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Frust
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am 25.04.2025 11:02:32 | IP (Hash): 1173776446
Hallo in die Runde,
ich bin sehr frustriert und muss mal meine Situation mal wieder schildern. Ich habe ja Mitte März die Diagnose Diabetes 2 bekommen und seitdem meine Ernährung komplett umgestellt und mich auch täglich ca. 1 Stunde bewegt, meist schnelles Laufen oder schwimmen. Anfangs wurden die Werte auch langsam besser. Bin ja gestartet mit 15 vor dem Essen und jetzt mittlerweile im Durchschnitt 7-8. Es war auch schonmal ein 5er oder 6er Wert dabei. Ich habe in der Zeit 2x ein Ministück Kuchen gegessen und einmal eine Bockwurst und gestern mal beim Griechen Abendbrot mit Fleisch, Zaziki und Krautsalat und vielleicht 10 Pommes, aber mehr nicht. Meine Werte waren heute früh über 10 und die anderen Sünden bekam ich auch gleich zu spüren. Mein Frühwert ist ansonsten wirklich besser geworden, ist im Vergleich zu den anderen Werten am Tag nicht mehr höher.
Aber trotzdem bin ich total gefrustet. Ich habe einfach übelst Appetit auf was süßes oder mal ein richtig geiles kohlenhydratreiches Essen und auch keinen Bock mehr täglich auf Sport. Aber Medikamente will ich auch nicht nehmen, aber ich denke mein Körper kriegt das alleine doch nicht mehr hin. Oder bin ich zu ungeduldig? Wie lange kann es dauern, bis die Werte wieder normal werden können? Und darf ich nie mehr sündigen? Ich bin total verzweifelt. Ich hatte halt auch eine Essstörung wahrscheinlich vorher und Übergewicht. Hab jetzt schon 10 kg abgenommen, aber mir ist ständig kalt, ich bin gereizt und müde. Irgendwie geht es mir gar nicht gut. Tut mir leid fürs jammern, aber irgendwie fühl ich mich sehr alleine mit meinem Problem.
Liebe Grüße Manuela -
am 25.04.2025 12:07:37 | IP (Hash): 1590471598
Den Typ 2 ohne Medikamente zurückdrehen geht, wie in dem Taylor Buch beschrieben. Wenn man den völlig gesunden Blutzucker wieder erreicht hat, gehen auch ab und zu mal etwas mehr KHs, ohne dass der BZ damit gleich wieder munter ansteigt.
Wenn man das aus welchen Gründen auch immer nicht macht, ist Basal-Bolus Insulin (ICT) die zuverlässigste Alternative. Langwirkendes Basal-Insulin für die Grundversorgung und kurzwirkendes Bolus-Insulin passend für das jeweilige Essen. Damit kann man dann praktisch wieder alles essen und den HbA1c-Wert im Rahmen von um 7 halten.
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Mit dem Blutzucker 24/7 im völlig gesunden Bereich mit nüchtern max. 100 mg/dl und nach dem Essen in der Spitze max. 140 sind wir praktisch gesund mit unserem Typ 2 Diabetes. Geht mit Doc Bernstein sogar mit Typ 1.
Das Reframing vom Typ 2 ist mein Hobby und mein T2D mein bester Gesundheits-Coach :) -
am 25.04.2025 14:11:29 | IP (Hash): 991834916
Hallo Manuela...naja, seit Mitte März sind das ja erst vier oder fünf Wochen, da darfst du noch keine großartigen Veränderungen erwarten. Ernährungsumstellung und täglich eine Stunde Sport sind ein guter Weg. Versuche einfach, dran zu bleiben...das wird schon...
Vermutlich hast du nach drei Monaten einen weiteren Arzttermin, dann stellt sich heraus, wohin die Tendenz geht. Warte es in Ruhe ab und besprich alles weitere mit dem Arzt.
Alles Gute dir! -
am 30.04.2025 12:23:01 | IP (Hash): 497548153
Hallo Manuela,
Deinen Frust kann ich verstehen, es geht vielen so, man strampelt sich ab und ab, und am Ende scheint nichts erreicht zu sein. Damit setzt du dich aber nur unter Stress, weil du meinst, es muss jetzt aber gehen. Stress aber ist bei Diabetes eher kontraproduktiv, versuch, ihn zu vermeiden. Bleib auf jeden Fall am Ball: Sport, Ernährungsumstellung – binde deine ganze Familie mit ein! Nimm dir Zeit für dich, eine Stunde am Tag vielleicht, reicht schon. Leg dich in die Sonne, lese ein Buch oder was auch immer du brauchst, um Stress abzubauen.
Und mach da nix auf eigene Faust, du wirst da auch ohne Arzt nicht weiterkommen. Foren sind gut, da kann man all das loswerden, was man zuhause vielleicht nicht kann, weil es möglicherweise auch niemand so richtig versteht, was einen so bewegt. Ja, und man kann sich auch den einen oder anderen Rat holen. Die Marschrichtung solltest du mit deinem Arzt festlegen, er wird dir am besten raten können. Und wenn es ohne Medis nicht geht, dann ist das so.
Diabetes ist eine Krankheit, die man nicht unterschätzen sollte. Das Internet ist voll mit Aussagen wie „Diabetes ist heilbar“ und die Industrie will nur verdienen. Diabetes ist nicht heilbar, jedenfalls nicht so, wie sich das liest. Mit viel Anstrengung kannst du es hinausschieben, aber nicht wirklich heilen, das wäre aber ein anderes Thema und würde hier den Rahmen sprengen.
Ich würde dir da vielleicht raten, mal ein Gespräch mit deiner Krankenkasse zu führen. Die bieten gute Informationen und Schulungen an, das ist auch für einen selbst wichtig, um zu verstehen, was da im Körper passiert. Die Dozenten sind alle vom Fach, :-) na ja, fast alle, und du kannst fragen, wenn du was nicht verstehst.
Also schmeiß die Flinte nicht ins Korn, weiterstrampeln … -
am 05.05.2025 14:07:47 | IP (Hash): 885500272
Das Problem ist, dass in meinem Umkreis kein Diabetologe mehr neue Patienten annimmt, weil sie alle gnadenlos überlastet sind und meine Hausärztin wirklich keine große Hilfe ist. Sie ist abwertend, weil ich jahrelang übergewichtig war und auch nicht regelmäßig meine Blutwerte kontrollieren lassen habe. Eine neue Hausärztin finde ich auch nicht.
Hat eventuell jemand Erfahrungen mit alternativen Heilmethoden bzw. Heilpraktikern?
Ich gehe erstmal meinen Weg weiter und versuche den Stress zu minimieren. Probiere viele neue Lebensmittel aus und schaue, wie mein Körper darauf reagiert. LG -
am 05.05.2025 16:01:19 | IP (Hash): 1188164830
Hallo Manuela!
Du schreibst es zwar nicht, aber aus dem Kontext schließe ich darauf, das Du eher ein schwerer Mensch bist. Das bin ich auch, daher habe darauf eine entspannte Sichtweise.
Nun scheint es so, das Du dich nicht gerne bewegst. Mit Bewegung meine ich nicht unbedingt Laufen, aber zum Beispiel Gehen, Treppen steigen, Fahrrad fahren.
Du schriebst, das Du täglich eine Stunde Sport triebst, aber nun nicht mehr.
Nun, ich fahre täglich 2x30 Minuten mit dem Rad zur Arbeit und nach Hause. Die eine Stunde hätte ich damit schon beisammen. Das genügt mir zur Zeit um mein Gewicht zu halten. Ich nehme damit noch nicht ab. Aber dieser Grundstock an Bewegung ist schon einmal nötig um auch mal etwas zu naschen.
Das könntest Du auch. Etwa Zartbitterschokolade mit hohem Kakaoanteil. Eine Tafel (100g) Vollmilchschokolade hat 40-50g Zucker und damit so viel wie ein gesunder Mensch am Tag insgesamt an Zucker zu sich nehmen könnte, gesünder wäre die Hälfte. Leider steckt Zucker nicht nur in Schokolade sondern auch in vielen alltäglichen Lebensmitteln und mit Diabetes giltst Du auch nicht als "gesunder Mensch". Solche Süßigkeiten solltest Du also eher meiden.
Natürlich könntest Du von einer Tafel Vollmilchschokolade nur drei Stückchen essen und dann bis zum nächsten Tag weglegen, aber wahrscheinlicher ist es wohl, das die Tafel den Abend nicht überstehen wird. Würde sie bei mir auch nicht.
Besser wäre es vielleicht, eine Tafel Zartbitterschokolade mit 80% (oder sogar mehr) Kakaoanteil zu kaufen. Die hat nur etwa 10g Zucker, wohl gemerkt je 100g. Da wäre es durchaus vertretbar die ganze Tafel zu essen. Natürlich ist diese Schokolade nicht so süß und auch nicht so weich wie eine Vollmilchschokolade, aber es ist immerhin Schokolade die Du essen könntest.
Und damit Du das auch kannst, ohne ständig Sorge um deinen Blutzucker zu haben, solltest Du dich mehr bewegen. Öfter mal Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad (ohne Elektroantrieb) zurücklegen. Das solltest Du dann allerdings nicht "Sport" nennen, denn das muss ja nicht anstrengend sein. Es sollte aber zur Gewohnheit werden.
Und versuch nicht irgendwelche Wunder zu erwarten, wie rasanter Gewichtsverlust in wenigen Wochen.
Wenn Du einen Wandel der Gewohnheiten zu etwas gesünderem Leben anstrebst, passiert das von ganz allein. Was "gesünder" meint, weisst Du vermutlich genau. Bei manchen Dingen weisst Du es vielleicht noch nicht.
Krautsalat wird oft stark gezuckert. Der Industriell hergestellte aus dem Supermarkt genau so wie der aus dem Restaurant. In beiden Fällen erhöht man damit die Haltbarkeit aber die Kunden haben sich auch an den süßen Geschmack gewöhnt. Den solltest Du also beim Griechen eher nicht mehr bestellen. ;-)
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am 05.05.2025 18:33:08 | IP (Hash): 701908594
ManuelaV schrieb:
Hat eventuell jemand Erfahrungen mit alternativen Heilmethoden bzw. Heilpraktikern?
Heilpraktiker sind bei Diabetes m. E. eher keine gute Hilfe, insbesondere dann nicht, wenn medikamentöse Therapie erforderlich ist.
Wurde beim Hausarzt denn mal der HbA1c bestimmt?
1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 07.05.2025 14:07:52 | IP (Hash): 885500272
Mein Langzeitwert war am 13.03.2025, 10,7...ich muss aber sagen, dass ich da notfallmäßig wegen einer Nierenkolik ins Krankenhaus kam und da zufälligerweise der Diabetes entdeckt wurde mit einem Nüchternwert von 16. Ich war da erstmal total geschockt und muss nun mein ganzes Leben umkrempeln. Ich habe 2018, 110kg gewogen bei 1,70m Größe. Im März 2025, 95kg und jetzt 86kg. Durch die Ernährungsumstellung nehme ich gerade sehr schnell ab. Sport habe ich als junge Frau sehr gerne gemacht, Fußball, Handball, Schwimmen, Tischtennis. Mittlerweile nur noch schwimmen. Ich war jahrelang echt faul. Habe einen stressigen Job und danach ab auf die Couch. Habe auch 3 Kinder, die aber mittlerweile groß sind. Ich versuche jetzt mehr an mich zu denken und gehe viel spazieren, aber eher ruhig und entspannt. Momentan bin ich bei Nüchternwert ca. 8 und abends zwischen 6 und 7. Es geht langsam nach unten, aber bei vielen Lebensmitteln bin ich eher unsicher. Süßes lasse ich ganz weg und das nervt mich, besonders bei Feiern und Einladungen. Bin lieber alleine Zuhause. Den nächsten Langzeitwert werden wir Ende Juni messen, da es vorher wohl keinen Sinn macht.
Danke für eure Ratschläge...LG -
am 07.05.2025 17:02:02 | IP (Hash): 1238760074
Hallo ...
Also Heilpraktiker? Na, ich weiß nicht. Ich würde wohl lieber bei meinem Hausarzt bleiben. Auch wenn der nicht so klasse ist. Was das Lebensmittel und Kochen angeht, würde ich einen Ernährungsberater zu Rate ziehen, da gibt es gute Schulungen. Ja, ich weiß, man muss das Haus verlassen, aber keine Sorge, so schlimm ist das gar nicht, und du lernst Menschen mit den gleichen Problemen kennen.
Ernährung kann einfach sein, aber auch kompliziert. Es gibt da einiges zu beachten, nicht nur KH und den Zucker, auch den glykamischen Index solltest du im Auge haben, frag mal Tante Google danach. Gibt auch gute Kochkurse für Diabetiker. Versuchs mal …