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Nierenschwelle überschreiten - welche Folgen?
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am 14.01.2025 14:29:13 | IP (Hash): 793102578
Wir Diabetiker leben ja unter anderem mit der Aufgabe
unseren Blutzucker unterhalb der Nierenschwelle (180mg/dl) zu halten.
Wird diese überschritten besteht die Gefahr, daß Glucose über die Nieren
abgegeben wird, welche das nicht auf Dauer vertragen.
Ganz vermeiden wird das sicher kaum jemand von uns.
Wenn ich jetzt die Frage stelle "Was verkraften die Nieren im Laufe des Lebens?"
ist das sicher sehr schwer zu fassen aber vielleicht gibt es ja Anhaltspunkte dazu.
Oder leben wir alle mit dem realen Risiko eines Nierenausfalls im Laufe des Lebens?
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am 14.01.2025 15:06:50 | IP (Hash): 1541518414
Für die Nieren ist das Überschreiten der Nierenschwelle nicht wirklich ein Problem. Dabei wird einfach nur die Filterleistung überschritten und die Glukosemenge wird nicht mehr komplett zurück gehalten. Zum Problem wird zu viel Glukose im Blut, wodurch mit der Zeit die Zellen geschädigt werden. Neben den Nervenzellen sind auch die Nierenzellen mit den feinen Strukturen besonders gefährdet.
Als Diabetiker werden deine Nierenwerte regelmäßig untersucht und zwar sowohl die GFR als auch auf Albuminurie. Wenn sich die Werte verschlechtern, dann solltest du deinen BZ besser führen. Allerdins ist dann Eile geboten, weil sich die Nieren nicht regenerieren lassen. Du kannst dann nur versuchen, den Stand zu halten oder zumindest die weitere Verschlechterung stark zu verlangsamen.
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 14.01.2025 15:07:09. Grund: BBCodes -
am 14.01.2025 15:54:35 | IP (Hash): 1053704414
Die Nierenschwelle kannst du dir im Prinzip wie den Überlauf bei Waschbecken oder Badewanne vorstellen. Wenn das Wasser den Überlauf erreicht, fließt darüber unschädlich ab, was du noch zusätzlich reinlaufen lässt - unter einer Voraussetzung: Dass du nicht mehr reinlaufen lässt, als mit dem Überlauf abfließen kann, so dass dann doch das Bad geflutet wird.
Unsere Nieren haben ihren Überlauf bei etwa 180 mg/dl. Was darüber hinausgeht, wird in Blase und Klo entsorgt. Dieses Überlaufen belastet die Nieren auch nicht. Deswegen gibt es super Pillen - enden wohl alle auf …gliflozin - die die Schwelle auf um 140 mg/dl herabsetzen und so dafür sorgen, dass deutlich mehr Glukose schlicht ungebraucht ausgeschieden wird.
Diese Glukose und auch der Rest dessen, was mit dem Harn ins Klo gelangt, belastet die Nieren in keiner Weise. Die nehmen nämlich aus dem Kreislauf fortlaufend in 24 Stunden etwa 180 Liter als Primärharn. Daraus filtern sie alles wieder zurück in den Kreislauf, was darin weiter gebraucht wird, allem voran 178 Liter Wasser und auch alle Glukose bis etwa 180 mg/dl. Was sie gar nicht erst wieder in den Kreislauf zurückfiltern, belastet sie auch nicht weiter. Das geht in die Blase - zusammen mit jedem Teil Glukose auch 5 Teile Wasser, die die Glukose gebunden hält.
Deswegen haben wir mit sehr hohem Blutzucker auch einen sehr hohen Flüssigkeitsumsatz. Ich z.B. zu meinen besten Zeiten mit nüchtern bei 400 mg/dl und mehr alltäglich etwa 13-15 Liter.
Nur, wie ist mein BZ bei dem tollen Überlauf bei 180 auf über 400 gekommen, und das 24/7 über mehrere Jahre?
Der Hintergrund ist “einfach”: unser Durchschnittserwachsener hat 75 kg und darin 5 Liter Blut. In Ruhe pumpt sein Herz die einmal pro Minute, in 24 Stunden in Ruhe also 5 Liter x 60 x 24 = 7.200 Liter. Und von diesen vielen Litern in 24 Stunden kommen immer gerade mal um 180 an die Stelle mit dem Überlauf :(
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Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :) -
am 14.01.2025 17:09:39 | IP (Hash): 793102578
"Dieses Überlaufen belastet die Nieren auch nicht."
Das wurde mir derzeit in der D-Schulung genau gegenteilig dargestellt.
Deswegen habe ich ...
"...Pillen - enden wohl alle auf …gliflozin - die die Schwelle auf um 140 mg/dl herabsetzen..."
... auch nie verstanden.
Gut, dann kann ich mein "Panik-Niveau" diesbezüglich vielleicht ein klein wenig reduzieren.
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am 14.01.2025 17:45:47 | IP (Hash): 1053704414
Nicht Panik-Niveau reduzieren, sondern BZ-Niveau auf gesund reduzieren, war und ist mein Ding, seit mir diabetische Folgen in der näheren freundschaftlichen und familiären Umgebung in Form von PNP und gestörter Nierenfunktion immer näher auf die Pelle gerückt sind. Mit nem behinderten Fahrgestell infolge Polio als Baby und mit angeboren nur 1 Niere wollte ich alles dafür tun, da nicht auch noch diabetische Folgen draufzupacken. Und das geht halt einigermaßen zuverlässig nur mit 7/24 gesundem BZ.
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Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :) -
am 14.01.2025 19:05:13 | IP (Hash): 230334773
Zweitakt schrieb:
Wir Diabetiker leben ja unter anderem mit der Aufgabe
unseren Blutzucker unterhalb der Nierenschwelle (180mg/dl) zu halten.
Wird diese überschritten besteht die Gefahr, daß Glucose über die Nieren
abgegeben wird, welche das nicht auf Dauer vertragen.
Nicht das Überschreiten der Nierenschwelle ist das Problem, obwohl das Auspinkeln von Zucker durchaus auch Probleme machen kann, sondern der hohe BZ, der dazu führt. Die Nierenschwelle ist das Notfallprogramm des Körpers, wenn er den hohen BZ nicht anders loswerden kann und sie ist individuell unterschiedlich.
Zweitakt schrieb:
Ganz vermeiden wird das sicher kaum jemand von uns.
Wie kommst du da drauf? Das Ziel jeder Behandlung, ob nur mit Ernährung oder auch mit Medikamenten, ist doch, einen hohen BZ und starke BZ-Schwankungen zu vermeiden, der die feinen Gefäße. nicht nur, aber auch die der Niere, schädigt.
Nervenbahnen, Blutgefäße, Gehirn alles leidet unter hohem BZ und macht all die bösen Diabetesfolgen, die keiner haben will.
Viele von uns leben deshalb lieber kohlenhydratarm, lassen Brot, Nudeln und andere Sättigungsbeilagen weg, Zucker sowieso, und kommen so gar nicht in den Bereich, wo die Nierenschwelle greifen muss.
Ich zB komme selten auf über 125mg/dl eine Stunde nach dem Essen, aber ich esse auch nur geringste Mengen an KH. Meine Motivation ist hoch, hab keinen Bock auf Spätfolgen und Altersleiden.
Zweitakt schrieb:
Wenn ich jetzt die Frage stelle "Was verkraften die Nieren im Laufe des Lebens?"
ist das sicher sehr schwer zu fassen aber vielleicht gibt es ja Anhaltspunkte dazu.
Oder leben wir alle mit dem realen Risiko eines Nierenausfalls im Laufe des Lebens?
Zitate Fachgesellschaften:
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Etwa 40 Prozent aller Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2 Diabetes) entwickeln nach 10-15 Jahren eine diabetische Nephropathie.
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Es wird zwar nicht jeder Diabetiker zwangsläufig nierenkrank, aber fast die Hälfte aller Nierenerkrankungen sind auf eine diabetische Nephropathie zurückzuführen.
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Ende Zitate
Nierenschaden durch Diabetes ist nichts, was von heute auf morgen passiert. Es ist ein jahrelanger Prozess, der vermieden werden kann, wenn man auf sich achtet. Es gibt ja auch noch genügend andere Risikofaktoren für die Nieren, deshalb würde ich nicht warten bis die Nierenwerte durch Diabetes schlechter werden, sondern alles tun, um Schäden zu vermeiden.
Also, mit welchen Folgen muss man bei Überschreiten der Nierenschwelle rechnen?
Der Schaden durch Überzuckerung tritt ja nicht isoliert in den Nieren auf, sondern überall, von Kopf bis Fuß, mit Folge von Demenz, Schlaganfall und Augenschaden, Herz/Kreislauferkrankungen, Krebs bis zum diabetischen Fuß usw.
Indem man Blutzuckerspitzen vermeidet, NBZ und den HbA1c im gesunden Bereich hält, kann man die Risiken stark mindern/vermeiden. Man muss deshalb nicht asketisch leben, das geht auch mit Genuss & Sättigung ganz ohne Hunger und Entbehrungen.
Deine Achterbahnfahrten mit KH ➔ Insulin ➔ KH ist mir nicht verständlich, das ist in meinen Augen ein ungesunder Tanz.
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DM2 in Remission ohne Medikamente 😎 -
am 14.01.2025 19:26:20 | IP (Hash): 793102578
@Jürgen, Rainer, Henrie
Die Gefahr des BZ ist mir bewußt und im Grunde bin ich mit meinem HbA1c von 5,2
sowie meinem Tagesverlauf und den Laborergebnissen ganz gut unterwegs.
Es sind halt Situationen die manchmal nicht D-kompatibel sind.
Familienfeiern, Essen gehen mit der geliebten Ehefrau, mal schnell spontan in den Garten gehen
und den Komposthaufen umsetzen sind solche.
Von meinen Zielen bin ich bei Dir, Jürgen. Man muß halt bereit sein komplett sein eigenes Ding durchzuziehen. -
am 14.01.2025 20:02:09 | IP (Hash): 1541518414
Zweitakt schrieb:
Es sind halt Situationen die manchmal nicht D-kompatibel sind.
Familienfeiern, Essen gehen mit der geliebten Ehefrau, mal schnell spontan in den Garten gehen
und den Komposthaufen umsetzen sind solche.
Gelegentliche Ausreißer sind wirklich kein Problem. Kleine Schäden, die dabei entstehen könnten, repariert der Körper wieder. Das kann er sehr gut. Nur wenn die die Ausreißer zu häufig vorkommen, kommt der Körper mit der Reparatur nicht mehr hinterher und es entstehen bleibende Schäden. Mit dem HbA1c von 5,2% und deinen Bemühungen für einen möglichst häufig gleichmäßigen Verlauf, nusst du so etwas bei dir ja nicht befürchten.
Was hat das Umsetzen des Komposthaufens mit zu hohem BZ zu tun? Im allgemeinen sinkt der BZ bei solchen körperlichen Betätigungen. Ist das bei dir anders?
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Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
Bearbeitet von User am 15.01.2025 08:03:15. Grund: BBCodes -
am 15.01.2025 11:16:27 | IP (Hash): 793102578
@Rainer
Körperliche Arbeiten muß ich immer mit einplanen, da mein Insulinbedarf
dann fast immer gegen Null geht. Einerseits eigentlich eine glückliche Situation,
andererseits nicht für ein spontanes Leben geeignet. -
am 15.01.2025 15:07:35 | IP (Hash): 178856394
Das Ding is(s)t einfach: In solch spontanen Fällen mag ich gerne Schoko-Toffees ;)
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Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :)