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Insulinpens:Richtige Spritztechnik
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petscherski
Rang: Gastam 22.02.2008 19:01:55
Hi, ihr Lieben,
als Neuling mit dm1 kann ich bis jetzt nur ca.100 Peninjektionen(Autopen24) auszuweisen.
Meine Frage an derjenigen, die schon vielleicht die tausendfache auf dem Bückel haben:
In der Krankenhausschulung wurde mir auf den Weg gegeben, daß ich die Nagelkanüle einmal pro ca. 3 tage wechseln kann( ich spritze Kurzanalog drei mal/tag zu den Mahlzeiten). Keine Rede auch von der Entlüftung jeder neuen Kanüle vor der Spritze.(s.g. spritzbereitmachen).
Meine zwei Fragen:
1.Muß man wirklich vor jeder Spitze die Nagelkanüle wechseln und dann jedes mal die Lüft mit 2 IE Insulin "rauspressen", so wie es in der Gebrauchsanweisung steht?
2.Solange man desselbe Kanüle benutzt braucht man nur das erstes Mal entlüften und dann nicht mehr, dosis einstellen,gleich spritzen solange kein wechsel durchgeführt wurde. Ist es korrekt so?
Vielen Dank im voraus
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klausdn
Rang: Gastam 22.02.2008 20:11:45
hallo,
dein kh ist richtig "gut" - kanülen sind einmalprodukte, genau wie einmalspritzen.
die werden nach dem spritzen entsorgt.
(schon damit keine luftblasen in die patrone kommen)
bei neuer patrone spritze ich beim novopen3 ca 10-12ie,
beim 4er 2-4ie, und das nicht um irgendwas zu entlüften, da ist nirgendwo luft , sondern der stempel mu0 sich kraftschlüssig an den gummistopfen anlegen.
danach habe ich weder bei 8er noch bei 6er kanülen etwas in die luft gespritzt, außer der kolben wandert zurück - dann tausche ich den pen aus.(dann ist er ausgeleiert)
die fehlende menge in der neuen kanülenspitze ist wesentlich kleiner als der kleine tropfen der nach dem spritzen oft noch auftritt also kann man das vernachlässigen.
das andere problem bei aufgeschraubter kanüle ist das eintrocknen des insulins, manche verstopfen sogar.
von gewebeverletzungen, und infektionen durch verschlissene kanülen kann man nachlesen.
mfg. klaus. von klausdn -
Jürgen
Rang: Gastam 22.02.2008 20:21:30
Hallo Anonym,
In der Erinnerung an meine Spritzanfänge fällt mir immer ein Bekannter ein. Der konnte sich damals totlachen, wenn er mit bekam, wie ich sone Blase aus der Patrone jagen wollte. Wenn's wirklich schlimm sein sollte, ist er Schuld, dass ich seitdem keine Patrone mehr entlüftet hab.
Er hatte gemeint, dass ich doch sehen würde, dass Luftspritzen gar nicht so einfach ist, selbst wenn man den Pen fein senkrecht hält. Klar. Und wie ich mir meine Lage denn beim Sprizen vorstellen wollte, wenn ich dazu den Pen so fein senkrecht halten wollte?
Das hat nichts mit dem ersten Spritzen nach dem Patronenwechsel zu tun. Nach dem Wechsel drückt der Stempel bei vielen Pens noch nicht so zuverlässig gegen die Patrone, dass mit dem Abdrücken einer einzigen Einheit auch wirklich schon eine Einheit raus käme. Deswegen drücken die meisten von uns nach dem Wechsel zuerst mal 2-5 Einheiten, die dann vielleich nur 1-3 sind, in den Papierkorb.
Zum Kanülenwechsel wird allgemein offiziell mit jedem mal Spritzen geraten. Machen viele und viele auch nicht. Ich weiß nicht mal, wie oft ich mit einer Kanüle spritze und wechsle immer dann, wenn's mich mal wieder etwas mehr gepiekt hat. Ne Kanüle hab ich allerdings noch nie entlüftet. Denn erstens füllt die sich ja schon beim Aufsetzen auf die Patrone zum Teil mit Insulin, und dann hätte in diesem kleinen Röhrchen nur ein so winziger Bruchteil einer Insulineinheit überhaupt Platz und könnte mir entsprechend anschließend fehlen, dass sich das am BZ selbst mit teuersten und genauesten Geräten nicht nachzuweisen ginge. Also Einheiten einstellen und Drücken :-)
Bisdann, Jürgen von Jürgen -
petscherski
Rang: Gastam 22.02.2008 21:19:39
Hi, jetzt verstehe ich Bahnhof und bin ncht schlauer als vorher: Einmalkanülen nach einer Injekt. entsorgen (Klaus) oder doch nicht (Jurgen). Schwierig..
Trotzdem Danke für Info
Bis dann -
d
Rang: Gastam 23.02.2008 10:23:53
was meinst du wieso die Kanülen Einmalprodukte sind???
logisches Denken ist meist nicht von Nachteil :-) -
petscherski
Rang: Gastam 23.02.2008 11:07:39
Hi,Anonym,
Vom Anonym zum Anonym kann ich nur sagen, daß die Sache nicht so glanzklar aus logischer Sicht ist.
1. Statistik. Über 90% insulin-Deutschen benutzen eine Känüle durchschnit. 9Mal.
Die Spanier und Engländer sind auch in dem Bereich. Am nähestem zur Einmal-anweisung sind die Franzusen, aber auch die tun es auch nicht nur einmal.
Ich nehme an, daß soviel Leute doch keine Schaden von Mehrfachgebrauch genommen. Anderfalls wäre es bekannt geworden.
2.Hersteller denkt nicht nur an Wohl von uns, sondern auch Umsatzgedanke sind dem nicht fremd:kaufst du z.B. Sonykopfhörer(kabellos) siehst du die Anweisung: verwenden Sie nur Sony Alkabatterie AAA, obwohl jeder weiß, daß alle Batterien dieses Typ sämtlichen Herstellern passen hervorragend.
Bis dann -
klausdn
Rang: Gastam 23.02.2008 11:35:21
alles bla bla - man kann nicht äpfel mit birnen vergleichen.
und was andere machen ist doch deren sache, was interessiert mich wieoft ein spanier mit einer kanüle spritzt ? überhaupt nicht !
denn es ist seine haut und ich kümmere mich absolut nur um meine.
überall wird über verdickte spritzstellen gejammert und nach ratschlägen gefragt wie sie wieder weggehen --- besser ist es sie garnicht erst entstehen zu lassen.
und wenn nicht desinfektionsmittel im insulin drinwäre hätten viel mehr leute infektionen.
komisch nur daß gerade die es sind die über die zusatzstoffe jammern.
von klausdn -
Nora
Rang: Gastam 23.02.2008 14:56:50
Hallo!!
Okay, eigentlich sollte man die Nadel jedes Mal wechseln. Ich mache das zwar nicht immer, aber meistens, auf jeden Fall kann nichts passieren, wenn du die Nadel mal öfter verwendest... wie gesagt, immer wechseln ist besser, tut weniger weh, außerdem ist die Gefahr von Verhärtungen geringer (wobei ich nach 8 Jahren noch nie welche hatte und die Nadel auch manchmal ein paar Mal verwende). Wichtig ist vor allem, dass du die Spritzstellen immer wechselst.
Ich würde es am besten so machen, dass du immer wechselst, wenn du zuhause bist. Wenn du mal unterwegs bist oder so kannst du sie ruhig auch zwei- bis dreimal benutzen... und Luft aus dem Pen drücken hab ich noch nie gemacht...
Gruß, Nora -
diesel
Rang: Gastam 24.02.2008 09:31:26
Hallo Nora,
ich finde deine Äußerung:"...es kann nichts passieren..." sehr gewagt!!! Wenn du es für dich so handhabst, bitte, aber einen "Neuling" solchen Rat zu geben ist schon verantwortungslos!
Sieh dir einfach mal die Fotos u.a. bei accu.check an, wie eine Nadelspitze schon nach einmaligen Gebrauch verbogen wird. Ganz zu schweigen davon, dass sie nicht mehr steril ist. Und da kann nichts passieren?
Meine erste Diabetologin meinte auch, man braucht die Nadel nur mit der Patrone wechseln. Als ich ihr meine Bedenken mitteilte, war ich plötzlich ein unangenehmer Patient. Darauf habe ich den Doc gewechselt. Als dieser nach den Gründen fragte und ich diese nannte, meinte er auch völlig verantwortungslos, die Nadel wird nach JEDER Injektion gewechselt!
MfG
Gerd von diesel -
diesel Nachtrag
Rang: Gastam 24.02.2008 09:40:34
Hier eine Adresse für verbogene Nadeln:
www.diabetes-news.de/news/nachrichten-2006/
injektionsnadeln.htm von diesel Nachtrag -
diesel.
Rang: Gastam 24.02.2008 12:24:53
hier mal ein Auszug aus dem oben genannten Artikel:
An Injektionsnadeln sparen, z.B. wegen der Zuzahlung, kann für insulinspritzende Diabetiker teuer werden, betont eine Initiative der Diabetesberatungs-Berufe und der Industrie. Zu wenig bekannt sind mögliche Komplikationen der Mehrfachverwendung wie Fettgewebswucherungen und in der Folge eine verschlechterte Insulinwirkung. von diesel. -
Jürgen
Rang: Gastam 24.02.2008 14:52:48
Moin Gerd,
wenn's wirklich so dramatisch wie dargestellt wäre, hätten die Kameraden vor 20 Jahren ihre Spritzerei alle kein einziges Jahr überlebt. Die mussten sich aus vergleichsweise Ofenrohren spritzen, die fertigungsbedingt an ihrer Oberläche mehrere Deformationen in der Größenordnung hatten, wie die zur Abschreckung dargestellte verbogene Spitze.
In anderen Foren gibt’s Leute, die mit entsprechendem Gerät schon mal eigene Tests gemacht und fotografiert haben, wie so ne Spitze nach mehrmaligem Gebrauch aussieht - woraus ich für mich den Schluss gezogen habe, dass dem Abschreckungsbild systematisch mechanisch nachgeholfen worden ist. Das hat mit der Wirklichkeit genau so viel zu tun, wie ein toll fotografiertes Festtagsmenü. Davon würdest Du auch wenigstens die Hälfte nicht durch den Hals kriegen, weil das Dargestellte schlicht nichts mit essbarer Wirklichkeit zu tun hat.
Die meisten Leute, die unter verdickten Spritzstellen leiden, wechseln schon für jeden Spritz die Kanüle. Wer's nicht tut, und zwar schon dann, wenn die erste Stelle aufzufallen beginnt, is maso.
Aber warum man nun jemandem, der offenbar ohne Schwierigkeiten seine Kanülen bislang mehrfach gebraucht hat, mit aller Gewalt den Einfachgebrauch nahe bringen will, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.
Bisdann, Jürgen -
diesel
Rang: Gastam 24.02.2008 16:49:42
Hallo Jürgen,
ich gebe dir ja recht. Nur die Äußerung von Nora:...es kann nichts passieren...finde ich etwas unsachlich. Kann schon, muß aber nicht.
MfG
Gerd von diesel -
Nora
Rang: Gastam 24.02.2008 17:48:34
Hallo diesel,
ich habe ja auch geschrieben, dass man die Nadel eigentlich immer wechseln sollte. Aber wenn ein "Neuling" z.B. aus Versehen unterwegs mal keine neue Nadel dabei hat, kann er sie ja auf jeden Fall noch ein zweites Mal benutzen (wollte damit nur sagen, dass man dann keine Angst davor haben muss, die Nadel nochmal zu benutzen). Das war alles, was ich damit sagen wollte. So wurde mir es auch ganz am Anfang im Krankenhaus erklärt. Besser immer wechseln, aber wenn mans mal nicht macht, ists nicht schlimm. Das wars auch schon.
Meiner Meinung nach ist es wichtiger, dass man immer schön die Spritzstellen wechselt. Und das was Jürgen zu diesen schönen abschreckenden Bildchen geschrieben hat kommt mir auch ganz plausibel vor.
Gruß, Nora