 wurde abgelehnt, Kasse hat stattdessen FS Libre 3 vorgeschlagen/bewilligt. Widerspruch ist geplant. Gibt es jemanden mit ähnlichen Erfahrungen bzw. Tipps oder Erfolgsberichten?

    Ich habe mich aus x-verschiedenen Gründen und nach extrem ausführlicher Recherche für ein Dexcom G7 entschieden. Meine Krankenkasse hat den Antrag über den Medizinischen Dienst laufen lassen. Die Entscheidung lautet: Die KK bewilligt die Kostenübernahme für ein CGM, allerdings nicht für das Dexcom G7. Ein FreeStyle Libre 3 würden sie hingegen finanzieren.

    Erster Schritt: Anruf bei der Krankenkasse, um mich zu erkundigen, warum genau Dexcom abgelehnt wurde. In dem Telefonat wurde schon klar gemacht, dass es eine Kostenfrage sei.

    Zweiter Schritt: Anruf bei Dexcom. Die Kundenservice-Mitarbeiterin war total erstaunt über diese Bevorteilung eines anderen Systems seitens meiner KK bzw. seitens des Medizinischen Dienstes und meinte, ich hätte normalerweise das Recht auf freie Wahl. Insbesondere bei der Erstversorgung mit einem CGM. Ähnliches hatte ich vor meiner Entscheidung schon von meiner Praxis gehört, als ich danach gefragt habe, zwischen welchen Systemen ich wählen darf.

    Dritter Schritt: Ein Punkt innerhalb des Gutachtens, der mich etwas stutzig gemacht hat, waren Formulierungen wie "das bisherige CGM-System" oder auch "das bereits etablierte CGM-System". Deswegen habe ich nochmal bei der KK angerufen und nachgefragt, ob es sich vielleicht um ein Missverständnis handeln könnte. Das Gutachten hätte für mich insgesamt mehr Sinn ergeben, wenn der MD davon ausgegangen wäre, dass ich von Freestyle auf Dexcom umsteigen will. Meine Beraterin meinte jedoch, dass kein Missverständnis vorliegt. Sie hat nochmals auf das Wirtschaftlichkeitsgebot verwiesen.

    Vierter Schritt: Anruf beim Bundesgesundheitsministerium (Bürgertelefon). Dort wurde mir gesagt, dass es zwar stimmt, dass Krankenkassen angehalten sind wirtschaftlich zu entscheiden, gleichzeitig hätte ich aber das Recht frei zu wählen und ein Widerspruch würde mit ärztlicher Begründung trotz allem Sinn machen.

    Meine Praxis meinte auch, ich solle auf jeden Fall Widerspruch einlegen. Den habe ich (formlos und knapp) also schon mal abgeschickt. Das Schreiben, das mein Diabetologe aufsetzen will, werde ich nächste Woche nachsenden.

    Meine Fragen an euch: War hier jemand in einer ähnlichen Situation? Soll heißen, ist euch von der KK ein bestimmtes CGM "aufgedrängt" geworden und falls ja, habt ihr Widerspruch eingelegt? Macht es Sinn, bei meinem Widerspruch überhaupt noch eine persönliche Begründung für meine Wahl hinzuzufügen? Oder vermindere ich damit eher meine Chancen? Haben Widersprüche gegen solche Entscheidungen überhaupt jemals Erfolg? (Ich hab zwar schon oft gehört, dass ein Widerspruch hilft, wenn eine CGM-Versorgung generell abgelehnt wird, aber das ist bei mir ja nicht der Fall.)

    Würde mich über Feedback sehr freuen!
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    Mitglied seit: 11.02.2019
    am 15.03.2024 15:59:31 | IP (Hash): 395311511
    Hallo,

    tatsächlich müssen die Krankenkassen wirtschaftlich handeln und du brauchst medizinische Gründe für den Dexcom G7, der deutlich teurer ist als der Libre 3. Deine Infos sind so also nicht ganz korrekt.

    Da der Dexcom G7 allerdings eine deutlich bessere Alarmfunktion hat, kann man da gut bei T1 damit argumentieren. Der Libre 3 alarmiert einmal wenn die eingestellte Hypo-Grenze unterschritten ist, heißt bspw. du stellst diese auf 70 und bei 69 alarmiert der Libre dann einmalig. Eine neue Alarmierung erfolgt erst, wenn der Sensor wieder über 70 kommt und dann der BZ erneut sinkt.
    Ansonsten gibt es keinen Alarm mehr! Heißt du kommt auf 69 mit Alarm und rutscht dann im schlimmsten Fall runter auf 40 kein weiterer Alarm oder einmaliger Alarm bei 69 und du bist die ganze Nacht bei 60 auch keinerlei weitere Alarme, ...

    Im Vergleich hat der Dexcom 3 mögliche Alarme, davon einen nicht abstellbaren niedrig dringend Alarm bei unter 55 und die Snooze-Funktion. Heißt nach Alarm wird dieser für eine einstellbare Zeit (die meisten stellen 30min ein) stummgeschalten, bist du nach 30min immer noch unterhalb der Alarmgrenze gibt es einen neuen Alarm.

    Das würde ich genauso leicht verständlich für MDK und Krankenkasse aufschreiben. Gut wäre eine Ergänzung vom Diabetologen warum diese deutlich bessere Hypowarnung notwendig ist (bspw. unbemerkte Hypos im Schlaf oder Hypowahrnehmungsstörung, ...) und hierfür die total "dumme" Alarmfunktion beim Libre 3 nicht ausreicht.

    Viel Glück. Widersprüche haben häufig schon Erfolg. Ich habe auch gute Erfahrung mit eigenen Motivationsschreiben bei meiner Krankenkasse gemacht. Wichtig ist, dass diese gut formuliert sind. Also gute nachvollziehbare Gründe, warum du den Dexcom G7 brauchst aus deiner Sicht. Und natürlich keine Gründe, wie der gefällt mir einfach besser, etc. Sondern bspw. Hypoalarme und die mögliche Kalibrierungsfunktion.

    Hast du mal einen Dexcom G7 und Libre 3 probegetragen? Das wäre ggf. auch noch ein Argument. Welcher Sensor misst denn bei dir genau? Bei dem einen misst der Libre 3 gut, bei anderen wiederum gar nicht. Das ist ein ganz entscheidendes Argument für oder gegen einen bestimmten Sensor. Möglichst dann auch Vergleichswerte (Sensor ggü. blutig) beilegen.
     1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag.
  • Rang: Anfänger
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    Beiträge: 2
    Mitglied seit: 15.03.2024
    am 15.03.2024 19:49:43 | IP (Hash): 681906548
    Vielen, vielen Dank für die Antwort! Ich fand mich damit gerade richtig gehört, weil du zwei der wichtigsten Punkte angesprochen hast, wieso ich Dexcom bevorzuge. Die Alarm-Möglichkeiten und die Möglichkeit den G7 zu kalibrieren. Mein Diabetologe hat zum Glück im ersten Antrag an die KK meine (oft nächtlichen) Hypos zum Glück schon erwähnt und wird bestimmt nochmal darauf hinweisen. Ich finde es auch beim Dexcom besser, dass ich selbst im Zielbereich schon vor ungewöhnlich schnell fallenden oder steigenden Werten gewarnt werden kann. Das ist für mich wichtig, weil ich so wahrscheinlich viele Entgleisungen verhindern kann, bevor es überhaupt dazu kommt. Der Libre warnt einen ja leider erst, wenn man vom festgelegten Zielbereich abweicht. Das werde ich dann auch noch in meiner Begründung erläutern.

    Es kommen natürlich auch noch ein paar weitere weniger medizinische Gründe dazu, die den G7 im Alltag für mich persönlich praktischer/geeigneter machen, aber die werde ich beim Schreiben an die Krankenkasse übergehen.

    Es war auf jeden Fall schon mal super zu hören, dass es sinnvoll ist die Alarmfunktion und die Kalibrierung anzusprechen. Danke nochmal!
    Bearbeitet von User am 15.03.2024 19:51:14. Grund: Tippfehler