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Bz ab wann nach unten korrigieren?

  • Petra

    Rang: Gast
    am 23.02.2008 10:39:51
    Moin zusammen,
    bin eine "neue" 1er und gerade in der Lebensmitteltestphase ;-). Irgendwann möchte ich ja mal wieder alles essen können. Ab wieviel BZ nach dem Essen sollte man den Wert durch zusätzliches Insulin nach unten korrigieren, und ab wieviel wird BZ gefährlich und wie wirkt sich ein zu Hoher BZ aus, ich meine so wie bei Unterzuckeranfall mit frieren, schwitzen, zittern. Ich sollte dazu sagen vor 2 Wochen beim Test hatte ich 456 BZ und einen HbCa1 von 15,0. Zur Zeit zeigt mein Meßgerät einen Schnitt von 136 (Messungen der letzten 14 Tage) kann mir das bitte einer auf HbCa1 umrechnen ?
    Ja, das mit der Schulung kommt noch !!
    Schönen Wochenende
    Petra
  • klausdn

    Rang: Gast
    am 23.02.2008 11:16:10
    hallo petra,
    der dort angeszeigte durchschnitt, ist der durchschnitt deiner messungen, und nicht der durchschnittliche blutzuckerwert.
    für einen geschätzten bereich, bekommst du eine mail mit anhang.
    mfg. klaus von klausdn
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 23.02.2008 11:32:21
    Moin Petra,

    alle Therapie-Empfehlungen warnen, die Finger vom Nachspritzen zu lassen. Warum?

    Beispiel: Du hast um 8 gefrühstückt und misst nun um 10 schreckliche 300.
    1. Weißt Du, wie viel von Deinem Fühstücksbolus noch wirkt und ob der BZ nicht damit bis 11 noch bis auf z.B. wie viel unter 200 absinken würde?
    2. Weißt Du, wann und wie lange nach dem Spritzen das nachgespritzte Insulin wirken würde, wenn Du also um 10 eine Portion nach legst?
    Wie würdest Du die Restwirkung der Nachspritze beim Spritzen für das Mittagessen um 12 berücksichtigen wollen?

    Auf der sichereren und erkenntnisreicheren Seite bewegst Du dich, wenn Du an aufeinander folgenden Tagen immer passender zu einer Spritzmenge zu essen versuchst, so dass Du nach Auslauf der Insulinwirkung den BZ von vor dem Essen erreichst. - So verrückt, wie sich das liest, weil man's dann ja gar nicht mehr so dringend braucht: Aber dann hast Du auch das Gefühl dafür entwickelt und kannst auch passend nachspritzen, wenn Du Deinen BZ mal deutlich zu hoch erwischt.

    Bisdann, Jürgen
  • Nora

    Rang: Gast
    am 23.02.2008 12:29:50
    Hallo!!

    Also, ab wann du korrigieren kannst, hängt von dem Insulin ab, das du spritzt. Was spritzt du denn? Ein Analoga (z.B. Humalog) oder Humaninsulin (z.B. Actrapid)?? Bei dem schnellwirkenden Analoga kannst du recht schnell korrigieren (ich habe Humalog und korrigiere oft zwei Stunden nach dem Essen schon wieder, klappt gut. Du solltest halt am Anfang nochmal nachmessen, ob du nicht zu früh oder zu viel korriegiert hast, sind alles so Erfahrungswerte). Wenn du ein Humaninsulin spritzt, musst du mit dem Korrigieren länger warten.. weiß aber nicht genau, wei lange, weil ich ein Humaninsulin vor 5 Jahren oder so hatte. Aber da musst du auf jeden Fall länger warten, weil das länger wirkt als ein Analoga.
    Und wann ne Hypo gefährlich wird?? Das kommt auch drauf an. Wenn du z.B. Alkohol trinkst, ist es schneller gefährlich, aber ich geh jetzt mal von normalen Umständen aus ;) Also, richtig gefährlich wird ne Hypo eigentlich nur, wenn du sie nicht mehr früh genug merkst, davon geh ich jetzt bei dir mal nicht aus, weil du noch nicht lange Diabetes hast. Generell würde ich sagen, dass alles unter 30 dann langsam riskant wird. Ich hatte aber auch schon sehr oft um die 20 oder auch schon "LO" (unter 20, das Gerät zeigt den Wert dann nicht mehr an) und konnte mir noch selbst helfen. Also: wenn du deine Hypos noch früh genug merkst, und am besten über 30 bleibst, kann eigentlich nichts passieren.
    Die meisten Sachen wirst du aber in der Schulung lernen!!

    Viele Grüße, Nora
  • petra

    Rang: Gast
    am 24.02.2008 11:31:29
    Moin zusammen,

    Hallo Klaus du Nichthellseher *g*, Mein BZ Messgerät zeigt oben die Anzahl der Messungen und unten dann den durchschnitt aus allen Messungen also sind die 136 ein Schnitt aus 188 Messungen. Dangeschööön für die Tabelle.
    Jürgen, hm sowas dachte ich mir schon, war bis jetzt auch noch nicht nötig. Ich hatte gestern aben "Premiere" mit Essengehen und wollte definitiv nicht nur Salat mit Putenschnitzel. Meine Frage war dumm formuliert, ich wollte wissen wann BZ so hoch ist das er unbedingt mit nachspritzen korrigiert werden sollte. Essen gehen hat eigentlich super geklappt !!!!! 2 Std nach dem Essen 140, nach 4 Std. 101, noch eine 1/2 BE nachgelegt für die Nacht ich wollte nicht um 8:00 aufstehen. Heute morgen 10:00 dann merkwürdigkeit 138 !! Kann das sein das ich nachts ne Hypo hatte die ich nicht gemerkt habe und mein Körper sich dann aus Leber u. Muskeln bedient hat ?
    Ich spritze abends Langzeitinsulin und eben Bolus zu den Essen ( Humaninsulin, Berlinsulin) wenn das nur eine Marke und keine "Sorte" ist bitte ich um Entschuldigung!.
    Ich fühle mich z.Zt. bei 180 ( passiert nicht oft!! nur am WE manchmal wg. Essen testen) genauso wie bei 80 (schwindelig, kalt), nur ohne Hunger. Dann lauf ich eine 1/2 Std. ums Haus und gut ist!
    Danke euch schönes WE!!
    Petra
    von petra
  • Jürgen

    Rang: Gast
    am 24.02.2008 14:35:34
    Moin Petra,

    die Idee, dass man morgens deutlich mehr auf der Uhr hat, weil man bei der Nacht ne Hypo hatte und da dann gegen reguliert wurde, hat die offizielle Fachwelt inzwischen fallen gelassen. (Heißt nicht, dass es nicht noch Fach- und Ärzte gibt, die drauf schwören) Nicht wirklich belegbar, vor allem, weil turnusmäßig gegen Morgen eine Menge von Regelkreisen mit Enzym- und Hormon- und ???-Ausgaben anlaufen, die man bestimmt immer noch nicht alle kennt, von denen man aber längst weiß, dass die mehr Insulin anfordern und den BZ erhöhen, wenn mehr Insulin nicht kommt. Vielsagend Fachdeutsch wird das als Dawn-Phänomen bezeichnet, was nichts anderes heißt, als Morgendämmerungserscheinung. Genial, oder?

    Die Geschichte mit der Vielzahl der Regelkreise und -prozesse ist auch, was uns generell das Leben erschwert, so lange wir dran glauben, dass wir nur die richtigen Faktoren zu errechnen und anzuwenden brauchen, um einen ausgeglichenen BZ-Verlauf hin zu kriegen. Denn Insulin ist ja nicht nur zuständig für den Glukose-, sondern auch für den Fettstoffwechsel, und auch beim Eiweiß mischt es eifrig mit. Das bedeutet aber auch, dass Veränderungen bei den diversen Fett- und Eiweiß-Spiegeln (Lipide und Aminosäuren) direkt und indirekt jeweils eigenen Insulinbedarf entwickeln, der für uns auch wieder nur eben indirekt als zunehmender BZ sichtbar wird.

    Und dann verläuft ne gesunde BZ-Kurve ja nur von weitem schön gleichförmig. Aus ausreichender Nähe betrachtet ist das ne Wellen- oder Zickzacklinie. Wenn die an ne Grenze oben anstößt (Bsp. 85,9) gibt’s nen Impuls Insulin, und wenn sie an ne Grenze unten anstößt (Bsp. 85,1) gibt’s nen Impuls Glukagon. Dabei wird wahrscheinlich nicht aus dem BZ direkt geregelt, sondern aus den Zellen, die ihre Energieversorgung konstant halten wollen. Und wenn die nun an ihrem unteren Limit angekommen sind, setzen die den Glukagon-Impuls, auch wenn der BZ tatsächlich schon hoch ist und nur das Insulin für den Transfer der Glukose in die Zellen fehlt.
    Andererseits hat es wahrscheinlich mit der keineswegs linear zunehmenden Normalisierung dieser Regelkreise zu tun, wenn viele von uns mit ihrem BZ immer häufiger und länger im völlig gesunden Rahmen eine erhebliche Verringerung des Insulinbedarfs bemerken.

    Bisdann, Jürgen

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