Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren musst Du Dich Anmelden oder Registrieren.
Mounjaro - wie bekommt man das?
-
am 10.02.2025 21:12:40 | IP (Hash): 64831465
Hallo allerseits,
ich arbeite im sozialen Bereich und eine meiner Klientinnen ist eine stark übergewichtige Diabetikerin mit einem HbA1c von derzeit 10,5, insulinpflichtig (Toujeo) mit Unterstützung durch Tabletten (Metformin). Außerdem soll sie einmal in der Woche Trulicity 4,5 gespritzt bekommen. Seit mehr als einem Jahr ist dieses Mittel in den Apotheken nicht verfügbar. Bei Ozempic als Alternative sieht es nicht viel besser aus.
Nun habe ich hier im Forum erfahren, dass es noch eine Alternative gibt - Mounjaro. Also habe ich letzte Woche die Hausärztin meiner Klientin darauf angesprochen. Die hat sich aber geweigert, ihr Mounjaro zu verschreiben mit der Begründung, dass das Mittel wesentlich teurer als Trulicity ist und sie nicht regresspflichtig werden will. Ich finde das sehr befremdlich, denn meine Klientin braucht wirklich dringend alle Unterstützung, die sie bekommen kann, da sie aufgrund einer Intelligenzminderung nicht in der Lage ist, den Diabetes allein vernünftig zu händeln. Ich denke, dass ihr dieses Mittel zumindest mittelfristig dabei helfen könnte, ihren Appetit zu zügeln und das Gewicht in vernünftige Bahnen zu lenken.
Weiß jemand, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit man das Mittel verschrieben bekommt, ohne dass die KK Terror macht? Wie war das bei Euch? Ging alles problemlos oder hat man Euch da auch Steine in den Weg gelegt? Oder haben wir bloß eine schlechte Ärztin erwischt und sollten es bei einem anderen Arzt einfach nochmal probieren?
Danke und beste Grüße
Bearbeitet von User am 10.02.2025 21:14:52. Grund: , -
am 10.02.2025 21:25:42 | IP (Hash): 1538924064
Generell haben Fachärzte mehr Möglichkeiten als Hausärzte. Eine diabetologische Praxis wäre dafür auch rein sachlich zuständig, weil mit der neuen Medikation wahrscheinlich auch die Modifikation der übrigen Zucker Medis erforderlich sein wird, wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum mehr oder weniger kontinuierlich. Daumendrück!
----------------------------------------------
Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 10.02.2025 21:54:15 | IP (Hash): 64831465
Hallo Jürgen,
leider ist sie an keiner diabetologischen Praxis angebunden, weil die verfügbaren keine neuen Patienten mehr aufnehmen und aus der einen, bei der sie vorher war, ist sie rausgeflogen. Menschen mit Intelligenzminderung sind nicht immer die angepasstesten Menschen, wie das nicht intelligenzgeminderte Personen oft gerne hätten.
-
am 10.02.2025 22:35:23 | IP (Hash): 1538924064
Sorry, aber es gibt keine Bestimmung, die einen Arzt zur Verordnung eines Medikamentes zwingt. Wenn deine Klientin das selbst nicht (mehr) gebacken kriegt, bleibt noch die Möglichkeit deiner Vernetzung. Vielleicht kennst du ja eine Diabetologin oder einen Diabetologen, die/den du fragen könntest, was sie/er an deiner Stelle in so einem Fall machen/versuchen würde?
----------------------------------------------
Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :)1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 12.02.2025 06:50:50 | IP (Hash): 1557736980
Hallo Suki,
Ich denke das geht nur über einen Facharzt.
Auch andere Fachrichtungen wie z.b. Neurologe oder Endokrinologe könnten das verschreiben.
Allerdings ist es auch beim Diabetologen schwierig geworden, dieses teure Medikament zu erhalten.
Ich bekam es 2 x verordnet, danach - seit August 2024 - bezahle ich es selbst.
Zwar hatte ich nach der Diagnose Diabetes Typ 2 meine Ernährung erfolgreich umgestellt und konnte den HbA1C schnell wieder in den Prädiabetes Bereich bringen und 10 kg abzunehmen ( von BMI 33 auf 30) .
Aber nach einigen Monaten gelang es mir immer schwerer, die Ernährung einzuhalten. Ich begann wieder zuzunehmen, aber viel viel schlimmer waren Eßanfälle, Dauerhunger, ununterbrochen an Essen denken, oft schwer sich zu konzentrieren.
Daher bekam ich Ozempic verordnet.
Dies war jedoch über 5 Monate lang nicht lieferbar und so erhielt ich dann Mounjaro.
Es geht mir damit sehr viel besser, endlich weniger Essdrang (nicht komplett weg, aber beherrschbar! ) und meine Werte haben sich nach 6 Monaten endlich auch nochmal verbessert. Ganz langsam nehme ich auch ab. BMI 27 derzeit.
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 12.02.2025 19:43:31 | IP (Hash): 64831465
Hallo Jürgen,
vielen Dank für deinen Beitrag.
die Hausärztin ist lt. Beschreibung *koordinierender Arzt DMP-DM2*, kennt sich auf jeden Fall auch mit Diabetespatienten aus und hat besagte Frau bereits seit Beginn der Erkrankung diabetologisch betreut. Ich übernahm die Klientin vor 2 Jahren und habe sie in einer diabetischen Praxis angemeldet, da ist sie nun leider raus und uns bleibt nur die Hausärztin. Aber ich werde mit ihr noch die Diabetes-Sprechstunde in der Klinik besuchen (waren schon einmal dort), vielleicht sind die Ärzte da bereit, ihr das Mounjaro zu verschreiben.
Meine Frage zielte allerdings auch eher darauf ab, ob es (medizinische) Bedingungen gibt, die man erfüllen muss, um ein *Anrecht* auf Mounjaro zu haben.
---------------
Hallo Fränkin,
danke für deinen Erfahrungsbericht. Ich wundere mich halt, dass ein Arzt nicht alle Mittel ausschöpft, um einer Patientin zu helfen, nur weil das Mittel etwas teurer ist. Ich z. B. spritze einmal im Monat ein Mittel gegen Migräne, 1 Pkg mit 3 Spritzen kostet knapp 800 Euro. Meine Hausärztin hat mir das vorgeschlagen und dann einfach verschrieben, ohne jegliche Bedenken.
Wurde dir Mounjaro auch aufgrund der Kosten nicht mehr verschrieben? Ich drück dir jedenfalls die Daumen, dass die Wirkung noch lange anhält und du deine Zielwerte erreichst bzw. hältst.
Bearbeitet von User am 12.02.2025 19:55:01. Grund: , -
am 12.02.2025 20:14:18 | IP (Hash): 109100248
Suki schrieb:
Meine Frage zielte allerdings auch eher darauf ab, ob es (medizinische) Bedingungen gibt, die man erfüllen muss, um ein *Anrecht* auf Mounjaro zu haben.
Wir haben kein irgendwie gesetzlich festgelegtes Anrecht auf irgendeine Medikation. Was die gesetzlichen Kassen übernehmen, wird turnusmäßig in den Sitzungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) zwischen Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen festgelegt.
Ich hatte auch eher gedacht, dass du deinen Fall vielleicht mal mit so jemandem wie deiner Ärztin besprichst und sie fragst, was sie an deiner Stelle machen würde. Also nicht, dass sie das Mounjaro verschreiben soll, sondern dass ihr vielleicht aus ihrer beruflichen Übersicht da vielleicht noch eine Idee einfällt, wie du mit deiner Klientin doch noch an das Mounjaro kommen könntest.
----------------------------------------------
Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :) -
am 12.02.2025 20:59:07 | IP (Hash): 64831465
Hallo Jürgen,
bei meiner Migränespritze gab es z. b. die Bedingung, dass man mind. 4 Episoden im Monat haben muss und bereits andere Mittel ausgeschöpft sind, bevor sie verschrieben werden darf. Hätte ja sein können, dass für die Verschreibung von Mounjaro auch irgendwelche Bedingungen greifen. Aber ich verstehe jetzt, was du meinst. Ja, da kann ich meine Ärztin mal fragen, ob sie da Ideen hat. Danke für den Vorschlag.
-
am 12.02.2025 21:12:56 | IP (Hash): 767861848
Wie do vieles ist es Ermessenssache des Arztes - schließlich ist das sein Budget.
Die Bedingungen / Vorgaben wurden verschärft.
Mir wurde gesagt, man müsse erstens alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft (sprich: andere, günstigere Medikament erfolglos oder unverträglich) und dazu noch schlechte Werte haben.
Ich hatte bereits durch meine Bemühungen bessere Werte. Metformin vertrage ich zwar nicht, aber schon aufgrund der Werte falle ich raus.
Oder man bräuchte eine andere gute begrenzt, warum ausgerechnet dieses Medikament wichtig wäre.
Es gab dazu auch irgendwo eine Pressemitteilung, da es schon letzten Sommer war, weiß ich nicht mehr wo.
Es bleibt nichts weiter, als einen Arzt zu suchen, der dafür offen ist.
(Privatrezept kriegt man wahrscheinlich eher, aber das wird die Patientin nicht wollen. Zudem werden die Preise demnächst steigen)
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 14.02.2025 13:17:21 | IP (Hash): 64831465
Hallo Fränkin,
danke für deine Nachricht. Eigentlich trifft das von dir Genannte bei meiner Klientin zu: sie hat schlechte Werte und ist mit Insulin und Tabletten an der Obergrenze, was zu verabreichen geht.
Inwieweit das Trulicity etwas verbessern würde, konnten wir nicht wirklich austesten wegen der langen Nichtverfügbarkeit.
Ob genug Geld dazu da ist, um das Mounjaro selbst zu bezahlen, weiß ich nicht. Das müsste ihre gesetzl. Betreuung entscheiden. Aber das kann ich ja mal ansprechen.
-
am 14.02.2025 16:09:56 | IP (Hash): 2003657710
Suki schrieb:
...sie hat schlechte Werte und ist mit Insulin... an der Obergrenze, was zu verabreichen geht.
Eine Obergrenze für Insulin ist mir nicht bekannt. Mit welcher Begründung sollte bei deiner Klientin eine wo liegen?
----------------------------------------------
Gestartet mit mehr als HbA1c 15,5 in 01.1991, ärztlich eingestellt Basal-Bolus ab 1998 mit Hba1c um 7 und um 140 IE/Tag Insulin. Gegen vielfachen ärztlichen Rat seit 2002 mit wenigen Ausnahmen 7/24 zwischen 60 und 140 mg/dl und HbA1c um 5 mit aktuell um 20 IE/Tag Insulin. - Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :) -
am 14.02.2025 22:14:49 | IP (Hash): 64831465
Hallo Jürgen,
das sagt so ihre Hausärztin. Sie würde die maximal mögliche Dosis bekommen. Ich kenne mich mit Insulingabe nicht aus, nehme selber ja nur Tabletten.
Also stimmt das gar nicht? Krass.
-
am 19.02.2025 21:52:56 | IP (Hash): 1504803937
Hallo,
ich war heute beim Diabetologen und er meinte, nachdem mein Zuckerwert jetzt im grünen Bereich liegt und ich mit den Medikamenten gut eingestellt bin, dürfte er eigentlich Mounjaro nicht mehr verschreiben.
Er kann und macht aber eine Ausnahme aufgrund meines hohen BMIs und meinen weiteren Diagnosen/Krankheiten.
Also nur weil der Langzeitwert zu hoch ist, scheint mittlerweile nicht mehr auszureichen um ein Rezept für Mounjaro zu bekommen. Ich wohne übrigens in Bayern und vielleicht ist es nicht in jedem Bundesland gleich.
Viele Grüße,
CoCo
------------------------------------------------------------------------------------------------:-)
HbA1c 18.1.25 5,8% - 9.10.24 7,4%, 25.8. 9,4%,
Medikation.: Mounjaro 5mg, 2x850mg Metformin, Forxiga 10mg
Seit Diagnose: Low Carb & 16:8, -20kg, BMI 391 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 20.02.2025 12:36:38 | IP (Hash): 1907322586
Hi Coco,
Wie geht's dir inzwischen?
Ich sehe, deine Bemühungen sind erfolgreich, klasse!
LG Fränkin