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Mein Mann ignoriert seine Diabetes; ist beratungssresistent! :-(
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am 14.10.2024 18:36:49 | IP (Hash): 1576587977
Hallo ihr Lieben
Vorsicht - es folgt eine lange Schilderung ;-)
Mein Mann -73 J.-bringt mich durch sein Verhalten an den Rande der Verzweiflung. Er ist schon viele Jahre Diabetiker, aber erst nach einem Arztwechsel (vor ca. 1-2 Jahren) wird tacheles geredet. Vorher hies es immer, die Diabetes verläuft 'sanft'. Aber seit dem Arztwechsel sieht es ganz anders aus. Neuerdings begleite ich ich bei den Arztterminen, weil er vergisst, was ihm gesagt wurde etc. Da erfahre ich dann plötzlich, dass sein HBAC1 Wert innnerhalb weniger Wochen von 7 auf 13 gestiegen ist, und er hat keine Erklärung dafür. Ich konnte das klären, indem ich schilderte, dass er innerhalb 1 Woche 8 Liter Orangenfrischsaft getrunken habe und nicht brereit ist, auf etwas zu verzichten. Natürlich blöde Situation für mich, die ihn da in die Pfanne gehauen habe. Aber Konsequenzen zieht er nicht. Fährt er alleine einkaufen, kauft er alles das, was ich ihm ja 'ewig nicht mehr kaufe'. Ja; warum wohl !? Es kann nicht richtig sein, das er am Tag z.B. 500 g Pflaumen verputzt, oder?
Er soll 1x wöchentlich den Blutzuckerwert testen. Da er sagt, das nicht zu können, übernehme ich das. Aber wehe, ich erinnere ihn daran und habe schon alles bereit gelegt; dann rollt er mit den Augen und schimpft, 'wofür das Ganze, das nutzt doch nichts; haben wir doch erst letzte Tage gemacht etc.....' Lt. Doc sollte der morgendliche Wert bei ca. 120 liegen und am restlichen Tag nicht über 180. Gestern abend war er auf 380. Auf meine Frage, 'was er denn dazu sagt', kam nur ein 'ist doch alles gut!'. Da könnte ich ausflippen!
Er spritzt übrigens abends 30 Einheiten Suliqua. Aber natürlich auch nicht wie zeitlich empfohlen, sondern so wie ER meint -mal vor, mal nach dem Essen. Neulich auch erst nachts um 1 Uhr, anstatt wie möglichst gegen 19 Uhr.
Ich weiss wirklich nicht, ob er sich mit Absicht so verhält, oder gewisse Dinge einfach nur vergisst. Er hat zusätzlich noch eine Microangiopathie. Erinnere ich ihn jedoch, dann wird er wütend. Ein normales sachliches Gespräch zu führen, ohne Vorwürfe, ist mit ihm nicht möglich. Er dreht es entweder ins lächerliche oder hört gar nicht zu und stellt das TV an. Von seinen Erkrankungen will er nichts wissen!
Manchmal wünschte ich, seine Diabetes würde ihm Beschwerden machen, aber es ist NOCH alles 'okay'. Unsere Kinder reden auch gegen die Wand, wenn sie das Thema mal vorsichtig ansprechen.
Spreche ich von Eigenverantwortung - kommt auch keine Reaktion; nur wieder genervte Blicke
Sein Tag spaltet sich in 2 Bereiche: Schlafen - Essen vorm TV- Das ganze wiederholt sich so alle 3-4- Stunden. Mal länger, mal weniger.
Habt ihr eine Idee, wie ich mit mit der Situation umgehen könnte ??
Ich bin gespannt auf euere Reaktion.
Liebe Grüße
(Nachtrag: Sehe gerade, ich habe im Feb.2024 schon mal ähnliches geschildert; da ging es auch um meinen KH-Aufenthalt und mein Schwager kam, um in dieser Zeit meinen Mann zu 'bespaßen' )
Bearbeitet von User am 14.10.2024 19:50:25. Grund: Zusatzanmerkung -
am 14.10.2024 20:30:30 | IP (Hash): 247124568
Klugscheiß an: das heißt DER Diabetes! Klugscheiß aus.
Du hast übrigens Diabetes Typ F (= Familie & Freunde). Das ist meistens der beschwerlichste, denn dafür gibt es keine Medis :(
Wenn dein Mann sich nicht nach seinem Blutzucker richten will, hättest du erst dann wieder eine Chance, wenn er nicht mehr selbst einkaufen kann. Aber dann wird er recht überzeugend argumentieren können, dass er eh nicht mehr lange hat und dass du ihm die paar noch verbleibenden Tage doch bitte nicht noch zusätzlich mit Leckerli-Entzug vermiesen mögest.
Nix mehr sagen und auch nicht mehr mit den Augen rollen und ihn einfach alles essen und trinken lassen, was er will, und auch nichts mehr von ner Blutzucker-Messung sagen, könnte ihm vielleicht komisch vorkommen. Vielleicht so komisch, dass er nachfragt.
Und dann könntest du ihm erklären, dass du lieber zusammen mit ihm noch ein paar Jahre älter werden und ihn nicht vorzeitig verlieren wolltest. - Aber selbst das gäbe nur mit sehr viel Glück ausreichend Anstoß zu seiner gründlichen Verhaltensänderung. -
Mitgefühl und Daumendrück :)
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Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :) -
am 14.10.2024 23:07:58 | IP (Hash): 627466721
Kauft er ich den Orangensaft und die Pflaumen selbst?
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am 15.10.2024 03:28:23 | IP (Hash): 1576587977
Vielen Dank für deine Antwort.
Okay; DER Diabetes - muss ich mich noch dran gewöhnen ;-) Du hast mit vielem Recht; vor allem, dass ich ihm selbst das leckere Essen nicht mehr gönne - 'er hat ja sonst nichts' - meint er jedenfalls. Von den 3 kl. Enkeln mal abgesehen...
Danke, Grüße
Bearbeitet von User am 11.11.2024 19:20:53. Grund: Rechtschreibfehler erst jetzt gesehen -
am 15.10.2024 03:31:08 | IP (Hash): 1576587977
Ja, leider macht er das ab und zu ! Meist versuche ich das nicht zu ermöglichen, aber da er im Gegensatz zu mir Frühaufsteher ist, bekomme ich das nicht immer mit. Sehe es dann am Kühlschrank und am Müll.
Grüße -
am 16.10.2024 04:20:55 | IP (Hash): 210897254
Hast du ihn gefragt, warum es ihm egal ist? Ob es ihm egal ist, was er dir damit antut? Falls ein Gespräch möglich ist.
Edit: ich habe gerade deine alten Einträge gelesen.
Bekommt ihr inzwischen Behandlungspflege? Vermutlich nicht?
Ist die Demenz fortgeschritten? Bekommt er dafür Medikamente?
(Ich Pflege meine 76 j. Mutter mit beginnender Demenz und Diabetes, sie hält sich an keine Ernährung, aber ich lasse sie machen. Ich muss natürlich nicht mit ihr zusammen leben, das wäre für mich unmöglich. Noch lebt sie alleine, wird 3 x die Woche zur Tagespflege abgeholt, bekommt auch essen auf Rädern undam Wochenende isst sie wozu sie Lust hat)
Bearbeitet von User am 16.10.2024 04:37:59. Grund: Ergänzung -
am 20.10.2024 16:43:30 | IP (Hash): 886049560
Hi , und sorry, dass ich erst jetzt antworte, aber ich schaffe es nicht täglich, mich an den PC zu setzen.
Ich frage anscheinend ZU oft, ob ihm seine Gesundheit egal ist. Er antwortet dann schon gar nicht mehr und widmet sich weiter dem TV.
Eine Behandlungspflege - was kann ich mir darunter vorstellen? - bekommt er nicht. Er ist auch nicht an einer Schulung was die Ernährung betrifft, interessiert. Ich würde auch mitgehen; aber ihm wäre es lieber, ich würde da alleine hingehen! Das habe ich aber abgelehnt!
Es ist lediglich meine Vermutung, dass er bereits eine leichte Demenz hat. Es kann aber genauso gut auch reines Desinteresse sein! Alles was für ihn unangenehm ist, 'überhört' er einfach. Gegen die Demenz spricht eventuell, dass er noch gut Schach spielen kann. Seinen Schachgegner ( unser Freund) ist der Meinung, dass er KEINE Demenz hat. Unser Sohn jedoch, den wir leider nur alle paar Monate sehen (wohnt 200 km entfernt) meint jedoch schon, dass es bereits eine beginnende Demenz sei. Aber beides sind keine Fachleute und beschreiben lediglich ihr Empfinden. Aus meiner Sicht, ist es auch tagesformabhängig.
In 2 Wochen muss er zum allgemeinem chech-up zur Hausärztin, bei der er schon ewig nicht mehr war - und ich werde ihn begleiten. Natürlich versuche ich, dieses Thema und seinen Gesamtzustand anzusprechen. Ob es jedoch klug ist, es in seiner Anwesenheit zu tun, sei dahin gestellt. Zumal er an diesem Tag vermutlich 'topfit' ist und er mir anschliessnd vorwerfen wird, wieso ich 'so einen Scheiss erzähle' (sorry)
Du hast dann auch deine Sorgen, was deine Mutter betrifft, Es mag ein kleiner Unterschied sein und dein 'Vorteil', dass ihr nicht 24 Std. am Tag zusammen seid!?
Hier dreht es sich nur noch ums Essen!!!! Bin ich in der Küche und 'wurschtle' herum, kommt er sofort gucken, was ich da mache. Da er sich ständig selber Dinge kauft und ißt -alles Sachen, die man nicht zubereiten muss- verliere ich immer mehr Interesse und Lust, am kochen! Weil er das dann alles noch zusätzlich ißt! Seinen Bauchumfang würde ich gern mal messen ;-)
Er sagte neulich zum Diabetologen: Ich esse jetzt nur noch das, was meine Frau mir vorsetzt! Leider hielt er sich nicht 1 Tag an diesen Vorsatz!
Seine zusätzliche Ungeduld bei ALLEM, und das sofortigen fluchen bei absoluten Kleinigkeiten, erschwert den Alltag als Bonus!
Ich stelle fest, heute ist wieder so ein Tag, wo ich am liebsten abtauchen würde ;-)
LG
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am 20.10.2024 17:42:13 | IP (Hash): 1590471596
Niemand kann einen Menschen mit Diabetes gegen seinen Willen zu seiner Gesundheit zwingen. Du deinen Mann auch nicht, auch wenn du noch so viel argumentierst und zu überzeugen versuchst. Allerdings kannst du euch damit eure letzten gemeinsamen Jahre noch super unerträglich machen.
Oder du findest dich damit ab, wie er ist und isst, und ihr habt wenigstens euren alltäglichen Frieden. Ich weiß, dass das sehr schwer fallen kann, aber mach’s “einfach” mal. Daumendrück :)
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Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 21.10.2024 12:49:19 | IP (Hash): 559784838
Hallo AnLuAn...dein Mann ist erwachsen und es ist sein Diabetes...warum bevormundest du ihn so?
Warum willst du ihn beim Arztbesuch begleiten? Und warum zur Ernährungsberatung...beides sollte er alleine machen. Allenfalls kannst du vorher in der Praxis seinen Gesamtzustand ansprechen und die Ärztin um eine umfassende Untersuchung oder entsprechende Überweisungen bitten. Aber beim Arzttermin eines erwachsenen Menschen dabei sein zu wollen finde ich schon ziemlich übergriffig.
Vielleicht könnte euch eine Paarberatung helfen, euren Alltag besser miteinander zu bewältigen... -
am 21.10.2024 23:21:25 | IP (Hash): 732064005
Für mich klingt die Situation ziemlich festgefahren.
Also: du musst entscheiden, wie du in Zukunft leben möchtest.
Seine Einstellung wirst du nicht ändern können, denn scheinbar kann auch kein Arzt dies beeinflussen. Nur er selbst kann es aus eigenem Willen verändern, aber dazu hat er vermutlich keinen Leidensdruck.
Nachdem ihr aus den vor einigen Monaten vorgeschlagenen Tipps wenig (?) verwenden konntet, bleibt nicht mehr viel. Vielleicht liest Du deinen damaligen Thread nochmal?
(Ich würde mir gut überlegen, was ich an dieser Beziehung noch aufrecht erhalten will. Und meine Schäfchen ins Trockene bringen)
@zuckerle
Einen Erwachsenen zum Arzt begleiten kann bei beginnender oder fortschreitender Demenz sinnvoll sein - oft weiß ein Erkrankter die jeweilige Situation weder umfassend einzuschätzen, noch kann er sich an wichtige Details erinnern. Damit habe ich leider ausreichend Erfahrungen gemacht, nicht dass ich das wollen würde, aber einer muss sich kümmern damit der Erkrankte nicht unter die Räder gerät. Idealerweise sollte das im gegenseitigen Einvernehmen sein, wenn der Erkrankte das jedoch nicht will, kann man vorerst wenig beeinflussen. Erst bei deutlicher Verwirrtheit sind rechtliche Schritte möglich.