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Blutzuckerspitzen wie einzuschätzen

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    am 05.06.2025 07:22:21 | IP (Hash): 1891642242
    Hallo, bei mir (schlank) wurde vor ca. 7 Jahren ein Diabetes diagnostiziert (oGtt 203 und nüchtern Spitze 130, ansonsten in der Regel über 100, Hba1c aber 5,2-5,4).
    Nach Lebensstilinterventionen (möglichst komplexe Kohglenhydrate, Eiweiss, gute Fette usw.) habe ich - obwohl kein Übergewicht - noch einige Kilos verloren, was ich jetzt seit einigen Jahren halte. Die Werte haben sich seitdem verbessert (nüchtern jetzt immer unter 100), und das prüfe ich nun einmal jährlich.

    Das habe ich aktuell wieder getan, nüchtern 90 und 87, nach dem Mittagessen (Bratkartoffeln und Hühnchen) mit Spaziergang eine Stunde und zwei Stunden danach unter 120.
    Allerdings gestern Abend nach 50gr. Haferflocken um 18:00h, zum Abendessen drei Brote (eins Eiweiss) mit Quark um 19:00h hatte ich dann um 20:00h eine Spitze von 164 (also 1 Stunde nach dem Abendessen), um 21:00 (also 2 Stunden danach) immer noch um die 150 und erst um 21:45 waren es dann 110.
    Ich kann das nicht einschätzen und bin völlig erschüttert, dass ich immer noch solche Spitzen habe, wenn gleich sich das Gesamtbild in den letzten Jahren verbessert hat (vor Jahren hatte ich noch Spitzen, die an die 200 rankamen). Wie ist das alles einzuschätzen?
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    am 05.06.2025 08:05:33 | IP (Hash): 792853264
    Hallo Paninaro,

    wenn dein BZ nach einer so KH-reichen Mahlzeit nur auf 164 kommt, bist du deinen Diabetes tatsächlich los. Kontrolliere weiter regelmäßig, das muss nicht so bleiben.

    Dass der BZ nur langsam wieder runter geht, ist bei viel Eiweiß, Fett, Ballaststoffen normal.

    Alles Gute, Rainer

    ____
    Gegebene Vorschläge und Einschätzungen sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen.
    Bearbeitet von User am 05.06.2025 09:43:33. Grund: BBCodes
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    am 05.06.2025 08:40:45 | IP (Hash): 1891642242
    Hallo Rainer,

    aber es heißt doch immer, dass 2 Stunden nach einer Mahlzeit der BZ-Wert unter 140 sein soll.
    Klar, man ist keine Maschine, aber das ist bei mir jedenfalls nicht immer der Fall.
    Und angeblich kommt der BZ bei Gesunden nie auf über 140?
    Bearbeitet von User am 05.06.2025 08:48:13. Grund: Ergänzung
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    am 05.06.2025 15:28:21 | IP (Hash): 1210044229
    Unter 140 ist gut, aber ab und zu mal 160 ist auch in Ordnung...
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    am 05.06.2025 16:45:56 | IP (Hash): 1169571306
    Paninaro schrieb:
    Und angeblich kommt der BZ bei Gesunden nie auf über 140?

    Hallo Paninaro,

    hier mal verschiedene Stufen zur Einordnung:
    1. perfekte BZ-Automatik - fast nie über 140,
    2. normale BZ-Automatik - auch mal mit etwas höheren Ausschlägen,
    3. Prädiabetes und
    4. Diabetes.

    Das du in der 1. Gruppe bist, kannst du, nachdem du bereits eine Diabetediagnose hattest, wirklich nicht erwarten. Es gibt Gesundheitsfanatiker, die dir weißmachen wollen, dass du schon bald an diabetischen Folgeerkrankungen leiden musst, wenn du nicht mehr zur Gruppe1 gehörst. Lass dich von denen nicht verrückt machen. Solange du dich mit deinem BZ in der Gruppe 2 oder am Anfang der Gruppe 3 befindest, brauchst du dir keine speziellen Sorgen über eine mögliche Diabetesentwicklung zu machen. Achte insgesamt auf deine Gesundheit und freue dich, wenn die gut ist.

    Alles Gute, Rainer

    ____
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    Bearbeitet von User am 05.06.2025 16:46:18. Grund: BBCodes
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    am 05.06.2025 17:33:57 | IP (Hash): 268004814
    Rainer schrieb:
    Es gibt Gesundheitsfanatiker, die dir weißmachen wollen, dass du schon bald an diabetischen Folgeerkrankungen leiden musst, wenn du nicht mehr zur Gruppe1 gehörst.


    Ich bin wohl so einer. Und ich unterscheide im Umgang mit dem T2D zwischen dem ausgeschalteten und dem eingeschalteten.

    Eingeschaltet ist er mit zunehmend häufigeren und längeren Aufenthalten in den Bereichen 2 und 3, die dann ohne Medis meistens in 4 münden. Progredient eben, also sich selbst verstärkend.

    Ausgeschaltet ist er meistens im Bereich 1 mit seltenen Ausflügen in Bereich 2. Da bleibt der Nüchternwert ohne Medis deutlich unter 100 mg/dl, und KH-Portionen, die in 3 und 4 den BZ an bis über 200 antreiben, knacken im ausgeschalteten Zustand kaum die 140.

    Mit dem ausgeschalteten T2D lebt es sich aus meiner Sicht sehr viel ruhiger und bequemer, als mit dem eingeschalteten.



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    Seit der Banting Lecture von Prof. Roy Taylor 2012 weiß die gesamte diabetische Fachmedizin, dass Prädiabetes und Typ 2 Diabetes in den ersten Jahren nach der Diagnosereife vollständig gesund umkehrbar sind. Die gesunde Umkehr muss daher alternativ zu Metformin mit jeder neuen Diagnose angeboten werden!
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    am 06.06.2025 07:42:37 | IP (Hash): 1891642242
    "Ausgeschaltet ist er meistens im Bereich 1 mit seltenen Ausflügen in Bereich 2. Da bleibt der Nüchternwert ohne Medis deutlich unter 100 mg/dl, und KH-Portionen, die in 3 und 4 den BZ an bis über 200 antreiben, knacken im ausgeschalteten Zustand kaum die 140".

    Nun, genau das wäre mein Problem. Mein BZ nüchtern ist deutlich unter 100, postprandial je nach Art des Essens und mit oder ohne Bewegung durchaus auch mal deutlich über 140 (164 bei mir letztens, wenn auch nur kurzzeitig). Wahrscheinlich würde ich bei einer Pizza wieder die 200er Marke knacken.
    Auf der anderen Seite bleibt der BZ sogar bei unter 120 nach dem Mittagessen. Und das läuft schon seit vielen Jahren so, tendenziell ist es besser geworden, vor allem der Nüchtern-BZ, aber immer noch mit Ausreißern und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen bzw. das einschätzen soll.
    Bearbeitet von User am 06.06.2025 07:43:18. Grund: Änderung
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    am 06.06.2025 11:56:06 | IP (Hash): 1169571306
    Hallo Paninaro,

    nimm die Ausführungen von hjt_Jürgen als das, was sie sind: als Spinnerien eines Fanatikers. Das es sich ruhiger lebt, wenn du jeden kleine BZ-Anstieg über 140mg/dl als gefährlich ansiehst, kannst du als misslungenen Witz nehmen - wie sehr das beunruhigt, kannst du ja bei dir selbst gut sehen.

    So wie du deine BZ-Situation beschreibst, brauchst du dir aus meiner Sicht wirklich keine Sorgen zu machen. Wenn du häufig unter 140 bleibst und nur manchmal etwas höhere BZ-Spitzen bis 180 hast, dann schadet das ganz bestimmt nicht. Sollten dabei tatsächlich mal kleine Schäden entstehen, dann repariert der Körper sie wieder. Das macht er laufend, das kann er gut. Nur wenn der BZ viel zu hoch ansteigt, kommt er mit der Reparatur nicht mehr hinterher. So sieht es nach deiner Beschreibung bei dir wirklich nicht aus.

    Noch einmal von mit einen herzlichen Glückwunsch, dass du deinen Diabetes erfolgreich zurück gedreht hast. Du hast ihn weit genug zurück gedreht und kannst, wenn sich die Werte nicht wieder verschlechtern, ganz beruhigt damit leben.

    Alles Gute, Rainer

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    Bearbeitet von User am 06.06.2025 11:56:34. Grund: BBCodes
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    am 06.06.2025 14:00:32 | IP (Hash): 1004414137
    Alle Werte sind praktisch nur Anhaltspunkte. Solange sich der Nüchtern-BZ nicht auf einen zunehmenden Aufstieg macht, würde ich ab und zu mal ne höhere Spitze für unbedenklich halten. Daumendrück für weiterhin gutes Gelingen!

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