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Neuer Diabetes Typ 2 - Ein paar Fragen

  • Rang: Anfänger
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    Mitglied seit: 05.08.2024
    am 05.08.2024 12:51:20 | IP (Hash): 213838132
    Hallo an die Forengemeinschaft,
    mein Name ist René und ich bin 40 Jahre alt. Obwohl ich zum Thema einiges gelesen habe, ergeben sich für mich noch Fragen und hoffe hier ein paar Antworten zu erhalten.

    Wegen einer bekannten Polyglobulie muss ich regelmäßig (1xQuartal) zur Blutentnahme und bei zu hohen Werten (Hämatokrit) bekomme ich als Therapie einen Aderlass. Dabei wird auch immer ein Blutbild mit diversen Werten gemacht, so dass ich einen guten Überblick über meinen HbA1c Wert habe. Dieser lag in den letzten Monaten und Jahren immer zwischen 4,4 und 4,9.
    Vor ca. 1 Jahr stellte man zu hohe Cholesterinwerte fest und mein HA verschrieb mir Simvastatin 20mg. Seitdem stieg mein HbA1c Wert kontinuierlich an:

    5,3
    5,5
    5,8
    und jetzt Anfang Juli 6,2, während die Cholesterinwerte wieder im Normbereich waren. Daraufhin bestimmte mein HA den Nüchternblutzucker, welcher 6,5 betrug. Dies nahm er zum Anlass für einen OGTT.
    In der Zwischenzeit kaufte ich mir ein Blutzuckermessgerät für zu Hause und dokumentierte über 3 Tage Werte.
    Nüchtern morgens: zwischen 5,6-6,1
    2h nach dem Frühstück: zwischen 5,0-6,1
    vor dem Mittag: zwischen 4,4 und 5,3
    2h nach dem Mittag: zwischen 6,7 und 10,0
    vor dem Abendessen: zwischen 4,2 und 5,0
    vor dem Schlafen gehen: zwischen 6,0 und 7,5

    Bis auf die etwas erhöhten Werte nach dem Mittagessen (das war nach einer großen Portion Nudeln) fand ich die Werte eigentlich okay, zumal das Simvastatin laut Beipackzettel sowohl HbA1c als auch den Nüchternblutzucker erhöhen soll. Ich hakte das als Nebenwirkung ab.

    Beim OGTT ergaben sich nun aber folgende Werte:
    Nüchtern:
    4,7 mittels Blutzuckermessgerät
    7,0 über Labor
    nach 1h:
    9,7 mittels Blutzuckermessgerät
    nach 2h:
    9,2 mittels Blutzuckermessgerät
    12,5 über Labor

    Nun meine Fragen:
    1. Sind solche massiven Unterschiede zwischen Blutzuckermessgerät (Blut vom Ohr) und Laborwert (venös vom Arm) normal?
    2. Mein HA diagnostizierte aufgrund des OGTT einen Diabetes und verordnete mir Metformin 500mg, jeweils morgens und abends. Ich empfinde das als "mit Kanonen auf Spatzen" schießen, zumal, selbst wenn ich Diabetes habe und diese keine Nebenwirkung des Simvastatin ist, ein HbA1c Wert von 6,2 doch ein Zielwert bei Diabetikern ist, oder sehe ich das falsch? Nicht das ich noch in einen Unterzucker gerate?

    Danke schonmal für etwaige Antworten.
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    am 05.08.2024 15:00:28 | IP (Hash): 2004418964
    Hallo René,

    die Laborwerte sind - außer in dem sehr unwahrscheinlichen Fall einer Vertauschung im Labor - die richtigen. Die Handmessgeräte sind keine Präzisionsinstrumente, sie haben eine erlaubte Toleranz von +/-15%. Dein Gerät scheint noch ein bisschen ungenauer zu gehen.

    Für dich heißt das, du hast Diabetes. Als unerwünschte Nebenwirkung des Statins kannst du den ncht abtun, weil er nicht verschwinden wird, wenn du Simvastatin absetzt. Der Diabetes bleibt dir erhalten, egal wie er entstanden ist.

    Metformin ist die Anfangsmedikation, die ein kleines bisschen helfen wird. Kanonenkugeln sind es in gar keinen Fall. Kanonenkugeln bzw. wirksame Maßnahmen gegen deinen Diabetes kannst du finden, indem du deine Ernährung diabetesgeeignet umstellst. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, Beispiel findest du hier im Forum etliche. Schwerpunkt bei den meisten erfolgreichen Wegen ist das Achten auf Menge und Qualität der Kohlenhydrate.

    Viel Erfolg bei deinen Bemühungen, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 05.08.2024 19:38:24. Grund: BBCodes
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    am 05.08.2024 16:23:59 | IP (Hash): 1849452365
    Ich finde schon ein bisschen, dass das mit Kanonen auf Spatzen schießen ist, aber ich habe nicht die langjährige Erfahrung wie Rainer. Also will ich da keinesfalls meine Meinung über seine stellen.

    Allerdings habe ich auch gehört, dass Statine eigentlich überflüssig sind, weil zu hohes Cholesterin eigentlich gar nicht so schlimm ist, wie es immer dargestellt wird. Es kommt auf die Art des Cholesterins an und das Verhältnis zwischen HDL und LDL. Und auch, ob es kleine Teile sind oder große. Das sollte Dein Arzt Dir mal ausführlich zeigen. Oder googel mal nach Ärzten, die gegen Statine sind. Da gibt es genug.

    Also wenn Du die Statine absetzen würdest (aber ich bin keine Ärztin, deshalb ist das kein ärztlicher Rat), dann hättest Du Deinen Blutzucker wahrscheinlich wieder im Griff. Wenn nicht, würde ich mich Rainer anschließen. Ernährung am besten low carb. Oder Intervallfasten, wie ich es gemacht habe. Ich habe damit meinen Diabetes ganz losgekriegt. Solange ich mich nicht mit viel Süßem und Weißmehl ernähre. Aber ich esse auch mal ein Eis oder eine Pizza. Mein HbA1c ist jetzt bei 5,6, mein Nüchternblutzucker bei 6. Der sollte bei 5,5 sein, aber ich denke, das ist er dann beim nächsten Bluttest. Ich bin aber sehr damit zufrieden und nehme keine Medikamente.
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    am 22.01.2025 15:02:03 | IP (Hash): 198300259
    Hallo, ich hatte damals im Juli einen Nüchternblutzucker von 6,5 und einen HbA1c von 6,2 woraufhin mir mein Hausarzt nach einem oGTT im August Metformin 500mg - jeweils morgens und abends verschrieb.

    Nun wurden die Werte kontrolliert:

    Nüchternblutzucker ist leider auf 7,6 gestiegen.
    Der HbA1c ist auf 5,8 gesunken.

    Was sagt ihr zu den Werten? Ist aufgrund des gestiegenen Nüchternwertes eine Erhöhung der Dosis notwendig? Auf der anderen Seite ist der Langzeitwert auf 5,8 gesunken und der Zielwert mit Behandlung soll doch bei kleiner 7,5 liegen, oder?

    Danke!
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    am 22.01.2025 15:57:32 | IP (Hash): 884454198
    Meistens stimme ich mit Rainer überein, aber auf eins möchte ich dir eine andere Sicht bieten.

    Du gerätst da gerade in etwas hinein und stehst da soweit am Anfang, dass da eine gute Chance besteht, aus der Nummer nochmal rauszukommen.
    Ein Diabetes Typ 2 entsteht langsam, und du solltest sehen, in dieser Phase den Rückweg zu finden.

    Das Metformin wird dir in jedem Fall dabei helfen, aber viel wichtiger ist, an die Ursachen zu gehen.
    Ernährung radikal auf vorbildlich gesund drehen und, wenn ursächlich, das Medikament austauschen, das es auslöst.

    Die gemessenen Werte sind schon beachtlich. Da musst du schon mit viel Überzeugung ran.

    Handmessgeräte dürfen eine Abweichung haben, Laborwerte sind die verlässlicheren.
    Und wenn du es nicht zur selben Minute gemessen hast, sondern an einem anderen Tag zu ähnlicher Situation oder zu Hause vor dem Weg zur Praxis, dann ist das erst recht kein Wunder...

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    am 22.01.2025 17:18:50 | IP (Hash): 726471202
    ReneLE schrieb:
    Hallo, ich hatte damals im Juli einen Nüchternblutzucker von 6,5 und einen HbA1c von 6,2 woraufhin mir mein Hausarzt nach einem oGTT im August Metformin 500mg - jeweils morgens und abends verschrieb.

    Nun wurden die Werte kontrolliert:

    Nüchternblutzucker ist leider auf 7,6 gestiegen.
    Der HbA1c ist auf 5,8 gesunken.

    Was sagt ihr zu den Werten? Ist aufgrund des gestiegenen Nüchternwertes eine Erhöhung der Dosis notwendig? Auf der anderen Seite ist der Langzeitwert auf 5,8 gesunken und der Zielwert mit Behandlung soll doch bei kleiner 7,5 liegen, oder?

    Danke!



    Hallo Rene...wir sind Laien, es steht uns nicht zu, deine Werte zu kommentieren...geschweige denn etwas zur Medikation zu sagen.

    Bitte sprich mit dem Arzt, der die Blutwerte genommen hat...er, und nur er, ist dein kompetenter Ansprechpartner.
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    am 22.01.2025 22:38:27 | IP (Hash): 198300259
    torsten1973 schrieb:
    Meistens stimme ich mit Rainer überein, aber auf eins möchte ich dir eine andere Sicht bieten.

    Du gerätst da gerade in etwas hinein und stehst da soweit am Anfang, dass da eine gute Chance besteht, aus der Nummer nochmal rauszukommen.
    Ein Diabetes Typ 2 entsteht langsam, und du solltest sehen, in dieser Phase den Rückweg zu finden.

    Das Metformin wird dir in jedem Fall dabei helfen, aber viel wichtiger ist, an die Ursachen zu gehen.
    Ernährung radikal auf vorbildlich gesund drehen und, wenn ursächlich, das Medikament austauschen, das es auslöst.

    Die gemessenen Werte sind schon beachtlich. Da musst du schon mit viel Überzeugung ran.

    Handmessgeräte dürfen eine Abweichung haben, Laborwerte sind die verlässlicheren.
    Und wenn du es nicht zur selben Minute gemessen hast, sondern an einem anderen Tag zu ähnlicher Situation oder zu Hause vor dem Weg zur Praxis, dann ist das erst recht kein Wunder...

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    Die Messungen wurden in der Arztpraxis gemacht. Sowohl Labor (logisch) als auch mit Handmessgerät. Im Abstand von vielleicht 30 Sekunden. Daher hat mich die Differenz so sehr gewundert.

    Mit meinem Handmessgerät zu Haus waren bzw sind die Werte auch viel besser als die vom Labor.

    Bei mir ist der Diabetes wohl erblich bedingt. Es gibt keinen und damit meine ich wirklich keinen, der kein Diabetes in der Familie hat/hatte. Eltern, Tanten, Onkel, Oma etc. Ich ernähre mich normal gesund, bin aktiv, schon alleine von Berufswegen. Ich wüsste nicht, wo ich da ansetzen sollte.

    Zuckerle schrieb:


    Hallo Rene...wir sind Laien, es steht uns nicht zu, deine Werte zu kommentieren...geschweige denn etwas zur Medikation zu sagen.

    Bitte sprich mit dem Arzt, der die Blutwerte genommen hat...er, und nur er, ist dein kompetenter Ansprechpartner.



    Hallo Zuckerle,

    ich wollte hier auch keine Medikationsempfehlung, sondern lediglich aufgrund der hier vorhandenen Erfahrungen eine Einschätzung zu den aktuellen Werte, so wie es in gefühlt jedem anderen Thread auch passiert. Denn wenn ich in 14 Tagen mein Auswertungsgespräch beim Hausarzt habe, wird er mich fragen, was ich denke. Und genau darauf möchte ich mich vorbereiten. Da Diabetes für mich neu ist, hatte ich mir erhofft, eben nicht ganz unvorbereitet ins Gespräch gehen zu müssen. Meine Mutter ist zum Beispiel beim Diabetologen und den interessiert der Nüchternblutzucker gar nicht, sondern achtet nur auf den Langzeitwert und solange wie der unter 7,5 ist, ist für den alles fein. Bei meinem Hausarzt ist alles außerhalb der Norm Behandlungsbedürftig. Von daher ist für mich als Laien doch nur verständlich, dass ich etwas irritiert bin und um Rat suche. :)

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    am 23.01.2025 01:39:27 | IP (Hash): 230334773
    ReneLE schrieb:
    ... der Zielwert mit Behandlung soll doch bei kleiner 7,5 liegen, oder?



    Für dich, der du (wahrscheinlich) noch am Anfang stehst, sollte der NBZ nie und nimmer bei so einem hohen Wert liegen.
    Gesund ist normal: nüchtern 70-100mg/dl (3,9-5,6mmol/l), nach dem Essen nicht oder nur recht kurzfristig über 140 mg/dl (7,8 mmol/l) und nach 2-3 Std. wieder um 70-100mg/dl.

    Mit entsprechender Ernährung kann man da auch wieder hinkommen, es gibt genügend Beispiele.

    Ernährungsintervention ist lt Diabetes-Leitlinien der erste Behandlungsansatz, nur wird nicht gesagt, wie die aussehen soll. Aber, was sich bei vielen bestens bewährt hat, ist eine eine stark kohlenhydratreduzierte Ernährung. Fett und Protein haben jedoch keine unmittelbare Wirkung auf den BZ, da kann man sich schadlos halten. Ist also kein großer Verzicht.

    Kohlenhydratreiche Mahlzeiten dagegen sorgen dafür, dass dein Blutzucker stark ansteigt und dadurch auch das Insulin. Nimmst du Nahrungsmittel zu dir, die wenig BZ-Anstieg machen, braucht es auch nur wenig Insulin. Dadurch kann sich die BSD und der Kohlenhydratstoffwechsel erholen, Insulinresistenz verringern und nach einer Weile kann sich dein Blutzucker normalisieren, was ja erstebenswert ist.
    Sich entsprechend zu ernähren lohnt auf jeden Fall, willst ja in deinen jungen Jahren nicht schon die Ursache für die ganzen unangenehmen, schädlichen bis tödlichen Folgeerkrankungen setzen.

    Der HbA1c-Wert soll 4,5% bis maximal 5,7% sein.
    Allerdings könnte der HbA1c-Wert bei dir durch die Polyglobulie verändert sein, weil die Lebenszeit der roten Blutkörperchen aufgrund deiner Erkrankung wohl verkürzt sein kann oder die Anzahl der roten Blutkörperchen nicht in der dem HbA1c zugrundeliegenden Norm ist und verfälscht so wahrscheinlich den HbA1c-Wert nach unten.
    Da würde ich auf jeden Fall den Arzt zu befragen. Eventuell könnte der HOMA-Index eher Aufschluss darüber geben, wo du mit dem Diabetes stehst.

    Die Verzuckerung findet nicht nur in den roten Blutkörperchen statt, wo sie einfach gemessen werden kann, sondern im ganzen Gewebe, in Organen, Gefäßen, Nerven, Gehirn. Da kann viel Schaden entstehen.
    Du, siehst, mit deinen Werten ist nicht zu spaßen, keinesfalls kann man das Problem verniedlichen.
    Kein Spatz ;)
    Ich würde als Zielwert also Gesundenwerte anstreben, dann könntest du deinem Familienerbe vielleicht ein Schnippchen schlagen.
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    am 23.01.2025 12:29:21 | IP (Hash): 884454198
    ReneLE schrieb:

    Bei mir ist der Diabetes wohl erblich bedingt. Es gibt keinen und damit meine ich wirklich keinen, der kein Diabetes in der Familie hat/hatte. Eltern, Tanten, Onkel, Oma etc. Ich ernähre mich normal gesund, bin aktiv, schon alleine von Berufswegen. Ich wüsste nicht, wo ich da ansetzen sollte.



    Ich gehe gerne bei der Aussage mit, dass die Neigung zum Diabetes erblich bedingt ist.

    Für einen Allerwelts-Typ-2 würde ich sagen, dessen Entwicklung (es ist kein Krankheitsausbruch, sondern eine Entwicklung) haben wir üblicherweise selbst verursacht.
    Andernfalls würde ich von einer Sonderform ausgehen.

    Geerbt haben wir oft schlechte Gewohnheiten, die wir von daher oft nicht erkennen.
    Ging mir auch so, ich meinte , ich würde mich ausnehmend gesund ernähren und viel bewegen. Die Diagnose war der Schuss vor den Bug. Ich habe grundlegend neu zu essen gelernt.

    Das ist kein Vorwurf, sondern Grund zur Hoffnung.
    Diabetes haben, sollte nicht bedeuten sich mal was dagegen verschreiben zu lassen, sondern motiviert dagegen anzugehen.

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    Bearbeitet von User am 23.01.2025 12:32:48. Grund: .
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    am 23.01.2025 13:18:39 | IP (Hash): 726471202
    ReneLE schrieb:
    Hallo Zuckerle,

    ich wollte hier auch keine Medikationsempfehlung, sondern lediglich aufgrund der hier vorhandenen Erfahrungen eine Einschätzung zu den aktuellen Werte, so wie es in gefühlt jedem anderen Thread auch passiert. Denn wenn ich in 14 Tagen mein Auswertungsgespräch beim Hausarzt habe, wird er mich fragen, was ich denke. Und genau darauf möchte ich mich vorbereiten. Da Diabetes für mich neu ist, hatte ich mir erhofft, eben nicht ganz unvorbereitet ins Gespräch gehen zu müssen. Meine Mutter ist zum Beispiel beim Diabetologen und den interessiert der Nüchternblutzucker gar nicht, sondern achtet nur auf den Langzeitwert und solange wie der unter 7,5 ist, ist für den alles fein. Bei meinem Hausarzt ist alles außerhalb der Norm Behandlungsbedürftig. Von daher ist für mich als Laien doch nur verständlich, dass ich etwas irritiert bin und um Rat suche. :)



    Hallo Rene...doch, du wolltest ganz explizit eine Medikationsempfehlung:

    Was sagt ihr zu den Werten? Ist aufgrund des gestiegenen Nüchternwertes eine Erhöhung der Dosis notwendig? Auf der anderen Seite ist der Langzeitwert auf 5,8 gesunken und der Zielwert mit Behandlung soll doch bei kleiner 7,5 liegen, oder?

    Zur Erhöhung der Medikamentendosis ist einzig dein Arzt dein Ansprechpartner, keinesfalls irgendwelche Laien aus Internetforen. Wenn dein Arzt dich fragt, was du denkst, dann will er wissen, was genau du denkst, nicht irgendwelche unbekannten Leute aus dem Internet.

    Dass das hier so oft geschieht...und auch die unsäglichen Ernährungsempfehlungen, die ja immer wieder sagen, die User sollten den Fettgehalt ihrer Ernährung erhöhen...finde ich gelinde gesagt ziemlich übel und äußerst übergriffig. Solche Empfehlungen stehen nur dem Arzt oder der Ernährungsberatung zu. Zumal du ja auch noch eine andere Diagnose hast und da genau unterschieden werden muss, was für dich gut ist und was nicht.

    Deshalb: Bitte vergiss derardige Empfehlungen und halte dich an einen Arzt. Eine Überweisung zum Facharzt wäre in deinem Fall ganz sicher eine gute Sache.

    Alles Gute dir!
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    am 23.01.2025 17:31:03 | IP (Hash): 631116293
    Zuckerle schrieb:
    Deshalb: Bitte vergiss derardige Empfehlungen und halte dich an einen Arzt.


    Anfang Herbst 1991 hatte ich ein halbes Jahr nach meiner Diagnose mit HbA1c 15,5 und morgens nüchtern über 400 mg/dl meinen Blutzucker allein mit weniger insgesamt und vor allem weniger KHs essen im völlig gesunden Bereich völlig ohne Medis. Das war meine komplette Remission.
    ABER alle Ärzte, mit denen ich damals zu tun hatte, der Hausarzt, Der Diabetologe und der Nephrologe (damals wurde entdeckt, dass ich nur 1 Niere habe) haben mir damals dringend geraten, meinen HbA1c wieder auf für Menschen mit Diabetes gesunde um 7 aufzufülllen.

    Sorry , aber vor dem Hintergrund kann ich deinen Rat, sich ausschließlich nach den Ärzten und Fachärzten zu richten, beim besten Willen nicht nachvollziehen. Denn wenn ich damals in meiner Spur geblieben wäre, hätte ich auf einige Hundert Tabletten und einige Tausend Einheiten Insulin verzichten können und würde wahrscheinlich heute noch keine Medikation für meinen gesunden BZ brauchen.


    ----------------------------------------------
    Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :)
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    am 25.01.2025 14:24:06 | IP (Hash): 230334773
    Zuckerle schrieb:
    ...und auch die unsäglichen Ernährungsempfehlungen, die ja immer wieder sagen, die User sollten den Fettgehalt ihrer Ernährung erhöhen...finde ich gelinde gesagt ziemlich übel und äußerst übergriffig.



    Warum sollte das übel sein? Aus welchen Gründen sollte man den Fettgehalt nicht erhöhen?

    Zumal sowohl hoher Blutzucker als auch hohe Blutfette von einer Kohlenhydratreduktion nur profitieren, das ist ja unbestritten. Das sind dann aber auch weniger Kalorien.
    Und woher kommen dann Energie, Nährstoffe, Sättigung, wenn nicht von mehr Fett (+Protein)?

    Am besten natürliches Fett aus natürlichen Lebensmitteln und keine raffinierten Saatenöle.
    Durch Fett ohne KH sinken die Triglyceride und überflüssiges Körper- bzw Viszeralfett kann sich abbauen, wenn zuviel davon da ist.

    Natürlich ist es nicht besonders klug, bei hohem KH-Verzehr den Fettgehalt der Nahrung zu erhöhen, denn durch das hohe Insulin, das dabei nötig ist, wird überflüssige Energie als Fett eingelagert.

    Das Ziel ist, einen gesunden Lipid- und Kohlenhydratstoffwechsel zu erreichen.

    --------------------------------------------------------
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    am 25.01.2025 15:33:26 | IP (Hash): 394937570
    ReneLE schrieb:


    Es gibt keinen und damit meine ich wirklich keinen, der kein Diabetes in der Familie hat/hatte. Eltern, Tanten, Onkel, Oma etc. Ich ernähre mich normal gesund, bin aktiv, schon alleine von Berufswegen. Ich wüsste nicht, wo ich da ansetzen sollte.




    Also diese erbliche Vorbelastung haben wohl immer mehr Typ 2 Diabetiker, aber wann und wie stark die Erkrankung auftritt, können wir schon etwas durch unsere Lebensweise beeinflussen.

    Was ist für dich eine normale gesunde Ernährung?

    Für einen Diabetiker bedeutet dies idealerweise, nach aktuellen Empfehlungen, eine Kohlenhydratreduzierte Ernährung mit hohem Anteil an Gemüse, moderat tierischen Fetten - besser pflanzliche Fette - und genügend Eiweiß zu sich zu nehmen. Abwechslungsreich sollte es auch sein.

    Daran sich zu halten ist eine Herausforderung, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran und findet immer mehr leckere Sachen.

    Ich esse weitestgehend kein Getreide, Kartoffeln oder Reis. Kein Alkohol.

    Meine Kohlenhydrate stammen v.a. aus Gemüse, etwas Obst, Hülsenfrüchte und Milchprodukten.
    Dazu Fisch, Geflügel, Nüsse/ Saaten, lowcarb Brot/Gebäck/Nudeln. Wenig rotes oder fettes Fleisch, wenig Wurst - diese Fette meide ich meistens.
    Meine Sünde(n) sind v.a. zuckerfreie Schokolade oder Bonbons, das versuche ich noch zu reduzieren.

    Mit zur Zeit ca 70 g KH täglich geht's mir und dem Blutzucker sehr gut.

    Offiziell in Remission mit Hb1ac 5,6 und nüchtern um die 80, manchmal auch darunter.
    Bearbeitet von User am 25.01.2025 15:35:34. Grund: Ergänzung
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    am 27.01.2025 13:13:10 | IP (Hash): 1128323850
    Hallo Henrie...wenn das für dich so passt, dann mach es so, aber bitte sehe es nicht als allgemeine Empfehlung...

    Was soll es einem Diabetiker nützen, wenn er dann zwar bessere Glukose-Werte hat, aber einen erhöhten Cholesteinspiegel, oder Probleme mit dem Darm, weil dieser das viele Fett nicht aufspalten kann...

    Jeder muss für sich den richtigen Weg finden...auch lowfett kann richtig sein....