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Weshalb werden bei Diabetes Typ 2-Erkrankung sehr häufig Medikamente verschrieben anstatt eine konse
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am 05.12.2025 02:55:06 | IP (Hash): 848069442
Weshalb werden bei Diabetes Typ 2-Erkrankung sehr häufig Medikamente verschrieben anstatt eine konsequente Ernährungsumstellung zu empfehlen und zu begleiten?
Es ist eine wichtige und viel diskutierte Frage: Warum bekommen so viele Menschen mit Typ-2-Diabetes sofort oder relativ früh Medikamente, statt primär intensiv durch Ernährung und Lebensstil betreut zu werden?
Die kurze Antwort: Lebensstiländerungen wirken sehr gut – aber sie sind schwerer umzusetzen, während Medikamente im Gesundheitssystem einfacher verfügbar, planbarer und erstattungsfähig sind.
Hier die wichtigsten Gründe im Überblick:
1. Lebensstiländerungen sind wirksam – aber sehr schwer dauerhaft durchzuhalten
Eine konsequente Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und Gewichtsreduktion können den Blutzucker häufig genauso gut oder besser verbessern als ein Medikament. Studien zeigen sogar, dass Typ-2-Diabetes bei manchen Menschen dadurch in Remission gehen kann.
ABER:
Viele Patient*innen tun sich schwer, diese Umstellung langfristig umzusetzen.
Stress, Arbeitsbelastung, familiäre Verpflichtungen, psychische Faktoren und alte Gewohnheiten spielen eine große Rolle.
Ohne intensive, kontinuierliche Betreuung (Ernährungsberatung, Coaching, Bewegungstherapie) gelingt es vielen nicht, dauerhaft dranzubleiben.
2. Medikamente sind im Gesundheitssystem "einfacher"
Medikamente wie Metformin sind:
- schnell verschreibbar
- kostengünstig
- sehr wirksam
- standardisiert einsetzbar
- leicht über Laborwerte zu kontrollieren
Lebensstilprogramme dagegen sind:
- zeitaufwendig
- oft nicht ausreichend erstattet
- personalintensiv (Ernährungsberatung, Diabetescoaching, Bewegungstherapie)
- stark von der Motivation der Patienten abhängig
Das Gesundheitssystem ist daher strukturell eher auf Medikamente als auf Lebensstilmedizin ausgerichtet.
3. Ärzt*innen haben oft wenig Zeit
Hausärztinnen und Hausärzte haben in Deutschland im Durchschnitt 7–10 Minuten pro Patient. Eine ausführliche Lebensstilberatung, regelmäßige Kontrolle und Begleitung brauchen aber deutlich mehr Zeit. Medikamente passen besser in dieses enge Zeitfenster.
4. Medizinische Leitlinien empfehlen inzwischen beides, nicht "Medikamente statt Ernährung"
Moderne Leitlinien für Typ-2-Diabetes betonen:
- Lebensstil ist die Basistherapie.
- Medikamente kommen zusätzlich oder früher, wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen.
Zu diesen Risikofaktoren gehören z. B.:
- sehr hohe Blutzuckerwerte
- hoher BMI
- Herz-Kreislauf-Risiken
- frühere Komplikationen
- geringe Wahrscheinlichkeit, dass eine Lebensstiländerung ausreichend gelingt
Ärzt*innen verschreiben daher oft Medikamente, um Folgeschäden zu vermeiden, wenn sie einschätzen, dass Ernährung alleine nicht schnell genug oder nicht ausreichend wirksam wäre.
5. Viele Patient*innen erwarten "etwas, das schnell wirkt"
Nicht alle wünschen oder akzeptieren eine konsequente Ernährungsumstellung.
Viele möchten:
- eine einfache Lösung
- schnelle Verbesserung der Werte
- möglichst wenig Eingriff in den Alltag
Medikamente erfüllen diese Erwartungen leichter.
6. Fehlende Strukturen für Prävention
Ein Hauptproblem ist systemisch:
- Zu wenige kassengeförderte Ernährungsberater*innen
- Präventionskurse werden kaum oder nur teilweise übernommen
- Lebensstilmedizin ist im Studium unterrepräsentiert
- Komplexe Begleittherapien (z. B. Adipositas-Programme) sind lange Wartezeiten und schwer verfügbar
Dadurch bleibt das "Instrument" Lebensstilmedizin oft untergenutzt, obwohl es sehr effektiv sein kann.
Zusammenfassung
Medikamente werden bei Typ-2-Diabetes so häufig verschrieben, weil:
- Lebensstiländerungen schwer langfristig umzusetzen sind
- Medikamente schnell, wirksam und gut kontrollierbar sind
- Ärzt*innen zu wenig Zeit für intensive Lebensstilbegleitung haben
- Leitlinien beides empfehlen – aber Medikamente oft früher begonnen werden
- Viele Patient*innen pragmatische Lösungen bevorzugen
- Das Gesundheitssystem Prävention kaum strukturell unterstützt
-- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c 5,7% -- Stand: 11/2025
Bearbeitet von User am 05.12.2025 02:56:00. Grund: Vollständigen Titel in Beitrag eingefügt1 Benutzer dankte für diesen Nützlichen Beitrag. -
am 05.12.2025 19:54:43 | IP (Hash): 1622766519
Krankheiten und ihre Behandlungen sind vielfach historisch gewachsen. Und in den Historien hat es manchmal Stufen gegeben. Eine war z.B. die DCCT, die weltweit erste große Typ 1 Studie, die Ende der 80er Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts in den USA belegte, dass Basal-Bolus mit HbA1c 7 sehr viel gesünder war, als die bis dahin übliche 2mal tägliche Gabe eines Mischinsulins. So viel gesünder, dass die Studie vorzeitig weil unethisch abgebrochen wurde, damit die MischINSULINER auch zu Basal-Bolus wechseln konnten.
Für Typ 2 kam das Ziel HbA1c 7 erst so langsam ab 1995 mit den Auswertungen und Umsetzungen der Erkenntnisse der UKPDS, der weltweit ersten großen Typ 2 Studie in GB. Bis dahin galten Menschen mit Typ 2 als sehr viel toleranter beim Blutzucker. Denn wo der mit hohem BZ keine Ketoanzidose bekommt, kann der immer deutlich über jeder Unterzucker-Gefahr eingestellt werden. Das gilt praktisch so bis heute.
Zwar hat auch die DDG inzwischen die Möglichkeit des Zurückdrehens in die komplette Remission in die Typ 2 Behandlung aufgenommen, aber bislang ist das reine Theorie. Denn bislang fehlt es dazu auf unserer höchsten Diabetes-Beratungs-Ebene an nachvollziehbaren Beschreibungen und Anleitungen.
Und das gilt für ALLE Ernährungsberatung! Ich habe ein paar ansatzweise ausprobiert und brauche bei allen(!) mehr Insulin, wenn ich keinen höheren Blutzucker in Kauf nehmen will. Denn was da beraten wird, wird höchst selten direkt blutzuckermäßig überprüft. Und wenn der HbA1c nicht in der erwartet niedrigen Höhe ausfällt, haben die Betroffenen sich nicht ausreichend eng an die Empfehlungen gehalten.
Alltäglicher Blutzucker im gesunden Rahmen ist definitiv bislang kein Behandlungsziel!
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Mein Ding sind Blutzucker + Blutdruck + Blutfette mit möglichst keinen bis wenig Medis im grünen Bereich = gesund mit Diabetes Typ 2 :)
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am 10.12.2025 18:10:23 | IP (Hash): 86624916
Meinung:
Fast immer besteht kein Erkenntnisproblem (mehr bewegen, Gewicht reduzieren, Kohlenhydrate reduzieren), sondern ein Umsetzungsproblem.
Beratung ist bei dieser Problematik nur bedingt hilfreich.
Dass Patienten bei Diabetes-Typ-2-Diagnose zu wenig informiert werden, ist allerdings richtig. -
am 10.12.2025 21:43:05 | IP (Hash): 1923528985
Dass es sich um ein "Umsetzungsproblem" handelt würde ich sofort zustimmen.
Wobei da gern ein "Motivationsproblem" angenommen wird, - das mag ja oftmals auch zutreffen.
Aber ich möchte hier eher das "Wissenspronlem" ansprechen, das zu unterscheiden ist vom "Erkenntnisproblem". Viele Betroffene wussten längst vor ihrer Diagnose, dass sie was anders machen müssten: "Ich mach doch schon alles. Ich hab so vieles versucht. Es nützt bei mir nix. Ich weiß nicht, was ich noch machen soll."
Ich habe damals meine Ärztin gefragt, warum sie mich nicht um Jahre eher zur Seite genommen hat. Die meinte, das nützt üblicherweise nix. Die Leute wüssten doch, was sie falsch machen. Da würden Ratschläge und Reden ins Gewissen abprallen, da es so schwierig sei, sich zu ändern und Menschen doch die einfache Lösung suchen und eh nur nach Tabletten fragen.
Tatsächlich habe ich lange Zeit mit einer Medizinerin zusammen gelebt. Im Studium hatte ich oft den Eindruck, ärztliche Ausbildung besteht darin, für jedes Symptom einen passenden Medikamentenkatalog abrufen zu können und eine Angst davor zu entwickeln, Patient:innen könnten ihre Medikamente weglassen, sei es durch Ablehnung oder Vergesslichkeit.
Als Soziologe sehe ich vielmehr einen Zusammenhang von Bildung und Gesundheitszustand. Menschen mit geringem Einkommen (das Resultat ihres Bildunngs"ergebnisses") neigen signifikant eher zu "Volkskrankheiten". Armer Leute Kinder bringen es selten zu höheren Bildungsabschlüssen.
Tradiertes günstiges oder ungünstiges Gesundheitsverhalten wird familiär weitergegeben. Menschen wachsen mit ganz unterschiedlichem "Normal" auf. Und behalten vieles davon, trotz bester Absichten, als nicht in Frage gestellten Verhaltenrahmen bei.
Bei mir war es jedenfalls so: erst mal genug haben, um satt zu werden, soweit ich es mir leisten kann, noch was "gesundes" dazu...
Selbst gut vermitteltes Wissen im Fach Biologie ist nicht genug, wenn Kindern die praktische Erfahrung nicht zuteil wird, und sie letztlich doch nie erfahren, wie das in anderen Familien umgesetzt wird.
So leben Menschen ihr "normales" Leben.
Bei den einen Nutella-Brötchen/ bei den anderen Müsli und Möhrchen.
Bei den einen Burger, Pommes, Coke/ bei den anderen Lachs und Salat.
Bei den einen Auto und Rolltreppe/ bei den anderen mit dem Auto zum Joggen...
Soziale Unterschiede, die unser Bildungssystem nicht nur nicht beheben kann, sondern sogar noch verstärkt, wenn die armen Leute ihre Kinder zur Hauptschule, die Reichen zum Gymnasium schicken.
Gesundheitsverhalten bleibt Distinktion.
Wer es nicht besser kennt, bleibt ratlos zurück und weiß mit pauschalen Ratschlägen oft nicht das richtige anzufangen.
"Ich mach doch schon alles. Ich hab so vieles versucht. Es nützt bei mir nix. Ich weiß nicht, was ich noch machen soll."
Lebensstilbedingte Erkrankungen sind die Epidemien unserer Zeit.
______________________
ehemaliger Diabetiker
Bearbeitet von User am 11.12.2025 00:34:36. Grund: rechtschreipunk -
am 11.12.2025 09:24:16 | IP (Hash): 772279824
Hape schrieb:
Fast immer besteht kein Erkenntnisproblem (mehr bewegen, Gewicht reduzieren, Kohlenhydrate reduzieren), sondern ein Umsetzungsproblem.
Das ist ein bisschen sehr allgemein und weist damit genau auf den wunden Punkt: da fehlt das konkrete Ziel!
Woran sehe ich, ob ich mich ausreichend bewege? Die Empfehlungen reichen von ner halben Stunde Spaziergang bis zu 10k Schritten am Tag.
Woran sehe ich, ob ich ausreichend abnehme? Um die Hälfte der Teilnehmenden an der UKPDS, der ersten großen Typ 2 Studie in den 80er Jahren in GB, hatten BMI 25 und weniger.
Und woran sehe ich, ob ich wie passend esse? Schließlich schwören praktisch alle Ernährungsberatungen in erster Linie auf weniger Fett und bei den KHs auf die vollkörnigen, aber davon besser mehr als von Fett!
Dass mit der kompletten Remission auch wieder mehr als LowCarb mit dem BZ im völlig gesunden Rahmen bleibt, habe ich bis jetzt nirgendwo gefunden - oder übersehen?
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Mein Ding sind Blutzucker + Blutdruck + Blutfette mit möglichst keinen bis wenig Medis voll im grünen Bereich mit HbA1c 5,5 und besser = gesund mit Diabetes Typ 2 :)
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am 11.12.2025 19:35:33 | IP (Hash): 848069442
hjt_Jürgen schrieb:
Schließlich schwören praktisch alle Ernährungsberatungen in erster Linie auf weniger Fett und bei den KHs auf die vollkörnigen, aber davon besser mehr als von Fett!
Ernährungsberatungen setzen längst nicht mehr "in erster Linie auf weniger Fett".
Früher (90er / 2000er) war "low-fat" der Standard.
Heute ist die Sicht deutlich differenzierter:
Es geht nicht hauptsächlich um weniger Fett, sondern um welche Art von Fett (ungesättigte Fette gut – Transfette und viel gesättigtes Fett eher ungünstig).
Viele offiziellen Empfehlungen betonen inzwischen zucker- und stärkearme, nicht hochverarbeitete Ernährung.
Die absolute Fettmenge ist nicht mehr die wichtigste Stellschraube.
2. "Vollkorn-Kohlenhydrate – aber davon mehr als Fett" ist ebenfalls zu pauschal
Ja, Vollkornprodukte werden meist empfohlen, ABER:
Es heißt nicht, dass man davon besonders viel essen soll.
Vielmehr: Wenn Kohlenhydrate, dann möglichst Vollkorn.
Die empfohlene Gesamt-KH-Menge hängt vom Bedarf ab (Bewegung, Gesundheit, Blutzuckerregulation, Stoffwechsel, Gewichtsziel).
Es gibt heute kein Dogma, dass Kohlenhydrate mengenmäßig "über" Fett stehen müssen.
3. Moderne Ernährungsempfehlungen sind flexibler
Die meisten seriösen Beratungen setzen heute auf:
viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst bzw. Beeren
unverarbeitete Lebensmittel
gesunde Fette (Nüsse, Samen, Olivenöl, Fisch)
moderate Mengen komplexer Kohlenhydrate
wenig Zucker & stark Verarbeitetes
ausreichendes Protein
Viele Konzepte funktionieren: mediterran, vegan, low carb, moderat low fat, etc.
Es gibt keine Einheitsmeinung, dass Fett generell reduziert und Kohlenhydrate erhöht werden sollen.
Fazit
Die Aussage ist verallgemeinernd und nicht mehr zeitgemäß.
Moderne Ernährungsberatung ist qualitativ, nicht makronährstoff-dogmatisch:
Gute Fette, hochwertige Kohlenhydrate, ausreichend Proteine und insgesamt weniger hochverarbeitete Lebensmittel.
-- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c unter 5,7 -- Stand: 08/2025 -
am 11.12.2025 20:47:54 | IP (Hash): 772279824
Vielleicht schaust du mal
https://www.diabetesde.org/teller-methode
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Mein Ding sind Blutzucker + Blutdruck + Blutfette mit möglichst keinen bis wenig Medis voll im grünen Bereich mit HbA1c 5,5 und besser = gesund mit Diabetes Typ 2 :)
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am 14.12.2025 12:17:58 | IP (Hash): 1927868121
]Die Teller-Methode Deines Links ist ja mal nicht grundsätzlich falsch.
In Deinem Link finden sich tatsächlich mehrere Punkte, die irritieren oder fehlen:
Zwischen Typ 1 und 2 wird nicht unterschieden.
Die Methode hat nicht zwangsläufig mit Diabetes zu tun.
Mit einigen Details beim Ernährungsbeispiel bin ich nicht einverstanden.
Obst (statt Beeren), Haferflocken, Kartoffeln UND Brot sind zu viel am Tag.
Hinweise zur KH-Qualität und Fette werden "vergessen".
Ob diese Angaben in dieser Form "zeitgemäß" sind, kann ich nicht beurteilen.
Moderates Low-Carb + viel Gemüse + gute Fette + ausreichend Eiweiß ist meines Erachtens für die meisten Menschen mit Typ-2-Diabetes die beste Wahl.
Ich halte mich zwar meistens dran, aber es war bisher nie Absicht: Die KH sollten über den Tag gleichmäßig verteilt werden.
KI sagt:
Kohlenhydrate (reduziert, aber hochwertig)
- Gemüse (viel!)
- Hülsenfrüchte in kleinen Mengen
- Beeren
- kleine Portionen Vollkorn (z. B. Hafer, Roggen)
Vermeiden: Zucker, Weißmehl, Säfte, Süßigkeiten
Eiweiß (stabilisierend für den Blutzucker)
- Fisch, Eier
- mageres Fleisch
- Naturjoghurt,
- Skyr, Quark
- Tofu, Hülsenfrüchte
Fette (Qualität entscheidend!)
- Olivenöl, Rapsöl
- Nüsse & Samen
- Avocado
- fetter Fisch
Weniger: stark verarbeitete Fleischwaren, viel Butter, Transfette.
-- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c 5,7 -- Stand: 11/2025 -
am 14.12.2025 15:50:49 | IP (Hash): 205439455
Da fehlt noch sehr viel mehr:
Da bleibt völlig unberücksichtigt, dass viele Betroffene ihren Typ 2 in die komplette Remission zurückdrehen könn(t)en!
Komplette Remission bedeutet, dass die BZ-Automatik dann keine Low Carb Hilfe mehr braucht und auch mit ganz normalen KH-Portionen im völlig gesunden Bereich bleibt.
UND ebenso unberücksichtigt bleibt auch, dass beim Typ 2 schon mit dem BZ im prädiabetischen Rahmen eine erhebliche Mehrbelastung durch Blutfette besteht, die sich mit dem BZ in den völlig gesunden Rahmen ebenso voll zurückdrehen lässt!
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Mein Ding sind Blutzucker + Blutdruck + Blutfette mit möglichst keinen bis wenig Medis voll im grünen Bereich mit HbA1c 5,5 und besser = gesund mit Diabetes Typ 2 :)
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am 15.12.2025 03:20:17 | IP (Hash): 1927868121
hjt_Jürgen schrieb:
Da bleibt völlig unberücksichtigt, dass viele Betroffene ihren Typ 2 in die komplette Remission zurückdrehen könn(t)en!
Komplette Remission bedeutet, dass die BZ-Automatik dann keine Low Carb Hilfe mehr braucht und auch mit ganz normalen KH-Portionen im völlig gesunden Bereich bleibt.
UND ebenso unberücksichtigt bleibt auch, dass beim Typ 2 schon mit dem BZ im prädiabetischen Rahmen eine erhebliche Mehrbelastung durch Blutfette besteht, die sich mit dem BZ in den völlig gesunden Rahmen ebenso voll zurückdrehen lässt!
Deine Aussagen enthalten richtige Kerngedanken, sind aber teils zugespitzt und verallgemeinernd formuliert. Im Detail:
1. "Viele Betroffene können ihren Typ-2-Diabetes in komplette Remission zurückdrehen"
Im Grundsatz richtig, mit wichtigen Einschränkungen.
Es ist wissenschaftlich gut belegt, dass ein Teil der Menschen mit Typ-2-Diabetes eine Remission erreichen kann – besonders durch
- deutliche Gewichtsreduktion (v. a. viszerales Fett),
- starke Kalorienreduktion / Ernährungsumstellung,
- frühes Eingreifen nach Diagnosestellung.
Studien wie DiRECT zeigen: Ein relevanter Anteil erreicht normale HbA1c-Werte ohne Medikamente.
Aber:
"Viele" ist unscharf. Realistisch sind nicht alle und nicht die Mehrheit unter allen Typ-2-Betroffenen, sondern ein bestimmter Teil, abhängig von
- Diabetesdauer,
- Rest-Insulinsekretion,
- genetischer Prädisposition,
- Lebensstilfaktoren.
Remission ist kein Heilungszustand, sondern reversibel (Rückfall möglich).
Korrekt wäre:
Ein Teil der Menschen mit Typ-2-Diabetes kann unter bestimmten Bedingungen eine vollständige Remission erreichen.
2. "Komplette Remission bedeutet, dass … auch mit ganz normalen KH-Portionen (der BZ) im völlig gesunden Bereich bleibt"
Teilweise richtig, aber zu absolut formuliert.
Medizinisch bedeutet Remission:
HbA1c größer 6,5 % (oft größer 5,7 %)
ohne antiDiabetische Medikation
Viele Menschen in Remission tolerieren wieder moderate Kohlenhydratmengen, ja.
Aber:
"Ganz normale KH-Portionen" ist individuell sehr unterschiedlich.
Auch in Remission bleibt oft eine erhöhte Anfälligkeit für postprandiale BZ-Spitzen, besonders bei stark verarbeiteten KH.
Dass jede Person in Remission beliebige KH-Mengen problemlos verträgt, ist nicht belegt.
Präziser wäre:
In Remission ist die Glukoseregulation deutlich verbessert und erlaubt häufig wieder moderate Kohlenhydratmengen, bleibt jedoch individuell begrenzt.
3. "Schon im prädiabetischen BZ-Bereich besteht eine erhebliche Mehrbelastung durch Blutfette"
Im Kern richtig.
Prädiabetes geht häufig mit Insulinresistenz einher.
Diese ist eng verbunden mit:
- erhöhten Triglyzeriden,
- niedrigem HDL,
- ungünstigen LDL-Partikeln (klein & dicht),
- nicht-alkoholischer Fettleber.
Diese Dyslipidämie-Konstellation erhöht das kardiovaskuläre Risiko bereits vor manifestem Diabetes.
Das wird in der öffentlichen Diskussion tatsächlich oft unterschätzt.
4. "… lässt sich mit dem BZ im völlig gesunden Rahmen ebenso voll zurückdrehen"
Teilweise richtig, aber wieder zu pauschal.
Verbessert sich die Insulinsensitivität (z. B. durch Gewichtsverlust), verbessern sich oft auch die Blutfette deutlich.
Triglyzeride und HDL reagieren besonders gut.
DL kann sich verbessern, muss es aber nicht zwingend (genetische Faktoren!).
Korrekt wäre:
Eine Normalisierung der Glukosewerte geht häufig mit einer deutlichen Verbesserung der Blutfette einher, jedoch nicht in jedem Fall vollständig.
Gesamtbewertung
Inhaltlich:
- Wichtige, wissenschaftlich gestützte Punkte
- Aber: stark vereinfacht, absolut formuliert
Problematisch sind vor allem:
- "viele" ohne Einordnung
- "komplett" und "völlig" ohne individuelle Einschränkungen
- implizite Erwartung, dass Remission = unbegrenzte metabolische Normalität
-- Typ DM 2 - aktuell keine und bisher noch nie Medikamente - HbA1c 5,7 -- Stand: 11/2025